Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf

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Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt-Volksdorf-Wohldorf[1]
Streckenlänge:12,963 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
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von Hamburg
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Rahlstedt
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nach Lübeck
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Übergabegleis
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0,000 0,000 Alt-Rahlstedt
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0,400 0,000 Alt-Rahlstedt, Stoffers
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0,800 0,000 Oldenfelde, Farmsener Weg
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1,250 0,000 Oldenfelde, Schule
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1,550 0,000 Meiendorf, Aue
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1,850 0,000 Meiendorf, Lorenz
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2,250 0,000 Meiendorf, Eggers
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2,650 0,000 Meiendorf, Soetebier
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2,850 0,000 Ahrensburger Chaussee
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3,470 0,000 Meiendorfer Feldmark
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4,500 0,000 Volksdorfer Wald
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Walddörferbahn von Farmsen
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3,182 Oldenfelder Rampe
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Berne
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Meiendorfer Weg
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Abzweig zur Oldenfelder Rampe
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(nur Güterverkehr)
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4,900 0,000 Oberförsterei
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5,350 0,000 Sieben Buchen
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6,010 0,000 Volksdorf
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Walddörferbahn nach Großhansdorf
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6,620 0,000 Bergstedter Weg
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7,390 0,000 Volksdorfer Feldmark
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Buckhorn
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8,310 0,000 Ohlendorffs Tannen
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9,310 0,000 Hoisbüttel / Lottbek
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11,080 0,000 Ohlstedt, Sthamerstraße
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11,340 0,000 Ohlstedt Anfang Personenzüge bis 1953
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Alte Dorfstraße
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11,400 0,000 Ohlstedt Anfang Personenzüge ab 1953
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11,710 0,000 Kupferredder
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12,280 0,000 Tannenallee
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12,963 0,000 Wohldorf

Die Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf war eine Eisenbahngesellschaft. Sie schloss die Hamburgischen Exklaven im Nordosten an das Eisenbahnnetz an. Ein Teil der Strecke – die Trasse zwischen Volksdorf und Wohldorf – ist heute weitgehend als Wanderweg erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinbahn 1904 …
… und 1907
Gebäude der ehemaligen Güterannahme und -abgabe in Wohldorf 2016

Die Bewohner der politisch zu Hamburg gehörenden Walddörfer sahen sich zum Ende des 19. Jahrhunderts vom Rest der Welt abgeschnitten. Sie wollten daher eine Straßenbahnlinie nach Hamburg bekommen. Aber 1898 teilte die Strassen-Eisenbahn-Gesellschaft in Hamburg (SEGH)“ mit, dass mit dieser Strecke nicht zu rechnen wäre. So kam man auf die Idee, eine Zweigbahn zwischen dem näher gelegenen Bahnhof Rahlstedt der damaligen Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE) und Volksdorf zu bauen.

Die Konzession vom Hamburger Senat wurde der Firma Gebrüder Körting bereits am 7. Juni 1899 erteilt. Aber erst am 10. Januar 1903 erlangte die Firma die Konzession von der preußischen Verwaltung. Am 21. Oktober 1903 wurde dann der endgültige Konzessionsvertrag unterzeichnet.

Die in Körtingsdorf bei Hannover (jetzt Hannover-Badenstedt) beheimatete Firma Gebr. Körting versorgte seit 1898 das damals preußische Rahlstedt mit Elektrizität.

Am 12. Dezember 1912 gab sich die Bahn den Namen „Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt – Volksdorf AG“ (EKV) und eine neue Rechtsform. 770.000 Mark an Stammaktien hielt der hamburgische Staat, 770.000 Mark an Vorzugsaktien hielt der Kommerzienrat Körting.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. September 1904 wurde der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Rahlstedt der Lübeck-Büchener Eisenbahn und Volksdorf eröffnet. Anfangs fanden 13 Fahrten täglich statt, die Fahrtdauer auf der sechs Kilometer langen Teilstrecke betrug 18 Minuten.

Am Himmelfahrtstag, dem 9. Mai 1907, wurde die Verlängerung bis Wohldorf eröffnet. Die Streckenlänge betrug jetzt 12,963 Kilometer. Eine einfache Fahrt kostete damals 20 Pfennig.

Farmsen-Berne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls im Mai 1907 war die Strecke nach Oldenfelde fertiggestellt. Oldenfelde liegt benachbart zu Berne und Farmsen. Diese Orte bildeten seinerzeit eine weitere Hamburger Exklave in Preußen. Ein Umweg über Volksdorf und Rahlstedt nach Hamburg war für die Bewohner unzumutbar.

Bei der Oberförsterei (Kilometer 4,9) zweigte die 3182 Meter lange Strecke ab, auf der nur Güterverkehr stattfand. Sie endete in der Nähe der Bekassinenau. Nach dem Bau der Walddörferbahn blieb dieses Gleis erhalten. Das Gleis für den Testbetrieb zwischen dem U-Bahnhof Farmsen und dem U-Bahnhof Berne verläuft auch heute noch auf dieser Trasse.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden zwei elektrische straßenbahnartige Triebwagen bei der Waggonfabrik Busch in Hamburg-Eimsbüttel bestellt. Die Bahngesellschaft beschaffte zum Frühjahr 1906 einen weiteren Triebwagen, sechs Doppelstockanhänger und einen Post- und Gepäckwagen. Bis August 1906 kamen eine Lokomotive und zwei weitere Doppelstockanhänger hinzu.

1914, in ihrer besten Zeit, besaß die EKV sechs Triebwagen und zehn Beiwagen für den Personenverkehr. Für den Güterverkehr gab es vier kleine E-Loks, die auch für den Personenverkehr genutzt werden konnten. Der Wohldorfer Wald war ein beliebtes Ausflugsziel für die Hamburger; an Urlaubsreisen war in der Regel nicht zu denken.

Bau der Walddörferbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1911 wurde ein erster Plan vorgelegt, der außer der Strecke Barmbek–Farmsen–Volksdorf–Wohldorf auch die Enklave Großhansdorf anschließen sollte. In Ahrensburg sollte die Bahn einen gemeinsamen Bahnhof mit der Lübeck-Büchener Eisenbahn bekommen. Die Lübeck-Büchener Eisenbahn fürchtete jedoch Konkurrenz, so dass dieser Plan nicht verwirklicht wurde.

1914 wurde dann mit dem Bau nach neuen Plänen begonnen. Die Bahn sollte über Großhansdorf hinaus bis Beimoor geführt werden; dort war eine Siedlung geplant. Da die Strecke über preußisches Gebiet führte, wurde in diesem Zusammenhang auch der preußischen Regierung gestattet, mit dem Bau der Alstertalbahn zu beginnen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges war wegen Materialbeschaffungsschwierigkeiten an eine Elektrifizierung nicht zu denken. Am 12. September 1918 wurde daher ein Betrieb mit zwei in Belgien erbeuteten Dampflokomotiven zwischen Barmbek (damalige Schreibweise „Barmbeck“) und Ohlstedt aufgenommen. Nachdem die Loks zurückgegeben werden mussten, elektrifizierte man zunächst nur ein Gleis zwischen Barmbek und Volksdorf. Am 6. September 1920 wurde dieser Streckenabschnitt eröffnet. Am 5. November 1921 wurde der elektrische Betrieb nach Großhansdorf aufgenommen; das zweite Gleis hatte man wieder entfernt. Mit dem Material dieser Schienen hatte man sich in jenen Jahren der Rohstoffknappheit als „Kompensation“ die erforderlichen Stromschienen eingetauscht.

Nach Eröffnung des elektrischen Betriebs der Walddörferbahn brachen die Fahrgastzahlen der Kleinbahn ein. Deshalb wurde am 15. April 1923 der Personenverkehr der Kleinbahn auf der Strecke Alt-Rahlstedt–Volksdorf aufgegeben. Am 1. Juli 1924 übernahm die HHA die Betriebsführung auf der Kleinbahnstrecke zwischen Volksdorf und Wohldorf. Mit Eröffnung des westlichen Zweiges der Walddörferbahn Volksdorf–Ohlstedt am 1. Februar 1925 wurde der Betrieb der Kleinbahn im Wesentlichen auf die Reststrecke Ohlstedt–Wohldorf beschränkt.

Der Güterverkehr dagegen wurde durch eine von Volksdorf bis beinahe Farmsen parallel zu den Gleisen der Hochbahn verlaufende neue Strecke ausgebaut. Am 1. Mai 1934 wurde dieser Güterverkehr eingestellt. Heute wird diese Strecke für Bremsprüfungen von U-Bahntriebfahrzeugen genutzt.

Nach 1934 wurden alle Strecken der Kleinbahn südlich von Ohlstedt abgebrochen. Die alten Fahrleitungsmasten wurden ab 10. September 1935 an Mitarbeiter abgegeben.

Restbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Triebwagen war im Betriebshof K der HHA bis zur Bhf-Auflösung am 22. Mai 1977 untergestellt.

Ab 27. Juli 1959 wurde die Kleinbahn auf „Einmannbetrieb“ umgestellt.

Bis zum 29. Januar 1961 fuhr die Kleinbahn nur noch auf der knapp zwei Kilometer langen Reststrecke von Ohlstedt durch den Wohldorfer Wald nach Wohldorf. Der Haltepunkt Kupferredder war am 18. Juli 1921 eröffnet worden, in der Streckenmitte lag der Bahnhof Tannenallee.

Auf diesem verbliebenen Abschnitt wurden vorwiegend Straßenbahnfahrzeuge (Typ V2) eingesetzt, die jedoch für den Eisenbahnbetrieb umgerüstet waren (vor allem breitere Radreifen). Die am Endbahnhof Wohldorf vorhandene Fahrzeughalle ermöglichte einen Inselbetrieb.

Eine Änderung der Bauvorschriften für Schienenfahrzeuge machte die Beschaffung neuer Fahrzeuge notwendig. Wegen der Splitterung von Holzaufbauten (bei Unfällen) sollten diese aus dem Verkehr gezogen werden. Da eine Neubeschaffung nicht rentabel schien, wurde der Betrieb am 29. Januar 1961 eingestellt. Danach erfolgte bis zum 7. Mai 1961 noch ein Pendelbetrieb mit Bussen, bis die Strecke in die Buslinie 76 aufging.

Zunächst sollte die Strecke als Museumsbetrieb erhalten bleiben, doch war man auf staatlicher Seite nicht der Ansicht, dass ein Verein dies leisten könnte. So wurde die Strecke 1964 abgebaut und zu einem Wanderweg; ein kleiner Abschnitt wurde Schulgelände.

Am 18. September 1999 konnte ein erster Teil des (schon in den 1960ern) geplanten Kleinbahnmuseums im ehemaligen Wohldorfer Bahnhofsgebäude eröffnet werden. Im Obergeschoss sind Bilder und Realien der Kleinbahn ausgestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 13: Schleswig-Holstein 2 (westlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2012, ISBN 978-3-88255-672-8
  • Pascal Horst Lehne: Die elektrische Kleinbahn Altrahlstedt-Volksdorf-Wohldorf, Kleinbahn-Verein Wohldorf e.V., 4. Aufl. 1986
  • Waldschläger / Lehne: Einst mit der Kleinbahn in die Walddörfer, Verlag Hiltrud Tiedemann 1989

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archiv Hamburg Nahverkehr. In: www.archiv-hhnv.de. Abgerufen am 19. Juli 2016.