Mittenwalde

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mittenwalde
Mittenwalde
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mittenwalde hervorgehoben
Koordinaten: 52° 16′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 99,13 km2
Einwohner: 8898 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15749
Vorwahlen: 033764, 03375 (Schenkendorf), 03377 (Telz), 033769 (Motzen, Töpchin)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 332
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 8
15749 Mittenwalde
Webpräsenz: www.mittenwalde.de
Bürgermeisterin: Maja Buße (CDU)
Lage der Stadt Mittenwalde im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-WußwerkBerstelandBestenseeByhleguhre-ByhlenDrahnsdorfEichwaldeGolßenGroß KörisHalbeHeideblickHeideseeJamlitzKasel-GolzigKönigs WusterhausenKrausnick-Groß WasserburgLieberoseLübbenLuckauMärkisch BuchholzMärkische HeideMittenwaldeMünchehofeNeu ZaucheRietzneuendorf-StaakowSchlepzigSchönefeldSchönwaldSchulzendorfSchwerinSchwielochseeSpreewaldheideSteinreichStraupitzTeupitzUnterspreewaldWildauZeuthenBrandenburgKarte
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Mittenwalde (niedersorbisch Chudowina) ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland. Das Stadtgebiet ist identisch mit dem Gebiet des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Mittenwalde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittenwalde liegt etwa 31 km südlich vom Zentrum bzw. rund 15 km südlich der Stadtgrenze Berlins auf dem Teltow-Höhenrücken.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind in Uhrzeigerrichtung, im Norden beginnend: Schönefeld, Königs Wusterhausen, Bestensee, Groß Köris, Teupitz, Rangsdorf und Zossen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung wie folgt[2]

Ortsteil Einwohner[3] Zweitwohnsitz Anmerkungen
Mittenwalde 2332 37
Brusendorf 394 4 mit Gemeindeteil Boddinsfelde
Gallun 626 7
Motzen 1282 197
Ragow 1817 24
Schenkendorf-Krummensee 1092 94
Telz 376 7
Töpchin 826 249 mit Gemeindeteil Waldeck

Hinzu kommen die Wohnplätze Abzweigung, Am Krummen See, Forsthaus Waldeck, Galluner Müllerhaus, Kiefernring, Pittchenmühle, Rohrlake, Seebadsiedlung, Töpchin-Siedlung und Vogelsang.[4]

In Motzen und Töpchin gibt es ausgedehnte Wochenendhaussiedlungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2004 wurden im Rahmen einer Lehrgrabung mit dem Mittelalterarchäologen Felix Biermann Bereiche des als „Wendenfriedhof“ überlieferten Geländes südwestlich von Mittenwalde archäologisch untersucht. Neben Siedlungsspuren wurden 25 Körpergräber des 11. und 12. Jahrhunderts gefunden. Die Bestatteten waren in gestreckter Rückenlage und annähernd in Ost-West-Richtung beigesetzt worden. Mit einer Ausnahme waren jedoch alle Gräber mehr oder weniger stark gestört. Dieser Umstand schränkte die anschließend durchgeführte Untersuchung durch die Anthropologin Bettina Jungklaus ein. Die meisten Bestatteten waren zwischen 40 und 59 Jahre alt, gefolgt von Personen zwischen 20 und 39 Jahren. Mit nur fünf war die Anzahl von Kindergräbern ungewöhnlich niedrig. Von den 18 Erwachsenen waren nur zwei Frauen. Die beiden Frauen liegen im südlichen Bereich, die Kinder und Jugendlichen sind im nördlichen Bereich konzentriert und die Männer dazwischen. Die zahlreich vorkommenden degenerativen Erkrankungen an den Wirbeln und Gelenken sprachen für eine starke Belastung durch körperliche Arbeit, wie sie im landwirtschaftlichen Bereich üblich war. Die im Vergleich mit anderen Funden aus dieser Zeit eher hohe Belastung mit Zahnkaries war ein Indiz für eine vornehmlich pflanzliche und damit kohlehydratreiche Ernährung, wie sie in Form von Mehlspeisen und Getreidebreien bestanden haben könnte und für Ackerbauern und Gemischtköstler typisch war. Im Vergleich mit weiteren slawischen Skelettfunden konnte für die Bevölkerung aus Mittenwalde auf eher günstige Lebensbedingungen geschlossen werden. Die geringe Anzahl von nur 25 Bestatteten ließen jedoch nur tendenzielle Aussagen zu.[5][6][7][8][9][10]

Mittenwalde war im Hochmittelalter zur Zeit des deutschen Landesausbaus nach Osten neben Köpenick Herrschaftszentrum der Wettiner auf dem Teltow. Nach der Niederlage Heinrich des Erlauchten 1245 im sechsjährigen Teltow-Krieg fiel der gesamte Teltow mit Mittenwalde dauerhaft an die gemeinsam regierenden askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. und damit an die Mark Brandenburg.

Mittenwalde gehörte 1836–1952 zum Landkreis Teltow (bis 1947 in der preußischen Provinz Brandenburg, 1947–1952 im Land Brandenburg). 1952–1993 war die Stadt Teil des Kreises Königs Wusterhausen (bis 1990 im DDR-Bezirk Potsdam, 1990–1993 im Land Brandenburg).

Im Zuge der Ämterbildung im Land Brandenburg schlossen sich 1992 die Gemeinden Brusendorf, Gallun, Motzen, Ragow, Schenkendorf, Töpchin und die Stadt Mittenwalde (alle Landkreis Königs Wusterhausen) und die Gemeinde Telz (Landkreis Zossen) zum Amt Mittenwalde zusammen. Mit der Gemeindereform 2003 in Brandenburg wurden die Gemeinden Brusendorf, Gallun, Motzen, Ragow, Schenkendorf, Telz und Töpchin zum 26. Oktober 2003 per Gesetz in die Stadt Mittenwalde eingegliedert. Das Amt Mittenwalde wurde aufgelöst und die Stadt Mittenwalde amtsfrei[11].

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2 314
1890 2 807
1910 3 185
1925 3 060
1933 3 036
1939 3 136
1946 3 432
1950 3 307
1964 2 591
1971 2 523
Jahr Einwohner
1981 2 174
1985 2 115
1989 2 008
1990 1 981
1991 1 922
1992 1 927
1993 1 873
1994 1 864
1995 1 884
1996 1 963
Jahr Einwohner
1997 2 069
1998 2 115
1999 2 167
2000 2 210
2001 2 209
2002 2 202
2003 8 640
2004 8 699
2005 8 664
2006 8 684
Jahr Einwohner
2007 8 663
2008 8 683
2009 8 710
2010 8 724
2011 8 658
2012 8 663
2013 8 734
2014 8 774
2015 8 898

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[12][13] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 50.9 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,2 %
21,3 %
14,1 %
13,5 %
6,9 %

Die Stadtverordnetenversammlung von Mittenwalde besteht aus 18 Stadtverordneten und der hauptamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[14]

  • CDU: 8 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Die Linke: 3 Sitze
  • Wählergruppe Pro-Bürger Mittenwalde: 2 Sitze
  • AfD: 1 Sitz

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bürgermeisterwahl vom 11. September 2011 wurde Uwe Pfeiffer (damals CDU) mit 64,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[15] Am 7. Februar 2016 fand ein Bürgerentscheid darüber statt, ob der wegen Vorteilsnahme und Untreue rechtskräftig verurteilte Pfeiffer weiter im Amt bleiben solle.[16] Mit 68,3 % Ja-Stimmen wurde Pfeiffer aus dem Amt gewählt.[17] In der Stichwahl am 17. Juli 2016 setzte sich die bisherige Stadtverordnete Maja Buße (CDU) gegen die parteilose Hedda Dommisch durch und wurde mit 54,8 % der gültigen Stimmen zur neuen Bürgermeisterin gewählt.[18]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. September 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein bewurzelter grüner Laubbaum, dessen Stamm von zwei schwarzen aufgestellten Schlüsseln mit nach außen gekehrten Bärten beseitet ist. In den Zweigen schwebt ein roter Adler mit goldener Bewehrung.“[19]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Mittenwalde und in der Liste der Bodendenkmale in Mittenwalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spielmannszug Mittenwalde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich der Stadt Mittenwalde in Richtung Schenkendorf und südwestlich in Richtung Telz befinden sich zwei Gewerbegebiete.

Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Mittenwalde ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.

Die MediaTex GmbH, Hersteller der unter Rechtsextremisten beliebten Marke Thor Steinar, hat sich im Gewerbegebiet niedergelassen.[21]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße

Die Bundesstraße 246 verläuft von West nach Ost aus Richtung Zossen über die Ortsteile Telz, Mittenwalde und Gallun nach Storkow. Die Landesstraße L 30 verbindet Mittenwalde mit Königs Wusterhausen. Auf dem Gebiet der Stadt Mittenwalde befinden sich die Anschlussstellen Ragow, Mittenwalde und Bestensee der A 13 Berlin–Dresden.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[22] 4 983 4 969 5 057 5 194 5 259 5 333 5 456
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 575 572 581 595 607 616 625
Eisenbahn
Schleuse am Nottekanal

Ab 1894 war die Stadt über die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn mit Königs Wusterhausen sowie dem Ortsteil Töpchin verbunden. 1900 folgte die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn, die eine direkte Verbindung mit Berlin herstellte. 1933 wurden die beiden Strecken untereinander verbunden und 1945 eine weitere Verbindung nach Zossen eröffnet. Die vier Strecken wurden 1951 (nach Berlin), 1973 (nach Töpchin) beziehungsweise 1974 (nach Königs Wusterhausen und Zossen) stillgelegt. Der Bahnhof Mittenwalde Ost ist heute Ausgangspunkt der Draisinenbahn Mittenwalde.

Wasser

Durch die Stadt verläuft der Nottekanal zwischen Zossen und Königs Wusterhausen. Der Galluner Kanal verbindet den Nottekanal mit dem Motzener See.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Mittenwalde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Mittenwalde vom 11. Mai 2015
  3. 31. Dezember 2014 nach Statistischem Jahrbuch der Stadt Mittenwalde
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Mittenwalde
  5. Projekt Mittenwalde, spätslawisches Gräberfeld. In: anthropologie-jungklaus.de. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  6. Felix Paul Biermann, Bettina Jungklaus: Garantiert ohne Wiederkehr. In: Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Archäologie in Deutschland. Band 4. Theiss, 2005, ISSN 0176-8522, S. 42.
  7. Felix Paul Biermann, Bettina Jungklaus: Slawische Gräber und Siedlungsreste am Mittenwalder „Wendenfriedhof“. In: Heimatverein Königs Wusterhausen (Hrsg.): Königs Wusterhausen und Dahmeland – Heimatkalender 2006. ELRO-Verlag, Königs Wusterhausen 2005, S. 72–78.
  8. Bettina Jungklaus: Die Skelette des slawischen „Wendenfriedhofs“ bei Mittenwalde, Landkreis Dahme-Spreewald – Aspekte der Krankheitsbelastung. In: Einsichten: Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2004/2005 (Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg). Nr. 16. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, 2006, ISBN 978-3-910011-40-3, S. 231–239.
  9. Bettina Jungklaus: Der „Wendenfriedhof“ von Mittenwalde, Lkr. Dahme-Spreewald. Vorgeschichtliche und slawische Siedlungs- und Grabfunde sowie spätmittelalterliche Flurrelikte. In: Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie. Band 38, 2006, ISBN 978-3-910011-47-2, S. 83–154.
  10. Sensation: Altslawisches Gräberfeld in Mittenwalde entdeckt. In: Stadtmagazin Mittenwalde 2004/2005. Stadtmagazinverlag BS GmbH, Altlandsberg, 2005; abgerufen am 4. Juni 2017.
  11. Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.93
  12. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 26–30
  13. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  14. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  15. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 11. September 2011
  16. Mittenwalder Bürgermeister vor der Abwahl. In: Märkische Allgemeine, 1. Dezember 2015
  17. Mittenwalder wählen Skandal-Bürgermeister ab. In: Märkische Allgemeine, 7. Februar 2016
  18. Maja Buße wird Bürgermeisterin in Mittenwalde. In: Märkische Allgemeine, 18. Juli 2016
  19. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  20. Livia Cárdenas, Dirk Schumann: Das mittelalterliche Altarretabel der Moritzkirche in Mittenwalde, Berlin 2004
  21. Thor Steinar: Impressum
  22. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mittenwalde (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien