Ehrener Mühle

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Ehrener Mühle
Stadt Solingen
Koordinaten: 51° 11′ 52″ N, 7° 3′ 20″ O
Höhe: etwa 170 m ü. NHN
Postleitzahl: 42719
Vorwahl: 0212
Ehrener Mühle (Solingen)

Lage von Ehrener Mühle in Solingen

Ehrener Mühle

Ehrener Mühle ist eine Hofschaft am nordöstlichen Rande des Stadtteils Wald in der bergischen Großstadt Solingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hofschaft Ehrener Mühle liegt westlich von Ehren unmittelbar an der Grenze zu Gräfrath im Talgrund des Nümmener Bachs auf etwa 170 Metern über NHN. Auf einem Höhenrücken südlich der Hofschaft befinden sich Apfelbaum und die Fuhr. Südwestlich liegt Buckert, westlich liegen Eschbach und die Bausmühle, nördlich auf einer Anhöhe oberhalb der Itter die Ortslage Itterbruch. Nordöstlich liegt Mühlenbusch.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versuche der Namensdeutung der Hofschaft verliefen bislang erfolglos. Laut Hans Brangs könnte der Name daher stammen, dass das Gut möglicherweise zu Ehren der Heiligen Katharina angelegt worden sein könnte.[1] Alle Versuche, den Hofschaftsnamen mit der Zugehörigkeit zum Kloster Gräfrath in Verbindung zu bringen, scheitern jedoch daran, dass der Name schon zuvor und zwar seit dem 14. Jahrhundert als Flurname existierte.[2]

Laut Dittmaier handelt es sich daher eher um eine alte Lautform des Baumnamens Ahorn: Urgerm. *ahira-, dän. aer, in rheinischen Dialekten auch ire, eren, berg. ören.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hofschaft wurde urkundlich erstmals im Jahre 1374 erwähnt und war bis in das 20. Jahrhundert Standort eine Wassermühle am Nümmener Bach. Noch bis in das 19. Jahrhundert hinein trug dieser Hof den Namen Zur großen Ehren, während das heutige Ehren den Namen Zur kleinen Ehren trug. Letzteres taucht erstmals in der Karte Topographia Ducatus Montani, Blatt Amt Solingen, von Erich Philipp Ploennies aus dem Jahre 1715 auf und ist dort mit einer Hofstelle verzeichnet und als Kl. Irren benannt ist. Unklar bleibt, ob beide Höfe früher zusammengehörten und ob damit auch Ehren im Besitz des Klosters Gräfrath gewesen ist.[2]

Ehrener Mühle gehörte zur Honschaft Itter innerhalb des Amtes Solingen. Die Topographische Aufnahme der Rheinlande von 1824 verzeichnet die Ehrener Mühle mit Mühlensymbol und Ehren als Zum Ehren. Die Preußische Uraufnahme von 1844 verzeichnet die Wohnplätze als Ehrener M., ebenfalls mit Mühlensymbol, und Ehren.

Nach Gründung der Mairien und späteren Bürgermeistereien Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Ehrener Mühle zur Bürgermeisterei Wald. 1815/16 lebten zwei Einwohner im Ort. 1830/1832 gehörte Ehrener Mühle zur Ersten Dorfhonschaft innerhalb der Bürgermeisterei, dort lag er in der Flur II. (Holz).[4] Der nach der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf als Fruchtmühle kategorisierte und als Ehrnermühle bezeichnete Ort besaß zu dieser Zeit zwei Wohnhäuser, eine Mühle und zwei landwirtschaftliche Gebäude. Zu dieser Zeit lebten 37 Einwohner im Ort, davon sechs katholischen und 31 evangelischen Bekenntnisses.[4] Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt den Ort 1871 mit zwei Wohnhäusern und 18 Einwohnern auf.[5] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland werden 1885 drei Wohnhäuser mit 15 Einwohnern angegeben.[6] 1895 besaß der Ortsteil drei Wohnhäuser mit 26 Einwohnern,[7] für 1905 wurden drei Wohnhäuser und 17 Einwohner angegeben.[8]

Mit der Städtevereinigung zu Groß-Solingen im Jahre 1929 wurde Ehrener Mühle ein Ortsteil Solingens. Die Mühle wurde wahrscheinlich in der Folge des 1957 in Kraft getretenen Mühlengesetzes außer Betrieb genommen, das viele Betreiber kleiner und mittlerer Mühlen zur Aufgabe ihres Mahlbetriebs bewegte. Ende der 1950er Jahre wurde das Mühlgebäude zu einem reinen Wohnhaus umgebaut, der zugehörige Obergraben und der Teich wurden zugeschüttet, das Wasserrad und das Getriebe entfernt. Anfang der 2000er wurde südlich von Ehren, am Standort des alten Ehrener Kottens im Tal des Nümmener Bachs, durch den Bergisch-Rheinischen Wasserverband ein Regenrückhaltebecken gebaut.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Brangs: Erklärungen und Erläuterungen zu den Flur-, Orts-, Hof- und Straßennamen in der Stadt Solingen, Solingen 1936
  2. a b Marina Alice Mutz: Ehren. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 14. Mai 2016.
  3. Heinrich Dittmaier: Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1956 (Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 74 – Parallele Ausgabe als Veröffentlichung des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn), S. 187
  4. a b Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  5. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Rheinprovinz und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band XI, 1874, ZDB-ID 1467523-7 (Digitalisat).
  6. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1888, ZDB-ID 1046036-6 (Digitalisat).
  7. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1897, ZDB-ID 1046036-6.
  8. Gemeindelexikon für die Rheinprovinz. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. In: Königliches Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII, 1909, ZDB-ID 1046036-6.
  9. Marina Alice Mutz: Ehrener Kotten. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 14. Mai 2016.