Dordrechter Synode

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Allegorie des Disputs zwischen Remonstranten (links) und Contraremonstranten (rechts): Die Waage neigt sich auf der Seite der Contraremonstranten, aber deshalb, weil Moritz von Oranien sein politisches Gewicht zu ihren Gunsten einbringt, symbolisiert durch das Schwert (Abraham van der Eyk, 1721)

Die Dordrechter Synode war eine nationale kirchliche Versammlung der niederländischen reformierten Kirche unter Beteiligung von ausländischen reformierten Kirchen, die vom 13. November 1618 bis zum 9. Mai 1619 in Dordrecht stattfand. Das Zeitfenster hierfür war ein zwölfjähriger Waffenstillstand (1609–1621) während des Achtzigjährigen Krieges.

Seit der Generalsynode von Den Haag 1586 war rund dreißig Jahre lang keine nationale Synode der niederländischen reformierten Kirchen mehr zusammengetreten, obwohl dies nach der Kirchenordnung eigentlich alle drei Jahre geschehen sollte. Nach Dordrecht fand die nächste Generalsynode erst wieder 1816 (Allgemeine Synode) statt.

Die Synode hatte durch die stimmberechtigten Delegationen aus mehreren europäischen Staaten ein internationales Gepräge. Der junge Staat der Niederlande wurde damit aufgewertet, und der Statthalter Moritz von Oranien erzielte einen Prestigegewinn.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die theologischen Streitigkeiten, die in Dordrecht verhandelt wurden, lassen sich bis ins späte 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Differenzen waren eine Folge davon, dass im niederländischen Reformiertentum verschiedene Traditionen zusammengekommen waren: Impulse des Erasmus von Rotterdam etwa bei Jacobus Arminius, die Lehre von der doppelten Prädestinationslehre der Genfer Johannes Calvin und Théodore de Bèze bei Franciscus Gomarus.[1]

Caspar Coolhaes, Hermannus Herbertsz und Cornelis Wiggertsz werden in den Synodalakten als diejenigen Theologen benannt, die bereits vor dem Auftreten von Jacobus Arminius von dem (angenommenen) reformierten Lehrkonsens abweichende Positionen vertreten hätten. Mit den Auseinandersetzungen um Arminius erreichte der Konflikt aber eine neue Dimension. Er begann 1603 damit, dass der Leidener Theologieprofessor Franciscus Gomarus versuchte, die Berufung des Arminius auf einen Lehrstuhl der Universität Leiden zu verhindern. Ein Gespräch zwischen beiden legte den Streit vorübergehend bei. Aber die Lehrtätigkeit des Arminius in Leiden führte bald zu neuen Protesten des Gomarus. Dabei ging es um drei Themen, die dem Streit seine Komplexität gaben und die auch die Dordrechter Synode bestimmen sollten:[2]

Schon 1607 tagte ein vorbereitender Konvent, der die Tagesordnung der geplanten Nationalsynode festlegen sollte. Gomarus und Arminius nahmen daran teil. Die Gruppe um Arminius, zu der auch Johannes Uytenbogaert gehörte, konnte sich mit ihrem Wunsch nicht durchsetzen, die Synode mit einer Revision der Texte von Confessio Belgica und Katechismus zu beauftragen. Es wurde nur grundsätzlich festgestellt, dass Bekenntnisschriften stets anhand der Bibel überprüfbar seien. Der Politiker Johan van Oldenbarnevelt verhinderte über die Staaten von Holland vorübergehend die Einberufung der Generalsynode. Vor einer Konferenz der Staaten von Holland hatten Arminius (am 30. Oktober 1608) und Gomarus (am 20. Dezember 1608) ihre jeweilige Position dargelegt:

  • Arminius bestritt die doppelte Prädestination und lehrte eine Vorherbestimmung aufgrund des Vorherwissens Gottes; Christus sei für alle Menschen gestorben und die Gnade wirke nicht unwiderstehlich.
  • Gomarus erklärte die Rechtfertigungslehre des Arminius für häretisch (pelagianisch) und verglich dessen Auffassungen mit denen von Jesuiten; durch diesen Auftritt eskalierte der Konflikt erheblich und wurde, bis dahin ein Streit zweier Leidener Professoren, auch überregional bekannt.

Am 19. Oktober 1609 starb Arminius, aber der polemisch geführte Streit um seine Theologie ging weiter. 43 Gesinnungsgenossen, die nach ihm als Arminianer bezeichnet wurden, legten am 14. Januar 1610 den Ständen von Holland und Westfriesland ein mit „Remonstrantie“ (Widerspruch) überschriebenes Glaubensbekenntnis in fünf Artikeln vor. Fortan wurden sie auch „Remonstranten“ genannt, ihre Gegner – nach Arminius’ Kollegen und Hauptgegner Franz Gomarus – „Gomaristen“.[3]

Die Staaten von Holland beriefen Befürworter und Bestreiter der fünf Artikel zur Haagschen Konferenz (März bis Mai 1611) ein; dabei legten die Gegner (Contraremonstranten) ihre Entgegnung zu den remonstrantischen Artikeln vor.

Hier eine (vereinfachte) Übersicht der gegensätzlichen Positionen:[4]

Remonstranten Contraremonstranten
Durch den Sündenfall ist die ganze Menschheit verloren. Gott hat aber beschlossen, diejenigen, die durch Einwirkung des Heiligen Geistes an Christus glauben, zu retten und die übrigen als Christus-Fremde in ihrer Sünde zu belassen und zu verdammen. Durch den Sündenfall ist die ganze Menschheit verloren. Gott hat aber einige Menschen zur Erlösung vorherbestimmt und entreißt sie dem Verderben, dem er die übrigen Menschen überlässt.
Als Gottes Kinder gelten die Erwachsenen, die an Christus glauben, aber auch die Kinder gläubiger Eltern (bis zum Erweis des Gegenteils).
Dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist, ist zwar an sich ein so großes Opfer, dass es zur Sühne der Sünden aller Menschen gereicht hätte. Aber nur den Gläubigen kommt dies auch zugute. Dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist, geschah, um die Erwählten zu erlösen. Es ist zwar an sich ein so großes Opfer, dass es zur Sühne der Sünden aller Menschen gereicht hätte. Aber nur in den Erwählten, den wahren Gläubigen, entfaltet es seine Kraft.
Durch die vom Heiligen Geist bewirkte Wiedergeburt (und nicht als eigene Leistung) erlangt ein Mensch den seligmachenden Glauben. Der Heilige Geist verändert die erwählten Menschen äußerlich und innerlich, so dass sie zum Glauben kommen.
Nur durch Gottes Gnade kann der Mensch Gutes tun, aber er kann sich der Gnade aktiv widersetzen.
Jesus Christus steht den Gläubigen in allen Versuchungen bei, aber möglicherweise (dies ist noch zu klären) können Menschen aus Fahrlässigkeit oder Trägheit aus der Gnade herausfallen. Die Erwählten haben dieses Privileg nicht ihrem Glauben oder ihrer Bekehrung zu verdanken, sondern Gott hat ihnen, weil er sie erwählt hat, auch den Glauben und die Beständigkeit geschenkt.
Der Heilige Geist verhindert, dass die Erwählten den Glauben ganz verlieren können.
Die wahren Gläubigen tun gute Werke. Es ist unmöglich, dass solche „Früchte der Dankbarkeit“ völlig ausbleiben.

Johannes Uytenbogaert veranlasste unterdessen, dass Conradus Vorstius den vakanten Lehrstuhl des Arminius erhielt. Vorstius war zuvor Professor an der Hohen Schule Steinfurt gewesen. Als Vorstius im Mai 1611 sein Amt in Leiden antrat, gab Gomarus aus Protest seine Leidener Professur auf und wurde Pfarrer in Middelburg. Ab 1618 war er Professor an der Universität Groningen. König Jakob I. griff von England aus in die Verhältnisse der Universität Leiden ein und bewirkte über Johan van Oldenbarnevelt, dass Vorstius seine Professur wieder aufgab und eine Pfarrstelle in Gouda antrat. Nun waren beide Lehrstühle der Hauptkontrahenten in Leiden vakant, und die beiden Nachfolger waren klar dem jeweiligen Lager zugeordnet: Johannes Polyander a Kerckhoven (für Gomarus) und Simon Episcopius (für Arminius). Vergeblich versuchten die Staaten von Holland 1614, über eine von Hugo Grotius ausgearbeitete Kompromisslösung den Frieden in der niederländisch-reformierten Kirche wiederherzustellen; die Parteibildung ließ sich nicht mehr aufhalten und führte zu überregionalen Organisationen von Remonstranten und Contraremonstranten. Der an der Spitze der Generalstaaten stehende Statthalter Moritz von Oranien besuchte am 23. Juli 1617 einen Gottesdienst der Contraremonstranten in Den Haag und bezog damit persönlich Partei. Spätestens ab jetzt waren kirchlich-theologische Fragen mit der niederländischen Innenpolitik verquickt, wobei die politische Auseinandersetzung zwischen Moritz von Oranien und Johan van Oldenbarnevelt ausgetragen wurde. Weil Oldenbarnevelt einer kirchlichen Generalsynode die Zustimmung versagte, ergriff der Statthalter Maßnahmen zu deren Vorbereitung und war erfolgreich: Die Generalstaaten ernannten am 6. Oktober 1617 eine Kommission, die die künfitge Nationalsynode plante.[5]

Vorbereitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Generalstaaten luden die niederländischen Partikular- und Provinzialsynoden ein, je sechs Delegierte (zur Hälfte Pfarrer) zu benennen. Dem Schreiben lagen die fünf Artikel der Remonstranten bei, zu denen man Stellung beziehen sollte; außerdem sollten weitere Probleme (Gravamina) benannt werden können. Grundlage der Beratungen sollte die Bibel sein, leitendes Ziel die Wiederherstellung des kirchlichen Friedens. Beschlüsse sollten mit Mehrheit gefasst werden, Minderheitsmeinungen nicht der Zensur verfallen. Auch die niederländischen Universitäten sollten Professoren entsenden. Eine Reihe von ausländischen Regenten oder reformierten Synoden erhielt gleichfalls eine Einladung mit dem Angebot, eine eigene Delegation von Theologen zur niederländischen Nationalsynode zu entsenden:

  • König Jakob I. von England (in Personalunion auch Herrscher von Schottland und Irland);
  • die reformierten Synoden von Frankreich;
  • Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz;
  • Landgraf Moritz von Hessen-Kassel;
  • die reformierten Städte der Schweiz.

Über Delegationen der Kirchen von Ostfriesland (Emden) und Bremen wurde noch beraten. Jede niederländische Provinz konnte zwei politische Kommissare ernennen, die im Auftrag der Generalstaaten die Geschäftsleitung der Synode innehatten. Als Ort der Synode wurde Dordrecht festgelegt, nachdem zunächst auch Utrecht und Den Haag im Gespräch gewesen waren.[5]

Am 12. November trat das Vorbereitungskomitee zusammen, das aus den politischen Kommissaren und den niederländischen Delegierten bestand. Man legte die Sitzordnung in dem Gebäude De Doelen fest und gab den ausländischen Theologen und den Professoren gleiches Stimmrecht wie den inländischen Delegierten.

Der in alle reformierten Länder ergangenen Einladung zur Teilnahme leisteten auch 28 Theologen aus England, Schottland, Deutschland und der Schweiz Folge; Brandenburg beteiligte sich nicht und Frankreich verbot die Beschickung.

Eröffnungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dordrechter Synode: an dem Tisch in der Mitte sitzen die vorgeladenen Remonstranten (Stich aus dem 17. Jahrhundert von Bernard Picart)

Am 14. November begann die Dordrechter Synode mit zwei Gottesdiensten in niederländischer und französischer Sprache. Die Eröffnungs- und Abschlusspredigt wurde vom Dordrechter Prediger Balthasar Lydius gehalten, der zudem beauftragt war, die Verhandlungen der Synode festzuhalten.[6][7] Martinus Goris, politischer Kommissar aus Gelderland, hielt die lateinische Eröffnungsrede. Dann wurde das Moderamen gewählt: der Präses Johann Bogermann, die beiden Assessoren Jacobus Rolandus und Hermannus Faukelius und die beiden Scribae Sebastiaan Damman und Festus Hommius. Die anwesenden Delegierten bildeten 18 Kollegien: zehn für die Vertreter der niederländischen Synoden, sieben für die ausländischen Delegationen und eines für die Professoren. In diesen Gremien sollten jeweils die Diskussionen des folgenden Tages gruppenweise erarbeitet werden, wobei das Kollegium eine mehrheitliche Stellungnahme (iudicium) vorbereitete, die am Folgetag dem Moderamen vorgetragen wurde. Minderheiten konnten ihr abweichendes Votum ebenfalls vortragen.[8]

Die Synodalen beschlossen, über die fünf Artikel der Remonstranten zu verhandeln, aber diese waren (bis auf drei remonstrantische Delegierte aus Utrecht) gar nicht anwesend und mussten also vorgeladen werden. Unterdessen konnten die niederländischen Delegierten ihre Gravamina einreichen:

  1. Eine neue niederländische Bibel sollte aus dem hebräischen und griechischen Urtext übersetzt werden (Staatenübersetzung). Die ausländischen Delegierten rieten dazu, auch die Apokryphen zu übersetzen, sie aber optisch vom Bibeltext des Alten und Neuen Testaments zu unterscheiden.
  2. Der Heidelberger Katechismus sollte im Lauf eines Jahres von den Pfarrern in speziellen Katechismuspredigten erläutert und so in den Gemeinden gründlich bekannt werden.
  3. Der kirchliche Unterricht sollte reformiert werden; hier berichteten die ausländischen Delegierten von ihren Erfahrungen.
  4. Ein Pfarrer in Jakarta, Adriaen Jacobsz Hulsebos, fragte an, wie er bei der Taufe von „Heidenkindern“ verfahren sollte. Die Synode entschied, dass diese erst nach Unterricht im christlichen Glauben getauft werden sollten.
  5. Theologiestudenten und Pfarramtskandidaten erhielten die Erlaubnis, unter bestimmten Bedingungen Wortgottesdienste zu leiten, aber keine Sakramentenspendung.

Lehrregeln (Canones) von Dordrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Canones von Dordrecht

Am 6. Dezember 1618 trafen die zur Verantwortung vorgeladenen Remonstranten, mit Simon Episcopius, Professor in Leiden, an der Spitze, in Dordrecht ein. Sie wollten auf Augenhöhe verhandeln, aber man machte ihnen klar, dass sie Vorgeladene seien, die ihre Ansichten vorstellen und erläutern dürften, um sich dann dem Urteilsspruch der Synode zu unterwerfen. Die drei Utrechter Remonstranten, die als Delegierte anwesend waren, mussten sich nun der Gruppe der Remonstranten anschließen. Den Remonstranten war klar, dass sie einer großen Mehrheit von teils ausgesprochenen Contraremonstranten gegenüberstanden. Ihre Strategie bestand darin, bei der Diskussion der Prädestinationslehre zuerst über die Verwerfung, dann über die Erwählung zu verhandeln; „sie wünschten das, weil sie wußten, daß in der Lehre von der Verwerfung die Gegner uneinig waren und Aussicht bestand, für einen Angriff auf diese Lehre Unterstützung bei den ausländischen Delegierten zu finden.“[9] Die Folge waren lange Diskussionen über die Tagesordnung. Präses Bogerman schloss die Remonstranten dann von der weiteren Sitzung aus; über ihre Theologie wurde also inhaltlich in ihrer Abwesenheit diskutiert. (Später wurden sie exkommuniziert und aus ihren kirchlichen Ämtern entfernt.)

Nun gaben die einzelnen Kollegien ihre Stellungnahmen zu den fünf Artikeln der Remonstranten ab; ein erster Versuch des Präses, daraus eine Stellungnahme der gesamten Synode zu erstellen, wurde als Werk eines Einzelnen abgelehnt. Eine Redaktionskommission wurde ernannt, die die Lehrregeln von Dordrecht gemeinsam auf Grundlage der eingegangenen Voten der Kollegien erarbeitete: George Carleton (der als einziger Bischof eine gewisse Sonderstellung in der Synode hatte), Abraham Scultetus aus Heidelberg, Giovanni Diodati aus Genf, Johannes Polyander a Kerckhoven aus Leiden, Antonius Walaeus aus Middelburg und Jacobus Trigland der Ältere aus Amsterdam. Sie gingen dabei so vor, dass sie die Reihenfolge der fünf Artikel der Remonstranten folgten, aber die Punkte 3 und 4 zusammenzogen.

Während der Erörterung der fünf strittigen Artikel verhinderte der Widerspruch der anglikanischen und deutschen Abgeordneten, darunter insbesondere Matthias Martinius aus Bremen und Georg Cruciger und Rudolph Goclenius aus Marburg, jede offene und klare Feststellung supralapsarischer Thesen, also der Auffassung, bereits vor dem Sündenfall habe Gott bestimmt, dass ein Teil der Menschen verworfen wird, so dass schließlich die Synodal-Canones nur einen wesentlich infralapsarischen Prädestinationsbegriff, d. h. die göttliche Vorbestimmung ist erst nach dem Sündenfall wirksam, aufstellen konnten.

Im April 1619 lagen die Lehrregeln (Canones) schriftlich vor, und nachdem sie von der Synode approbiert worden waren, wurden sie von jedem einzelnen Delegierten unterschrieben. Die Confessio Belgica und der Heidelberger Katechismus wurden in ihrer Gültigkeit als reformierte Bekenntnisschriften bestätigt, und am 6. Mai wurden die Canones feierlich verkündet. Damit endete der internationale Teil der Synode, und die ausländischen Delegationen reisten ab.

Post-Acta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die niederländischen Delegierten unter sich waren, wurden in rascher Folge eine Reihe weiterer Beschlüsse gefasst, unter anderem:

  • Revision der niederländischen Kirchenordnung;
  • Feststellung des authentischen niederländischen und französischen Textes der Confessio Belgica;
  • Bestätigung des Patronatsrechtes;
  • Anerkennung der von Wiedertäufern, exkommunizierten Geistlichen usw. gespendeten Taufen.

Am 29. Mai 1619 wurde die Synode feierlich beendet.

Wirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moritz von Oranien hatte durch die international besetzte Synode außenpolitisch an Prestige gewonnen; innenpolitisch konnte er die Opposition um Johan van Oldenbarnevelt (hingerichtet am 13. Mai 1619) entmachten. Die evangelisch-reformierten Kirchen Europas hatten in der Prädestinationslehre einen Konsens gefunden, mit dem sie im Konfessionellen Zeitalter gegenüber der Römisch-Katholischen Kirche und dem Luthertum geschlossener auftreten konnten. Durch den politischen Zusammenbruch der Kurpfalz im Dreißigjährigen Krieg übernahmen die Niederlande eine führende Position im kontinentaleuropäischen Calvinismus.[10]

Akten der Synode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donald Sinnema, Christian Moser, Herman Johan Selderhuis (Hrsg.): Acta et Documenta Synodi Nationalis Dordrechtanae (1618-1619). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015. ISBN 978-3-525-55078-6.
  • Acta Synodalis Nationalis … Dordrechti habitae, 1620, im Bibliotheksbestand der Stiftung Buch und Wissen, Essen (Sigel E 16).

Fachlexika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aza Goudriaan, Fred van Lieburg (Hrsg.): Revisiting the Synod of Dordt (1618–1619) (= Brill’s series in church history. Band 49). Brill, Leiden 2011.
  • Jordan J. Ballor, Matthew T. Gaetano, David S. Sytsma (Hrsg.): Beyond Dordt and De Auxiliis: the dynamics of protestant and catholic soteriology in the sixteenth and seventeenth centuries. Brill, Leiden / Boston 2019. ISBN 978-90-04-37711-0.
  • Fred van Lieburg: Die Dordrechter Synode (1618–1619). Übersetzt aus dem Niederländischen von Jürgen Beyer (= Verhalen van Dordrecht. Band 1b). Historisch Platform Dordrecht, Dordrecht 2018.
  • Sebastian Merk (Hrsg.): Die Synode von Dordrecht. Sola Gratia Medien, Siegen 2019, ISBN 978-3-948475-08-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg PlasgerNiederlande. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 297–303., hier Sp. 300.
  2. Johannes Pieter van Dooren: Dordrechter Synode. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin/New York 1982, ISBN 3-11-008573-9, S. 140–147., hier S. 140 (abgerufen über De Gruyter Online)
  3. Horst Lademacher: Geschichte der Niederlande. Politik – Verfassung – Wirtschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, ISBN 3-534-07082-8. S. 104–109.
  4. Johannes Pieter van Dooren: Dordrechter Synode. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin/New York 1982, ISBN 3-11-008573-9, S. 140–147., hier S. 141 (abgerufen über De Gruyter Online)
  5. a b Johannes Pieter van Dooren: Dordrechter Synode. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin/New York 1982, ISBN 3-11-008573-9, S. 140–147., hier S. 142 (abgerufen über De Gruyter Online)
  6. Jacob Cornelis van SleeLydius, Balthasar. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 729 f.
  7. Frederik Samuel Knipscheer: Lydius (Balthasar). In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 8. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 1085–1086 (niederländisch, knaw.nl – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1930, unveränderter Nachdruck).
  8. Johannes Pieter van Dooren: Dordrechter Synode. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin/New York 1982, ISBN 3-11-008573-9, S. 140–147., hier S. 143 (abgerufen über De Gruyter Online)
  9. Johannes Pieter van Dooren: Dordrechter Synode. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 9, de Gruyter, Berlin/New York 1982, ISBN 3-11-008573-9, S. 140–147., hier S. 145 (abgerufen über De Gruyter Online)
  10. Thomas KaufmannDordrechter Synode. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 2, Mohr-Siebeck, Tübingen 1999, Sp. 946–947.