Dramatischer Sopran

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Die Stimmlage des dramatischen Soprans ist eine besonders kraftvolle, ausdrucksstarke und emotionale Form des Soprans mit einem üblichen Tonumfang von g bis c´´´.[1]

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sängerinnen dieser Partien haben häufig ein "metallisches" Timbre und größte Durchschlagskraft. So müssen sie in der Lage sein, meist sehr groß besetzte Orchester, etwa in den Opern von Richard Wagner und Richard Strauss zu übertönen und Rollen mit extremen Gefühlsausbrüchen spielen. Dazu gehören typische spätromantische Strauss-Partien wie Salome, Elektra und Färberin, aber auch Wagners Isolde und, als längste und anspruchsvollste aller derartigen Rollen, die Brünnhilde im Ring des Nibelungen. Dagegen sind außergewöhnlich leidenschaftlich zu singende Sopran-Rollen der Wiener Klassik wie die Leonore in Beethovens Fidelio oder die Donna Anna in Mozarts Don Giovanni keine eigentlich "dramatischen" Sopran-Partien im heutigen Sinn.[2] Fast immer verkörpern dramatische Soprane opferbereite, mythische Heldinnen größten Formats. Die Bezeichnung hochdramatischer Sopran bezieht sich nicht darauf, dass solche Sängerinnen eine besonders hohe Tessitura haben, also besonders hohe Töne singen können, sondern dass sie vielmehr fähig sind, auch die expressivsten, gefühls- und lautstärksten Partien glaubwürdig darzustellen. Sopranistinnen, die für die Isolde und Brünnhilde in Frage kommen, müssen nicht nur Spitzentöne zur Verfügung haben, sondern sogar besonders viel Kraft in der tieferen und Mittellage mitbringen, was sie von lyrischen Sopranistinnen und Koloratursopranistinnen deutlich unterscheidet. Eine Übergangs- und Mischform ist die Stimmlage des Charaktersoprans. Partner der "Hochdramatischen" ist in der Regel der Heldentenor.

Bekannte Sängerinnen des Rollenfachs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große "Hochdramatische" waren und sind Mimi Poensgen, Marie Wilt, Kirsten Flagstad, Frida Leider, Astrid Varnay, Birgit Nilsson, Leonie Rysanek, Hildegard Behrens, Gwyneth Jones, Nina Stemme und Camilla Nylund.

Beispiele für typische Partien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Winfried Bönig, Tilmann Claus: Einsteins Violine: ein musikalisches Sammelsurium, München 2011, S. 102
  2. Wolfgang Goldhan: Kennzeichen der Sängerstimme, Darmstadt 1995, S. 70