E-Ticket

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Buchungsbestätigung der Fluggesellschaft easyJet von 2007
Ein Aztec-Code auf dem Mobiltelefon

Ein Elektronisches Ticket, kurz E-Ticket, ist ein Ticket, das als Alternative zu Fahrkarten aus Papier Verwendung findet. 92 Prozent aller weltweit ausgestellten Flugtickets waren nach einer Schätzung der International Air Transport Association im Dezember 2007 E-Tickets.[1]

Grundsätzlich sind zwei Arten von E-Tickets zu unterscheiden. Am weitesten verbreitet sind E-Tickets, die als papierloser Ersatz für eine Fahr- oder Eintrittskarte dienen, aber keine Fahr- bzw. Eintrittskarte im eigentlichen Sinn sind, sondern vielmehr eine Buchungsbestätigung. Für diese werden beim Kauf eines E-Tickets die Identität des Kunden und seine (Reise-)Daten registriert. Bei Einlösung der Buchungsbestätigung muss er seine Identität nachweisen und erhält dann die eigentliche Fahr- bzw. Eintrittskarte, die Dienstleistung oder – im Falle einer Flugbuchung – die Bordkarte ausgehändigt. Echte E-Tickets stellen demgegenüber vollwertige Fahrkarten dar.

E-Tickets im ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ÖPNV kommen inzwischen echte E-Tickets zum Einsatz (siehe eTicket Deutschland). Der Fahrschein existiert hier nur noch als Datensatz, der verschlüsselt auf einer Chipkarte abgespeichert ist. Um die Echtheit eines solchen E-Tickets zu prüfen, benötigt der Kontrolleur ein elektronisches Lesegerät mit Sicherheitsmodul (Secure Application Module, SAM), das das E-Ticket entschlüsseln kann.

E-Tickets sind weitgehend fälschungssicher. In der Variante, in der das E-Ticket gegen ein Papierticket ausgetauscht wird, findet eine Überprüfung in der Datenbank des Herausgebers statt. Bei einem echten E-Ticket hingegen erschwert die elektronische Verschlüsselung eine Fälschung.

Für E-Tickets im Öffentlichen Personenverkehr gibt es einen deutschlandweiten Standard: die VDV-Kernapplikation.

Einsatzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

E-Tickets sind am weitesten im Luftverkehr verbreitet, aber auch in allen anderen Bereichen des öffentlichen Verkehrs sowie als Eintrittskarten auf Messen und anderen Großveranstaltungen anzutreffen.

Elektronisch verschlüsselte E-Tickets kommen in Deutschland derzeit unter anderem im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, im Verkehrsverbund Rhein-Sieg, im Rhein-Main-Verkehrsverbund, beim KreisVerkehr Schwäbisch Hall, im Mitteldeutschen Verkehrsverbund, im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, bei den Stadtwerken Augsburg und in der Allianz Arena zum Einsatz.

Vorteile des E-Tickets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die digitale Erfassung der Daten können diese auch entsprechend flexibel verändert werden. Auch zeitkritische Buchungen können durch die elektronische Abwicklung beschleunigt werden. So lassen sich problemlos Last-Minute Buchungen durchführen.

Im Bereich ÖPNV muss das Ticket nicht mehr am Automaten gezogen und anschließend im jeweiligen Verkehrsmittel entwertet werden. Ticket-Erstattungen können ebenfalls wieder direkt auf das Bankkonto zurückgebucht werden, mit dem der Passagier das E-Ticket gekauft hat.

Nachteile des E-Tickets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es kann manchmal zu Unlesbarkeit des elektronischen Tickets kommen. Und Kunden können nachträglich trotz belegbarem Ticketkauf beschuldigt werden, dass nicht alles in Ordnung war und Inkassofirmen auf sie angesetzt werden, erhebliche Nachzahlungen zu leisten.[2]

Einführung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2017 wurde berichtet, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt eine digitale Fahrkarte zur Vernetzung der Bus- und Bahn-Dienste aller Städte sowie auf längere Sicht auch zur Buchung von Parkplätzen und Carsharing-Angeboten plant.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Papiertickets im Flugverkehr sterben nicht ganz aus. In: heise.de
  2. Passenger threatened with court for using screenshot of e-ticket, The Guardian vom 29. Juni 2019, abgerufen selbigen Datums
  3. E-Ticket: Deutschland schafft die Papierfahrscheine ab. In: Golem.de. 6. Januar 2017, abgerufen am 27. März 2017.
  4. Öffentlicher Nahverkehr: Dobrindt plant digitale Fahrkarte für alle Städte. In: Die Zeit. 6. Januar 2017, abgerufen am 6. Januar 2017.