Eder & Heylands Brauerei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eder & Heylands Brauerei GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1882
Sitz Großostheim, Bayern
Leitung
  • Ev Eder-Widmann
  • Friedbert Eder
  • Peter Scholl
Branche Brauerei
Website www.eder-heylands.de
Stand: 2015

Die Eder & Heylands Brauerei ist eine in Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) ansässige Brauerei.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1779 wurde die Eder-Brauerei zum ersten Mal erwähnt. 1979 wurde die Großostheimer Schwanenbrauerei in das Unternehmen integriert. 1983 schloss sich die alteingesessene Aschaffenburger Bavaria-Brauerei dem Unternehmen an. 1991 kam die Schlossbrauerei zu Thüngen dazu. Im Jahr 1998 fusionierten die Eder-Brauerei und die Heylands Brauerei zur neuen Eder & Heylands Brauerei.

Die Brauerei bietet Biere der Marken Eder's, Bavaria, Heylands und Schlappeseppel an. Schlappeseppel ist der Name eines Gasthauses in Aschaffenburg und der dort bis 1975 ansässigen Brauerei.

Die Brauerei Schlappeseppel wurde 1803 gegründet. Die (auch auf dem rückwärtigen Etikett der Schlappeseppel-Export Bierflasche) häufig kolportierte Geschichte, dass die Brauerei 1631 von einem Soldaten gegründet wurde, muss ins Reich der Legenden verwiesen werden.[2] 1975 wurde der Braubetrieb beendet und 1978 die Markenrechte an die Brauerei Heylands in Aschaffenburg verkauft. Die Marke wurde mit dem Verkauf von Heylands zunächst Eigentum der März-Gruppe, dann von Henninger, von Dietmar Hopp und ab 1998 von Eder & Heylands. Das Gasthaus Brauerei Schlappeseppel firmierte weiter unter diesem Namen, serviert aber nun Bier der Brauerei Faust.

Die Marke Schlappeseppel ist die umsatzstärkste der vier Marken des Unternehmens und liefert die Hälfte des Umsatzes. Mit dem Kauf durch Eder & Heylands wurde Umsatz und Bekanntheit der Marke deutlich gesteigert. Dazu trug auch die Verwendung von Bügelverschlussflaschen beim Schlappeseppel Special (dem sogenannten „Seppelchen“) bei.

Der Bierausstoß lag 2009 bei 300.000 Hektoliter (zum Vergleich 1986 700.000 hl).

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eder's[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eder's Pilsener
  • Eder's Export

Bavaria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bavaria Weizenbier hell
  • Bavaria Weizenbier alkoholfrei – isotonisch

Heylands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heylands Export
  • Heylands Pilsener
  • Brown Shuga, Biermix aus 50 % Exportbier und 50 % Cola, koffeinhaltig

Schlappeseppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Export
  • Pils (mit und ohne Alkohol)
  • Helles
  • Seppelsche
  • Kellerbier
  • Landbier
  • Weißbier
  • Weißbier dunkel
  • Weißbier alkoholfrei
  • Dunkel
  • Winterbock (September bis Dezember des Jahres)
  • gestacheltes Festmärzen (nur 2016 anlässlich Schlappeseppel Marktplatzfest)
  • Frühlingsbote Weizenbock (nur 2017 Saison Bier)
  • Craftbier Quartett (nur 2018 im 1. Quartal)

Kalt-Loch Dunkel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 stellte die älteste Brauerei Miltenbergs, die Kalt-Loch-Bräu, den Braubetrieb ein. Kalt-Loch Dunkel wird seither in der Eder & Heylands Brauerei gebraut.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009 wurde das "Schlappeseppel Special" vom Pro-Bier-Club Deutschland zum Bier des Jahres gewählt.[3]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einmal jährlich, meist im April, findet an einem Wochenende ein Brauereihoffest auf dem Brauereigelände und in einer zum bayerischen Festzelt umdekorierten Halle statt.
  • Nachdem zum 1. Oktober 2011 ein auf 33 Jahre geschlossener Bierlieferungsvertrag mit Heylands auslief, entschied sich der Eigentümer des Schlappeseppel-Traditionsgasthauses in Aschaffenburg, dazu, Bier künftig vom 1654 gegründeten Brauhaus Faust aus Miltenberg auszuschenken. Bereits Anfang der 90er Jahre hatte er versucht, den Vertrag gerichtlich aufheben zu lassen. Der Name des Gasthauses blieb jedoch unverändert. Gegen den Wechsel protestierten mehrere tausend Menschen in der Facebook-Benutzergruppe "Gegen den Ausschank von Faust Bier in der Brauereigaststätte Schlappeseppel".[4]
  • Die Schlappeseppel-Bierdeckel wurden von dem Karikaturistenduo Greser & Lenz gezeichnet. Mittlerweile gibt es über 60 verschiedene Karikaturen. Die Bierdeckel sind zu Sammlermotiven geworden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carsten Pollnick: Also, um acht beim Schlappeseppel: Geschichten und Anekdoten aus dem alten Aschaffenburg. 2005, ISBN 3831310459
  • Carsten Pollnick: Auf ein Bier zum Schlappeseppel – Geschichten und Anekdoten aus dem alten Aschaffenburg. 2007, ISBN 3831316414

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hintergrund: Das neue Lager der Eder- und Heylands-Brauerei. In: Main-Echo, 13. April 2010. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  2. F.A.Z., 10.06.2006: Schlappeseppels Jubiläum fällt aus. In: FAZ.net. 9. Juni 2006, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  3. Schlappeseppel Eine schöne Geschichte . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2009. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  4. Schlappeseppel ohne Schlappeseppel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. August 2011. Abgerufen am 13. Juli 2013.