Else Buschheuer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Else Buschheuer

Else Buschheuer (* 12. Dezember 1965 in Eilenburg) ist eine nonbinäre schriftstellerisch tätige Person.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Else Buschheuer wuchs in der DDR auf und erwirkte eine Namensänderung des Geburtsnamens in Else.[1] Nach der Wende arbeitete Else Buschheuer für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Der Tagesspiegel, die tageszeitung, Der Spiegel, Stern) und Fernsehsender (Spiegel TV MagazinRTL, Akte – Reporter decken aufSat.1). Buschheuer moderierte u. a. den Wetterbericht bei n-tv, ProSieben, den „Kulturweltspiegel“ der ARD,[2] „Riverboat“ und „Kino Royal“ beim MDR.

Buschheuers Werke Ruf! Mich! An! und Masserberg, lassen sich der Popliteratur zuordnen, der Roman Masserberg wurde 2010 mit Anna Fischer in der Hauptrolle verfilmt. Fast vier Millionen Zuschauer sahen den Film im Fernsehen.

Von 2001 bis 2005 lebte Else Buschheuer in New York. In einem Internet-Tagebuch berichtete Buschheuer von den Anschlägen vom 11. September und lieferte damit einen persönlichen und vielbeachteten Bericht der Ereignisse.[3] Das Internet-Tagebuch gilt als erste deutschsprachige Reaktion auf die Geschehnisse zum 11. September, die unmittelbar vor dem Einstürzen des World Trade Centers erfolgten und von deutschsprachigen Medien augenblicklich rezipiert wurden. Erste Einträge verfasste Buschheuer um 9:34 Ortszeit, 30 Minuten vor dem Einschlag des zweiten Flugzeuges. Das von Buschheuer von 2000 bis 2009 betriebene Online-Tagebuch ist einer der ersten Blogs im deutschsprachigen Raum, auch wenn zu dieser Zeit der Begriff Blog noch keine Verbreitung fand. Später wurden die Blogeinträge, die aktuelle Ereignisse aus Buschheuers Leben beiinhalteten, thematisch zugeordnet und in insgesamt acht Buchpublikationen zwischen 2002 und 2009 veröffentlicht.[4]

Buschheuer schrieb für den Spiegel,[5] das Süddeutsche Magazin, die taz, die Die Weltwoche und andere Organe. Buschheuer kreierte und sprach von 2008 bis 2012 für MDR Figaro die wöchentliche Kolumne Gladiatorin des Alltags.[6]

2019 verkündete Buschheuer in der Talkshow „Kölner Treff“ ein lesbisches Coming-out.[7] In einem Interview mit dem Deutschlandfunk im Jahr 2021 erzählte Buschheuer u. a. von der Leidenschaft Queeren Tango zu tanzen und dadurch starre Geschlechterrollen zu überwinden: „Ein Gefühl dafür gibt das queere Tango Tanzen. Wo man mal führt, mal sich führen lässt, die Rollenverteilung von Mann und Frau aufgehoben ist.“[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane
Non-Fiction
Essays

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juliane Blank: Schockzustand und Kontingenzabwehr in ‚Echtzeit-Reaktionen‘ von Else Buschheuer, Kathrin Röggla und Durs Grünbein. In: Katastrophe und Kontingenz in der Literatur Zufall als Problem der Sinngebung im Diskurs über Lissabon, die Shoah und 9/11. De Gruyter 2021, ISBN 978-3-11071-257-5. S. 425–437

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Else Buschheuer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schriftsteller*in Else Buschheuer - Das Leben als Patchwork. In: deutschlandfunkkultur.de. 21. April 2021, abgerufen am 23. Januar 2023.
  2. ARD-„Kulturweltspiegel“. Aus für Else. In: Spiegel online. 21. November 2001, abgerufen am 7. August 2019.
  3. Else Buschheuer: Von New York nach Leipzig: Schluss mit „How Are You Today Honey“. In: sueddeutsche.de. 17. März 2011, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 26. März 2016]).
  4. Juliane Blank: Schockzustand und Kontingenzabwehr in ‚Echtzeit-Reaktionen‘ von Else Buschheuer, Kathrin Röggla und Durs Grünbein. In: Katastrophe und Kontingenz in der Literatur Zufall als Problem der Sinngebung im Diskurs über Lissabon, die Shoah und 9/11. De Gruyter 2021, ISBN 978-3-11071-257-5. S. 426
  5. Else Buschheuer: Essay: Opfor oder Dädor? In: Spiegel online. 15. August 2009, abgerufen am 26. März 2016.
  6. Else Buschheuer: Ich bin auf Entzug. In: Tagesspiegel Online. 5. Mai 2009, abgerufen am 4. Mai 2011: „Else Buschheuer gibt das Bloggen auf und erklärt, warum sie nicht länger eine ‚gläserne Frau‘ sein will.“
  7. L.Mag. S. 50, abgerufen am 13. September 2021.
  8. Schriftsteller*in Else Buschheuer - Das Leben als Patchwork. In: Deutschlandfunk Kultur. Abgerufen am 13. September 2021.
  9. Erster Reporterpreis nach Relotius: Reportage über digitale Diktatur in China und Enthüllung der Ibiza-Affäre prämiert › Meedia. Abgerufen am 2. April 2020.
  10. Else Buschheuer: Kriegerin. 20. Mai 2019, abgerufen am 2. April 2020.