Drususbrücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Drususbrücke über die Nahe in Bingen

Die Drususbrücke führt bei Bingen am Rhein über die Nahe. Im 11. Jahrhundert erbaut, ist sie die älteste Steinbrücke des Mittelalters in Deutschland. Sie ruht auf sieben Brückenpfeilern; sie ist insgesamt 126 Meter lang, die einzelnen Feldlängen variieren von ca. 12,50 Meter (Außenfelder) bis knapp 15,00 Meter (Mittelfeld).

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Drususbrücke befindet sich am Unterlauf der Nahe, kurz vor deren Mündung in den Rhein. Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen der Stadt Bingen und dem auf dem linken Naheufer gelegenen Stadtteil Bingerbrück bzw. der Gemeinde Münster-Sarmsheim. Sie ist Teil der Fernverbindung vom Hunsrück Richtung Mainz (Ausoniusstraße).

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnittbild der Brückenkapelle

Es ist eine Steinbrücke mit sieben Pfeilern. Die jetzige Grundkonstruktion stammt aus dem 11. Jahrhundert. In einem unterirdischen Hohlraum östlich des ersten Brückenpfeilers am rechten Naheufer ist eine kleine romanische Brückenkapelle eingelassen. Über dem Schieferfels befinden sich drei Hohlräume vor dem ersten Pfeiler. Heute führen die Stefan-George-Straße und die Saarlandstraße darüber. Der direkt am Pfeiler gelegene Hohlraum wurde mit Kreuzgratgewölbe, Fenster und nach Osten gelegener Apsis ausgebaut. Da die Brücke beim Wiederaufbau 1951/1952 verbreitert wurde, musste das Fenster des Kapellenraums vermauert werden.

Am Tag des offenen Denkmals ist die Kapelle für Besucher zugänglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Brücke leitet sich ab von dem römischen Feldherrn Drusus. Allerdings gibt es bei der heutigen Brücke keinen Zusammenhang mit der römischen, die ihren Standort etwas flussabwärts ungefähr in Höhe der Basilika hatte. An Resten von Brückenpfählen ließ sich das Baujahr auf 77 fixieren. Wohl Mitte des 11. Jahrhunderts entstand eine neue Steinbrücke, die im Jahre 1689 während des Pfälzer Erbfolgekriegs von französischen Truppen zerstört und 1772 wieder aufgebaut wurde. Im Zuge des Eisenbahnbaus wurde der siebte Pfeiler auf der linken Seite entfernt. Die letzte Zerstörung geschah im März 1945 durch deutsche Truppen auf ihrem Rückzug vor den Alliierten. Beim Wiederaufbau 1951/52 wurde die Brücke um drei Meter verbreitert. Von Mai 2005 bis März 2006 wurde sie für ca. 850.000 Euro mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz saniert. Die Drususbrücke ist Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drususbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Tacitus Hist. IV. Cap. 70 – Quellen und Volltexte

Koordinaten: 49° 57′ 36″ N, 7° 53′ 35″ O