Einwölbung

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Raum im Turm von Navarre/Frankreich

Als Einwölbung wird in der Architektur und speziell bei Sakralbauten das Überdecken eines Raumes durch steinerne Gewölbe bezeichnet. Oft musste bei Bauwerken mit zu schwachen Widerlagern erst einmal die mittragende Dachkonstruktion fertiggestellt werden, damit die Wände den Horizontalkräften aus dem Gewölbeschub standhalten konnten.

Bei der Technik der Wölbung mit Mauerwerk wurden Tonnengewölbe in der Regel auf einem Lehrgerüst oder einer Schalung gemauert oder gegossen. Dabei wurden unterschiedliche Einwölbungsweisen bzw. Mauerverbände angewendet. Gemauert wurde im Kufverband, Ringverband (Mollersche Wölbung) oder Schwalbenschwanzverband:

  • Beim gängigen Kufverband wurden die Ziegelschichten ähnlich zusammenfügt wie die Planken bei der Herstellung eines Fasses durch den Küfer.
  • Eine Alternative zum Kufverband stellte der Ringverband dar. Die Wölbung wurde nicht in liegenden Schichten hochgeführt, sondern der Fortschritt erfolgte horizontal in stehenden Scheiben. Dazu waren lediglich Rutschlehrbögen mit der Breite einiger Scheiben notwendig.
  • Für flache Kappengewölbe mit ihrem Segmentbogenprofil war der sogenannte Schwalbenschwanzverband üblich, bei dem die Steinschichten von den Ecken ausgehend diagonal zur Wölbachse in Richtung Scheitel geführt wurden, wo sie sich verzahnten. Dieser Verband wurde freihändig auf einer Breitscheibe oder einem Eisenbogen gemauert.
  • Die Abkehr vom quadratischen Grundriss der Gewölbefelder führte unter bestimmten Bedingungen zu krummen Diagonalen. In solchen Fällen blieb nur das freihändige Mauern übrig, bei dem die einzelnen Ziegelsteine bis zur Fertigstellung einer Schicht in ihrer Lage gehalten werden müssen.

Lehrgerüste und Schalungen wurden erst nach dem Aushärten des Mörtels entfernt, weil sonst eine stärkere Absenkung der Einwölbung hingenommen werden musste. Die Mindestaushärtezeiten betragen bei heutigem Mörtel etwa acht Tage. Der im Mittelalter benutzte Luftkalkmörtel brauchte dagegen viel länger und machte Aushärtezeiten von zwei bis vier Monaten erforderlich.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften; Bd. 3. Stuttgart und Leipzig 1906, S. 259.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karoly Krausz: Tragverhalten gemauerter Tonnengewölbe mit Stichkappen; Bericht Nr. 38 (2002). Institut für Baustatik der Universität Stuttgart, Professor Dr.-Ing. E. Ramm, Stuttgart 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]