Edelfingen

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Edelfingen
Wappen von Edelfingen
Koordinaten: 49° 30′ 51″ N, 9° 45′ 4″ O
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 7,48 km²
Einwohner: 1366 (2014)
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 97980
Vorwahl: 07931

Edelfingen ist ein Stadtteil von Bad Mergentheim und liegt im Nordosten Baden-Württembergs an der Tauber. Am 1. Januar 1975 wurde Edelfingen im Rahmen der Gemeindereform nach Bad Mergentheim eingemeindet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edelfingen liegt drei Kilometer nordwestlich von Bad Mergentheim an der Tauber. Die Wohngebiete befinden sich teilweise an den nördlichen und südlichen Hängen des Taubertals. Nachbarorte Edelfingens sind, im Uhrzeigersinn, Löffelstelzen, Bad Mergentheim, Dainbach, Unterbalbach und Oberbalbach.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mit Rechtsverordnung vom 30. August 1994 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Edelfingen mit der WSG-Nr. 128125 umfasst eine geschützte Fläche von 230,72 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde Edelfingen erstmals in einer Würzburger Urkunde von 1207 als „Utelfi(n)gen“[1] erwähnt. Archäologische Funde weisen aber auf eine frühere Besiedelung hin.

Im Alten Reich war Edelfingen ein Kondominium des Deutschen Ordens und der Herren von Hatzfeld und von Adelsheim. 1794 fiel der Anteil der Herren von Hatzfeld an das Hochstift Würzburg und 1803 mit der Säkularisierung an den Fürsten zu Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg.

1806 fiel ein Achtel des Ortes an das Großherzogtum Baden, zwei Achtel des Dorfes gingen ebenfalls im Jahre 1806 von den Fürsten zu Hohenlohe an das Königreich Württemberg. Die restlichen fünf Achtel im ehemaligen Besitz des Deutschen Ordens kamen 1809 an Württemberg. Erst mit dem Staatsvertrag von 1846 endete das Kondominium mit Baden und Edelfingen wurde komplett württembergisch. Der Ort gehörte zum Oberamt Mergentheim. 1938 kam Edelfingen im Zuge einer Verwaltungsreform in der NS-Zeit zum Landkreis Mergentheim und 1973 durch die Kreisreform in Baden-Württemberg zum Main-Tauber-Kreis.

Am 1. Januar 1975 wurde Edelfingen in die Stadt Bad Mergentheim eingegliedert.[2]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Edelfingen gibt es sowohl eine evangelische als auch eine katholische Gemeinde. Die noch stets bestehende Verteilung ist an der Größe der Kirchen erkennbar.

Jüdische Gemeinde Edelfingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juden gab es in Edelfingen seit dem Mittelalter. Bis 1938 besaß Edelfingen eine signifikante jüdische Gemeinde.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Edelfingens zeigt einen in Rot bewurzelten, silbernen Apfelbaum. Der Ort unterhält seit dem 28. Mai 1967 eine Partnerschaft mit Sainte-Marie-du-Mont (Normandie, Frankreich). Edelfingen liegt als zu Bad Mergentheim gehörig im Bundestagswahlkreis 276 Odenwald-Tauber.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche im Herbst 2013

Im Edelfinger Ortskern befindet sich die evangelische Kirche mit einer Skulpturensäule von Leo Wirth. Daneben weist die Kirche ein Altargitter mit integriertem Taufbecken auf. Die evangelische Kirche ist mit ihrer Lage am Taubertalradweg als Radwegekirche ausgewiesen.[5]

Am Ortseingang aus Bad Mergentheim kommend befindet sich die katholische Kapelle.

Auf dem südwestlichen Taubertalhang befindet sich die Theobaldruine. Sie ist von der B 290 aus gut erkennbar.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Bad Mergentheim-Edelfingen

Der Haltepunkt Bad Mergentheim-Edelfingen liegt an der Taubertalbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Goez: Einwohner- und Familienbuch Edelfingen bis 1876. 516 Seiten, Reihe dt. OSB: Reihe B Band 285

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edelfingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edelfingen. LEO-BW, Landeskunde entdecken online, abgerufen am 16. März 2015.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469.
  3. Alemannia Judaica: Edelfingen (Stadt Bad Mergentheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  4. Bundeswahlleiter. Abgerufen am 19. März 2018.
  5. Tourismusverband Liebliches Taubertal (Hrsg.): Radwegekirchen. Broschüre. 12 Seiten. Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Tauberbischofsheim, S. 8.