Effectuation

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Effectuation ist eine eigenständige Entscheidungslogik, die von erfahrenen Entrepreneuren in Situationen der Ungewissheit eingesetzt wird. Effectuation steht nicht im Gegensatz zu Entscheidungen auf Basis kausaler Logik, die auf begründeten Vorhersagen der Zukunft basieren, da dieser Ansatz eben in ganz anderen Situationen angewandt wird, wenn belastbare Prognosen aufgrund hoher Unsicherheit nicht möglich sind.

Der Effectuation-Ansatz ist ein aktuelles Ergebnis der globalen Entrepreneurship-Forschung, wurde von Professor Saras Sarasvathy (University of Virginia) begründet[1] und seither mehrfach empirisch belegt und weiterentwickelt.

Effectuation und kausale Logik unterscheiden sich in ihrer Grundannahme über das Wesen der Zukunft:

Kausale Logik: Nur das, was wir vorhersagen können, können wir steuern.
Effectuation: All das, was wir steuernd beeinflussen können, brauchen wir nicht vorherzusagen.

Effectuation Prinzipien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einstellung gegenüber der Zukunft: Die Zukunft ist nicht vorhersehbar (das Ergebnis von Co-Kreation) und kann durch Vereinbarungen zwischen autonomen Akteuren gestaltet werden. (Bsp.: Investoren, Partner und Kunden gehen Vereinbarungen im Bezug auf ein zukünftiges Produkt, ein neues Unternehmen oder einen noch nicht existierenden Markt ein und reduzieren dadurch die Ungewissheit.)

Basis für das Handeln: Mittelorientierung: Die jeweils verfügbaren Mittel (wer ich bin, was ich weiß und wen ich kenne) bestimmen, welche (veränderlichen) Ziele angestrebt werden (und nicht umgekehrt). "Statt (...) 'Was sollte man tun?' (...) pragmatisch 'Was kann ich tun?'"[2]

Einstellung gegenüber Risiko und Ressourcen-Einsatz: Der individuell leistbare Verlust bzw. Einsatz (und nicht der erwartete Ertrag) bestimmen, welche Gelegenheiten wahrgenommen werden bzw. welche Schritte in einem Vorhaben tatsächlich gesetzt werden.

Einstellung gegenüber Anderen: Eingehen von Partnerschaften mit denen, die bereit sind, unter Ungewissheit verbindliche Vereinbarungen einzugehen und eigene Mittel zur Kreation der Gelegenheit beizutragen.

Einstellung gegenüber dem Unerwarteten: Unerwartetes, Zufälle und Umstände können als Hebel genutzt und in Innovation und unternehmerische Gelegenheiten transformiert werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7910-3233-7.
  • Read, S., Sarasvathy, S., Song, M. Dew, N. and Wiltbank, R. (2009): "Marketing Under Uncertainty: An Effectual Approach" Journal of MarketingMay 2009, Vol 73, No 3; p. 1.
  • Sarasvathy, S. (2008): Effectuation: Elements of Entrepreneurial Expertise (Cheltenham: Edward Elgar.)
  • Robert Wiltbank, Nicholas Dew, Stuart Read, Saras D Sarasvathy (2006): "What to do next? The case for non-predictive strategy" Strategic Management Journal. Vol. 27, Iss. 10; p. 16
  • Stuart Read, Saras D Sarasvathy (2005): "Knowing What to Do and Doing What You Know: Effectuation as a Form of Entrepreneurial Expertise " The Journal of Private Equity. Vol. 9, Iss. 1; p. 45 (18 pages)
  • Saras D Sarasvathy (2001): "Causation and effectuation: Toward a theoretical shift from economic inevitability to entrepreneurial contingency" Academy of Management. The Academy of Management Review. Vol. 26, Iss. 2; p. 243 (21 pages)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saras D Sarasvathy (2001) "Causation and effectuation: Toward a theoretical shift from economic inevitability to entrepreneurial contingency" Academy of Management. The Academy of Management Review. Vol. 26, Iss. 2; p. 243 (21 pages)
  2. Michael Faschingbauer: Effectuation. Unternehmerisch Denken und Handeln kann jeder lernen. In: tw Thema Wirtschaft. Mai 2016, Mai 2016, S. 63 (ihk-niederrhein.de [PDF]).