Emanuel List

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Emanuel List (* 22. März 1891 in Wien; † 21. Juni 1967 in Wien) war ein österreichisch-amerikanischer Opernsänger und einer der stimmlich dunkelsten und gesanglich bedrohlichsten „schwarzen Bässe“ seiner Zeit. Sogar im Vergleich zu Gottlob Fricks Hunding (Wilhelm Furtwängler 1954 und Georg Solti 1966) ist seiner (Bruno Walter 1936) noch eine Spur finsterer. Auch als Hagen und Fafner erreichte er Gipfel des Schreckens.

List studierte in Wien und debütierte 1922 an der Volksoper als Méphistophélès in GounodsFaust“.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung musste List, der seit 1923 Mitglied der Berliner Staatsoper war und bis 1933 regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen gesungen hatte, 1934 Deutschland verlassen - ein Schicksal, das er u. A. mit seinem Kollegen Friedrich Schorr teilte; allerdings hatte er bereits 1918 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Danach sang er am Covent Garden und an der Metropolitan Opera sowie bis 1938 und dem „Anschluss“ an der Wiener Staatsoper. 1950 kehrte er nach Berlin (nun BRD) zurück und sang noch zwei Jahre an der Staatsoper. 1952 setzte er sich in seiner Heimatstadt zur Ruhe.

Wie auch Gottlob Frick war List nicht nur ein exzellenter Bühnenbösewicht und -Schurke, sondern auch ein ausgezeichneter Osmin und Baron Ochs.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, Neuer Israelitischer Friedhof, Tor 4 (Gr. 1, Nr. 61)

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Seeger: Opernlexikon. 4. Auflage 1989. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin (DDR).

Weblinks[Bearbeiten]