Else Imme

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Else Imme (* 24. September 1885 in Berlin-Prenzlauer Berg; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Widerstandskämpferin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Else Imme wuchs in einer Berliner Arbeiterfamilie auf und erlernte nach dem Besuch der Volksschule den Beruf Verkäuferin. Sie war eine Schwester von Martha Bernstein, die in den 1930er Jahren in die Sowjetunion emigrierte und dort Mitarbeiterin der Komintern-Verwaltung war. Ihre gemeinsame Mutter war Elisabeth Neubauer.

Ab 1914 war Else Imme Abteilungsleiterin im Kaufhaus Wertheim in der Leipziger Straße in Berlin-Mitte.

Imme wurde 1933 Mitglied der DAF und des NSV. Sie hatte ab 1934 regelmäßig Kontakte zu ihrer Schwester in der Sowjetunion.

Imme beteiligte sich am antifaschistischen Widerstandskampf durch Geldsammlungen für verfolgte Mitbürger, die von den Nationalsozialisten aus rassistischen Gründen verfolgt wurden. Außerdem hörte sie regelmäßig die Sendungen von Radio Moskau und gab diese Informationen weiter.

Ihre Wohnung in der Belforter Straße 29 stellte sie ab 1938/1939 für illegale Treffen der Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen zur Verfügung. Diese Wohnung wurde zeitweise zum Quartier für die aus der Sowjetunion im Sommer 1942 nach Berlin gekommenen „Fallschirmspringer“ Erna Eifler und Wilhelm Fellendorf.

Am 18. Oktober 1942 wurde Imme festgenommen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße kam sie während der „Untersuchungshaft“ ins Polizeigefängnis am Alexanderplatz und nach dem Urteil des RKG am 30. Januar 1943, durch das sie wegen „Feindbegünstigung“ zur Höchststrafe verurteilt wurde, in den Todestrakt des Frauengefängnis Barnimstraße. Das nicht rechtskräftige Urteil wurde am 5. August 1943 um 19:30 Uhr [1] im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969 wurde ihr posthum von der Sowjetunion der Orden für Verdienste im Großen Vaterländischen Krieg I. Klasse verliehen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luise Kraushaar et al.: Deutsche Widerstandskämpfer 1933 - 1945. Biografien und Briefe. Band 2, Dietz-Verlag: Berlin 1970, Seite 498 und 503
  • Günter Wehner: Widerstand in Berlin gegen das NS-Regime 1933 bis 1945. Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt der Berliner Vereinigung der Teilnehmer am antifaschistischen Widerstandskampf BV VdN; Band 3 (H bis J); trafo-Verlag: Berlin 2004; Seite 162

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Am Donnerstag, 5. August 1943 starben durch das Fallbeil. Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, 5. August 2008, S. 1, abgerufen am 1. August 2017 (pdf).