Emil von Schoenaich-Carolath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Emil von Schoenaich-Carolath
Emil von Schoenaich-Carolath
Emil von Schoenaich-Carolath

Prinz Emil Rudolf Osman von Schoenaich-Carolath-Schilden (auch: Der Dichterprinz aus der Haseldorfer Marsch) (* 8. April 1852 in Breslau (heute Wrocław, Polen); † 30. April 1908 auf Schloss Haseldorf, Holstein, Deutschland) war ein deutscher Gutsherr, Lyriker und Novellist.

Leben[Bearbeiten]

Prinz Emil von Schoenaich-Carolath-Schilden wurde am 8. April 1852 als Sohn von Prinz Karl von Schoenaich-Carolath und dessen Frau Emilie (geb. von Oppen-Schilden) in Breslau geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wiesbaden ging er nach Zürich und studierte dort 1870/71 Literatur- und Kunstgeschichte. Anschließend trat er in das Dragonerregiment in Colmar ein, wo er als Leutnant bis 1874 diente. Die folgenden Jahre verbrachte er meist auf Reisen, u. a. nach Rom und Ägypten. 1887 heiratete er Katharina von Knorring und lebte auf seinen Schlössern in Haseldorf/Holstein und Palsgaard/Dänemark. Das Paar hatte zwei Söhne und vier Töchter.[1]

Seine literarische Begeisterung wurde bereits im Elternhaus geweckt, vor allem durch seine Mutter, und durch den Kontakt der Familie zu dem ebenfalls aus Breslau stammenden Schriftsteller Karl von Holtei. Als Dichter gehört er zur Neuromantik. Seine frühen Gedichte waren von einer düsteren Stimmung bestimmt. In späteren Werken, zu denen auch Erzählungen und Novellen zählten, griff er religiöse und ethische Themen auf und wies auf Missstände hin. Von Schoenaich-Carolath trat auch als Förderer anderer Schriftsteller hervor, so unterstützte er Rainer Maria Rilke und Detlev von Liliencron.

Am 30. April 1908 starb Prinz Emil von Schoenaich-Carolath auf Schloss Haseldorf und wurde auf dem Friedhof der Kirche St. Gabriel beerdigt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1878: Lieder an eine Verlorene. Gedichte.
  • 1881: Tauwasser. Erzählungen.
  • 1883: Dichtungen.
  • 1884: Geschichten aus Moll. Erzählungen.
  • 1894: Bürgerlicher Tod. Novelle.
  • 1896: Der Freiherr. Regulus. Der Heiland der Tiere. Novellen.
  • 1903: Gedichte.
  • 1903: Lichtlein sind wir. Die Kiesgrube. Die Wildgänse. Novellen.

Quellen[Bearbeiten]

  • Jahrbuch für den Kreis Pinneberg. 1984
  • Carsten Dürkob: „Der Nichterfüllung schattenvoller Kranz“. Leben, Werk und literaturgeschichtlicher Ort des Prinzen Emil von Schoenaich-Carolath (1852–1908). Igel, Oldenburg 1998, ISBN 3-896210-85-8
  • Armin Püttger-Conradt: Ein Dichterprinz der Elbmarsch. In: ZSHG 2004
  • Wedel-Schulauer Tageblatt (2008) - Suche nach einem „Verlorenen“ (zum 100. Todestag des Dichterprinzen)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stammbaum Schönaich-Carolath