Dunkle Triade

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Die Dunkle Triade oder auch Dunkler Dreiklang bezeichnet ein psychologisches Persönlichkeitskonstrukt. Es befasst sich mit den „dunklen Eigenschaften“ der Menschen, die in der Gesellschaft als unerwünscht gelten.[1] Das Konstrukt besteht aus drei Persönlichkeitstypen: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Ihnen allen gemeinsam ist die Eigenschaft, das eigene Wohl über das der Anderen zu stellen. Alle drei Typen gelten als emotional kalt, selbstgerecht und egoistisch. Es geht bei diesem Konstrukt um die subklinischen Formen der Persönlichkeitstypen, also um Persönlichkeitseigenschaften von Menschen, mit denen wir alltäglich verkehren. Es sind „normale“ Eigenschaften, nicht klinisch relevante.[2]

Die drei Persönlichkeitstypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Typen unterscheiden sich vor allem in ihren Strategien und Motiven.

Der Narzisst lässt sich in folgendem Satz beschreiben „Die anderen sind dazu da, um mich zu bewundern.“ Dieser Persönlichkeitstyp der Dunklen Triade hält sich für etwas Besseres und zeichnet sich vor allem durch Selbstüberhöhung aus. Er ist der Meinung, dass ihm Ruhm zusteht.[3]

Der Machiavellist in einem Satz: „Der Zweck heiligt die Mittel“.[3] Personen dieses Typus legen einen manipulativen Verhaltensstil zu Tage.[2] Um seine Ziele zu erreichen, gibt es für den Machiavellisten keine Grenzen. Wenn er mit anderen Menschen zu tun hat, sieht er vor allem ihre Nützlichkeit zur Erreichung seiner Ziele. Er hat eine „Empathie mit Tunnelblick“.[3] Er kann sich in andere hineinversetzen, tut dies aber nur, wenn es seinem gesetzten Ziel dient. Der Machiavellist verfolgt rational und kalkulierend seine Ziele, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen. Er weiß, was gesellschaftlich als „gut“ angesehen wird, verhält sich aber nur so, wenn es ihm persönlich zum Erfolg verhilft. Im Gegensatz zum Narzissten ist der Machiavellist realistischer bezüglich seiner Person.[3]

Der Psychopath in einem Satz: „Der andere als Objekt“. Er zeichnet sich durch seine rücksichtslosen Verhaltensweisen aus. Im Unterschied zu den anderen beiden Persönlichkeitstypen kommt bei ihm hinzu, dass er keine Angst vor Konsequenzen hat, was ihn kaltblütig werden lässt. Personen dieses Persönlichkeitstyps besitzen eine höhere Wahrscheinlichkeit, kriminelle Straftaten zu begehen.[3] Sein Charakter zeichnet sich vor allem durch hohe Impulsivität und geringe Empathie aus.[2]

Eine Conclusio aus allen dreien ergibt, dass sie alle egoistisch sind und ihr eigenes Wohl über das der anderen erheben. Die drei Typen unterscheiden sich vor allem in ihrer Motivation. Dem Narzissten geht es um Bewunderung, der Machiavellist will seine Ziele erreichen und dem Psychopathen geht es um die Handlung selbst.

(Fehl-)Anpassung? Es gibt sowohl Hinweise dafür, dass die Eigenschaften der Dunklen Triade eine Fehlanpassung an die Gesellschaft darstellen, als auch Vermutungen, dass diese Eigenschaften adaptiv, also vorteilhaft sind.

Machiavellisten können bereits im Kindesalter nur begrenzt Empathie empfinden und zeigen Verhaltensprobleme.[4] Antisoziales Verhalten wird vor allem durch Psychopathie vorhergesagt.[2] Narzissmus und Psychopathie gehen mit höheren Werten in Impulsivität und Risikoverhalten einher.[1] Hohe Werte in der Dunklen Triade hängen mit antisozialen Tendenzen wie u.a. Unehrlichkeit und Aggressivität zusammen.[5]

Trotzdem bestehen die Eigenschaften der Dunklen Triade bereits über einen langen Zeitraum und über viele Nationen hinweg, weshalb man sich die Frage stellen muss, ob diese Eigenschaften womöglich auch adaptiv sind.[1] Diese Perspektive nehmen vor allem Evolutionspsychologen ein. Sie betrachten die Eigenschaften als ökologische Nische, die die Personen wählen, um sich der Umwelt anzupassen und Erfolg zu haben.[5] Evolutionspsychologen gehen davon aus, dass auch unerwünschte Verhaltensweisen adaptiv sein können. Die Machiavellisten zum Beispiel haben eine erfolgreiche Strategie entwickelt, sodass sie manipulieren können, um ihre Ziele zu verwirklichen, ohne oft dabei erwischt zu werden.[5] Die Menschen mit Eigenschaften der Dunklen Triade sind zwar unerwünscht, können aber in bestimmten Lebensbereichen sehr erfolgreich sein, wie zum Beispiel in manchen Karrierelaufbahnen oder im sexuellen Leben.[6] Des Weiteren besteht eine Verbindung zwischen der Dunklen Triade mit positiven Eigenschaften wie resilientem Selbstwert und sexuellem Erfolg.[1]

Dunkle Tetrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Psychologie wurde nach der Dunklen Triade als Begriffsableitung zur weiteren Differenzierung auch der Begriff Dunkle Tetrade eingeführt[7], der neben dem Narzissmus, Machiavellismus und der Psychopathie auch den Sadismus umfasst, und deren vier Bestandteile hoch miteinander korrelieren und zusammen eine destruktive und ausbeuterische Persönlichkeitsstrategie bilden.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d P. K. Jonason, Norman P. Li, David M. Buss: The costs and benefits of the Dark Triad: Implications for mate poaching and mate retention tactics. In: Personality and Individual Differences. März 2010, Bd. 48, Nr. 4, S. 373-378.
  2. a b c d Delroy L. Paulhus, Kevin M. Williams: The Dark Triad of personality: Narcissism, Machiavellianism, and psychopathy. In: Journal of Research in Personality. 2002, Nr. 36, S. 556-563 (ResearchGate).
  3. a b c d e Daniel Goleman: Soziale Intelligenz wer auf andere zugehen kann, hat mehr vom Leben (= Knaur. Bd. 78088). Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-426-78088-6.
  4. Christopher T. Barry, Patricia K. Kerig, Kurt K. Stellwagen, Tammy D. Barry (Hrsg.): Narcissism and Machiavellianism in Youth: Implications for the Development of Adaptive and Maladaptive Behavior. American Psychological Association, Washington (DC) 2010, ISBN 978-1-4338-0845-6.
  5. a b c Peter K. Jonason, Gregory D. Webster: A protean approach to social influence: Dark Triad personalities and social influence tactics. In: Personality and Individual Differences. März 2012, Bd. 52, Nr. 4, S. 521-526.
  6. Peter K. Jonason, Norman P. Li, Emily A. Teichner: Who is James Bond?: The Dark Triad as an Agentic Social Style. In: Individual Difference Research. 2010, Bd. 8, Nr. 2, S. 111-120 (PDF-Datei).
  7. Susanne Wedlich: Der Sadist unter uns. Abschnitt: Wer jagt Ungeziefer durch die Kaffeemühle? Auf sueddeutsche.de - Psychologie vom 22. Oktober 2013.
  8. Daniela Mörzinger: Die Entwicklung eines impliziten Verfahrens zur Erfassung der Dunklen Tetrade. Diplomarbeit, Universität Wien - Fakultät für Psychologie 2012.