Doppelboden (Bauwesen)

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Heben einer Platte
Unter einem Doppelboden
Serverraum mit Doppelboden, teilweise mit Lüftungsplatten
Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN EN 12825
Bereich Bodenbauarten
Titel Doppelböden
Letzte Ausgabe 2002-04
ISO

Als Doppelboden bezeichnet man einen zweiten Boden über dem eigentlichen Boden des Raumes. Er unterscheidet sich vom Hohlboden dadurch, dass jede Stelle des Raumes unterhalb des Doppelbodens jederzeit zugänglich bleibt. Dadurch ist er besonders geeignet für Räume mit häufigen Änderungen an den Installationen und wenn die Installationen jederzeit schnell zugänglich sein sollen.

Im Bauwesen bezeichnet man als Doppelboden eine Systembodenbauart als aufgeständerte Bodenkonstruktion bestehend aus industriell hergestellten modularen Elementen, im Wesentlichen Platten und Stützen. Die Doppelbodenplatten bestehen in der Regel aus Holz (hochverdichtete Flachpressplatten), Zementfaser, Anhydrit, Gips (faserverstärkte Gipsplatten), Stahl oder Aluminium. Diese Platten liegen auf Doppelbodenstützen aus Stahl oder Aluminium auf. Die Stützen können an ihren Köpfen durch Rasterstäbe miteinander verbunden sein.

In den so geschaffenen Hohlraum können sämtliche Installationen für zum Beispiel Kommunikation, Strom, Wasser integriert werden. Außerdem wird vor allem in Reinräumen der Doppelboden oft dazu genutzt, durch unzählige kleine Löcher und somit einer sehr großen Strömungsquerschnittsfläche die Abluft aus dem Raum zu befördern, so dass sich eine laminare Luftströmung von der Decke (Zuluft ebenfalls über große Querschnitte) zum Boden im Raum einstellt. Dabei stellt der gesamte Hohlraum quasi einen Luftkanal dar.

Speziell für Elektroräume oder für Bereiche, in denen hohe Anforderungen an Querstabilität und Lastaufnahme gestellt werden, verwendet man einen sogenannten Schaltwartenboden (oder Schaltwartendoppelboden). Dieses System besteht aus Schwerlaststützen, auf denen durchlaufende Stahl-C-Profile in der einen und Paßstücke in der anderen Richtung verschraubt werden. Im Gehbereich werden Doppelbodenplatten auf dieser Profilraster-Unterkonstruktion verlegt; im Bereich der Schaltschränke hingegen werden mit höheren C-Profilen Rahmen ausgebildet. Somit lassen sich auch bei der Aufstellung von Schaltschränken alle Platten abnehmen, und Nachinstallationen können einfach durchgeführt werden.

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In Serverräumen oder Rechenzentren kann der Doppelboden auch zur aktiven Klimatisierung im Warm- oder Kaltgang genutzt werden. Dafür gibt es aktive wassergekühlte Doppelbodenklimaplatte – diese Platten sind mit nach unten oder nach oben gerichteter Luftführung erhältlich.

Die Leistungsnachweise für diese Böden erfolgen nach EN 12825 für Doppelböden. Die Norm gilt in Deutschland als DIN-Norm DIN EN 12825. Für Bodensysteme, welche der Norm und der Anwendungsrichtlinie entsprechen, werden sogenannte Konformitätszertifikate ausgestellt.

Die Stützen von Doppelbodenanlagen bestehen in der Regel aus Stahlrohren, deren Statik sich wie folgt berechnen lässt[1]:

.

Mit und .

; ; .

Ist , dann ist .

Ist , dann ist .

ist der Außendurchmesser des Rohres und der Innendurchmesser, ist die Punktlast, ist die Knicklänge.

Die Herleitung der Eingangsformel:

Die DIN 4114 für außermittige Knicklast sagt .

Das Biegemoment setzt sich aus der Kraft und der Exzentrizität zusammen: .

Die Größe der Exzentrizität setzt sich aus dem Außenradius und der Sekante eines Quadranten des Rohres zusammen. Diese hat den wirksamen Abstand .

Wir setzen und erhalten .

Nun ist aber , so dass wir schreiben können .

Weitere Verwendung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Doppelboden findet auch im Schiff- und Bootsbau Verwendung.

  • Zum Schiffbau siehe: Doppelboden (Schiffbau)
  • Zum Bootsbau: Es handelt sich dabei um zwei übereinanderliegende Böden, die zusammen laminiert sind. Zwischen den beiden Böden befindet sich Luft.
  • Auch eine Formation aus der Chartanalyse wird als Doppelboden bezeichnet, ein als Trendumkehr interpretierbares Kursmuster, das ungefähr den Verlauf eines W beschreibt.

Siehe auch: Hohlboden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörn Krimmling: Facility-Management: Strukturen und methodische Instrumente, Verlag Fraunhofer IRB Verlag, 2008, ISBN 3816774989, S. 177 f. (Google Books).
  • Dipl.- Ing. Björnstjerne Zindler, M.Sc. Das Omega-Verfahren

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Björnstjerne Zindler: Das Omega- Verfahren nach DIN 4114. (pdf) In: nadirpoint.de. 9. Mai 2012, abgerufen am 11. Oktober 2019 (deutsch).