Dr. Wolff-Gruppe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Dr. Wolff Arzneimittel)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dr. Wolff Group

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1905
Sitz Bielefeld, Deutschland
Mitarbeiterzahl 785
Umsatz 357,2 Mio. Euro
Branche Arzneimittel, Kosmetik
Website www.drwolffgroup.com
Stand: 29. Juni 2022

Die Dr. Wolff-Gruppe GmbH ist die Konzernmutter der Dr. Wolff-Gruppe. Unter diesem Dach befinden sich die beiden operativen Gesellschaften Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel, zuständig für Medizinprodukte & Arzneimittel und Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG, zuständig für Kosmetik. Die Unternehmensgruppe hat ihren Sitz in Bielefeld.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bielefelder Apotheker August Wolff gründete 1905 die Sudbracker Nährmittelwerke Vinces. Später wurde daraus die Dr. August Wolff GmbH & Co. Produziert wurden zu Beginn Hustensaft, Lebertran und Kräutertees sowie Hämatopan – ein eisenhaltiges Aufbaupräparat.[1]

1930 erfolgte die Entwicklung von Alpecin zur Pflege der Kopfhaut. Acht Jahre später die der Marke Linola, die bis heute Produkte für medizinische Hautpflege anbietet. Das erste Produkt war eine Öl-in-Wasser-Emulsion mit Linolsäure.

Nach dem Tod des Firmengründers übernahm 1942 dessen Sohn Kurt das Unternehmen; in der Nachkriegszeit konzentrierte man sich zunächst auf die Produktion lebenswichtiger Arzneimittel wie z. B. Insulin. Zudem legte Kurt Wolff verstärkt den Fokus auf die Herstellung von Kosmetik. Er gründet die Dr. Kurt Wolff Körperpflege GmbH & Co. KG, um den Kosmetik- vom Pharmabereich zu trennen. Die Marke Alcina wurde gegründet.

Von 1978[2] bis 1998 übernahm Doris Wolff nach dem Tod ihres Mannes Kurt Wolff die Unternehmensführung. Sie setzte sich für Innovationen und Investitionen am Standort Bielefeld ein und initiierte den Bau eines Schulungszentrum für Friseure und Kosmetiker sowie neue Standorte für Produktion und Konfektionierung.

Schließlich übernahmen die Cousins Eduard R. Dörrenberg und Christoph Harras-Wolff, Urenkel des Firmengründers, gemeinsam mit Christian Mestwerdt die Geschäftsführung. Seither spielt der Ausbau der Geschäfte in anderen Ländern eine Rolle. Heute gibt es Vertretungen in den USA, Australien und China.[3] Darüber hinaus wurde das Markenportfolio um Vagisan und die Oral Care-Marken Karex und Bioniq Repair-Zahncreme erweitert.  

2020 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 341,1 Millionen Euro und konnte somit ein Wachstum von knapp neun Prozent erreichen.[4] Der Exportbereich wuchs um 20 Prozent.

Mit Beginn der Corona-Pandemie entwickelte Wolff Produkte zur Desinfektion und brachte unter der Marke Linola neben einem Desinfektionsgel auch einen Hygiene-Handbalsam[5] sowie eine Handhygiene-Reinigung und eine medizinische Mund- und Rachenspülung zur Corona-Prophylaxe auf den Markt.[6]

Sportsponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ära Kurt Wolff wurde der Alpecin-Alcina Sportdienst gegründet und es konnten erste Erfahrungen im Sportumfeld gemacht werden. Der mobile Verpflegungsdienst zeigte sich bei unterschiedlichen Sportveranstaltungen und war auch 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki präsent.

Im Jahr 2014 gab das Unternehmen bekannt, ein Namenssponsoring im Radsport zu übernehmen. Seit Juli 2022 trägt das Team den Namen Alpecin-Deceuninck.[7]

Neben dem Radsport engagiert sich das Unternehmen traditionell im Fußball beim DSC Arminia Bielefeld.

Werbefigur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 fungiert mit Adolf Klenk der Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung der Dr. Wolff-Group als Testimonial im weißen Laborkittel für die Unternehmensmarke Alpecin. Im Werbespot mit dem Slogan „Doping für die Haare“ bestätigt er die Wirkung des Coffein-Shampoos C1 mit dem Ausspruch „In der Tat!“.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aggressive und nicht auf Tatsachen beruhende Marketingkampagne einer ihrer angeblich kariespräventiven Zahnpasten (Karex) haben die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung, die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin sowie die Bundeszahnärztekammer Anfang 2018 scharf kritisiert.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wo kommen wir her? Abgerufen am 8. September 2021 (deutsch).
  2. Heidi Hagen-Pekdemir: Doris Wolff gestorben: Trauer um eine beherzte Unternehmerin. Abgerufen am 8. September 2021.
  3. Dr. Wolff international. Abgerufen am 8. September 2021 (deutsch).
  4. Umsatz von Dr. Wolff weltweit bis 2020. Abgerufen am 8. September 2021.
  5. Erste Anti-Corona-Creme. Abgerufen am 8. September 2021.
  6. Bielefeld: Anti-Corona Mund-Rachenspülung entwickelt. 7. Januar 2021, abgerufen am 8. September 2021.
  7. CyclingMagazine: Aus dem Team "Alpecin-Fenix" wird ab Juli 2022 "Alpecin-Deceuninck" & will 2023 in die WorldTour. In: cyclingmagazine. 17. Mai 2022, abgerufen am 30. Juni 2022 (deutsch).
  8. Kariesprophylaxe mit Zahnpasten - eine kurze Stellungnahme zum Produkt "Karex". In: Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung. 24. Januar 2018, abgerufen am 23. Mai 2021.

Koordinaten: 52° 2′ 21,7″ N, 8° 32′ 0,5″ O