Dorfkirche Rudow

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Dorfkirche Rudow, Gesamtansicht
Dorfkirche Rudow, Detail
Die Pietà von Gerhart Schreiter

Die Dorfkirche Rudow im Berliner Bezirk Neukölln ist die Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde im Ortsteil Rudow im Kirchenkreis Neukölln des Sprengels Berlin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie ist in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut worden; nachgewiesen ist ihre Existenz ab 1375.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche war ursprünglich ein einfacher rechteckiger Saalbau aus Feldsteinen mit einem spitzbogigen Westportal. 1653 wurde ein hölzerner Dachturm mit Welscher Haube aufgesetzt, der im Jahr 1713 einem Turm aus Stein mit einer Schieferdeckung weichen musste. In den Jahren 1733 und 1755 wurde er weitere Male umgebaut; von 1755 stammen auch die damals üblichen großen Fenster der Kirche. 1732 und 1743 erhielt der Turm seine Glocken und 1804 eine neue Spitze. Im Innenraum kam 1720 außerdem eine Kanzel hinzu.

Im Jahr 1848 wurde die gesamte Dorfkirche Rudow erneuert und dabei die vorher verputzten Feldsteine freigelegt. Schon 1909 erfolgen die nächsten Umbauten, die der Kirche ein kreuzartiges Querschiff gaben. Der bis dahin flache Ostabschluss des Langhauses erhielt einen polygonalen Chor mit drei Seiten. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde gleich noch der Turm um vier Meter aufgestockt.

Erneuerung nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie viele andere in Berlin erlitt auch die Dorfkirche Rudow im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Die Erneuerung war 1954 abgeschlossen; seitdem hat die Chorpartie wieder einen flachen Schluss mit einer neuartigen Fensterrose. Von der historischen Bausubstanz sind nur noch die Feldsteinwände unterhalb des Turmes, die Spitzbogenpforte der Westfront, eine Seite des Kirchenschiffs, eine Grabplatte von 1736 für Eva Maria Puhlmann, Gattin des Köpenicker Amtmanns, sowie zwei Turmuhrzifferblätter und die Wetterfahne von 1909 erhalten. Außerdem hatte sich die Kirchenglocke von 1732 wieder angefunden, die durch das Kriegsende dem Einschmelzen entgangen war.

Die neue Ausstattung stammt vornehmlich von Ulrich Knispel, der das Kreisfenster über dem Altar fertigte, Hermann Haase-Ilsenburg, von dem das Holzkruzifix stammt. Die Pietà im Gedenkraum ist von Gerhart Schreiter.

Nutzung des Kirchengebäudes und Gemeindeleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Altar

Neben der normalen gottesdienstlichen Nutzung einschließlich Abendmahl, Taufen, Konfirmationen, Trauungen oder Trauerfeiern ist die Kirche mittwochs und samstags von 9:30 bis 12:30 Uhr für Besucher zur Besichtigung sowie zur Ruhe- und Gebetszeit geöffnet. Samstags gegen 11:45 Uhr findet im Rahmen der „Offenen Kirche“ eine 15-minütige Kurzandacht statt. In der Gemeinde bestehen u. a. ein Gospelchor, eine Band, ein Bibellesekreis, ein Gebetskreis, Kinder-, Jugendlichen-, Senioren- und Frauengruppen sowie ein Posaunenchor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Pomplun: Berlins alte Dorfkirchen. Verlag Bruno Hessling, Berlin 1967, S. 74.
  • Renate und Ernst Oskar Petras (Hrsg.): Alte Berliner Dorfkirchen. Die Zeichnungen Heinrich Wohlers. Berlin 1988, S. 64.
  • Markus Cante: Kirchen bis 1618. In: Berlin und seine Bauten, Teil VI: Sakralbauten. Hrsg.: Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin, Berlin 1997, S. 337.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dorfkirche Rudow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 25′ 5,9″ N, 13° 29′ 51,4″ O