Edward Luttwak

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Edward Luttwak, 2010

Edward Nicolae Luttwak (* 4. November 1942 in Arad, Rumänien) ist ein rumänisch-US-amerikanischer Militärstratege, Politikwissenschaftler und Historiker, der Monografien zur Militärstrategie und zur Geschichte der internationalen Beziehungen veröffentlicht hat. Er ist auch Regierungs- und Unternehmensberater.

Er ist Vorsitzender im Vorstand der Aircraft Purchase Fleet Limited (APFL), einer Leasinggesellschaft für Flugzeuge, und Leiter einer ökologischen Musterfarm im Amazonasgebiet.

Frühe Jahre und Bildungsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luttwak wurde als Sohn einer jüdischen Familie in Arad, geboren und wuchs in Italien und England auf.[1] nach der Grundschule in Palermo, Sizilien, besuchte er das Carmel College und die Quintin Grammar School in England, wo er auch die militärische Grundausbildung in der British Army erhielt. Danach besuchte er die London School of Economics. Er schloss seine Studien 1964 mit einem Abschluss in Analytischer Ökonomie ab.

Nach Tätigkeiten in London, Paris, und Jerusalem zog er 1972 in die USA, um dort an der Johns Hopkins University seine Studien fortzusetzen, die er mit 1975 mit seiner Promotion abschloss. Seine erste Stelle als Universitätsdozent erhielt er an der University of Bath. Später lehrte er an der Johns Hopkins und an der Georgetown University. Er stand in enger Verbindung mit dem Center for Strategic and International Studies in Washington, D.C.[2]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er diente als Berater für das Office of the Secretary of Defense, das National Security Council, das United States Department of State, die United States Navy, die United States Army, die United States Air Force und verschiedene NATO-Verteidigungsämter. In seiner Mitarbeit für das OSD/Net Assessment, half er bei der Entwicklung des aktuellen Manöver-Kriegsführungs-Konzepts, arbeitete für TRADOC, führte das Konzept des operational level of war in die Militärdoktrin der USA ein, schrieb das erste Handbuch für die Joint Special Operations Agency, und wirkte am Konzept der Rapid-Deployment Force mit (später U.S. Central Command), das für das Office of the Secretary of Defense International Security Affairs entwickelt wurde.

Luttwak war häufig als Referent und Berater tätig und ist für seine innovativen politischen Ideen bekannt. Er wies zum Beispiel darauf hin, dass die Versuche von Großmächten, regionale Konflikte zu lösen, oft dazu führen, diese Konflikte zu verlängern.[3] Sein Buch Coup d'État: A Practical Handbook wurde mehrfach nachgedruckt und in 18 Sprachen übersetzt. Sein bekanntes Werk Strategy: The Logic of War and Peace wird Kursen an Universitäten und Hochschulen zugrunde gelegt und ist ebenfalls in mehreren Sprachen erschienen.[1]

The Grand Strategy of the Roman Empire from the First Century AD to the Third ist unter Historikern umstritten. Luttwak wird als Außenseiter und als Laie betrachtet. Dennoch wird dieses Werk geschätzt, da es grundlegende Fragen zur Armee des Römischen Reiches und seiner Verteidigung der Grenzen behandelt. Seit den 1980er-Jahren publizierte er auch Artikel über Byzanz. 2009 wurde seine Monografie The Grand Strategy of the Byzantine Empire veröffentlicht.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fehlprognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983 prognostizierte er, die Sowjetunion würde ihren Einsatz in Afghanistan erfolgreich beenden.
  • Er hielt einen Krieg zwischen China und der Sowjetunion für wahrscheinlich.
  • In Gorbatschows Entspannungspolitik sah er die Grundlage für das Wiedererstarken der Sowjetunion als militärischer Macht.

Übergroßes Selbstvertrauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luttwark wird vorgeworfen, dass er seine Thesen immer im Brustton tiefster Überzeugung vortrage.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Thomas Meaney: The Machiavelli of Maryland. In: The Guardian. 9. September 2015. Abgerufen am 10. Dezember 2015.
  2. Professional Profile: Edward Luttwak (Memento des Originals vom 24. Dezember 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.idcitalia.com (PDF).
  3. Edward Luttwak: Give War a Chance. In: Foreign Affairs. 78, Nr. 4, Juli–August 1999, S. 36–44. doi:10.2307/20049362.
  4. National Review ( frum.nationalreview.com (Memento des Originals vom 21. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/frum.nationalreview.com)