Duodenalatresie

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Klassifikation nach ICD-10
Q41.0 Angeborene(s) Fehlen, Atresie und Stenose des Duodenums
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Duodenalatresie ist eine angeborene Entwicklungsstörung, bei der das Lumen des Zwölffingerdarmes nicht durchgängig ist. Dies ist entweder durch ein Fehlen eines Darmanteiles (eine echte Atresie), eine Membran im Darmlumen oder eine Fehlanlage der Bauchspeicheldrüse bedingt (ringförmige Fehlanlage der Bauchspeicheldrüse Pancreas anulare), wobei man in diesem Fall eher von einer Duodenalobstruktion spricht. Die fehlende Durchgängigkeit bewirkt, dass sich vor der Geburt Magen und Darmanteil vor der Atresie stark aufweiten und der übrige Darm klein bleibt, da das geschluckte Fruchtwasser diesen Darmanteil nicht erreicht.

Häufigkeit[Bearbeiten]

Die Häufigkeit des Auftretens beträgt 1:7.000. Die Duodenalatresie bei Pancreas anulare findet man gehäuft bei Kindern mit Trisomie 21.

Symptome[Bearbeiten]

Die Säuglinge erbrechen, da die Nahrung nicht passieren kann. Weitere mögliche Krankheitszeichen sind galliges Erbrechen, eingesunkener Unterbauch, klares (Magensaft-)Erbrechen oder ein vorgewölbter Oberbauch.

Diagnostik[Bearbeiten]

Bei Ultraschalluntersuchungen (vorgeburtlich im Rahmen von Pränataldiagnostik) fällt eine Duodenalatresie durch das sogenannte „Double-bubble-Phänomen“ auf: Der Magen des ungeborenen Kindes ist mit Flüssigkeit gefüllt (erste Blase / „Bubble“) und auch das Duodenum (Zwölffingerdarm) weist Flüssigkeit auf (zweite Blase / „Bubble“). Nebeneinander liegend zeigt sich aufgrund dessen im Ultraschall das Bild einer Doppel-Blase (sog. „Double-Bubble“).[1], [2]

Das gleiche Phänomen kann auch nach der Geburt durch eine Röntgenuntersuchung gesehen werden. Dadurch, dass sich der obere Magen-Darmtrakt nach der Geburt mit Luft füllt, entsteht eine Luftblase im Magen, sowie eine im Duodenum. Der übrige Darmtrakt ist luftleer.

Therapie[Bearbeiten]

Die Therapie erfolgt nachgeburtlich (postnatal) so bald es geht operativ. Bis dahin wird eine Magensonde eingeführt, um dem Sekret (Speichel, Magensaft, Dünndarmsaft), das nicht in den weiteren Dünndarm fließen kann, eine Abflussmöglichkeit nach außen zu geben. Bei der Operation wird je nach Ursache der Atresie entweder der Darm eröffnet und die Membran durchtrennt, die Darmanteile aneinandergenäht oder, wenn die Größenunterschiede zwischen oberem und unterem Anteil zu groß sind, vorübergehend ein Enterostoma angelegt, das dann später wieder entfernt wird. Nach der Operation kann es aufgrund von massiven Aufweitungen des Duodenums und damit einhergehenden Passagestörungen längere Zeit dauern, bis ein vollständiger Kostaufbau durch den Mund erfolgen kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  1. Sonografie Abbildung 1
  2. Sonografie Abbildung 2
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