Ende (Herdecke)

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Größter Arbeitgeber der Stadt ist das Westender Gemeinschaftskrankenhaus

Ende ist ein Stadtteil der westfälischen Stadt Herdecke. Mit rund 14.000 Einwohnern bildet Ende als zweites Siedlungszentrum den nördlichen Teil der Stadt Herdecke, die insgesamt fast 23.000 Einwohner hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Postkarte „Auf dem Schnee“

Ende befindet sich komplett im Ardeygebirge und umfasst die ehemaligen vier Bauerschaften Kirchende, Ostende, Westende und Gedern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort um 890 in einem Abgabenverzeichnis des Klosters Werden, des so genannten Werdener Urbars als emnithi, was heute meist als Einöde gedeutet wird. Die Eintragung lautet:

In Emnithi tradidit Goduleb duas familias, unde census XVI mod. ordei et heriscilling VIII den (= Von zwei Familien in Emnithi übergab Goduleb [dem Kloster] den Pachtzins von 16 Scheffel Gerste und eine Heeressteuer von 8 Denaren).

Der alte Name Emnithi lässt wegen der altsächsischen Endung -ithi, die vor allem im heutigen Westfalen und Niedersachsen als bedeutungsloser Anhang an ein Grundwort (hier Emn-) verbreitet war, darauf schließen, dass es sich um eine sehr alte Siedlung handelt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus Emnithi Ennethe, dann Ennede und später Ende.

Erst 1229 tauchte Ende wieder in einem Schriftstück auf. Das Güterverzeichnis der Äbtissin des Herdecker Stifts nennt auch erstmals die Ortsteile Kircennethe, Westennethe und Ostennethe und macht Angaben über fünf mansi genannte Unterhöfe im Ender Bereich. Drei der Höfe mussten als jährliche Abgaben an das Stift neben Geld jeweils ein Schwein leisten, zwei kleinere Höfe kamen mit je zwei Schillingen (solidi) davon.

1351 wird die Bauerschaft Gedern erstmals im Volmarsteiner Lehnsregister Diderichs von Malingrode erwähnt. Fünf Höfe bildeten damals Gedern. Von ihnen lagen zwei im so genannten Obergedern und drei in der Talaue direkt an der Ruhr. Die Höfe waren dem Gederner, heute Herdecker Haus Mallinckrodt abgabepflichtig, das seinerseits im Dienste der Herren von Volmarstein stand.

Das Haus Kallenberg in Kirchende

Auch die Einwohner Endes hatten unter den kriegerischen Auseinandersetzungen der Großen Dortmunder Fehde 1388/89 und der Soester Fehde 1444–1449 zu leiden. In die Geschichte eingegangen ist unter anderem ein verheerender Überfall am 22. August 1389, als Dortmunder Truppen brandschatzend zu einem Beutezug ins Umland einfielen und in Ende die Höfe niederbrannten, das Vieh raubten und die Äcker verwüsteten: Sundaegs vur Bartholomei branten die Dortmundeschen to Ennede vermerkte der Dortmunder Chronist Dietrich Westhoff.

In einem weiteren Güterverzeichnis des Stifts Herdecke wurden 1483 insgesamt 9 Höfe in Ende als abgabenpflichtig aufgeführt. Insgesamt gab es damals 24 Höfe und 15 Kotten, was aus einem Scharbuch der Markgenossen aus demselben Jahr hervorgeht.

1486 tauchen die Ender Höfe im Schatzbuch der Grafschaft Mark auf. Dort wurden 25 Höfe im Rahmen der Steuerschätzung mit Namen und jeweiliger Steuerschuld aufgelistet.

1817 wurden in der neuentstandenen preußischen Provinz Westfalen die Landkreise Dortmund und Hagen gegründet. Gedern wurde im Zuge dieser Neuordnung 1818 aufgeteilt. Während der westliche Teil an Annen im Landkreis Dortmund fiel, wurde der östliche Teil der Gemeinde Ende dem Landkreis Hagen zugeordnet.

Während der Industrialisierung der Region im 19. Jahrhundert blieb Ende weitgehend bäuerlich geprägt, eine wirtschaftliche Rolle spielte der Holzeinschlag für den Bergbau in den benachbarten Ruhrgebiets-Städten.

Das ehemalige Amt Ende, später die Gemeinde Ende, umfasste die alten Bauerschaften Kirchende, Ostende, Westende und Gedern.

Am 13. März 1939 entsprach die Bezirksregierung einem Wunsch Endes, sich der Stadt Herdecke anschließen zu dürfen[1], woraufhin auch (Ost-)Gedern ein Teil Herdeckes wurde. Im Jahr der Eingemeindung nach Herdecke hatte Ende 3.766 Einwohner.

Das Haus Ende in Ostende

Bis in die 1950/60er Jahre war das Ender Landschaftsbild noch stark von kleinbäuerlicher Landwirtschaft beherrscht. Dann begann eine intensive Ausdehnung vor allem des Wohnungsbaus. In Westende wurde 1969 das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke angesiedelt und damit quasi ein neuer Stadtteil begründet, in dem heute mehrere tausend Menschen leben, wo zuvor nur einige Höfe, Kotten und Wiesen waren. Auch in Kirch- und Ostende, in letzterem vor allem im „Villenviertel“ Ahlenberg hat die Siedlungsdichte seitdem stark zugenommen. Allein Gedern, isoliert im Westen an der Ruhr gelegen und von Wald geprägt, hat sich kaum verändert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Ende, nicht mit der ehemaligen Gemeinde zu verwechseln, hatte die folgenden Einwohnerzahlen[2]:

Jahr Einwohner
2000 8360
2010 7834

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum von Kirchende prägt die alte Evangelische Dorfkirche Kirchende das Ortsbild. Das eigentliche Gebäude wurde 1759 eingeweiht. Der weitaus ältere Turm des Vorgängerbaus steht bis heute. In ihm hängt auch noch eine bronzene, dem Hl. Urban geweihte Glocke aus dem Jahr 1426. Kunsthistorisch interessant ist vor allem der Altarbereich der Dorfkirche mit der blau-goldenen, barocken Holzkanzel. Diese wurde 1774 von Friedrich Goswin Freiherr von Vaerst zum Callenberg, dem ehemaligen Besitzer des Hauses Kallenberg, als Stiftung nach Ende gebracht.

1909 malte der Künstler Fritz Gärtner zum 150jährigen Jubiläum der Kirche ein Altarbild, das Jesus vor der Ender Landschaft zeigt. Abgebildet ist dort neben der Dorfkirche selbst auch das Haus Mallinckrodt als damaliger Aufenthaltsort des Malers. Ebenfalls noch erhalten sind mehrere Grabplatten. Die ältesten stammen aus den Jahren 1549 (für Hermann von dem Varst) und 1590 (für Berent to Ostende Johans Sone).

Am Rande des Kirchplatzes findet sich die älteste Gastwirtschaft Herdeckes. Das 1606 erbaute Fachwerkhaus ist baulich nahezu unverändert erhalten. Auf das Baujahr weist eine Inschrift über der heutigen Eingangstür hin, die leider nur in Fragmenten erhalten ist „....wohnen Tag und Nacht 1606.“

Weitere Bauten sind in Kirchende das Haus Kallenberg, in Ostende das Haus Ende und der Ender Tunnel der Bahnstrecke Dortmund–Lüdenscheid sowie in Gedern das Haus Mallinckrodt.

Am 7. April 1925 wurde der Grundstein für eine römisch-katholische Kapelle auf dem Semberg in Ende gelegt. Die Einweihung der von der Brauereibesitzer-Familie Cremer unweit ihres Sommerhauses auf eigenem Grundstück und auf eigene Kosten errichteten Kapelle erfolgte am 21. Juni 1925, sie wurde zur Erinnerung an eine verstorbene Tochter der Familie der Heiligen Elisabeth geweiht.[3] Die Gemeinde durfte die Kapelle nutzen, musste dafür aber den baulichen Unterhalt tragen – obwohl der abgelegene Standort für die Mehrheit der Gläubigen nur schwer erreichbar war.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ende gibt es mehrere Kirchengemeinden. Die mitgliederstärkste ist die evangelische Kirchengemeinde Ende, daneben bestehen die römisch-katholische Kirchengemeinde St. Urban, die Christengemeinschaft und eine Baptistengemeinde.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ende gibt es zwei große Sportvereine. Der TuS Ende deckt viele Sportarten ab, von Leichtathletik über Tae-Kwon-Do bis zu Schach. Der FC Herdecke-Ende ist ein reiner Fußballverein. Trainiert wird vor allem auf der Sportanlage Am Kalkheck, die neben einem Kunstrasenplatz auch einen Naturrasen umfasst. Größtes Highlight war ein Freundschaftsspiel im Jahre 2008 gegen Borussia Dortmund, welches aber mit 0:25 verloren ging.

Höchste Ligazugehörigkeit: Landesliga

Aktuelle Liga: Kreisliga A2 Kreis 13 Hagen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Brecker, B. Conjaerts, F. Krusenbaum, G. Niermann, K. Zittinger: Ende: Kirchspiel, Gemeinde, Herdecker Ortsteil. hrsg. von der Evang. Kirchengemeinde Ende, Herdecke: Eigenverlag 2002, 303 Seiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herdecke-Ende – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  2. Liste der Stadtteile mit deren Einwohnerzahlen 2000 und 2010: Seite 21
  3. St. Elisabeth steht auf dem Semberg, Meldung vom 5. August 2007 auf DerWesten.de
  4. Umstrittener Ort der Andacht, Artikel vom 17. August 2016 auf DerWesten.de

Koordinaten: 51° 25′ N, 7° 26′ O