Bezirk Neukölln

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Wappen von Neukölln
Wappen von Berlin
Neukölln
8. Bezirk von Berlin
Bezirk Mitte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Bezirk Pankow Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirk Spandau Bezirk Steglitz-Zehlendorf Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirk Neukölln Bezirk Treptow-Köpenick Bezirk Marzahn-Hellersdorf Bezirk Lichtenberg Bezirk Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Neukölln
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 29′ 0″ N, 13° 27′ 0″ OKoordinaten: 52° 29′ 0″ N, 13° 27′ 0″ O.
Fläche 44,93 km²
Einwohner 328.045 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte 7301 Einwohner/km²
Ausländeranteil 24,4[1] % (31. Dez. 2016)
Arbeitslosenquote 17,1[2] % (30. Apr. 2013)
Postleitzahl 12043, 12045, 12047, 12049, 12051, 12053, 12055, 12057, 12059, 12347, 12349, 12351, 12353, 12355, 12357, 12359
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Karl-Marx-Straße 83
12043 Berlin
Website www.neukölln.de
Durchschnittsalter 41,3 Jahre[1] (31. Dez. 2016)
Gliederung
Bezirksschlüssel 08
Gliederung des Bezirks

5 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeister Franziska Giffey (SPD)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
SPD CDU Grüne AfD Linke FDP
19 10 9 8 7 2
Sitzverteilung in der BVV

Neukölln ist der achte[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und hat 328.045 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2015). Nach den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte ist er der am dichtesten besiedelte Bezirk in Berlin.

Neukölln wurde nach dem gleichnamigen Ortsteil benannt, der den nördlichen Teil des Bezirks ausmacht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukölln liegt im südlichen Bereich der Bundeshauptstadt Berlin zwischen den Bezirken Tempelhof-Schöneberg im Westen und Treptow-Köpenick im Osten sowie Friedrichshain-Kreuzberg im Norden. Im Süden grenzt Neukölln an das Land Brandenburg.

Siedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk zeigt unterschiedliche bauliche Strukturen, im Norden innerstädtisch hochverdichtet, im Süden eher vorstädtisch aufgelockert, teils sogar ländlich wirkend: Der Ortsteil Neukölln (auch Neukölln-Nord oder Neukölln 44 – nach der ehemaligen Postleitzahl 1000 Berlin 44 – genannt) ist im Norden des Bezirks (zwischen Ringbahn und Hermannplatz) überwiegend vom Altbaubestand der Gründerzeit geprägt, der aus typischen Berliner Mietskasernen mit begrünten Hinterhöfen besteht. Südlich der Ringbahn dominieren Einfamilienhausgebiete, vorstädtischer Siedlungsbau und Großsiedlungen mit vielen Hochhäusern das Gesicht des Bezirks.

In diesen uneinheitlichen Strukturen eingebettet haben sich die alten Dorfkerne von Rixdorf mit dem Böhmischen Dorf, Britz mit dem Gutshof und Schloss und Buckow mit der ältesten Feldsteinkirche Berlins erhalten.

Haus in der Hufeisensiedlung

Das bekannteste Beispiel für einen sozial motivierten Siedlungsbau/Reformwohnungsbau im Neukölln der 1920er und 1930er Jahre findet sich in Britz. Die Großsiedlung Fritz-Reuter-Stadt wurde geprägt von den Architekten Bruno Taut und Martin Wagner einerseits und von Paul Engelmann und Emil Fangmeyer im anderen Teil der Siedlung. Die beiden Teile bestehen jeweils aus etwa 1000 Wohnungen. In der Randbebauung und im Hufeisen sind dies Mehrfamilienhäuser, ansonsten Einfamilienhäuser mit Nutzgärten. Ein Teil der Großsiedlung, die Hufeisensiedlung im engeren Sinn, ist seit 2008 UNESCO-Welterbe.

Darüber hinaus befindet sich im Süden ein bekanntes Beispiel einer Großsiedlung der Nachkriegszeit: die Gropiusstadt. Sie ist eine der beiden größten Großsiedlungen des ehemaligen West-Berlins. Zunächst Großsiedlung Berlin-Buckow-Rudow genannt, wurde ihr 1972 der Name des Bauhausgründers Walter Gropius verliehen. 1976 wurde die Gropiusstadt fertiggestellt und 2002 als eigener Ortsteil abgetrennt. Abweichend vom Hochhaus-Konzept der „Urbanität durch Dichte“ und „autogerechten Stadt“ wie in der Gropiusstadt wurde in den 1970er und 1980er Jahren die High-Deck-Siedlung für rund 6.000 Bewohner errichtet. Das ursprünglich als innovativ beurteilte städtebauliche Konzept einer funktionalen Trennung von Fußgängern und Autoverkehr mit hochgelagerten, begrünten Wegen (den namensgebenden „High-Decks“) erwies sich allerdings schnell als gescheitert.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnanlage in der Böhmischen Straße
Neuköllner Ortsteil Gropiusstadt
Ortsteile und
Ortslagen
Fläche
(km²)
Ein­wohner[4]
30. Juni 2016
Ein­wohner
pro km²
Lage
0801 Neukölln 11,71 167.248 14.282
Berlin Neukölln Britz Buckow Buckow Gropiusstadt Rudow BrandenburgOrtsteile des Bezirks Neukölln
Über dieses Bild
0802 Britz 12,40 41.928 3.381
Berlin Neukölln Britz Buckow Buckow Gropiusstadt Rudow BrandenburgOrtsteile des Bezirks Neukölln
Über dieses Bild
0803 Buckow 6,35 39.875 6.280
Berlin Neukölln Britz Buckow Buckow Gropiusstadt Rudow BrandenburgOrtsteile des Bezirks Neukölln
Über dieses Bild
0804 Rudow 11,81 42.033 3.559
Berlin Neukölln Britz Buckow Buckow Gropiusstadt Rudow BrandenburgOrtsteile des Bezirks Neukölln
Über dieses Bild
0805 Gropiusstadt 2,67 36.961 13.843
Berlin Neukölln Britz Buckow Buckow Gropiusstadt Rudow BrandenburgOrtsteile des Bezirks Neukölln
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Parkanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderansicht-Schloss-Britz.jpg
Schloss Britz im Britzer Garten
HasenheideWinter.jpg
Rodeln in der Hasenheide


Siehe Liste der Naturdenkmale im Bezirk Neukölln

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf 632 Hektar Verkehrsfläche befinden sich 715 Straßen und Plätze.

Wie der gesamte Norden Neuköllns ist auch die Sonnenallee und ihre unmittelbaren Umgebung von Zuwanderung geprägt, sowohl von Menschen aus dem Ausland, als auch aus den übrigen Teilen Deutschlands, die wegen der vergleichsweise günstigen Mieten in diese Gegend ziehen.

Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich dort eine arabische Infrastruktur gebildet, bestehend aus Restaurants, Cafés und Einzelhandel für den täglichen Bedarf. Vor allem die Nebenstraßen sind durch Zuzug von Studenten, Kreativen und jungen Familien von Gentrifizierung betroffen.[5]

Die Schillerpromenade bildet den Mittelpunkt des sogenannten Schillerkiezes. Das Viertel wurde um 1900 als „Wohnquartier für Besserverdienende“ angelegt. Nachdem Neukölln – wie die meisten West-Berliner Ortsteile nahe dem innerstädtischen Mauerstreifen – stark an Beliebtheit eingebüßt hatte, kam es auch im Schillerkiez zum Wegzug der besser situierten Bevölkerung. Dieser Prozess wurde durch den zunehmenden Fluglärm des angrenzenden Flughafens Tempelhof zusätzlich verstärkt.

Seit Schließung des Flughafens erfreut sich auch der Schillerkiez wieder zunehmender Beliebtheit. Dies führte zu einem Anstieg der Mieten und in Folge dessen auch hier zu einer Gentrifizierung.[6]

Plätze und Kieze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit im Norden Neuköllns ist der Richardplatz mit dem umliegenden Viertel Alt Rixdorf zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße. Der Platz ist die Keimzelle des ehemaligen Dorfes, aus dem Neukölln einst entstanden ist. Die umliegenden Straßen stellen somit die Altstadt des Ortsteils dar. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Viertel unversehrt und wurde anschließend von den Stadtplanern weitestgehend ignoriert, sodass der dörfliche Charakter erhalten blieb. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der alljährliche Weihnachtsmarkt auf dem Platz. Weitere nennenswerte Plätze sind:

Schillerpromenade Ecke Selchower Straße

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ländliche Entwicklung (1300–1920)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukölln hieß bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1360 Richardsdorp, später Ricksdorf (Rieksdorf) und schließlich Rixdorf. Der Ortskern befand sich am Richardplatz. Das Dorf gehörte anfangs dem Johanniterorden, die den Ort von den Tempelrittern übernahmen, die in Tempelhof ansässig waren. Aus diesem Grund trägt das Wappen des Bezirks das Johanniterkreuz.

Die Magdalenenkirche wurde 1879 in Rixdorf eingeweiht.

Im Jahr 1737 gestattete Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung böhmischer Exilanten in Rieksdorf, die wegen ihres evangelischen Glaubens vertrieben wurden. Diese Anhänger der Herrnhuter Brüdergemeine bauten ihre eigene Kirche und siedelten in einem eigenen Bereich abseits des Dorfangers, entlang der heutigen Richardstraße, der 1797 als Böhmisch-Rixdorf eine eigene Verwaltung bekam.

Bei der Wiedervereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden am 1. Januar 1874 hatte Rixdorf 8000 Einwohner. Ab dem 1. Mai 1899 bildete Rixdorf, bis dahin als größtes Dorf Preußens zum Kreis Teltow gehörig, einen eigenen Stadtkreis, dessen Bevölkerung von zunächst 80.000 Einwohnern bis 1910 auf über 237.000 Einwohner wuchs.

Die Umbenennung des Ortes von Rixdorf zu Neukölln erfolgte 1912. Der Grund der Umbenennung durch die Behörden war der seinerzeit negative Gesamteindruck des Ortes: Rixdorf galt als Hochburg von Kriminalität und „schlechten Sitten“.

Das Dorf Britz wurde erstmals 1305 urkundlich erwähnt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts griff die Verstädterung vom nördlichen Nachbarort Rixdorf auf Britz über, wodurch sich die Einwohnerzahl bis 1920 auf mehr als 13.000 erhöhte.

Das südlich von Britz gelegene Buckow wurde 1230 als Angerdorf gegründet und besaß seit 1913 eine Straßenbahnverbindung über Britz und Neukölln nach Berlin.

Das Straßendorf Rudow wurde erstmals 1373 erwähnt und behielt bis 1920 weitgehend seinen dörflichen Charakter.

Neukölln als Berliner Bezirk (seit 1920)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem 1. Oktober 1920 wurde die Stadt Neukölln nach Groß-Berlin eingemeindet. Zusammen mit den Gemeinden Britz, Buckow und Rudow bildete Neukölln als Namensgeber den 14. Verwaltungsbezirk. Am Ende des 20. Jahrhunderts sind die Geschehnisse um die Umbenennung Rixdorfs vergessen. Stattdessen gibt es vereinzelte Bestrebungen zur Rückbenennung des Ortsteils Neukölln in Rixdorf, zum einen als Abgrenzung zum größeren Bezirk Neukölln, zum anderen wegen der größeren Prägnanz des alten historischen Namens.

Von 1945 bis 1990 gehörte der Bezirk Neukölln zum Amerikanischen Sektor von Berlin. 1987 wurde der Bezirk mit dem Europapreis für seine hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Am 23. September 2008 erhielt der Bezirk den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung

Am 31. Dezember 2015 zählte der Bezirk Neukölln 328.045 Einwohner auf einer Fläche von 44,9 Quadratkilometern.[7] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 7.301 Einwohnern pro Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2016 lag der Ausländeranteil bei 24,4 %, während der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 43,9 % lag (lediglich der Bezirk Mitte hatte mit 50,8 % einen höheren Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund).[1]

Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 17,1 % und war somit der höchste Wert aller Berliner Bezirke (zum Vergleich: Der Bezirk Pankow hatte mit 10,0 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote).[2] Am 31. Dezember 2016 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 41,3 Jahre.[1]

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile von Neukölln sind vom Berliner Senat als Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf ausgewiesen worden. Von den 17 Gebieten dieser Art in ganz Berlin liegen neun in Neukölln: Reuterplatz, Rollbergsiedlung, High-Deck-Siedlung, Schillerpromenade, Richardplatz Süd, Gropiusstadt/Lipschitzallee, Flughafenstraße, Dammwegsiedlung/Weiße Siedlung und Körnerpark. Hier wurde jeweils ein Quartiersmanagement zur integrativen Entwicklung des Wohnumfeldes eingerichtet.

Bevölkerungspyramide des Bezirks Neukölln 2010

Berlins damaliger Innensenator Ehrhart Körting (SPD) äußerte im Januar 2004 vor dem Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses die Auffassung, dass sich gerade um das Rollbergviertel (Neukölln-Nord) herum teilweise Ghettos entwickelten. Auffällig sei die deutlich erhöhte Kriminalitätsrate in diesen Bereichen. Hinzu komme eine mangelnde Integrationsbereitschaft der ausländischen Bevölkerung sowie die Tendenz, Polizeigewalt nicht anzuerkennen. Die Richterin Kirsten Heisig machte in Ihrem Buch Das Ende der Geduld: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter auf die Probleme in Neukölln aufmerksam.[8][9] Der Integrationsbeauftragte des Abgeordnetenhauses ergänzte, die Kieze seien jedoch nicht nur wegen eines hohen Migrantenanteils, sondern wegen großer sozialer Probleme Brennpunkte. Diese ließen sich genau benennen: hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Bildung, eine überdurchschnittliche Zahl jugendlicher Schulabbrecher.

Seit 2004 gibt es das erfolgreiche Integrationsinstrument Stadtteilmütter in Neukölln,[10] das jetzt auch im Brunnenviertel im Ortsteil Wedding (Bezirk Mitte) Schule macht. Getragen wird das Projekt durch die Kooperationsvereinbarung mit dem Bezirksamt Neukölln, dem JobCenter Neukölln und dem Diakonischen Werk Neukölln-Oberspree e. V.[11] Berlin wurde dafür mit dem Metropolis Award 2008 ausgezeichnet.[12]

Die im Bezirk durchgeführten Schuleingangsuntersuchungen im Jahr 2010 haben zu folgenden Ergebnissen geführt: Jedes sechste Kind in Neukölln ist übergewichtig, jedes fünfte Kind hat kariöse Zähne und wächst in einem Raucher-Haushalt auf. Zwei Drittel von ihnen sind in ihrer Entwicklung auffällig. Ein Viertel der Mädchen und Jungen haben bei Schuleintritt die fortlaufenden Untersuchungen zur Vorsorge nur unvollständig besucht. Neukölln war 2010 der Berliner Bezirk mit den meisten sprachlichen Entwicklungsauffälligkeiten und den geringsten Deutschkenntnissen.

Im Jahr 2010 hat der Bezirk eine kommunale integrierte Strategie der Gesundheitsförderung, die Neuköllner Präventionskette[13] ins Leben gerufen. Durch Vernetzung der bestehenden Institutionen und Angebote von Jugendhilfe, Bildung und Gesundheit sollen Lücken in der gesundheitlichen Entwicklung von Kindern geschlossen und die Kooperation aller beteiligten Partner verbessert werden. Zwar zeichnet sich mit dem Gesundheitsbericht 2016 eine Verbesserung der Lage ab, die Werte liegen aber weiterhin unterhalb des Berliner Durchschnitts.

Andererseits setzte im Norden Neuköllns seit etwa 2007 ein Prozess der Gentrifizierung (Stadtteil-Aufwertung) ein.[14][15] Das auch Kreuzkölln genannte Viertel, gilt seit 2012 als attraktive Wohngegend, das eine Vielzahl von Ateliers und gastronomischen Angeboten bietet.[16] Somit hat sich aus einem sozialen Brennpunkt zwischenzeitlich eine Gegend entwickelt, das eine höhere Durchmischung von Bewohnern unterschiedlicher sozialer Schichten aufweist.[17] Der hinzuziehende Bevölkerungsteil besteht vornehmlich aus Künstlern, Studenten und jungem Bürgertum.[18]

Sakralgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Estrel ist Deutschlands umsatzstärkstes Hotel

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Estrel Hotel an der Sonnenallee ist mit 1125 Zimmern und einem Umsatz von 70,6 Millionen Euro im Jahr 2016 Deutschlands größtes und umsatzstärkstes Hotel.[19][20] Es ist in der DEHOGA-Kategorie 4+ klassifiziert und beschäftigt rund 550 festangestellte Mitarbeiter.

Die Biotronik SE & Co. KG hat ihren Unternehmenssitz in Berlin Neukölln und ist ein Hersteller von medizintechnischen Produkten. Das Unternehmen unterhält Forschungsstätten in Europa, Nordamerika und Singapur und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 500 Million Euro (Stand: 2013).[21]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Bahnhof Hermannplatz

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahnen A 100 und A 113 führen durch den Bezirk Neukölln. Gegenwärtig wird die A 100 in Richtung Treptow-Köpenick verlängert (Stand: 2017). Der Weiterbau auf Neuköllner Gebiet ist der sogenannte Abschnitt (BA 16) und führt entlang der Ringbahn.[22]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bezirk Neukölln führen die S-Bahn-Linien S41, S42, S45, S46 und S47 sowie die U-Bahn-Linien U7 und U8.

Wasserwege für den Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 57,7 %
 %
40
30
20
10
0
30,4
16,3
14,9
12,7
12,2
4,2
2,5
2,2
2,2
3,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[23]
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-12,4
-4,1
+1,4
+12,7
+7,5
+3,0
+1,1
-5,2
+2,2
-5,2

Bezirksverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stimmenanteile der Parteien in Prozent:

1921–1933

Jahr SPD USPD KPD DNVP DVP DDP1 Zen NSDAP
1921 27,9 23,8 13,8 12,1 9,5 4,5 2,7
1925 41,0 25,7 13,0 3,9 6,0 2,4
1929 35,1 31,7 11,5 4,4 4,5 2,7 04,0
1933 26,6 26,2 08,2 1,2 3,4 33,4
1 1933 DStP

1946–2011

Jahr SPD SEW, PDS, Linke1 CDU FDP2 Bündnis 90/Die Grünen3
1946 56,4 18,2 17,6 07,9
1948 71,0 16,3 12,7
1950 53,4 22,1 18,4
1954 54,8 03,7 24,2 09,5
1958 60,8 02,7 30,1 02,9
1963 69,0 01,9 23,5 05,6
1967 64,4 02,6 26,8 04,9
1971 57,9 02,4 32,8 06,3
1975 47,7 01,9 39,6 06,0
1979 48,0 01,2 41,1 06,3 03,2
1981 41,8 45,9 04,2 06,8
1985 36,2 48,3 03,6 09,2
1989 39,3 35,7 02,2 10,4
1992 32,6 01,1 34,1 04,7 11,7
1995 27,3 02,0 45,0 01,8 14,1
1999 26,4 04,6 51,4 01,5 09,2
2001 35,5 05,9 36,1 08,2 08,7
2006 34,6 05,4 29,2 06,5 10,6
2011 42,8 04,8 20,4 01,2 13,5
1 1946–1958: SED, 1963–1979: SEW, 1992–2001: PDS, danach: Die Linke
2 bis 1948: LDP
3 bis 1989: AL

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin von Neukölln seit 2015

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coat of arms of borough Neukoelln.svg

Das heutige Wappen geht auf den königlichen Erlass der Stadtgemeinde vom 29. Mai 1903 zurück. Es wurde am 12. April 1956 vom Senat von Berlin verliehen.

Blasonierung: Ein halbgespaltener und geteilter Schild, darin im ersten, schwarzen Felde ein silberner Abendmahlskelch, im zweiten, silbernen Felde ein auf den Flügeln mit goldenen Kleestengeln belegter goldenbewehrter roter Adler und im dritten, roten Felde ein silbernes achtspitziges Kreuz. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit einem kleinen Berliner Wappenschild belegt ist.[24]

Wappenbegründung: Das Wappen des Bezirks Neukölln wurde von der für den Bezirk namensgebenden Stadt Neukölln übernommen. Das Johanniterkreuz verweist dabei auf die Gründung durch den Johanniterorden, der brandenburgische rote Adler verweist auf die Gründungsherren der Mark Brandenburg, und der Hussitenkelch steht symbolisch für die böhmischen Kolonisten. Die Mauerkrone wurde dem Wappen dabei am 1. Januar 2001 im Rahmen der Bezirksreform als verbindendes Element aller Berliner Bezirke hinzugefügt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Neukölln pflegt folgende Städtepartnerschaften:[25]

International
BelgienBelgien Anderlecht, Belgien, seit 17. Juni 1955
FrankreichFrankreich Boulogne-Billancourt bei Paris, Frankreich, seit 17. Juni 1955
NiederlandeNiederlande Zaanstad bei Amsterdam, Niederlande, seit 17. Juni 1955
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Hammersmith and Fulham (London), Großbritannien, seit 17. Juni 1955
IsraelIsrael Bat Jam, Israel, seit 21. September 1978
ItalienItalien Marino, Italien, seit 4. Oktober 1980
TschechienTschechien Ústí nad Orlicí, Tschechien, seit 6. November 1989 bzw. 24. November 1989
RusslandRussland Puschkin bei Sankt Petersburg, Russland, seit 3. Juni 1991
TschechienTschechien Prag/Bezirk 5, Tschechien, seit 8. September 2005
TurkeiTürkei Izmir-Çiğli, Türkei, seit 29. Oktober 2005

National

Sonstiges
Rotes Kreuz Leitsanitätszentrum 310 der Bundeswehr, Standortsanitätszentrum Berlin, seit 6. Juli 2001

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Direktion 5 der Berliner Landespolizei ist für die Bezirke Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg zuständig. Der Direktionsleiter der Direktion 5 ist Michael Krömer (Stand: 2017).[26]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert-Schweitzer Gymnasium

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bezirkszentralbibliothek Helene-Nathan-Bibliothek

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtbad Neukölln ist durch seine neoklassizistische Bauweise überregional bekannt. Der Saunabereich des Bades umfasst eine finnische Sauna, eine Kräutersauna, ein Marmordampfbad, ein Caldarium und ein Sanarium.

Der TuS Neukölln 1865 wurde 1865 gegründet und zählt zu ältesten Sportvereinen Berlins.

Die Tanzformation Dance Deluxe (TSV Rudow 1888 Berlin e. V.) ist mehrfacher Deutscher Meister, Europa- und Weltmeister im Cheer Dance.

Die SG Neukölln Berlin ist einer der größten und erfolgreichsten deutschen Vereine im Schwimmsport. Olympiasiegerin Britta Steffen wurde dort trainiert.

Die Boxabteilung der Neuköllner Sportfreunde zählt zu den erfolgreichsten in Deutschland. Ehrenmitglied der Sportfreunde ist der Weltergewicht-Europameister von 1996 Oktay Urkal.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuköllner Maientage (2012)
Die Neuköllner Oper an der Karl-Marx-Straße

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinos und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kinos im Berliner Bezirk Neukölln

Söhne und Töchter des Bezirks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(chronologisch sortiert)

Neukölln in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festivalwerbung 48 Stunden Neukölln
Wandbemalung (2012)
Festival

Das Festival 48 Stunden Neukölln ist ein spartenübergreifendes Kunstfestival für die freie Kunstszene Berlins. Sämtliche künstlerischen Genres von Performance, Malerei, Fotografie, Skulptur bis Installationen, Intervention, Tanz, Theater und Musik sind auf dem Festival vertreten.

Musik
Filme
  • Berlin-Neukölln, Fernsehfilm, 2002. Regie: Bernhard Sallmann[28]
  • Du musst dein Ändern leben, Dokumentarfilm, 2015. Regie: Benjamin Riehm, 89 Min.
  • Knallhart, Spielfilm, 2006. Regie: Detlev Buck
  • Straight, Spielfilm, 2007. Regie: Nicolas Flessa
  • Moruk, Kurzspielfilm, 2009. Mit Oktay Özdemir und Burak Yiğit. Regie: Serdal Karaça[29]
  • Neukölln Unlimited, Dokumentation, 2010. Regie: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch
  • Ecke Weserstraße, Serie, 2014. Regie: Johannes Hertwig, Hayung von Oepen[30]
  • 4 Blocks, Serie, 2017. Regie: Marvin Kren

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neukölln (district of Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Neukölln – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2016 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  2. a b Arbeitslosigkeits-Atlas – Arbeitslosigkeit in Berlin – Zahlen und Quoten in der Stadt und in den Bezirken. (Memento vom 11. Juli 2011 im Internet Archive) In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 19. Juni 2013.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2016, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 24. September 2016 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  5. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Sonnenallee: Die arabische Straße. In: FAZ.NET. 13. August 2016, abgerufen am 14. August 2016.
  6. Für einen erfolgreichen Start ins Studium. In: Online-Studienfachwahl-Assistenten (OSA). 24. November 2013, abgerufen am 14. August 2016.
  7. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2015 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 15. Juli 2016 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  8. Angst ist ein schlechter Ratgeber. In: Der Spiegel. Nr. 29, 2010 (online).
  9. Herder, Freiburg 2010, ISBN 978-3-451-30204-6.
  10. Von Beruf Stadtteilmutter. In: Berliner Zeitung, 13. März 2009.
  11. Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Neukölln vom 15. Januar 2009, abgerufen am 28. Juli 2009.
  12. Berlin mit dem Metropolis Award 2008 ausgezeichnet, Pressebox vom 4. September 2008, abgerufen am 28. Juli 2009.
  13. Beschreibung der Neuköllner Präventionskette auf der offiziellen Website berlin.de.
  14. Aufwertung des Problemkiezes – Berlin-Neukölln im Wandel. In: n-tv.de, 15. September 2008.
  15. Andrej Holm: „Endstation Neukölln“ oder „neuer Trendkiez“? In: Berliner Mietergemeinschaft (Hrsg.): Mieterecho, Nr. 324, Oktober 2007, abgerufen am 26. Juni 2016.
  16. Willkommen in Prenzlkölln. In: Die Tageszeitung. 20. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2010.
  17. Uta Keseling: So läuft ein Tag auf dem Planeten Sonnenallee. In: Berliner Morgenpost, 8. August 2010.
  18. Die unsichtbare Mauer. In: Spiegel Online, 21. August 2011.
  19. Gäste und Investoren fliegen auf deutsche Hotels. In: FAZ, 20. Mai 2016, S. 22.
  20. Berliner Zeitung - Estrel Hotel im Guinness Buch. Abgerufen am 2. Juli 2016.
  21. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013
  22. Bund bezahlt die A 100. In: Berliner Zeitung. 28. November 2012.
  23. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 20. September 2016
  24. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  25. Städtepartnerschaften mit dem Bezirk. Berlin.de, abgerufen am 1. Mai 2016.
  26. Direktion 5 – Direktionsleiter
  27. In Rixdorf is’ Musike. auf der Seite des Bezirksamts Neukölln, abgerufen am 23. September 2009.
  28. Berlin-Neukölln. Internet Movie Database, abgerufen am 4. April 2016 (englisch).
  29. Kreuzkölln – Kiez im Double Feature. Abgerufen am 17. Oktober 2009.
  30. Neukölln bekommt eigene Seifenoper. In: Berliner Zeitung, 24. Juni 2014