Ernst Retzlaff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst August Ludwig Retzlaff (* 9. Januar 1902 in Freienwalde in Pommern; † 15. Oktober 1934 in Neustrelitz[1]) war ein deutscher Jurist und Politiker. Er war Bürgermeister der Stadt Neubrandenburg (1933–1934).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Retzlaff wurde als Sohn eines Kaufmanns und Landwirts geboren. Er studierte nach dem Besuch der Oberrealschule in Stargard und der Oberrealschule Steglitz, unterbrochen von vier Jahren Teilnahme am Ersten Weltkrieg, Geschichte und Rechtswissenschaften in Berlin und Marburg. Während seines Studiums wurde er 1921 Mitglied der Burschenschaft Normannia Berlin. 1929 wurde er in Marburg zum Dr. iur. promoviert. Seit 1923 war er Mitglied der Schwarzen Reichswehr. Seit 1925 war er Mitglied der NSDAP und zuletzt SS-Sturmführer.

Von 1933 bis zu seinem Tode wirkte Retzlaff als Bürgermeister der Stadt Neubrandenburg. Während seiner kurzen Amtszeit engagierte er sich für die Ziele der NSDAP, bekämpfte erfolgreich die Arbeitslosigkeit in Neubrandenburg, setzte sich für Fremdenverkehr ein und förderte die Kultur. In seine Amtszeit fiel 1933 der Baubeginn des Fliegerhorstes Trollenhagen. Retzlaff war auch Mitglied des Aufsichtsrates der Überlandzentrale Neubrandenburg AG.

Grabstein von Ernst Retzlaff auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg

Ernst Retzlaff, der seit September 1933 verheiratet war, verstarb nach dem Besuch einer Theatervorstellung in Neustrelitz im Carolinenstift Neustrelitz an den Folgen einer Nierenvergiftung. Er wurde im Beisein zahlreicher Repräsentanten aus Staat und Gesellschaft auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg beigesetzt. Neben Neubrandenburg wurde auch in Neustrelitz halbmast geflaggt. Sein Grabmal ist erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Postreklame und ihre zivilrechtlichen Folgen. Dissertation. Universität Marburg 1929.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 8: Supplement L–Z. Winter, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-8253-6051-1, S. 187–188.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sterbedatum ist nicht der 14. Oktober, Sterbeort nicht Neubrandenburg, wie es in der Lit. irrig heißt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]