Embricho von Würzburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Embricho († 10. November 1146 in Aquileia) war von 1127 bis zu seinem Tode Bischof von Würzburg.

Embricho im Familienkontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Embricho, auch Embrico oder Emich, stammte aus einer hochadligen Familie im Mainzer Sprengel. Der Name weist auf eine Abkunft von den im Rheingau ansässigen Embrichonen, durch welche zuvor schon Erzbischof Ruthard von Mainz gekennzeichnet war. Die oft zitierte Herkunft aus der Familie der Grafen von Leiningen ist irrig.[1]

Bei der Vermählung von König Konrads III. Schwägerin Bertha von Sulzbach mit dem griechischen Kaiser Manuel I. war Embricho zum Ende seines Lebens in Konstantinopel als diplomatischer Gesandter Konrads III. anwesend. Auf der Rückreise starb er in Aquileia und wurde auch dort begraben. Sein Grabmal ist nicht mehr erhalten.

Embricho als Bischof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Bekanntschaft mit Hugo Mettelus von Toul nimmt man an, dass er in Lothringen und Sorbonne studiert hat. Der Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken setzt ihn in der königlichen Kanzlei, später auch als Propst im Erfurter Dom ein. Auf Empfehlung des Erzbischofs und mit der Unterstützung von König Lothar III. wurde er 1127 zum Würzburger Bischof ernannt. Er beendete damit ein fünfjähriges Schisma, bei dem Dompropst Rudger dem Gebhard von Henneberg gegenüberstand. Als Rudger 1125 starb, musste letztlich auch Gebhard weichen, denn sowohl der Kaiser als auch der Papst verweigerten ihm ihre Gunst.

Embricho wird als umsichtiger Regent in politischen wie auch in religiösen Fragen beschrieben. Er gründete mehrere Klöster, darunter das Schottenkloster Würzburg, Kloster Wechterswinkel und Kloster Oberzell der Prämonstratenser. Erster Abt des Schottenklosters wurde 1139 Makarius, der hierfür eigens als Prior vom Schottenkloster in Regensburg abberufen wurde. Für den verstorbenen Bamberger Bischof Otto I. hielt er die Leichenrede. Er galt als treuer Gefolgsmann des Kaisers Lothar III. und später auch Konrads III.

Im Kampf zwischen den Staufern und den Welfen nahm das Bistum eine strategisch bedeutsame Position ein: Es trennte die beiden welfischen Einflussbereiche Bayern und Sachsen. Mit Konrad III. zog er gegen Herzog Heinrich den Stolzen an die Werra. Auf dem Reichstag in Würzburg 1138 wurde gegen Heinrich auch die Reichsacht ausgesprochen. Embricho zog mit dem König auch nach Sachsen und gegen Welf VI. nach Schwaben, einschließlich der Belagerung von Weinsberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver von Wegele: Embricho. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 79 f.
  • Alfred Wendehorst: Embricho. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 474 (Digitalisat).
  • Alfred Wendehorst: Embricho Bischof von Würzburg. In: Gerhard Pfeiffer (Hrsg.): Fränkische Lebensbilder. Band 2. Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1968, (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Reihe VII A. Band 2), S. 1–7.
  • Peter Kolb, Ernst-Günther Krenig (Hrsg.): Unterfränkische Geschichte. Band 1: Von der germanischen Landnahme bis zum hohen Mittelalter. Echter, Würzburg 1989, ISBN 3-429-01263-5, S. 335–338.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Wendehorst: Embricho. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 474 (Digitalisat).
Vorgänger Amt Nachfolger
Gebhard von Henneberg Bischof von Würzburg
1127–1146
Siegfried von Truhendingen