Emile Jeannin

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Mimi Jeannin immer elegant Johannistal 1911
Jeannin, 1910 in Mannheim auf Farman-Doppeldecker
Jeannin vor seiner Stahltaube
Jeannin Stahltaube, ausgestellt im Deutschen Technikmuseum Berlin

Emile Jeannin (* 1874 in Mülhausen (Elsass)[Anm. 1]; † 1957[1] in Straßburg, Elsass; auch: Emil, Mimi) war ein Flugpionier.

Emile Jeannin, ein Bruder von Henri Jeannin, war in jungen Jahren ein populärer Radrennfahrer, er fuhr auch Rennen mit Automobilen und Motorbooten.[2]

1906 bis 1908 betrieb er in Berlin die Sun Motorwagen Gesellschaft E. Jeannin & Co. KG.

Um 1909 lernte Jeannin bei Farman in Mourmelon (Frankreich) fliegen. Am 27. April 1910 erwarb er den Flugzeugführerschein Nr. 6. Noch im selben Monat stellte er (mit einem nicht dem Reglement entsprechenden Flugzeug) einen Dauerrekordflug von rund zwei Stunden auf. Am 6. August 1910 gewann er den 4. Lanz-Preis in Mannheim auf einem Farman-Doppeldecker.[3] Ende September gewann er den Überlandflug Trier-Metz.[4] Er war dann kurzzeitig bei der Alsatian Aviatik Flugzeugwerke, an der sein Bruder Anteile hatte. Im Februar 1912 gründete er in Johannisthal bei Berlin seine eigene Firma und konstruierte mit dem Lothringer René Freindt die „Stahltaube“. 1913/14 baute er für die Heeresverwaltung 37 Stahltauben. Der Preis lag zwischen 22.000 und 25.000 Goldmark pro Stück.

Im Mai 1915 gingen aus seinem Flugzeugwerk die National-Flugzeugwerke in Leipzig hervor,[5] die 1917 in die Deutschen Flugzeug-Werke eingegliedert wurden.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs bekam Emile Jeannin unter anderem wegen seiner französischen Abstammung in Deutschland Probleme. Wegen eines Delikts wurde er zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marian Krzyzan, Holger Steinle: Die Jeannin-Stahltaube A.180/14. Aus den Anfängen der Fliegerei in Johannisthal.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das in diversen Quellen genannte Geburtsdatum 29. Februar 1874 stellt kein gültiges Kalenderdatum dar (1874 war kein Schaltjahr), so dass die Richtigkeit dieser Angabe angezweifelt werden muss.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Pioniere 1910–1914“ auf johflug.de (PDF; 645 kB)
  2. Un peu d’histoire sur l’usine AVIATIK auf victor.stoeffler.pagesperso-orange.fr
  3. Karl-Dieter Seifert: Der Lanz-Preis der Lüfte – Impulsgeber für die deutsche Luftfahrt. (PDF) In: LOGBUCH. Reservistenkameradschaft Marine Berlin, 3. Juli 2009, abgerufen am 1. November 2016.
  4. Sonja Steiner-Welz: Schütte-Lanz-Luftfahrzeuge aus Mannheim; S. 145
  5. Bruno Lange: Das Buch der deutschen Luftfahrttechnik. Band 1, S. 31

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]