Eating Raoul

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Filmdaten
Deutscher TitelEating Raoul
OriginaltitelEating Raoul
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1982
Länge83[1] Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegiePaul Bartel
DrehbuchPaul Bartel,
Richard Blackburn
ProduktionRichard Blackburn,
Anne Kimmel
MusikArlon Ober
KameraGary Thieltges
SchnittAlan Toomayan
Besetzung

Eating Raoul ist eine US-amerikanische schwarze Komödie des Regisseurs Paul Bartel der zusammen mit Richard Blackburn auch das Drehbuch schrieb. Die Uraufführung des Low-Budget-Films war am 24. März 1982 in den Vereinigten Staaten. Bei den Internationalen Hofer Filmtagen 1982 kam es zur ersten Präsentation in der Bundesrepublik Deutschland.[2] In den bundesrepublikanischen Lichtspielhäusern war der Film erstmals am 17. Dezember 1983 zu sehen.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gerade entlassene Weinfachverkäufer Paul und seine als Krankenschwester arbeitende Frau Mary träumen von einer Restaurant-Eröffnung. Während Mary das Abendessen für den anstehenden Maklerbesuch vorbereitet, gerät Paul wider Willen in einer Nachbarwohnung in eine Swinger-Party. Von dort wiederum schleicht sich ein Besucher in das Appartement der biederen Eheleute. Der zurückkehrende Paul erschlägt den Mary sexuell bedrängenden Mann mit einer Bratpfanne. Sie entnehmen dem Toten das Bargeld und werfen ihn in den Müllschlucker.

Nachdem ein Kreditantrag abgelehnt wurde und Paul einem Betrüger aufgesessen ist, zeigt sich, wie prekär die finanzielle Lage der beiden ist. Beim nächsten lüsternen Wohnungseindringling bewährt sich die Pfanne abermals, sodass Mary auf die Idee kommt, gezielt „Perverslinge“, wie sie sie nennt, per Inserat anzulocken, um diese niederzustrecken und auszunehmen. Das Verdienstmodell stellt sich zwar als anstrengender als gedacht heraus, floriert aber.

Der Kleinkriminelle Raoul kommt dem Paar auf die Schliche. Sein Angebot, die Leichen zu übernehmen und zu Geld zu machen, nehmen sie an. Einige Zeit später spioniert Paul Raoul nach und stellt fest, dass die Kleidung im Secondhandladen, die Autos beim Gebrauchtwagenhändler und die Körper in der Hundefutterfabrik mehr Geld einbringen als Raoul angibt. Als das Paar auf eigene Faust wirtschaftet, kommt es zum Konflikt, der mit einem Bratpfannenhieb auf Raouls Kopfs beendet ist. Da dies eine Dreiviertelstunde vor dem geplanten Vertragsabschluss mit dem Makler geschieht, kredenzen sie kurzerhand den zerlegten Raoul zum Abendessen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eating Raoul wurde innerhalb von 22 Tagen im kalifornischen Los Angeles abgedreht.[4][5] Die Produktionskosten beliefen sich auf geschätzte 350.000 US-Dollar.[6]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Bösartige schwarze Komödie, die als Satire auf die Sexbesessenheit des Kleinbürgers und Praktiken kapitalistischer Profitmaximierung um jeden Preis zwischen makabrer Posse und albernem Humor pendelt. Optisch dezent, drastisch im Dialog.“

„Rabenschwarz, bitter-böse und sehr lustig!“

„Er ist zwar makaber, aber zugleich so bieder, wie es das schreckliche Paar zeitlebens bleiben wird – und aus diesem Widerspruch von Sein und Tun wären noch ganz andere Funken zu schlagen gewesen.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eating Raoul wurde für den Saturn Award 1983 als bester Low-Budget-Film nominiert. Mary Woronov erhielt für ihre Rolle der Mary Bland eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin.

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arlon Ober, Los Lobos – Eating Raoul – Original Motion Picture Soundtrack. Varèse Sarabande 1982 – STV 81164[9]

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eating Raoul wurde als Musical adaptiert und in einer Off-Broadway-Produktion im Jahr 1992 im Union Square Theatre in New York City uraufgeführt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eating Raoul. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 18. Mai 2015.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Alle Filme der Hofer Filmtage … Filmdatenbank. In: hofer-filmtage.de. Abgerufen am 23. Mai 2015.
  3. Eating Raoul. In: Zelluloid.de. Archiviert vom Original am 17. Mai 2015; abgerufen am 31. August 2018.
  4. Eating Raoul – Eine Satire aus den frühen 1980ern. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kino-zeit.de. Archiviert vom Original am 17. April 2015; abgerufen am 18. Mai 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kino-zeit.de
  5. Eating Raoul – Filming Locations. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 18. Mai 2015 (englisch).
  6. Eating Raoul – Business. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 2. Juni 2015 (englisch).
  7. Eating Raoul. In: cinema.de. Abgerufen am 18. Mai 2015.
  8. HS: Eating Raoul. In: Frankfurter Rundschau. Dezember 1983, Neuer Film in Frankfurt.
  9. Arlon Ober – Eating Raoul – Original Motion Picture Soundtrack. In: Discogs. Abgerufen am 31. August 2018 (englisch).
  10. Eating Raoul. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Internet Off-Broadway Database. Archiviert vom Original am 21. Mai 2015; abgerufen am 18. Mai 2015 (englisch).