Autobahn 13 (Schweiz)

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Autobahn A13 in der Schweiz
Autobahn 13 (Schweiz)
 Autobahn 13 (Schweiz)
Karte
Verlauf der A13
Basisdaten
Betreiber: Bundesamt für Strassen
Strassenbeginn: St. Margrethen
(47° 27′ N, 9° 39′ O)
Strassenende: Bellinzona
(46° 13′ N, 9° 2′ O)
Gesamtlänge: ca. 195 km

Kanton:

Die Schweizer Autostrasse 13 beziehungsweise Autobahn 13 ist eine zweispurige, streckenweise vierspurige Nationalstrasse. Sie bildet nach der A2 die zweitwichtigste Nord-Süd-Verbindung des Landes. Obwohl ausschliesslich auf Schweizer Gebiet in den Kantonen Tessin, Graubünden und St. Gallen gelegen, spielt sie auch für die Erschliessung des Fürstentums Liechtenstein eine wichtige Rolle. Die eigentliche Alpenquerung erfolgt auf der 1967 erstellten Autostrasse zwischen Thusis und Soazza.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschnitt St. Margrethen–Bad Ragaz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende August 1962 wurde die 5 Kilometer lange N13 zwischen Sargans und Bad Ragaz dem Verkehr übergeben, Ende 1964 folgte der 18 Kilometer lange Abschnitt zwischen St. Margrethen und Oberriet. Diese zwei Teilstrecken waren zu diesem Zeitpunkt zweispurige Autostrassen (Nationalstrassen 2. Klasse). Die Fertigstellung kurz nach dem Beschluss des Baus eines Nationalstrassennetzes durch den Bund am 21. Juni 1961 rührt daher, dass der Kanton St. Gallen schon vor Beschlussfassung in Eigenregie Autostrassen plante.[1]

Mit Stand 1966 ist der zu diesem Zeitpunkt noch fehlende Abschnitt zwischen Oberriet und Sargans bereits projektiert bzw. im Bau gewesen. Die Fertigstellung erfolgte in den 1970er-Jahren. Beim Abschnitt zwischen St. Margrethen und Haag handelte es sich dabei um eine Autostrasse, bei dem zwischen Haag und Sargans eine Autobahn. Nach und nach wurden die verbliebenen Autostrassenteilstücke als Autobahnen ausgebaut. 2002 wurde der letzte Ausbau, den Ausbau der Autostrasse Au bis Diepoldsau in eine Autobahn, abgeschlossen, es war die letzte Baustelle der N13 im Rahmen des Netzausbaus bzw. des Nationalstrassennetzes im Kanton St. Gallen. Der Ausbau von nicht richtungsgetrennten Autostrassen in Autobahnen galt zu jenem Zeitpunkt als ein dringend geltendes Vorhaben, galt der Autostrassenabschnitt im Rheintal doch als «Todesstrecke», mit 94 Verkehrstoten zwischen 1976 und 2002.[2][3]

Abschnitt Bad Ragaz–Bellinzona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alpenübergang hat eine 2000-jährige Geschichte und wurde schon zu Römerzeiten und zuvor begangen. Er stand dabei im Wettbewerb zum stärker begangenen Splügenpass, rund 15 Kilometer östlich. Nach 1817 wurde nach einer Hungersnot im Kanton Graubünden der Strassenbau voran getrieben und von 1818 bis 1822 die erste durchgehend erneuerte Fahrstrasse über den San-Bernardino-Pass eröffnet. Eine ganzjährig durchgehende Verbindung für Fahrzeuge auf dieser Strecke existierte erst seit 1967 mit der Eröffnung des San-Bernardino-Tunnels. Am 10. April 1965 wurde die Tunnelröhre des San-Bernardino-Tunnels zwischen den Dörfern Hinterrhein und San Bernardino bergmännisch durchschlagen und am 1. Dezember 1967 für den Verkehr eröffnet. Der 6,6 km lange Strassentunnel ermöglichte erstmals eine ganzjährige Strassenverbindung für die Bündner Südtäler Misox und Calancatal in die Hauptstadt Chur und wurde Teil der Nationalstrasse N 13 (heute A 13). 1969 wurde mit dem Bau des letzten Abschnittes von Bärenburg nach Reischen begonnen. Der Abschnitt kostete 29 Millionen Franken und wurde im Jahr 1973 eröffnet.[4] Damit bestand eine durchgehende Autostrasse von Thusis bis Soazza. Die Zufahrtsstrecken bis Thusis und bis Soazza wurden auf den Kantonsstrassen bewältigt.

Am 7. November 2016 wurde ein weiterer Abschnitt der Autostrasse ersetzt; die Durchfahrt durch Roveredo wurde mit einer Ortsumfahrung in einem Tunnel überflüssig, welcher seit 2008 in Bau war. Der Durchschlag des Tunnels war am 30. November 2012.[5]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autostrasse N13 in der Roflaschlucht; Traversabrücke und Eingang Süd des Roflatunnels mit Fluss- und Steinschlagverbauungen

Die A13 beginnt im sankt-gallischen St. Margrethen im Anschluss an die A1, geplant ist auf Vorarlberger Seite ein weiterer Anschluss an die Bodensee-Schnellstraße S18. Anschliessend führt sie durch das ganze Rheintal, entlang der Landesgrenze zu Österreich und Liechtenstein, nach Sargans, wo die A3 sich der A13 anschliesst.

Die Autobahn führt sodann weiter zur Bündner Hauptstadt Chur, wobei auf einem Teilstück zwischen Zizers und Chur die beiden Fahrbahnen aufgrund des nachträglichen Ausbaus der ursprünglichen Autostrasse nicht parallel verliefen. Bis 2018 wird die nach Norden führende Spur zur weiter westlichen verlegt.[6] Bei Reichenau besteht die Möglichkeit, auf die Hauptstrasse 19 in Richtung Flims-Disentis/MustérAndermattBrig abzuzweigen. Ab dem Anschluss Reichenau umfährt die A13 als nicht richtungsgetrennte Autostrasse das Auengebiet Isla Bella in einem Tunnel, um dann als richtungsgetrennte Autostrasse durch das Domleschg Thusis zu erreichen (rund 600 m ü. M.).

Ab hier steigt die erneut nicht richtungsgetrennte Autostrasse zur Alpenüberquerung zuerst durch die Viamala-Schlucht und durchquert danach die Talschaft Schams sowie die Roflaschlucht zum obersten Talabschnitt, dem Rheinwald. Bei Splügen zweigt der ehemals bedeutungsvolle Splügenpass ab und bei der letzten Tal-Gemeinde Hinterrhein mündet die Strasse auf rund 1650 m ü. M. in den 6.6 km langen San-Bernardino-Tunnel.

Nach dem Tunnel geht es, geprägt von Lawinenschutzgalerien und langen Kehren, auch über zwei talüberspannende Brücken bergab ins Misox nach Mesocco auf 730 m ü. M. Von Thusis nach Mesocco beträgt die Strecke ca. 58 km mit einer Höhendifferenz von über 1000 Metern.

Südlich von Mesocco wird die Autostrasse unterhalb Soazza bis kurz vor Roveredo GR wieder zu einer Autobahn. Bis zur Eröffnung eines Umfahrungstunnels im Jahr 2016 zerschnitt die Autostrasse das Ortszentrum von Roveredo[7]. Die A13 führt weiter talauswärts und schliesst sich kurz vor der Tessiner Hauptstadt Bellinzona der A2 auf einer Höhe von 240 m ü. M. an.

Zwischen Ascona und einem Kreisel südlich von Gaggiole im Tessin ist die A13 als Autostrasse ausgebaut. Da es sich dabei um eine kantonale Autostrasse handelt, ist dieser Abschnitt nicht vignettenpflichtig. Locarno wird mit dem 5 km langen Mappo-Morettina-Tunnel umfahren. In diesem gibt es für jede Richtung eine Fahrspur.

Schwere Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprünglich weitgehend nicht richtungsgetrennte Teilstück im Rheintal von Sargans nach St. Margrethen galt lange Zeit als «Todesstrecke»: Immer wieder kam es zu schweren Frontalkollisionen. In den Jahren 1979 bis 2002 starben auf der damaligen Autostrasse A13 96 Personen, fünfmal mehr als sonst im Schweizer Nationalstrassennetz. Durch den Ausbau zu einer Autobahn auf der ganzen Strecke konnte die Unfallgefahr verringert werden.

Am 16. September 2006 brach im Viamala-Tunnel nach einer Frontalkollision zwischen einem Reisebus und einem Personenwagen ein Feuer aus, in dem neun Personen umkamen. In die Kollision verwickelt wurde ein zweiter Personenwagen. Mindestens weitere vier Fahrzeuge wurden im Tunnel in Mitleidenschaft gezogen.

Verlagerung des Transitschwerverkehrs auf die Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Transitroute muss auch die A13 durch die laufenden Anstrengungen zur Verkehrsverlagerung entlastet werden. Während der Sperrung des Gotthardtunnels im 2006 fuhr die Hälfte des alpenquerenden Schwerverkehrs der Schweiz infolge einer Baustelle über die 1818 gebaute San-Bernardino-Hauptstrasse H13.[8] Aufgrund der steilen Steigungen ist die Route auch auf der jetzigen, 1967 gebauten Strasse für den Transitverkehr nicht geeignet. Für die Zukunft wird die Einführung einer Alpentransitbörse diskutiert.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Autobahn 13 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pfiffner, Werner: Über den Bau der Nationalstrassen im Kanton St. Gallen. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 84, Nr. 22, 1966, S. 407–409, doi:10.5169/seals-68922 (e-periodica.ch).
  2. Rheintalstrecke durchgehend vierspurig: Meilenstein im St. Galler Autobahnbau. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. August 2002, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 24. Oktober 2017]).
  3. Teilstück der A13 durch Bundesrat Leuenberger offiziell eröffnet: Rheintal-«Todesstrecke» entschärft. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. August 2002, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 24. Oktober 2017]).
  4. Bündner Monatsblatt Chronik 1973
  5. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.astra.admin.chBundesamt für Strassen ASTRA zum Projekt der Umfahrung von Roveredo
  6. Baubeginn der neuen A13-Nordspur Chur–Zizers. In: Südostschweiz. 10. Oktober 2014; abgerufen am 25. Mai 2015: „Die Nordspur wurde in den 1950er-Jahren erstellt. In den 1970er-Jahren wurde im Zuge des Nationalstrassenausbaus die Südspur gebaut – aber nicht parallel zur bestehenden Nordspur.“
  7. Neue Umfahrung Roveredo eröffnet , SRF, 7. November 2016
  8. Für Schwerverkehr ungeeignete A13 auf Tiefbauamt Graubünden (PDF; 383 kB)
  9. Viamala-Brücke der N 13 : Projekt Christian Menn