Dornhaldenfriedhof

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Übersichtsplan.

Der 9 Hektar große Dornhaldenfriedhof ist ein 1974 in Stuttgart-Degerloch angelegter Friedhof. Er gehört zu den Friedhöfen im Walde mit großem Bestand an Hainbuchen, Akazien und Eichen.

Der Friedhof liegt gegenüber dem Waldfriedhof auf dem Gelände des ehemaligen Schießplatzes Dornhalde der Königlichen Garnison Stuttgart, der über neun 400-Meter-Schießbahnen verfügte. Auf den früheren Schießplatzbetrieb weisen noch einige Zeugnisse hin:

  • Eine Waldparzelle in der Umgebung heißt „Schießbahn 10/4“.
  • In der Nähe des Zahnradbahnhofs beginnt der Waldweg Schießbahnweg, der in den zum Dornhaldenfriedhof führenden Dornhaldenweg übergeht.
  • Auf dem Friedhof sind noch zwei Längswälle der ehemaligen Schießplatzanlage erkennbar, die früher zur Trennung der Schießbahnen dienten. Der verkürzte Rest eines Walls liegt neben den Friedhofshallen, der andere noch in Originallänge erhaltene Wall beginnt nahe beim Schützenhaus und verläuft bis zum Ende des Friedhofs.

Bekannt wurde der Friedhof 1977 als Grabstätte für die RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, die der damalige Oberbürgermeister Manfred Rommel trotz Protesten dort bestatten ließ.[1]

Im Jahre 1980 wurden hier auch die bei einem Autounfall getöteten RAF-Mitglieder Juliane Plambeck und Wolfgang Beer beerdigt; deren Grabstätten heute jedoch nicht mehr existieren. Das RAF-Mitglied Horst Ludwig Meyer wurde 1999 ebenfalls auf dem Dornhaldenfriedhof beigesetzt.

Auf dem Dornhaldenfriedhof befinden sich auch die Grabstätten folgender Persönlichkeiten:

Am Nordrand des Dornhaldenfriedhofs befindet sich das im Eigentum der Stadt Stuttgart befindliche denkmalgeschützte Garnisonsschützenhaus von 1880 bzw. 1893, das im Hauptgebäude die Kantine und die Scheibenwerkstatt des Schießplatzes der Königlichen Garnison Stuttgart beherbergte und seit 2009 leersteht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adrienne Braun: Mittendrin und außen vor. Stuttgarts stille Ecken. Konstanz 2014, Seite 128–135.
  • Werner Koch; Christopher Koch: Stuttgarter Friedhofsführer. Ein Wegweiser zu Gräbern bekannter Persönlichkeiten. Tübingen 2012, Seite 126–127.
  • H. K.: Beispielhafte Grabstätten im Dornhaldenfriedhof in Stuttgart. In Verbindung mit Bestattungsvorsorge. In: Naturstein 34. Jahrgang 1979, Nr. 1, Seite 34–35.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dornhaldenfriedhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 45′ 9,7″ N, 9° 9′ 17,3″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Herbst 1977: Endstation Dornhaldenfriedhof. Stuttgarter Zeitung, 30. Oktober 2012, abgerufen am 24. Oktober 2015.