Großostheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Großostheim
Großostheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Großostheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 137 m ü. NHN
Fläche: 44,31 km²
Einwohner: 16.372 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 369 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63762
Vorwahl: 06026
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 122
Marktgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Großostheim
Schaafheimer Str. 33
63762 Großostheim
Webpräsenz: www.grossostheim.de
Bürgermeister: Herbert Jakob (CSU)
Lage des Marktes Großostheim im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Luftbild von Großostheim

Großostheim ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg. Die Einwohner Großostheims bezeichnen sich selbst als „Äisdemer“, den Ort selbst als Oustem.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großostheim liegt am nordöstlichen Rand des Odenwalds in der Region Bayerischer Untermain. Durch den Hauptort sowie die Ortsteile Pflaumheim und Wenigumstadt fließt der Welzbach, der in Klein-Umstadt entspringt und über den Park Schönbusch in den Main mündet. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 284 m ü. NN am Bolachberg südlich von Wenigumstadt, der niedrigste liegt am See des Freizeitgebietes Sonneck auf 114 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großostheim hat vier Ortsteile:[2][3] (f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing ) Während Ringheim schon immer ein Ortsteil und zur Gemarkung von Großostheim zugehörig war, sind Pflaumheim und Wenigumstadt erst seit der Gemeindegebietsreform vom 1. Mai 1978 Ortsteile.

Gemeindeteil Gemarkungs-
fläche (ha)
Bevölkerung
1. Jan. 2007
Koordinaten
Großostheim 2717,59 8.296 49° 55′ 0″ N, 9° 5′ 0″ O
Pflaumheim 818,54 2.847 49° 54′ 32″ N, 9° 3′ 34″ O
Ringheim gehört zu Großostheim 3.317 49° 55′ 50″ N, 9° 2′ 8″ O
Wenigumstadt 895,11 2.002 49° 53′ 36″ N, 9° 2′ 29″ O
Gemeinde Großostheim 4431,24 16.462 49° 55′ 0″ N, 9° 5′ 0″ O

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt
Babenhausen
Markt
Stockstadt am Main
Stadt
Aschaffenburg
Gemeinde
Schaafheim
Nachbargemeinden Gemeinde
Niedernberg
Gemeinde
Mömlingen

Gemeinsam mit Stockstadt am Main und der benachbarten hessischen Gemeinde Schaafheim bildet die Marktgemeinde die historische Region Bachgau.

Etymologie des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Großostheim besteht aus den althochdeutschen Wörtern ost und heima, die Osten und Heim bedeuten. Der Zusatz Groß unterscheidet es vom naheliegenden Ort Kleinostheim, der seinen Namen jedoch nicht von einer Richtungsangabe, sondern von einem Personennamen hat.[4]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 780 Ostheim
  • 1774 Groß Ostheim
  • 1867 Großostheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Cent Bachgaw“, Stich von Nicolaus Person 1695

„Ostheim“, seit dem 17. Jahrhundert Großostheim genannt, wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt, die zwischen 780 und 799 entstand. Ostheim gehörte seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung zu verschiedenen Herrschaftsbereichen, ehe es 1278, zusammen mit dem gesamten Bachgau, zum Kurfürstentum Mainz kam.

Das ehemalige Vogteiamt (bis 1782) des Erzstiftes Mainz wurde 1803 ein Teil des neugebildeten Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg, mit welchem es 1814 mit den Verträgen von Paris (jetzt ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) an Bayern fiel.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Großostheim lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Großostheim war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Pflaumheim und Wenigumstadt eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 10.707 Einwohner[5]
  • 1970: 12.788 Einwohner[5]
  • 1987: 13.514 Einwohner
  • 2000: 15.913 Einwohner
  • 2004: 16.299 Einwohner
  • 2007: 16.462 Einwohner
  • 2010: 16.427 Einwohner
  • 2014: 16.559 Einwohner[6]
  • 2015: 16.549 Einwohner[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 24 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,87 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

CSU 10 Sitze (42,2 %)
SPD 6 Sitze (26,5 %)
Junge Liste Bachgau 4 Sitze (15,9 %)
Freie Wähler Bachgau 2 Sitze (7,9 %)
Unabhängige Bürger Bachgau 1 Sitze (4,0 %)
Frauenliste Bachgau 1 Sitze (3,4 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister war bis zum 30. April 2014 Hans Klug (CSU), der jedoch aus Altersgründen zur Wahl nicht mehr antrat. Sein Nachfolger ist Herbert Jakob (CSU), der mit 67 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt wurde. Zu den Stellvertretern des Bürgermeisters wurden bei einer umstrittenen Wahl Horst Müller und Bettina Göller gewählt (beide SPD), was für eine langanhaltende Diskussion sorgte.[7]

Da die CSU im ersten Wahlgang keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickte, war Göller, die von SPD, Junger Liste und UB-Bachgau (zusammen 11 Mandate) unterstützt, von der CSU (11 Mandate) aber abgelehnt wurde, im ersten Wahlgang die einzige Kandidatin. Nachdem dieser Wahlgang aufgrund zu vieler ungültiger Stimmen (13 Enthaltungen, 12 Stimmen pro Göller) wiederholt werden musste, nominierte die CSU im zweiten Wahlgang den von ihr bereits im Vorfeld unterstützen SPD-Gemeinderat Horst Müller als Kandidaten für das Amt des Zweiten Bürgermeisters. Dieser setzte sich in der folgenden Kampfabstimmung mit 12 zu 11 Stimmen bei zwei Enthaltungen gegen seine Parteigenossin Göller durch, was u.a. bei SPD und Junger Liste für Empörung sorgte. Göller trat anschließend zur Wahl des dritten Bürgermeisters an, bei der sie sich wiederum mit 12 zu 11 Stimmen bei 2 Enthaltungen zum Unmut der CSU gegen deren Kandidaten Franz Vorstandlechner durchsetzte.[8]

Wenige Tage nach der Wahl trat Müller aus der SPD-Fraktion aus, nach eigenen Angaben um einem Ausschluss zuvorzukommen.[9] Der unterlegene CSU-Kandidat Vorstandlechner kritisierte daraufhin im Mitteilungsblatt "Bachgau-Boten" seine Parteikameraden und beklagte sich über Abweichler aus den eigenen Reihen. So hätten ihm in einer internen Probeabstimmung zwei Parteifreunde aufgrund eigener Ambitionen auf das Amt des dritten Bürgermeisters die Stimmen verweigert. Ausdrücklich bedankte sich für Stimmen der Fraktion Freie Wähler/Frauenliste.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Gold und Schwarz; oben ein halber, springender schwarzer Bock; unten drei zwei zu eins gestellte silberne Kleeblätter.

Wappengeschichte: Bis in das 18. Jahrhundert hieß Großostheim nur Ostheim. Erstmals im Jahr 1774 tauchte der Name Großostheim auf. Das am 17. Januar 1911 von Prinzregent Luitpold verliehene und seitdem geführte Wappen ist eine Kombination aus einem Ortssiegel des 17. Jahrhunderts, das nicht mehr vorhanden ist, und aus dem geminderten Familienwappen der Familie Schad, die sich Schad von Ostheim nannte. Sie ist 1581 ausgestorben. Die Familie lebte Jahrhunderte im Bachgau zu dessen Zent die Gemeinde Ostheim gehörte. Die Kleeblätter entstammen dem Wappen der Familie Clebiz von Nalbach, einer anderen einflussreichen Familie im Bachgau, die aber ihre Hauptbesitztümer in Klein- und Großwallstadt hatte. Die Clebiz heirateten in die Familie der Schad ein, so dass es zu einer Kombination der beiden Wappen kam und 1910 zum Ortswappen erhoben wurde.[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Nöthig-Gut am Marktplatz (Bachgaumuseum)
Die Wendelinuskapelle, spätestens 1607 in jetziger Bauweise errichtet
  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul birgt eine Beweinung Christi von Tilman Riemenschneider (1515), die mit dem Frühwerk in der Wallfahrtskirche Hessenthal ikonografisch und stilistisch verwandt ist.
  • Im Fachwerkhof Nöthig-Gut am Marktplatz, einem ehemaligen Lehenshof der Mainzer Dompröpste (1537–1629), sind heute das Bachgaumuseum und die Musikschule untergebracht. Die Exponate des Museums betreffen schwerpunktmäßig regionales Handwerk und Landwirtschaft im 19. Jahrhundert.
  • Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert prägen den gesamten Ortskern rund um Marktplatz, Marktgasse und Kanzleistraße, Haarstraße und Breite Straße. Mit 148 denkmalgeschützten Häusern (Stand 2007) steht Großostheim insoweit an erster Stelle im Landkreis Aschaffenburg.
  • Von der im 19. Jahrhundert geschleiften Stadtbefestigung stehen noch der Spitze Turm (Gefängnisturm mit Verlies), der Stumpfe Turm (Pulverturm), der Hexenturm (In dem zwischen 1602 und 1603 elf Frauen, dem im Kurfürstentum Mainz grassierenden Hexenwahn, zum Opfer fielen) und ein kleiner Rest der früher ca. 2 km langen Stadtmauer in der Grabenstraße.
  • Drei Kapellen gibt es in Großostheim. Von dem lokalen Hufschmied Peter Drippel wurde eine dem Schutzpatron dieses Handwerks, dem Heiligen Eligius, geweihte Kapelle 1517 errichtet. Das so genannte Frauhäuschen ist eine Marienkapelle (Ende 15. Jh.). Wichtigstes Ausstattungsstück der Kreuzkapelle ist eine Kreuzigungsgruppe von Hans Backoffen, ein Spätwerk von 1513.[11]
  • Im Ortsteil Pflaumheim steht das älteste Rathaus im Bachgau. Der Fachwerkbau (1981 restauriert) stammt von 1548. Bei einem Verkehrsunfall 2015 wurde das Rathaus schwer beschädigt und ist seither zum Teil eingestürzt.[12]
  • Einen stilistisch ähnlichen Rathausbau von 1584 weist der Ortsteil Wenigumstadt auf.
  • Großostheim liegt am Einhardsweg. Dieser 77 km lange Fernwander- und Fahrradweg folgt den Spuren des Biographen Karls des Großen auf einer Strecke von Bad König nach Hanau.
  • 36 Bildstöcke aus dem 16. bis 18. Jahrhunderts stehen an den Wander- und Fahrradwegen der unmittelbaren Umgebung.
  • In Großostheim wurde in den Jahren 1987 bis 1989 die Fernsehserie: Mit Leib und Seele gedreht. Der Ort hieß im Film Eberfeld.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Großostheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Europäische Zentrale von Nintendo (Heute: Linde)

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 85, im Produzierenden Gewerbe 2427 und im Bereich Handel und Verkehr 1067 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 910 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 5627. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 9 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 14 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 84 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2656 ha. Davon waren 2428 ha Ackerfläche und 193 ha Dauergrünfläche. Hier befinden sich eine Brauerei und mehrere Weinbaubetriebe, die insgesamt 34 Hektar Anbaufläche bearbeiten.

Bekannteste Firma war die europäische Zentrale der Nintendo Co., Ltd. Mitte 2014 wurde die Schließung dieses Standorts verkündet. Von den ehemals 430 Arbeitsplätzen sind ca. 130 weggefallen, der Rest wurde nach Frankfurt verlagert.[13] Auch Salomon Foodworld, ein Hersteller von FingerFood, Burgern und Schnitzeln für den Foodservice-Bereich, ist in Großostheim ansässig; außerdem die deutsche Niederlassung von Owen Mumford. Seit 2010 vertreibt das E-Bike Café deutschlandweit Elektroräder und Elektroroller. In Großostheim befindet sich die Eder & Heylands Brauerei, die 2009 einen Bierabsatz von ca. 300.000 Hektolitern aufwies.[14] Bekannteste und umsatzstärkste Biermarke ist das Schlappeseppel.

Im März 2013 wurde die Energiegenossenschaft BürgerEnergie Bachgau eG gegründet, um die Energiewende im Bachgau voranzubringen. Ziel der Genossenschaft ist die nachhaltige Gewinnung von Energie in der Region mittels Erneuerbarer Energien sowie deren Verteilung und Vertrieb vor Ort.[15] Im Oktober 2013 hatte die Genossenschaft nach eigenen Angaben über 220 Mitglieder, die ersten beiden Projekte, zwei Photovoltaikanlage auf gemeindliche Liegenschaften, wurden bereits in Betrieb genommen.[16]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großostheim liegt an den Bundesstraßen 469 und 26 in der Nähe der Bundesautobahn 3. Im Ortsteil Ringheim liegt ein Verkehrslandeplatz, der Flugplatz Aschaffenburg; in 47 km Entfernung liegt der Flughafen Frankfurt.

Im ÖPNV wird Großostheim von 4 Buslinien bedient.

  • Linie 53: Aschaffenburg – Großostheim – Ringheim – Schaafheim – Babenhausen
  • Linie 54: Aschaffenburg – Großostheim – Pflaumheim – Wenigumstadt – Mosbach – Radheim – Schaafheim – Babenhausen
  • Linie 55: Aschaffenburg – Großostheim – Pflaumheim – Mömlingen – Obernburg
  • Linie 56: Großostheim – Niedernberg – Sulzbach

In Aschaffenburg besteht über die Main-Spessart-Bahn Anschluss nach Frankfurt und Würzburg, über die Rhein-Main-Bahn nach Darmstadt, Mainz und Wiesbaden sowie über die Maintalbahn nach Miltenberg, in Babenhausen wird neben der Rhein-Main-Bahn die Odenwaldbahn von Groß-Umstadt-Wiebelsbach nach Hanau und Frankfurt erreicht.

Zudem gibt es aufgrund der insbesondere im Berufsverkehr stark angespannten Verkehrslage nach Aschaffenburg Bestrebungen in Großostheim und Aschaffenburg, die 1974 im Personenverkehr stillgelegte Bachgaubahn bis Großostheim zu reaktivieren.[17]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es mehrere Kindergärten, Grund- und Hauptschulen, sowie seit 2012 eine Realschule.[18] Die Volkshochschule Aschaffenburg bietet regelmäßig Kurse an, zwei Musikschulen runden das Bildungsangebot ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich die Birnensorte „Gute Graue“, im 18. Jahrhundert als Beurre gris aus Frankreich eingeführt, als robuste, krankheitsresistente Tafelbirne erwies, standen auch viele Bäume auf den Großostheimer Feldern. Sie wurde in der Hauptsache zu Dörrobst verarbeitet und bereicherte im Winter den Speiseplan. Die Großostheimer müssen, ebenso wie die Bewohner von Kleinostheim (15 km entfernt am Main gelegen), von der Guten Grauen so überzeugt gewesen sein, dass ihnen die Nachbarorte den SpitznamenOrtsnecknamen „Aisdemir Grohbirn“ gaben. Die Kleinostheimer in deren Dialekt es „Goubern“ sind, feiern heute alljährlich im Sommer ihr Groubern-Grobirn-Fest.[19]

Durch seinen Status als ehemaliger Sitz der Nintendo of Europe GmbH findet sich der Ort in einigen Videospielen erwähnt: In der deutschen Version von Secret of Evermore heißt der Heimatort des Protagonisten Großostheim und in Paper Mario: Die Legende vom Äonentor entschied sich der deutsche Übersetzer für ein Wortspiel: Ein kalter, verschneiter Ort trägt hier den Namen Großfrostheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Hartmann: 1200 Jahre Großostheim. Großostheim 1999.
  • Frank Schmelz: Lineare anthropogene Gehölz- und Saumstrukturen im Bachgau (Gmde. Großostheim, Lkrs. Aschaffenburg). Gießen 2001.
  • Ewald Lang und Karlheinz Ostheimer: Aisdmerisch Gebabbel. Anekdoten, Geschichten, Gedichte und 1000 Wörter in Großostheimer Mundart. Großostheim 1987.
  • Eva Stauch: Wenigumstadt: Ein Bestattungsplatz der Völkerwanderungszeit und des frühen Mittelalters im nördlichen Odenwaldvorland. Bonn 2004.
  • Lothar Rollmann: Pflaumheim im 20. Jahrhundert, hg. v. Geschichtsverein Pflaumheim. Pflaumheim 2010.
  • Dorothee Klinksiek: Chronik des Marktes Großostheim 1803-1978, Neustadt a. d. Aisch 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohner Großostheim (Stand:1. Januar 2007)
  3. bayerische-landesbibliothek-online.de
  4. a b Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 90 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  6. a b main-echo.de
  7. a b Großostheim: Abweichler in der CSU? In: Main-Echo. 19. Mai 2014. Abgerufen am 12. Juli 2014.
  8. Großostheim: Wunden auf allen Seiten. In: Main-Netz, 8. Mai 2014. Abgerufen am 13. Mai 2014.
  9. Horst Müller verlässt SPD-Fraktion. Politik: Zerwürfnis nach Bürgermeisterwahl. In: Main-Netz, 13. Mai 2014. Abgerufen am 13. Mai 2014.
  10. Was bedeuten die Kleeblätter. In: Wolfgang Hartmann: 1200 Jahre Großostheim. Großostheim 1999.
  11. Ewald Lang: 500 Jahre Kreuzkapelle Großostheim. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes. 62. Jahrgang, Heft 2, Juni 2015, ISSN 0029-8360, S. 59–70.
  12. polizei.bayern.de. Abgerufen am 15. April 2015.
  13. „Nintendo in Großostheim. Krisengespräch ohne Konzern-Vertreter“. In: Bayerischer Rundfunk. Archiviert vom Original am 29. Januar 2015, abgerufen am 4. Dezember 2015.
  14. Hintergrund: Das neue Lager der Eder- und Heylands-Brauerei. In: Main-Echo, 13. April 2010. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  15. Energiegenossenschaft im Bachgau gegründet. In: Bachgau-Bote. 10/2013.
  16. Erfolgreicher Start. Internetseite der BürgerEnergie Bachgau. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  17. Breites Bündnis für die Bachgau-Bahn In: Main Echo vom 24. März 2011, zuletzt abgerufen am 12. Juli 2011.
  18. mein-journal.de. Abgerufen am 15. April 2015.
  19. Primasonntag 11. November 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großostheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien