Resilienz (Psychologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben: Der Artikel stellt unterschiedslos Forschung nebeneinander, ohne jeweils zu erklären, um was für "Resilienz" es denn da gerade geht. Als wolle man (streng wissenschaftlich belegt) auflisten, was einem alles beim Radfahren hilft - ohne zu klären, ob es gerade um Schnelligkeit, Regenschutz, Erfüllung der Straßenverkehrsregeln, um weniger schweißtreibendes Radeln o.ä. geht. Laut einer Harvard-Studie sind übrigens auch Stützräder sehr hilfreich... --Ibn Battuta (Diskussion) 20:25, 17. Aug. 2016 (CEST) angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Mit Resilienz verwandt sind Entstehung von Gesundheit (Salutogenese), Widerstandsfähigkeit (Hardiness), Bewältigungsstrategie (Coping) und Selbsterhaltung (Autopoiesis).

Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit (Vulnerabilität).

Begrifflichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Resilienz hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: Früher bezeichnete Resilienz auch eine spezielle Eigenschaft von Personen (besonders Kindern), die ihre psychische Gesundheit unter Bedingungen erhielten, unter denen die meisten Menschen zerbrochen wären. In diesem Sinne wurde der Begriff zum Beispiel von Emmy Werner benutzt. Um ein Kind als „resilient“ zu definieren, wurden oft Merkmale der Lebensführung miteinbezogen. Häufig wurden etwa Kinder so bezeichnet, die – trotz Bedingungen wie Armut oder Flüchtlings­situation in der Kindheit – im Erwachsenenalter eine qualifizierte Berufstätigkeit ausübten, nicht mit dem Gesetz in Konflikt kamen und psychisch unauffällig waren. Später wurde die Bedeutung ausgeweitet. Dies ist mit der Erkenntnis verbunden, dass psychische Widerstandsfähigkeit nicht nur in Extremsituationen, sondern immer von Vorteil ist. Heute werden Menschen mit diesem Merkmal allgemein als resilient bezeichnet. Der Begriff wird nun zum Beispiel auch für Menschen verwendet, die mit Belastungen der Arbeitswelt in angemessener Weise umgehen und so ihre psychische Gesundheit erhalten.

Ursprünglich wurde mit Resilienz nur die Stärke eines Menschen bezeichnet, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahestehenden Menschen oder Ähnliches ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen. Diese Verwendung des Wortes ist auch heute noch häufig. So werden zum Beispiel Kinder als resilient bezeichnet, die in einem sozialen Umfeld aufwachsen, das durch Risikofaktoren wie zum Beispiel Armut, Drogenkonsum oder Gewalt gekennzeichnet ist, und als Erwachsene dennoch zu einer erfolgreichen Lebensführung in der Lage sind. Resiliente Personen haben gelernt, dass sie selbst es sind, die über ihr eigenes Schicksal bestimmen (sogenannte interne Kontrollüberzeugung). Sie vertrauen nicht auf Glück oder Zufall, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand und haben ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten.

Auch Menschen, die nach einem Trauma, wie etwa Vergewaltigung, dem plötzlichen Verlust nahestehender Angehöriger oder Kriegserlebnissen nicht aufgeben, sondern die Fähigkeit entwickeln, weiterzumachen, werden als resilient bezeichnet.

In der heutigen Persönlichkeitspsychologie werden auch Menschen als resilient bezeichnet, die eines der drei häufigsten Big-Five-Persönlichkeitsprofile aufweisen, mit niedrigem Neurotizismus-Wert und leicht überdurchschnittlichen Werten in den vier übrigen Dimensionen.[1] In der Längsschnittstudie von Asendorpf und van Aken wurden resiliente Kinder von ihren Erzieherinnen als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, gescheit, neugierig und voller Selbstvertrauen beschrieben.

Das negative Gegenstück zur Resilienz wird Vulnerabilität genannt. Vulnerabilität bedeutet, dass jemand besonders leicht durch äußere Einflüsse seelisch zu verletzen ist. Vulnerable Personen neigen besonders stark dazu, psychische Erkrankungen zu entwickeln.[2]

Wesentliche Einflussfaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Faktoren, die Resilienz beeinflussen, sind personale Faktoren, Umwelteinflüsse und Prozessfaktoren. Zu den Umweltfaktoren gehören die Unterstützung durch die Familie, die eigene Kultur oder Gemeinschaft und die schulische Umgebung. Zu den personalen Faktoren gehören kognitive (z. B. Intelligenz, Deutungs- und Sinngebungs-Modelle der Realität, Religiosität) wie auch emotionale, also z. B. seine Fähigkeit, Emotionen und Handlungen zu kontrollieren, seine Selbstwirksamkeitserwartung, die Toleranz für Ungewissheit, die Fähigkeit, Beziehungen aktiv gestalten zu können oder die mehr oder weniger aktive Einstellung zu Problemen (Problemfixierung oder aber Problemlösungsorientierung). Zu den Prozessfaktoren gehören u. a. die wahrgenommenen Perspektiven, die Akzeptanz des Unveränderbaren und die Konzentration aller Energien auf das als nächstes zu Bewältigende und die dabei entwickelten Strategien.[3]

Einige Gruppen von Menschen erweisen sich als besonders resilient. Das sind in der Regel solche, die einen starken Zusammenhalt haben, eher kollektivistisch als individuell orientiert sind und sich durch starke Werte auszeichnen, die von den meisten Leuten aus der entsprechenden Gruppe geteilt werden (in der Resilienzforschung als „shared values“ bezeichnet).

Resilienz darf nicht statisch interpretiert werden. Wie der Prozess der Traumatisierung ist auch die Entwicklung von Resilienz sequentiell interpretierbar. Außerdem können Faktoren oder Strategien, die in einer bestimmten Situation Resilienz fördern, in anderen Situationen eher hinderlich für die Entwicklung von Resilienz sein. Auch können positive Anpassungsleistungen, die als Ausdruck von Resilienz und Wachstum von Ressourcen interpretiert werden, mit Selbstberuhigungs-, Vermeidungs- und Verdrängungsstrategien einhergehen, hinter denen sich erhebliches Leid verbirgt.[4]

Ergebnisse der Resilienzforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Resilienz wurde in den 1950er Jahren vom Psychologen Jack Block in die Psychologie eingeführt.[5] Resilienz wird jedoch häufig mit dem Namen der US-amerikanischen Forscherin Emmy Werner und dem ihrer Kollegin Ruth Smith verbunden. Werner legte 1971 eine Studie über die Kinder der Insel Kauai vor, die als eine der Pionierstudien zum Thema Resilienz gilt. Im Rahmen dieser wurden 698 Kinder des Jahrgangs 1955 aus schwierigen Verhältnissen von ihrer Geburt an über 40 Jahre beobachtet und getestet. Ein Drittel dieser Kinder wuchs trotz erschwerter Bedingungen zu lebenstüchtigen Erwachsenen heran, wobei die Resilienz sich im Zeitablauf und unter verschiedenen Umweltbedingungen veränderte. Werner zog daraus den Schluss, dass Resilienz erlernbar ist. Ihre Studie war jedoch nicht die erste zum Thema Resilienz. Sie selbst macht in ihrem Buch The children of Kauai bereits auf andere Studien zum gleichen Thema aufmerksam.[6][7]

Norman Garmezy wird oft als „Großvater der Resilienztheorie“ bezeichnet, weil er in den 1960er Jahren entdeckte, dass sich viele Kinder schizophrener Eltern zu erfolgreichen, glücklichen Erwachsenen entwickelten.[8] Seine engste Mitarbeiterin Ann Masten führte an der Universität von Minnesota Garmezys Arbeit weiter. Masten bezeichnete Resilienz als „gewöhnliche Magie“ und sagte: „Wir sind in einem Maß reprogrammierbar, wie es sich die Resilienzpioniere nicht einmal vorstellen konnten. Wir sind dynamische Systeme; wir können uns verändern.“[9]

Ein weiterer Pionier war der US-amerikanische Soziologe und Psychologe Glen Elder. Er stellte fest, dass in den USA viele Kinder der Armut der Dreissigerjahre entkommen konnten. Gute familiäre Beziehungen und kulturelle Faktoren würden die Resilienz begünstigen und fördern. Der französische Ethnologe, Neurologe und Psychiater Boris Cyrulnik, der kamerunische Erziehungswissenschaftler an der Universität in Hamburg Louis Henri Seukwa, die deutsche Pädagogin Corina Wustmann, die indische Psychologin an der staatlichen Universität in Arizona Suniya S. Luthar und viele weitere Forscher haben sich intensiv mit Resilienz beschäftigt.

Im Zuge der Flüchtlingswellen, die seit den 1990er Jahren in Europa, Afrika und Nahost zu verzeichnen sind, spielt neben der Trauma- die Resilienzforschung eine immer größere Rolle, weil sie individuelles und soziales verantwortliches Handeln miteinschließen. Intakte soziale Beziehungen, Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung sind für die Resilienz von Bewohnern der Herkunftsländer von großer Bedeutung.[10][11]

Förderbarkeit von Resilienz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Big Brothers/Big Sisters, Freiwillige

Eltern und ältere Geschwister können laut Studien dazu beitragen, dass ein Kind Resilienz entwickelt. Nathan Caplan und andere beschäftigten sich mit Flüchtlingsfamilien in den USA, die in Armut lebten und deren Eltern eine geringe Bildung hatten. Sie stellten fest, dass sich die Mehrheit ihrer Kinder als resilient erwies. Emotional am stabilsten und schulisch am erfolgreichsten waren jedoch Untersuchungen zufolge die Kinder aus den Familien, wo sowohl von Eltern (obwohl diese Eltern selbst keine gute Bildung hatten) als auch von älteren Geschwistern viel Wert auf Bildung gelegt wurde und Bildung außerdem nicht als Mittel zum Zweck betrachtet wurde, sondern als Selbstzweck. Einen ganz besonders positiven Einfluss hatte es, wenn die Eltern den Kindern vorlasen. In 45 % der Flüchtlingsfamilien war dies der Fall. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie englische Bücher oder Bücher in ihrer Heimatsprache vorlasen. Es kommt, laut Caplan und Choy, eher darauf an, dass das Vorlesen die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kindern stärkt.[12] Kinder profitieren von Eltern, die sich nicht isolieren, sondern aktiv den Kontakt zu Gleichgesinnten suchen und (etwa in sozialen Gruppen) Verantwortung übernehmen.[13]

Freiwilliger Mentor (Big Brothers/Big Sisters)

Auch die Großeltern könnten eine Rolle spielen: Kinder ohne Kontakt zu ihren Großeltern mussten häufiger als „vulnerabel“ eingestuft werden.[13] Bei Kindern und Jugendlichen ist es Studien zufolge möglich, Resilienz im schulischen Kontext mit Hilfe verschiedener Programme zu fördern, dazu zählen zum Beispiel Head Start und das Big-Brothers-Big-Sisters-Programm. Wie Tierney u. a. und Werner belegen konnten, sind beide Programme erfolgreich: Sie vermindern Lernprobleme unter jüngeren Kindern sowie Drogensucht und Straffälligkeiten bei Jugendlichen. So zeigte sich in einer Längsschnittstudie, die ein Head Start Programm evaluierte, dass der Anteil der geförderten Kinder im Alter von 15 Jahren, welche eine Klasse wiederholen mussten, bei nur 30 % gegenüber 56 % in der Kontrollgruppe lag; außerdem lag der Anteil der Kinder, die das Äquivalent einer Förderschule oder Förderklasse besuchten, bei 12 % gegenüber 48 % bei den nicht geförderten Kindern.[14]

Das so genannte Foster-Grandparent-Programm hat sich ebenfalls als erfolgreich bei der Förderung von Resilienz erwiesen. Es bringt ältere Leute mit deprivierten Kindern und Jugendlichen in Kontakt. Foster-Großmütter arbeiten mit schwangeren jungen Mädchen und ihren Säuglingen und helfen Kleinkindern in Vorschulprogrammen wie Head Start. Foster-Großväter helfen straffälligen Jugendlichen bei ihren Schularbeiten. Die freiwilligen Helfer versorgen auch kranke Kinder in Kinderkliniken und arbeiten mit traumatisierten Flüchtlingskindern. Außerdem helfen sie Grundschülern mit Lernproblemen. Dabei konnten positive Effekte nachgewiesen werden. Kleinkinder, die eine Foster-Großmutter hatten, zeigten in ihrer motorischen und sozialen Entwicklung deutliche Fortschritte. Vorschulkinder verbesserten sich in ihrer Intelligenz­entwicklung und sozialen Kompetenz. Bei Schulkindern konnten Verbesserungen in der Lesefähigkeit und im Sozialverhalten festgestellt werden.[15]

Ein weiteres Programm zur Förderung der Resilienz ist Opstapje.[16]

Kinder sollten darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, Verantwortung in der jeweiligen Schule oder in anderen Gruppen zu übernehmen. Kinder, denen diese Möglichkeit gegeben wird, neigen weniger zu deviantem Verhalten.[13]

Resilienz bei Kindern in Armut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder, die in Armut aufwachsen, leben unter erschwerten Bedingungen. Sie sind mehr Risiken und Frustrationen ausgesetzt als ihre besser gestellten Altersgenossen. Folgen davon sind unter anderem schlechtere Schulleistungen, häufigere kriminelle Auffälligkeit oder Drogenabhängigkeit und häufigeres Auftreten von Erkrankungen, wie zum Beispiel ADS (bei Kindern und Erwachsenen) oder Schizophrenie (bei Erwachsenen).

Forscher wie zum Beispiel Emmy E. Werner, Elder, Haan, Moriaty und Toussing, Nuechterlein, Garmezy und Scarr untersuchten Kinder, die in großer Armut aufwuchsen, und kamen zu dem Ergebnis, dass bei ungefähr ⅔ aller arm aufgewachsenen Kinder im Erwachsenenalter große Probleme bestanden. Das Drittel, auf das sich die Armut in dieser Untersuchung nicht ausgewirkt hatte, wurde als resilient bezeichnet.

Resiliente Kinder unterschieden sich durch eine Reihe von Eigenschaften von nicht-resilienten Kindern:[17][18][19][20][21][22][23][24][25]

  • Es sind häufiger Mädchen als Jungen. Resiliente Jungen sind eher „untypische“ Jungen. Sie sind weniger aggressiv und mehr auf andere bezogen als nicht resiliente Jungen.
  • Intelligente Kinder sind tendenziell resilienter als weniger intelligente Kinder, es gibt jedoch auch wenig intelligente resiliente Kinder und intelligente nichtresiliente Kinder.
  • Resiliente Kinder sind oft Überleister, d. h. sie bringen bessere Schulleistungen, als es von ihrer Intelligenz her zu erwarten wäre.
  • Sie haben ihre Impulse eher unter Kontrolle als nicht resiliente Kinder und sind disziplinierter.
  • Sie sind eher in der Lage zum Belohnungsaufschub als nichtresiliente Kinder.
  • Resiliente Kinder sind anderen Menschen zugewandt, sie reagieren positiv auf Aufmerksamkeit.
  • Resiliente Kinder sind einfühlsamer und emotionaler als nichtresiliente Kinder.
  • Sie sprechen eher über ihre Gefühle.
  • Sie sind vertrauensvoller und weniger aggressiv.
  • Entgegen dem Vorurteil, das viele Leute vielleicht hegen, sind resiliente Kinder nicht hart im Nehmen oder „zäh“. Das Gegenteil ist der Fall, sie ersuchen andere eher um Hilfe als nichtresiliente Kinder und geben Schwächen eher zu.
  • Resiliente Kinder haben eine realistische Selbsteinschätzung und realistische Zukunftsvorstellungen.
  • Sie sind sozial angepasster als nichtresiliente Kinder, „leichter zu lenken“ und versuchen, den Erwartungen Erwachsener gerecht zu werden.
  • Sie sind interessiert an Menschen, Sachen und Ideen und lernen gerne. In der Regel gehen sie gerne zur Schule.
  • Sie haben eine stärkere interne Kontrollüberzeugung.

In einer Studie der University of California (USA) wurde die These aufgestellt, dass Kinder von ärmeren und Eltern der Mittelschicht mehr Empathie an den Tag legten als diejenigen aus reicheren Familien: Die entsprechenden Personen seien im Alltag wesentlich stärker auf Kooperation mit Anderen angewiesen und entwickelten so eine verbesserte Fähigkeit zum Mitgefühl.[26]

Die Rolle der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familien resilienter Kinder unterscheiden sich signifikant von denen nicht resilienter Kinder:

  • Eltern resilienter Kinder haben häufiger eine bessere Bildung als Eltern nicht-resilienter Kinder.
  • Eltern resilienter Kinder sind häufiger berufstätig als Eltern nicht-resilienter Kinder; auch schlecht bezahlte Berufstätigkeit der Eltern scheint die Kompetenzen der Kinder zu stärken.
  • Resiliente Kinder haben häufig weniger Geschwister als nicht-resiliente Kinder.
  • Resiliente Kinder wachsen seltener in Ein-Eltern-Familien auf als nicht-resiliente Kinder. In Ein-Eltern-Familien scheint es im Hinblick auf die Resilienzentwicklung schwieriger zu sein, bei einer alleinerziehenden Mutter aufzuwachsen als bei einem alleinerziehenden Vater, wobei Letzteres deutlich seltener vorkommt. Töchter alleinerziehender Mütter werden häufiger als Teenager schwanger, Söhne werden häufiger kriminell oder drogensüchtig. Ohne Vater aufzuwachsen, scheint für Jungen problematischer zu sein als für Mädchen.
  • Eltern resilienter Kinder sind trotz ihrer Probleme freundlich, einfühlsam, unterstützend und nehmen Anteil am Leben ihrer Kinder.

Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, suchen sich resiliente Kinder oft Bezugspersonen außerhalb der Familie. In diesem Fall verlassen sie auch oft nach der Schulzeit das negative Milieu ihrer Familie und suchen sich eine bessere Umgebung.[17][18][19][20][21][22][23][24][25]

Die Rolle der organisierten Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Glen Elder und Mark Regnerus durch die Analyse der Daten der National Longitudinal Study of Adolescent Health, an der 10.000 Jugendliche teilnahmen, zeigen konnten, erhöht die Einbindung in eine religiöse Gemeinschaft nachweislich die Resilienz. Es gab durchweg eine positive Korrelation zwischen Kirchgang und Schulnoten, und je ärmer ein Jugendlicher war, desto stärker war diese Korrelation. Es konnte zudem festgestellt werden, dass die Einbindung in eine religiöse Gemeinschaft, nicht die Religiosität selbst, zu guten schulischen Ergebnissen führt. Arme Jugendliche, die zwar fromm, aber nicht in eine Gemeinschaft eingebunden waren, hatten genau so schlechte Schulnoten wie ihre weniger religiösen Altersgenossen. Neben den Schulnoten wurden auch das psychische und physische Wohlbefinden durch die Einbindung in eine Glaubensgemeinschaft positiv beeinflusst: „Was wir in der Kirche finden, ist eine Gruppe von Leuten, die Werte teilen und denen es auf den Erfolg des Kindes ankommt“, kommentierte Elder das Ergebnis. Diese nicht-devianten geteilten Werte führten unter anderem zu besserer Selbstdisziplin und besserer interner Kontrollüberzeugung.[27]

Main Street Missionary Baptist Church; Vorbereitungen für einen Straßengottesdient nach dem Hurricane Katrina in Biloxi, Mississippi
Betende Waisenkinder in Nyota, Kenia

Andere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Es konnte etwa festgestellt werden, dass nach den Verwüstungen durch den Hurricane Katrina in New Orleans die Nachbarschaft rund um die katholische Mary Queen of Viet Nam Church als eine der ersten wieder aufgebaut war, dabei handelte es sich um eine der ärmsten Nachbarschaften von New Orleans. Die Kirche hatte ein Programm namens Mary Queen of Viet Nam Community Development Corporation (MQVN CDC) ins Leben gerufen und Nachbarn hatten sich gegenseitig geholfen, nach den Verwüstungen ein neues Leben aufzubauen. Es stellte sich die Frage, wie es zu der großen Bereitschaft kam, an diesem Programm teilzunehmen und seinen Nachbarn zu helfen, selbst wenn man keinen direkten Nutzen davon hatte. Nachforschungen ergaben, dass durch den von vielen Nachbarn gelebten gemeinsamen Glauben ein eng geknüpftes soziales Netzwerk mit der Mary Queen of Viet Nam Church als Zentrum bestand.[28] Nach Studien von Caplan, Rumbaut und Ima sowie Bankston und Zhou waren katholische vietnamesischstämmige Amerikaner noch erfolgreicher als vietnamesischstämmige Amerikaner, die einer anderen Religionsgemeinschaft angehörten. Der häufige Besuch der katholischen Kirche führte zu einer stärkeren Einbindung in soziale Netzwerke, die zum einen Unterstützungsleistungen boten und zum anderen auch Werte vermittelten. Dies führte zu einer starken Aufwärtsmobilität.[29][28]

Die Rolle der Gene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möglicherweise gibt es darüber hinaus bestimmte Gene, welche zu einer Resilienz führen (zu genetischen Faktoren siehe: Scarr und McCartney, 1983). Dies wird kontrovers diskutiert.[30]

Für die Anfälligkeit, nach Misshandlungen antisoziale Symptome zu entwickeln, scheint nicht nur das Trauma, sondern auch die Veranlagung eine Bedeutung zu haben. Kinder mit X-chromosomal vererbter niedriger MAOA-Aktivität scheinen etwa doppelt so häufig im Jugendalter Verhaltensstörungen zu entwickeln wie Traumaopfer ohne diese genetische Variante; bis zu ihrem 26. Lebensjahr werden sie fast zehn Mal so häufig in Straftaten verwickelt wie die Opfer von Misshandlungen ohne diese genetische Variante.[31][32][33][34][35]

Das Gen für niedrige MAOA-Aktivität scheint darüber hinaus besonders bei Männern mit hohem Testosteron-Spiegel zu antisozialem Verhalten zu führen; bei Männern mit niedrigem Testosteron-Spiegel ist der Zusammenhang nicht so stark. Bei Männern ohne das Gen führte ein erhöhter Testosteron-Level hingegen nicht zu antisozialem Verhalten. (siehe auch: Warrior Gene)[36]

Resilienz bei privilegierten Mittelschichtskindern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Problem ist mangelnde Resilienz laut Wendy Mogel bei vielen Kindern aus gut gestellten Mittelschichtsfamilien. Trotz ihrer privilegierten Lebensumstände (materieller Wohlstand, engagierte, liebevolle Eltern) litten diese an vielfältigen Ängsten, Unsicherheiten und Antriebshemmungen und erschienen profund unglücklich. Mogel, die zwei einflussreiche Bücher zur Resilienzerziehung schrieb, hält Überbehütung gepaart mit unzureichender Wertevermittlung für die größten Stolpersteine bei der Vermittlung von Resilienz.[37]

Resilienz und psychiatrische Erkrankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am besten sind bislang die Zusammenhänge zwischen hoher Resilienz und einem niedrigeren Risiko für das Auftreten einer posttraumatischen Belastungsstörung nach katastrophalen Lebensereignissen beschrieben.[38][39] Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass eine hohe Resilienz vor Depression schützt[40] bzw. deren Symptome mildert.[41]

Resiliente Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Psychologie, Pädagogik und Soziologie werden nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Bevölkerungsgruppen, die erschwerte Bedingungen ohne Beeinträchtigung durchstehen, als resilient bezeichnet. Im Fokus steht hier die Widerstandskraft bzw. Verwundbarkeit von Gruppen angesichts sozialer und sozialpsychologischer Risikofaktoren, wie z. B. mangelnder Schulbildung, Kinderarmut, zerrütteter Elternhäuser, Heimbetreuung, Migration usw. sowie neuerdings die Diskussion um gezielte Resilienzförderung in Sozialisationseinrichtungen (Zander 2011) und um Präventivangebote, die über das Training der Fähigkeiten des Einzelnen hinausgehen. Dabei spielt die Einbindung in soziale Netzwerke eine große Rolle.[42] Allerdings existieren nur wenige Längsschnittstudien über die langfristige Wirkung dieser Faktoren; die meisten Forschungsprojekte wurden in den USA durchgeführt.

US-Amerikaner japanischer Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der ersten Arbeiten zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1956 und beschäftigt sich mit US-Amerikanern japanischer Abstammung. William Caudill und George DeVos stellten sich die Frage, wie es diese schafften, mit Rassismus und Vorurteilen in den Schulen umzugehen. Obwohl in der Arbeit das Wort Resilienz nicht gebraucht wird, werden hier schon die Faktoren genannt, die später von der Resilienzforschung thematisiert wurden. Caudill und DeVos stellten eine starke Leistungsmotivation und ein starkes elterliches Engagement fest.[43] Heute werden ihre Arbeiten aus methodischen Gründen kritisiert, jedoch sollten sie hier als Vorläufer genannt werden.[44]

Europäische Juden in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nathan Caplan von der University of Michigan berichtet von den Forschungen von Judith R. Kramer und Seymour Leventman. Diese beschäftigten sich mit den Nachkommen armer osteuropäischer Juden, die in die USA auswanderten. Trotz der großen Armut in dieser Bevölkerungsgruppe erwiesen sich ihre Kinder als gut integriert und weniger kriminell als die amerikanische Bevölkerung. Sie besuchten zudem überdurchschnittlich häufig eine Universität. Unter den Enkeln der Einwanderer besuchten sogar 90 % eine Universität. Caplan führt dies auf kulturelle Faktoren und auf starkes elterliches Engagement zurück.[45]

Afroamerikaner in Chicago[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalerweise sind Afroamerikaner im US-amerikanischen Schulsystem nicht erfolgreich, was eine Reihe von verschiedenen Gründen hat. Als einer wird die unter Afroamerikanern verbreitete Armut angesehen. Ein weiterer ist ein eurozentrisches Curriculum.[46] Es gibt jedoch Ausnahmen. Caplan berichtet, dass Clark außergewöhnliche Erfolge bei Kindern einiger afroamerikanischer Familien in Chicago feststellte. Diese Familien lebten in Armut, doch ihre Eltern unterstützten die Schule und die Lehrer und strukturierten den Unterrichtskontext ihrer Kinder.[45]

Vietnamesen (Boat People) in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boat-People-Familie auf amerikanischem Schiff
Gerettete Boat People auf amerikanischem Schiff

Caplans Hauptinteresse gilt jedoch den Kindern der Boat People. Als „Boat People“ wurden in den 1970er und Anfang der 1980er Jahre vietnamesische Flüchtlinge bekannt, die nach dem Vietnamkrieg aus Angst vor dem neuen kommunistischen Regime[47] (dem Vietcong) mit Booten über das südchinesische Meer flohen. Viele dieser Flüchtlinge suchten eine bessere Zukunft in den USA. Sie schienen chancenlos, besaßen oft nur die Kleidung, in der sie ankamen, und sprachen kein Englisch. Über die Hälfte der Eltern hatte nur fünf Jahre lang oder kürzer die Schule besucht. Diese Flüchtlinge lebten oft in den ärmsten Wohngegenden der großen Städte. Gemäß dem Einkommen der Eltern gingen die Kinder auf die (unterfinanzierten) öffentlichen Schulen. Die Wissenschaft war erstaunt, als die Flüchtlingskinder bei allen Leistungstests besser abschnitten als Kinder aus der Mittelschicht.

Nathan Caplan, Marcella H. Choy und John K. Whitmore suchten nach Gründen dafür. Sie betrachteten eine zufällige Stichprobe von 200 Familien der Boat People. Diese Familien hatten zusammen 536 Kinder im Schulalter. Zuerst wurde getestet, ob die Beobachtung, dass die Kinder der Boat People besonders leistungsstark sind, auch auf diese Kinder zutraf. Die Kinder wurden mit einem Leistungstest, dem CAT (Computergestütztes Adaptives Testverfahren), getestet. Wie erwartet schnitten auch die Kinder dieser Stichprobe in fast allen Bereichen besser ab als Kinder aus der weißen Mittelschicht, besonders im mathematischen Bereich. Lediglich im sprachlichen Bereich schnitten die Kinder etwas schlechter ab als Kinder der weißen Mittelschicht.

Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie war, dass Kinder mit vielen Geschwistern sich als leistungsstärker erwiesen als Kinder mit wenigen Geschwistern oder gar Einzelkinder. Um das zu verstehen, muss man die Rolle verstehen, die die Familie in der vietnamesischen Kultur spielt. Die vietnamesische Kultur ist eher kollektivistisch orientiert geprägt: Die Wünsche des Individuums sind weniger wichtig als die Bedürfnisse der Familie als Gruppe.

Von älteren Geschwistern wird erwartet, dass sie ihren jüngeren Geschwistern bei den Hausaufgaben helfen. Davon profitieren die Kinder gewaltig. Sie lernten von ihren Geschwistern nicht nur Fakten, sondern auch akademische Strategien und Werthaltungen. Oft waren auch jüngere, noch nicht schulpflichtige Kinder anwesend. Auch sie lernten anscheinend spielerisch, indem sie ihre Geschwister beobachteten.

Die Hausaufgaben wurden meist in der Küche am Küchentisch gemacht; ein eigenes Kinderzimmer oder einen eigenen Schreibtisch gab es nur in den wenigsten Fällen. Doch nicht die materiellen Bedingungen, sondern die Liebe zum Lernen scheinen wichtig für die Schullaufbahn zu sein. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Kinder der Boat People pro Tag durchschnittlich drei Stunden und zehn Minuten mit Lernen und Hausaufgaben verbrachten. Im Durchschnitt verbrachten amerikanische Schüler dagegen nur eine Stunde und 30 Minuten pro Tag mit diesen Tätigkeiten.

Es konnte nachgewiesen werden, dass für die Kinder der Boat People Bildung ein wichtigerer Wert war als für die Kinder der weißen Amerikaner. In Vietnam galt Bildung früher als Privileg, nur wenige reiche Familien konnten es sich leisten, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Laut Caplan, Choy und Whitmore ist dies einer der Gründe für den Erfolg der vietnamesischen Kinder. Obwohl man nicht davon sprechen kann, dass in Amerika die Herkunft bei der Bildung keine Rolle spielen würde, sahen sie hier ihre Chancen. Sie bemerkten, dass sie mehr Chancen hatten als ihre Eltern in Vietnam, und diese wollten sie nutzen. Auch die Eltern, welche in vielen Fällen nicht die Möglichkeit einer guten Bildung gehabt hatten, wünschten, dass es ihre Kinder einmal besser haben würden, sodass sie diese motivierten, da sie die Wichtigkeit guter Bildung erkannt hatten.[48]

Die US-amerikanische Mittelschicht in der Zeit der Großen Depression[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatlose Mutter (Dokumentarfoto, Dorothea Lange, 1936)

Glen Elder (1974) untersuchte den Lebenslauf von Kindern aus verschiedenen Schichten, deren Familien durch die Große Depression in Armut geraten waren. Dafür griff er auf Daten einer Längsschnittstudie der University of California, Berkeley zurück. Anscheinend hatte Armut auf Heranwachsende der amerikanischen Mittelschicht eher positive als negative Konsequenzen. Sie schienen daran zu wachsen und ihre Persönlichkeit schien stärker zu werden. Sie waren tendenziell sogar etwas erfolgreicher als Kinder aus nie verarmten Mittelschichtsfamilien. Arbeiterkinder aus verarmten Familien hingegen waren im späteren Leben weniger erfolgreich als Mittelschichtskinder. Auch zeigten sich hier deutliche Auswirkungen der Armut: Zum Beispiel erwarben sie seltener einen Hochschulabschluss als Arbeiterkinder aus nie verarmten Familien. Doch auch unter ihnen gab es viele Sozialaufsteiger. Sowohl unter Männern aus Arbeiterfamilien als auch unter Männern aus Mittelschichtsfamilien lässt sich ein starker Einfluss der Armut auf die Werthaltungen feststellen, der aber nicht unbedingt negativ sein muss. So sind in Armut aufgewachsene Männer etwa Kindern gegenüber positiver eingestellt als Männer, die nie arm waren. Sie haben starke Familienwerte und ein konservatives Familienbild.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Armut zur Zeit der großen Depression hatte erstaunlich wenig negative Auswirkungen auf das Leben dieser Jungen. Clausen macht ähnliche Beobachtungen.[49] Die Gründe dafür sind vielfältig.[50]

Folgende Tabelle vergleicht zwei Gruppen von Männern aus Oakland. Beide Gruppen kommen aus Elternhäusern, die vor der Zeit der Großen Depression zur Mittelschicht gehörten. Durch die Große Depression verarmten Teile der Mittelschicht. Es werden Männer, die wegen der Großen Depression unterhalb des Existenzminimums aufwachsen mussten, mit Männern verglichen, deren Familien niemals arm waren. Es zeigen sich keine negativen Auswirkungen der Armut. Tendenziell scheinen unterhalb des Existenzminimums aufgewachsene Männer beruflich etwas erfolgreicher zu sein.[51]

niemals arm unterhalb des Existenzminimums aufgewachsen
Alter bei der ersten Heirat in Jahren (Median) 23,8 23,3
Alter bei der Geburt des ersten Kindes (Median) 26,5 26,2
Erreichen eines Universitätsabschlusses 61 % 60 %
Berufsstatus im Jahre 1958 (1 = hoch, 7 = niedrig) 2,5 2,2
1958 Angehöriger der oberen Mittelschicht 39 % 45 %
1958 Angehöriger der unteren oder mittleren Mittelschicht 48 % 45 %
1958 Angehöriger der Arbeiterklasse 13 % 10 %

Kinder US-amerikanischer Farmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In späteren Jahren beschäftigte Elder sich mit den Kindern US-amerikanischer Farmer. In den 1980er Jahren kam es zu einer Krise der amerikanischen Landwirtschaft. Ein Teil der Farmerfamilien musste nun unter der Armutsgrenze leben. Doch deren Kinder meisterten die damit verbundenen Härten. Sie waren sowohl auf akademischen Gebieten erfolgreich als auch sozial gut integriert. Elder und Conger sehen dafür folgende Gründe:

  • starke intergenerationale Bindungen,
  • Sozialisation in produktive Rollen,
  • starkes Engagement der Eltern,
  • Engagement der Kirchen, der Schulen und der ländlichen Gemeinschaft.[52]

Traumatisierte Adoptivkinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clark und Hanisee untersuchten die Entwicklung von aus Drittweltländern adoptierten Kindern, die unterernährt waren und traumatische Kindheitserfahrungen gemacht hatten. Die Kinder wurden von amerikanischen Familien aus der oberen Mittelschicht adoptiert. Entgegen der Annahme, dass diese Kinder unter schweren Beeinträchtigungen leiden würden, erwiesen sie sich als überdurchschnittlich intelligent und überdurchschnittlich sozial kompetent. Beim Peabody Picture Vocabulary Test erreichten sie einen Intelligenzquotienten (IQ) von 120, auf der Vineland Social Maturity Scale erreichten sie 137 Punkte (100 Punkte gelten als Durchschnitt, 137 als außerordentlich gut). Clark und Hanisee kamen zu dem Ergebnis, dass unterernährte und traumatisierte Kinder sich als erstaunlich resilient erweisen, wenn sie in stabile Familienverhältnisse adoptiert werden.[53]

Spanische Einwanderer in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Beispiel für Resilienz sind die Kinder der spanischen Arbeitsmigranten, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Frage, ob Migration an sich ein Risikofaktor darstellt, wird meist positiv beantwortet.[54] Erfolgreich bewältigte Migrationsrisiken können jedoch die Resilienz stärken. Wegen der verbreiteten Armut und der Diktatur des Francisco Franco kamen in den 1970er Jahren viele Spanier nach Deutschland, um dort eine bessere Zukunft zu finden. Die Masse der spanischen Einwanderer war relativ ungebildet und stammte aus benachteiligten Gegenden des Landes. Das Franco-Regime hatte das Bildungssystem wenig entwickelt, die Schulen boten nicht ausreichend viele Plätze für die Kinder. Die Kinder der spanischen Migranten hatten mit den typischen Gastarbeiterproblemen zu kämpfen. Heute sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen und besetzen ähnliche Berufspositionen wie Deutsche. Erklärt werden kann dieser Aufschwung mit der starken Selbstorganisation der spanischen Einwanderer und einer gezielten Bejahung der vollen Integration in das deutsche Schulsystem – zum Teil durchgesetzt gegen die Behörden, die Sonderklassen bilden wollten.[55] Dies führte zu guten Schulabschlüssen, frühen Erfolgen bei der Vermittlung von Lehrstellen und entsprechenden Berufserfolgen.[56] Kaum ein spanischer Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss.[57] Beachtenswert ist, dass die beruflichen und schulischen Erfolge der Spanier nicht mit einem Verlust ihrer kulturellen Identität einhergehen. Viele Spanier betrachten sich nach wie vor als ethnische Spanier, sie schicken mehr Geld in ihre Heimat als Migranten anderer Herkunftsgruppen und planen häufiger, in ihre Heimat zurückzukehren.[58]

Resilienztraining bei der Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die US Army hat zusammen mit der University of Pennsylvania seit 2009 ein aufwändiges Resilienztraining für Soldaten und ihre Angehörigen sowie für zivile Mitarbeiter auf der Grundlage des Positive Psychology Program der Hochschule entwickelt und getestet.[59] Trainiert werden die emotionale, soziale, spirituelle, familiäre und physische Resilienz.[60] Das Training wird heute von privaten Einrichtungen angeboten.[61] Das Trainingsvolumen beträgt über 100 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das Training erfolgt sowohl während der Grundausbildung der Soldaten (Battlemind – Lifecycle) als auch in der spezifischen Einsatzvor- und Nachbetreuung (Battlemind – Deployment Cycle). Die Resilienz der Soldaten wird mittels eines Comprehensive Soldier & Family Fitness Score bewertet. Dieser Test steht auch in Form einer Online-Selbstbewertung zur Verfügung.[62]

Auch bei der Bundeswehr gewinnt die „psychische Ressourcenstärkung“[63] an Bedeutung, nachdem von Anfang 2009 bis Juli 2011 etwa 2500 Soldaten mit einer einsatzbedingten psychischen Erkrankung in einem Bundeswehrkrankenhaus behandelt wurden.

Grenzen der Resilienz und Kritik des Ansatzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Resiliente Personen besitzen die Fähigkeit, Möglichkeiten dort zu ergreifen, wo sie sich bieten. Doch dort, wo sich keine Möglichkeiten bieten, z. B. in wirtschaftlichen Dauerkrisen, sind selbst resiliente Personen machtlos. Elder warnt unter Bezug auf die Folgen der Großen Depression in den Jahren nach 1929: […] not even great talent and industry can ensure life success over adversity without opportunity (dt: nicht einmal großes Talent und Fleiß gewährleisten das Besiegen von Widrigkeiten, wenn die Gelegenheit fehlt).[64]

Kritiker wie Klaus Ottomeyer oder Thomas von Freyberg sehen in der allgegenwärtigen Verwendung des Resilienzbegriffs einen Hinweis auf die Tendenz zur Individualisierung gesellschaftlicher Risiken und zur Privatisierung sozialer Verantwortung. Ottomeyer spricht sogar vom „Neoliberalismus in der Psychotherapie“.[65] Der Resilienz-Hype suggeriere, dass ein Allheilmittel gegen Krisen und Probleme aller Art gefunden worden sei.

Die Kritik am Umgang mit dem Resilienz-Begriff sieht das Problem nicht in der Stärkung der Widerstandskraft der Menschen und der Unterstützung von Personen, sich vor Katastrophen zu schützen; jedoch in der damit einhergehenden Tendenz, gewaltsame Verhältnisse als gegeben zu akzeptieren und lediglich einen Umgang damit zu finden.[66] Dies führe dazu, so die weitere Kritik auf einer Tagung zum Thema „Fit für die Katastrophe? – Der Resilienzdiskurs in Politik und Hilfe“, organisiert von medico international, dass die Belastung und strukturellen Probleme aus dem Fokus geraten und als gegeben angenommen werden. Somit tritt eine Veränderung und Bekämpfung der bestehenden oder aufkommenden Probleme und der Ursachen in den Hintergrund. Dies unterstützt eine Tendenz der Entlastung politischer Akteure an der Bearbeitung und Vermeidung der Ursachen, hin zu einem individualisierten Umgang der Einzelpersonen mit den Symptomen.[67] Somit stabilisiere sie eher die prekären bzw. gewaltvollen Verhältnisse, welche potenziell zu Traumata führen, anstatt sie zu bearbeiten.[68]

Resiliente Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Soziologie hat den Resilienzbegriff aufgenommen und auf ganze Gruppierungen (Samtschaften) und Gesellschaften ausgeweitet. Doch ist im Vergleich zur individuellen und organisationalen Resilienzforschung die Erforschung gesellschaftlicher Resilienz noch vergleichsweise wenig entwickelt, wobei zugleich diese Systemebene weitaus komplexer und vielschichtiger ist.

Im Gesellschaftsdiskurs hat sich „Resilienz“ vor allem als direkter Gegenbegriff zur „Vulnerabilität“ (Verwundbarkeit) etabliert. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Frage um die Widerstands- und Regenerationsfähigkeit von Gesellschaften angesichts moderner und zunehmend unvorhersehbarer Risiken (Birkmann 2006), z. B. aufgrund von Umweltveränderungen und -katastrophen. Dieser Diskurs knüpft an die bereits in die 1970er Jahre zurückgehenden Forschungen zur Vulnerabilität und Interdependenz von Gesellschaften an, insbesondere von Seiten der Entwicklungsländerforschung (Bohle u. a. 1994) und der Humanökologie (Birkmann 2006). Daneben spielen auch menschenverursachte Sicherheitsrisiken eine Rolle, wie z. B. Terrorismus (Coaffee/Wood 2006). Aus politik- und sozialwissenschaftlicher Sicht rückt seit einigen Jahren auch immer stärker die Resilienz autoritärer Regime gegenüber zivilen Revolutionen in den Mittelpunkt des Interesses (Goldstone 2011; Fathi/Karolewski 2014).

In der Katastrophensoziologie wird Resilienz als robuste Widerstandskraft ganzer Gesellschaften gegen flächendeckende Verheerungen verstanden und vor allem im Bereich der sozialen Voraussetzungen eines wirksamen Selbstschutzes behandelt.[69]

In der ökologischen Forschung dient der Begriff zur Bezeichnung der Fähigkeit von Ökosystemen, sich nach Eingriffen oder Katastrophen wieder zu erholen (siehe Resilienz (Ökosystem)).

Somit haben sich sehr unterschiedliche Disziplinen die Begriffe „Resilienz“ und „Vulnerabilität“ angeeignet und konzentrieren sich dabei in ihren Untersuchungen auf unterschiedliche Resilienzdimensionen. Dabei liegt die Aufmerksamkeit in der Regel noch stark auf den „harten“ Faktoren. „Weiche Faktoren“ wie z. B. die Rolle von Religion und Spiritualität (Bönsel 2012), der Einfluss resilienzfördernder Tugenden (Palin 2011) sowie die Frage nach der sozialen Konstruktion von Bedrohung (Christmann u. a. 2011) wurden vergleichsweise wenig berücksichtigt. Eine Integration der unterschiedlichen Perspektiven im Diskurs um die resiliente Gesellschaft in einem disziplinübergreifenden Zusammenhang wurde bisher nur in Ansätzen versucht, so in den Arbeiten von Roland Benedikter und Karim Fathi (Fathi/Benedikter 2013; Benedikter/Fathi 2014). In einigen Forschungsbeiträgen erscheint Resilienz teils als ein den Wandel beschleunigender, teils eher als ein die systemische Trägheit begünstigender Faktor, der den gesellschaftlichen Wandel verlangsamt.[70] Kritiker werfen dem Resilienzdiskurs in der Umwelt- und Entwicklungspolitik vor, dass er von der Notwendigkeit einer konsequenten Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen ablenke.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Benedikter, Karim Fathi: Resilienz und Zivilreligion – Anforderungen an die widerstandsfähige Gesellschaft. Springer, Berlin, 2014, ISBN 978-3-658-02404-8.
  • Fabienne Berg: Übungsbuch Resilienz. 50 praktische Übungen, die der Seele helfen, vom Trauma zu heilen. Junfermann, Paderborn 2014, ISBN 978-3-95571-005-7 (Mit CD).
  • Christina Berndt: Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft. Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out. dtv, München 2013, ISBN 978-3-423-24976-8. (2. Auflage. 2015, ISBN 978-3-423-34845-4)
  • J. Birkmann: Assessing vulnerability before, during and after a natural disaster in fragile regions. Research Paper Nr. 2008/50 UNU-WIDER. Bonn, 2008.
  • J. Birkmann: Measuring Vulnerability to Natural Hazards: Towards Disaster Resilient Societies. United Nations Univ Pr, 2006.
  • H. Bohle, T. Downing, M. Watts: Climate Change and Social Vulnerability. Toward a sociology and geography of food insecurity. In: Global Environment Change, 1994, S. 37–48.
  • Regina Bönsel: Atempause jetzt! Spirituelles Stressmanagement nach S. H. Sri Sri Ravi Shankar. Kamphausen, Bielefeld, 2012, ISBN 978-3-89901-422-8.
  • Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. Wie wir unsere Resilienzkräfte entwickeln und in Krisen über uns hinauswachsen. OW Barth, München 2015, ISBN 978-3-426-29240-2.
  • Denis Mourlane: Resilienz: Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen. 4., revidierte Auflage. BusinessVillage, Göttingen 2013, ISBN 978-3-86980-191-9.
  • Anne Seifert: Resilienzförderung an der Schule: Eine Studie zu Service-Learning mit Schüler aus Risikolagen. VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18228-5.
  • Robert Brooks, Sam Goldstein: Das Resilienz-Buch. Wie Eltern ihre Kinder fürs Leben stärken – das Geheimnis der inneren Widerstandskraft (Originaltitel: Raising Resilient Children übersetzt von Ulrike Stopfel, Vorwort Edgar Friederichs) Klett, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-94421-1.
  • Boris Cyrulnik: Die Kraft, die im Unglück liegt. Von unserer Fähigkeit, am Leid zu wachsen. (Originaltitel: Un merveilleux malheur, übersetzt von Friedel Schröder und Rita Kluxen-Schröder) Goldmann-Taschenbuch 15109, München 2001, ISBN 3-442-15109-0.
  • Boris Cyrulnik: Mit Leib und Seele. Wie wir Krisen bewältigen. (Originaltitel: De chair et d'âme. übersetzt von Hainer Kober). Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-50038-7.
  • Boris Cyrulnik: Warum die Liebe Wunden heilt (Originaltitel: Parler d'amour au bord du gouffre. übersetzt von Christiane Landgrebe), Beltz, Weinheim/ Basel 2006, ISBN 3-407-85776-4.
  • Christa Diegelmann, Margarete Isermann (unter Mitarbeit von Gerald Hüther): Kraft in der Krise – Ressourcen gegen die Angst. Resilienz: Was kann die psychische Widerstandskraft stärken. Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-608-86027-6.
  • G. Christmann, O. Ibert, H. Kilper, T. Moss: Vulnerabilität und Resilienz in sozio-räumlicher Perspektive – Begriffliche Klärungen und theoretischer Rahmen. IRS Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Erkner 2011. irs-net.de
  • J. Coaffee, D. Wood: The “everyday” resilience of the city. In: Human security and resilience. (= ISP/NSC Briefing Paper. Nr. 06/01). Royal Institute of International Affairs, 2006.
  • K. Fathi, R. Benedikter: Was ist eine resiliente Gesellschaft? Plädoyer für ein neues Konzept sozialer Zukunftssicherung in Krisenzeiten. In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen. Heft 2, Juni 2013.
  • Thilo Eisenhardt: Dissoziales Verhalten. Ursachen und Prävention; eine psychologische Neubewertung im Kontext von Streßtheorie und Umweltpsychologie. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2005, ISBN 3-631-53049-8.
  • Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse: Resilienz. Reinhardt, München 2009, ISBN 978-3-497-02100-0.
  • Monika Gruhl: Die Strategie der Stehauf-Menschen: Krisen meistern mit Resilienz. Kreuz, Freiburg in Breisgau 2010, ISBN 978-3-7831-3444-5.
  • K. Fathi, I. Karolewski: Civil Revolutions in a Trans-cultural Comparison: Eastern Europe and the MENA-region. In: S. Arjomand (Hrsg.): The Arab Revolution of 2011: A Comparative Perspective. SUNY Press, 2015, ISBN 978-1-4384-5489-4.
  • A. Gebauer, U. Kiehl-Dixon: Das Nein zur eigenen Wahrnehmung ermöglichen – Umgang mit Extremsituationen durch Aufbau organisationaler Fähigkeiten. In: Roehl u. a.: Zeitschrift Organisationsentwicklung. Nr. 3, Düsseldorf 2009, S. 40–49.
  • Peter Grünewald, Maximilian Moser, Wolfgang Gutberlet: Wachsen am Widerstand: - Adaptive Resilienz: Leistungsfähig und gesund auch unter Belastung. WEG Verlag, Fulda 2015, ISBN 978-3-9817192-0-8.
  • J. Goldstone: Understanding the Revolutions of 2011: Weakness and Resilience in Middle Eastern Autocracies. In: Council on Foreign Relations, Foreign Affairs (Hrsg.): The New Arab Revolt. New York 2011, S. 329–343.
  • Julia Hille: Ressource ICH. Resilienz bei Kindern aus abhängigkeitsbelasteten Familien. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-10864-4.
  • Günther Opp, Michael Fingerle (Hrsg.): Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resilienz. Reinhardt, München 2007, ISBN 978-3-497-01908-3.
  • Fritz Oser, Albert Düggeli, Elke Gamboni, Jonas Masdonati: Zeitbombe »dummer« Schüler. Resilienzentwicklung bei minderqualifizierten Jugendlichen, die keine Lehrstelle finden. In: Beltz-Bibliothek. PVU Psychologie Verlagsunion, Basel/ Weinheim 2008, ISBN 978-3-621-27661-0.
  • Micheline Rampe: Der R-Faktor. Das Geheimnis unserer inneren Stärke. Knaur, München, ISBN 3-426-87260-9.
  • P. Palin: Learning from Japan: Sources of resilience. Homeland Security Watch. 25. März 2011. http://www.hlswatch.com/2011/03/25/learning-from-japan-sources-of-resilience/
  • Anne Seifert: Resilienzförderung an der Schule: Eine Studie zu Service-Learning mit Schüler aus Risikolagen. VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18228-5.
  • Bernd Vonhoff, Gerald Reischl: Erfolgsfaktor Sinn. Die Entdeckung der Zufriedenheit. Ueberreuter, Wien 2009, ISBN 978-3-8000-7444-0.
  • Rosmarie Welter-Enderlin, Bruno Hildenbrand (Hrsg.): Resilienz – Gedeihen trotz widriger Umstände. Auer, Heidelberg 2006, ISBN 3-89670-511-3.
  • K. E. Weick, K. M. Sutcliffe: Managing the unexpected: assuring high performance in an age of complexity. Jossey-Bass, San Francisco 2001.
  • Margherita Zander: Armes Kind – starkes Kind? Die Chance der Resilienz. VS, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15226-4.
  • Margherita Zander: Handbuch Resilienzförderung. VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16998-9.
  • M. Grünke: Resilienzförderung bei Kindern und Jugendlichen in Schulen für Lernbehinderte. Eine Evaluation dreier Programme zur Steigerung der psychischen Widerstandsfähigkeit. Pabst, Lengerich/ Berlin 2003, ISBN 3-89967-086-8.
  • Anja Hoffmann-Biencourt: Resilienz. In: Norbert Kühne: Praxisbuch Sozialpädagogik. Band 8, Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2010, ISBN 978-3-427-75416-9, S. 9–41.
  • Corina Wustmann: Resilienz. Widerstandsfähigkeit von Kindern in Tageseinrichtungen fördern. In: Wassilios E. Fthenakis (Hrsg.): Beiträge zur Bildungsqualität. Beltz, Weinheim/ Basel 2004, ISBN 3-407-56243-8.
  • Albert Wunsch: Mit mehr Selbst zum stabilen ICH! – Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung. Springer Spektrum, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-37701-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Resilienz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Artikel

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. B. Asendorpf, F. J. Neyer: Psychologie der Persönlichkeit. Springer, 2012.
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.tu-darmstadt.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven) TUD, Seminar Entwicklungspsychologie, Referat Resilienz. Download am 19. Dezember 2007.
  3. Viola Schreiber, Ernst-Ludwig Iskenius: Flüchtlinge: zwischen Traumatisierung, Resilienz und Weiterentwicklung. 2013, S. 5 ff. amnesty-heilberufe.de
  4. Schreiber, Iskenius, S. 9.
  5. Resilienzforschung – Wolfgang Battmann, Katrin Warnke: „Resilient.de: Info“ resilient.de
  6. Emmy E. Werner: The children of Kauai : a longitudinal study from the prenatal period to age ten. University of Hawaii Press, Honolulu 1971, ISBN 0-87022-860-9.
  7. Stefanie Maeck: Geheimnis psychischer Stärke: Die Unverwundbaren. Manche Menschen überstehen traumatische Erlebnisse scheinbar unangetastet. Hinter psychischer Stärke stecken häufig ein früh gefasster Lebensplan und der Glaube an sich selbst. Die Widerstandskraft lässt sich zum Teil erlernen - doch auch manches Äußere muss passen. In: Spiegel Online. 3. Februar 2013.
  8. Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. OW Barth, S. 328.
  9. Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. OW Barth, S. 328.
  10. Siehe z. B. R. K. Papadopoulos: Refugees, trauma and Adversity-Activated-Development. In: European Journal of Psychotherapy and Counseling. 9(3), 2007, S. 301–312; R. Schweitzer, J. H. Greenslade, A. Kagee: Coping and resilience in refugees from the Sudan: A narrative account. In: Australian and New Zealand Journal of Psychiatry. 41(3), 2007, S. 282–288.
  11. Brigit Obrist: Wie Gesundheit und Resilienz zusammenhängen. UniNova, Wissenschaftsmagazin der Universität Basel, Basel.
  12. Nathan Caplan u. a.: Indochinese Refugee Families and Academic Achievement. In: Scientific American. Februar 1992.
  13. a b c The Iowa Youth and Families Project (Memento vom 12. Dezember 2008 im Internet Archive) Download am 19. Dezember 2007.
  14. Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik; Dokumentation der Fachtagung Resilienz - Was Kinder aus armen Familien stark macht. am 13. September 2005 in Frankfurt am Main
  15. Herbert Fröhlich: Risiko- und Schutzfaktoren: Forschungsergebnisse und Interventionsmöglichkeiten unter besonderer Berücksichtigung von Armut. In: Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V.: Arme Familien gut beraten. Hilfe und Unterstützung für Kinder und Eltern. Materialien zur Beratung. Band 12, 2004.
  16. Alexandra Sann, Kathrin Thrum: Opstapje – Schritt für Schritt. Praxisleitfaden. Deutsches Jugendinstitut e. V., 2005.
  17. a b N. Haan: Proposed Modell of Ego functioning: Coping and defense mechanisms in relationship to I.Q. changes. In: Psychological Monographs: General and Applied. 77, 1963, S. 1–23.
  18. a b N. Haan: Coping and defending: Processes of self-environement organization. Academic Press, New York 1977.
  19. a b S. Goldberg: Social competence in infancy: a model of parent-infant interaction. In: Merril-Palmer Quarterly. 23, 1977, S. 163–177.
  20. a b A. Moriarty, P. Toussieng: Adolescent Coping. Grune und Stratton, New York 1976.
  21. a b L. Murphy, A. Moriarty: Vulnerability, coping and growth from infancy to to adolescence. Yale University Press, New Haven, Conn. 1976.
  22. a b K. H. Nuechterlein: Compentent disadvantaged children: A review of research. Doktorarbeit. University of Minnesota, 1970.
  23. a b N. Garmezy: Children at risk: The search for antecedents of schizophrenia. In: Schizophrenia Bulletin. 8 und 9, 1974.
  24. a b N. Garmezy: The study of compentence in children at risk for severe psychopathology. In: E. J. Anthony, C. Koupernik (Hrsg.): The child in his family: Children at psychiatric risk. Band III, Wiley, New York 1974.
  25. a b N. Garmezy, K. H. Nuechterlein: Invulnerable children: The fact and fiction of competence and disadvantage. 1972.
  26. dpa: Kinder reicher Eltern sind weniger einfühlsam. auf: badische-zeitung.de, Panorama, 11. Mai 2011, (aus: Psychologie Heute.) (15. Mai 2011)
  27. Amber Anderson Johnson: Want Better Grades? Go to Church. In: Christianity Today. Mai 2002.
  28. a b Emily Chamlee-Wright, Virgil Henry Storr: Club Goods and Post-Disaster Community Return. In: Rationality and Society. 21 (4), 2009.
  29. Carl L. III Bankston, Min Zhou: Effects of Minority Language Literacy on the Academic Achievement of Vietnamese Youths in New Orleans. In: Sociology of Education. 68, 1995, S. 1–17.
  30. S. Scarr, L. McCartney: How people make their own environments: A theory on genotype environment effects. In: Child Development. 54, 1983, S. 424–435.
  31. MAOA, maltreatment, and gene–environment interaction predicting children's mental health: new evidence and a meta-analysis
  32. Early trauma and increased risk for physical aggression during adulthood: the moderating role of MAOA genotype. In: PLoS One. 2(5), 30. Mai 2007, S. e486.
  33. Timothy K. Newman, Yana V. Syagailo u. a.: Monoamine oxidase A gene promoter variation and rearing experience influences aggressive behavior in rhesus monkeys. In: Biol Psychiatry. 57(2), 15. Januar 2005, S. 167–172.
  34. David Huizinga, Brett C. Haberstick u. a.: Childhood Maltreatment, Subsequent Antisocial Behavior, and the Role of Monoamine Oxidase A Genotype. In: Biol Psychiatry. Oktober 60(7), 2006, S. 677–683.
  35. Role of genotype in the cycle of violence in maltreated children
  36. A Non-Additive Interaction of a Functional MAO-A VNTR and Testosterone Predicts Antisocial Behavior
  37. Wendy Mogel: The Blessings of a Skinned Knee: Using Jewish Teachings to Raise Self-Reliant Children. Scribner, New York/ London/ Toronto/ Sydney/ Singapore 2001, ISBN 0-684-86297-2. eingeschränkte Online-Version in der Google-Buchsuche-USA
  38. S. Ahmand u. a.: Earthquake impact in a remote South Asian population: Psychosocial factors and posttraumatic symptoms. In: Journal of Traumatic Stress. 23, 2010, S. 408–412.
  39. C. S. North, C. R. Cloninger: Personality and major depression among directly exposed survivors of the Oklahoma city bombing. In: Depression Research and Treatment. 2012, Article ID: 204741
  40. O. Hjemdal u. a.: The relationship between resilience and levels of anxiety, depression, and obsessive-compulsive symptoms in adolescents. In: Clinical Psy- chology & Psychotherapy. 18, 2011, S. 314–321. doi:10.1002/cpp.719.
  41. B. Engmann: Could Resilience Predict the Outcome of Psychiatric Rehabilitation Patients? In: Journal of Depression. 02 (2), 2013, S. 7. doi:10.4236/ojd.2013.22002.
  42. Andrea Michel: Resilienz bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In: Erich Marks, Wiebke Steffen (Hrsg.): Starke Jugend – Starke Zukunft. Mönchengladbach 2008, S. 95–106.
  43. William Caudill, George De Vos: Achievement, Culture and Personality: The Case of the Japanese American. In: American Anthropologist. Band 56 (6), 1956, S. 1102–1125.
  44. Richard N. Adams: Cultural Components of Central America. (Memento vom 16. April 2008 im Internet Archive) In: American Anthropologist. Vol. 58 (5), 1956, S. 881–907. Download am 31. Januar 2008.
  45. a b Nathan Caplan u. a.: Indochinese Refugee Families and Academic Achievement. In: Scientific American. Februar 1992, S. 24.
  46. Jawanza Kunjufu: Black Students/Middle Class Teachers. African American Images, 2002, ISBN 0-913543-81-0.
  47. A. Wunsch: Mit mehr Selbst zum stabilen ICH!: Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung. S. 27, Z. 2 f.
  48. Nathan Caplan u. a.: The Boat People and Achievement in America: A study of family life, hard work, and cultural values. University of Michigan Press, 1989, ISBN 0-472-09397-5; David W. Haines (Hrsg.): Refugees as immigrants: Cambodians, Laotians and Vietnamese in America. Rowman & Littlefield Publishers, 1989, ISBN 0-8476-7553-X; Nathan Caplan u. a.: Indochinese Refugee Families and Academic Achievement. In: Scientific American. Februar 1992, S. 18–24.
  49. John A. Clausen: American lives: looking back at the children of the great depression. University of California Press, Berkeley, Calif. u. a. 1995.
  50. G. H. Elder: Children of the Great Depression: Social Change in Life Experience. University of Chicago Press, Chicago 1974.
  51. G. H. Elder: Children of the Great Depression. University of Chicago Press, Chicago 1974, S. 160.
  52. Glen H. Elder, Rand D. Conger: Children of the Land: Adversity and Success in Rural America. University of Chicago Press, 2000, ISBN 0-226-20266-6.
  53. Audry Clark, Janette Hanisee: Intellectual and Adaptive Performance of Asian Children in Adoptive American Settings. In: Developmental Psychology. Band 18, Nr. 4, 1982, S. 595–599.
  54. „Die Migrationssituation bedeutet einen gravierenden Bruch im Lebensverlauf und erfordert tief greifende Reorientierungsleistungen, wie z. B. der Verlust von Bindungen und der gewohnten Lebensumwelt sowie die Neuschaffung sozialer Netzwerke, Sprachprobleme, kulturelle Orientierungsprobleme, Status- bzw. Anerkennungsdefizite, Schwierigkeiten beim Abgleich von Normen und Werten oder rechtliche und soziale Problemlagen.“ Michel 2008, S. 102.
  55. B. von Breitenbach: Italiener und Spanier als Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland. München/ Mainz 1982, S. 120 f.; D. Thränhardt: Einwanderer-Kulturen und soziales Kapital. In: D. Thränhardt, Uwe Hunger (Hrsg.): Einwanderer-Netzwerke und ihre Integrationsqualität in Deutschland und Israel. Münster/ London 2000, S. 32 f.
  56. B. von Breitenbach: Italiener und Spanier als Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland. München/ Mainz 1982.
  57. Gut angekommen. In: Die Zeit. 6. Juli 2006, Zugriff am 20. November 2007.
  58. Dietrich Thränhardt: Spanische Einwanderer schaffen Bildungskapital: Selbsthilfe-Netzwerke und Integrationserfolg in Europa. (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive) Zugriff am 20. November 2007.
  59. Film auf YouTube
  60. Website der US Army Zugriff 26. Juni 2014.
  61. Website des Resilience Training Institute Zugriff 26. Juni 2014.
  62. csf2.army.mil
  63. Psychische Ressourcenstärkung bei VN-Beobachtern zur Prävention einsatzbedingter psychischer Störungen – eine Pilotstudie
  64. G. H. Elder: 25th Anniversary Edition of Children of the Great Depression. Westview Press, Boulder, CO 1999, ISBN 0-8133-3342-3, S. 26.
  65. So der Titel seines Vortrags auf dem Symposion Fit für die Katastrophe? Der Resilienzdiskurs in Politik und Hilfe. stiftung medico international, Frankfurt, 6. Juni 2015.
  66. Thomas Gebauer: Aktuelle Konzepte zur Krisenbewältigung stabilisieren genau jene Verhältnisse, die Krisen hervorrufen. In: medico international: rundschreiben 02/15.
  67. Usche Merk: Vom Trauma zur Resilienz. Auf medico.de.
  68. Thomas Gebauer: Aktuelle Konzepte zur Krisenbewältigung stabilisieren genau jene Verhältnisse, die Krisen hervorrufen. In: medico international: rundschreiben. 02/15.
  69. Vgl. Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern: Dritter Gefahrenbericht. (= Zivilschutz-Forschung. Neue Folge. Band 59). Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bonn 2006.
  70. Axel Schaffer, Eva Lang, Susanne Hartard (Hrsg.): Systeme in der Krise im Fokus von Resilienz und Nachhaltigkeit. Metropolis Verlag, München 2014.