Egsdorf (Teupitz)

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Egsdorf (Teupitz)
Stadt Teupitz
Koordinaten: 52° 7′ 56″ N, 13° 35′ 11″ O
Höhe: 36 m
Eingemeindung: 1974
Postleitzahl: 15755
Vorwahl: 033766
Dorfaue in Egsdorf
Dorfaue in Egsdorf
Ortseingang von Egsdorf

Egsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Teupitz im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egsdorf liegt westlich des Stadtzentrums am Teupitzer See. Im Norden schließen sich der Ortsteil Töpchin von Mittenwalde, im Westen der Ortsteil Lindenbrück sowie der Gemeindeteil Zesch am See (ein Ortsteil von Lindenbrück) der Stadt Zossen an. Südlich der Gemarkung liegen die Teupitzer Ortsteile Tornow und Neuendorf. Das westlich gelegene Naturschutzgebiet Kleine und Mittelleber sowie der Lebersee sind ebenso Bestandteil von Egsdorf, wie auch die im südlichen Bereich befindlichen Bäche, namentlich der Gemeindegraben und Ausläufer des Kleinen Mühlengrabens, die in den Teupitzer See entwässern. Dort befindet sich in rund 430 Meter vom Festland die Insel Egsdorfer Horst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egsdorf wurde im Jahr 1546 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte über viele Jahrhunderte zum Besitz der Familie Schenk von Landsberg, die 1437 der Stadt Teupitz die Stadtrechte und Stadtsiegel verliehen. Im Mittelalter ist die Existenz einer Wassermühle überliefert, die Kleine Mühle. 1717 erwarb das preußische Königshaus die Ländereien. Die Familie lieferte fortan den Wein für den im Schloss eingesetzten Amtmann, der daraufhin den Ort als Amtmanns Weinberg bezeichnete. Von dort aus hatten Besucher einen weiten Blick über den Teupitzer See. Ein weiterer Wirtschaftszweig entstand in der Produktion von Mauerziegeln, die von 1860 bis ca. 1920 von der Ziegelei Asch hergestellt und nach Berlin und Brandenburg verschifft wurden. 1872 entstand am Südufer des Teupitzer Sees eine Bockwindmühle, die ebenfalls den Namen Kleine Mühle trug und die Bevölkerung mit Mehl versorgte. Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich Egsdorf im Besitz der Stadt. Sie verkaufte große Teile der Gemarkung im Jahr 1909 an einen neu entstehenden Truppenübungsplatz für das III. Armeekorps und das Gardekorps in Zehrensdorf/Wünsdorf. Zur gleichen Zeit entwickelte sich in Egsdorf eine Badestelle mit drei Seegaststätten, darunter auch das Tornows Idyll von Wilhelm Tornow. Um die Attraktivität der Gaststätte zu steigern, baute er 1896 einen Aussichtsturm, der rund 30 Jahre lang bestand. Von der Gaststätte ist im 21. Jahrhundert lediglich die Straßenbezeichnung Tornows Idyll in Egsdorf erhalten geblieben.[1] Von 1935 bis 1939 bauten Handwerker die Mühle ab; sie wurde verkauft. Zur Zeit der DDR verschwanden die Gaststätten und wurden zu Ferienlagern und Schulungsheimen umfunktioniert. Im östlichen Bereich der Gemarkung entstand eine Kleingartenanlage. 1974 erfolgte die Eingemeindung nach Teupitz. Nach der Wende entstanden eine Ferienanlage sowie eine neue Gaststätte. 2005 wurde bekannt, dass die in den 1930er Jahren abgebaute Mühle als Paltrockmühle in Schönewalde im Landkreis Elbe-Elster aufgebaut und in Betrieb genommen wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege
  • Der 66-Seen-Wanderweg verläuft auf seiner Etappe von Wünsdorf nach Halbe durch den Ortsteil.[2]
  • An der Dorfaue erinnert ein Denkmal an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
  • Das 75 Hektar große Naturschutzgebiet Kleine und Mittelleber wurde am 9. Juni 1995 unter Schutz gestellt. Es dient als „Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wildwachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere der mesotrophen Moore, Groß- und Kleinseggenriede, Erlenbrüche und Weidenbüsche sowie der als Saumbiotope ausgebildeten Trockenrasengesellschaften; als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet für zahlreiche Kleinvogelarten sowie als Rückzugsgebiet für bestandsbedrohte Lurche und Reptilien; [und] in seiner durch die besonderen geologischen Bedingungen am Nordrand eines ausgedehnten Endmoränenbogens und einer durch extensive landwirtschaftliche Nutzung entstandenen Strukturvielfalt.“[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist im Wesentlichen vom Tourismus geprägt: Den Reisenden stehen mehrere Unterkünfte sowie ein Campingplatz zur Verfügung. Daneben existieren einige wenige, eher handwerklich orientierte Kleingewerbetreibende sowie ein Therapiezentrum für Psychotherapie und andere Erkrankungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft in Nord-Süd-Richtung die Chausseestraße, die Egsdorf mit Teupitz und Töpchin verbindet. In westlicher Richtung verlaufen die Zossener Straße sowie die Baruther Straße

Die Buslinie 726 der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald verbindet den Ortsteil mit Teupitz und Königs Wusterhausen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BiKuT (Hrsg.): Teupitz am See – ein Schatz in der Mark Brandenburg. Historischer Stadtführer, Weißensee-Verlag, 1. Auflage 2006, ISBN 978-3-89998-090-5, S. 230
  2. 66-Seen-Wanderweg von Halbe nach Egsdorf, Webseite des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland, (PDF), abgerufen am 29. Mai 2016.
  3. Verordnung über das Naturschutzgebiet Kleine und Mittelleber vom 9. Juni 1995, Webseite der Landesregierung Brandenburg, abgerufen am 30. Mai 2016.