Erpeler Ley

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Panoramablick von der Erpeler Ley
Basaltstrukturen der Erpeler Ley
Gedenkstein Zeppelin
Tunneleingang[1]
unter der Erpeler Ley
Erpel - Erpeler Ley, am Rhein der östliche Pfeiler der Ludendorff-Brücke

Die Erpeler Ley ist ein Basaltfels am Rhein bei Erpel, wenige Kilometer nördlich der Ahrmündung. Neben dem Drachenfels gehört die 191 m über NN (131 m über dem Rhein) hohe Erhebung zu den bekanntesten Vulkanruinen im Mittelrheintal.

Die Ausbildung der Gesteine ist auf die Abkühlung und Erstarrung im Innern der Lavaströme zurückzuführen. Die säulige Struktur der Erpeler Ley zeigt an mehreren Stellen eine fächerartige Anordnung, die auf ein mehrphasiges Eindringen von Lava und die daraus folgende ungleichmäßige Erstarrung zurückzuführen ist.

Schon in römischer Zeit diente der Fels als Steinbruch. Seit 1941 steht die Erpeler Ley auch wegen ihrer wärmeliebenden Flora und Fauna (Flora: u. a. Goldaster, Federgras; Fauna: Zippammer, Wanderfalke) unter Naturschutz. Auf dem Plateau des Berges befinden sich einige Denkmäler, Möglichkeiten zum Kugelstoßen und Diskus-/Speerwurf, eine 800 m lange Aschenbahn sowie ein Restaurant (Gaststätte Bergesruh).

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzkreuz zu Ehren der Gefallenen im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde zum Gedenken an die Opfer im Kampf um die Ludendorff-Brücke errichtet, deren verbliebene Türme unterhalb der Erpeler Ley zu sehen sind. Im stillgelegten Eisenbahntunnel unter der Ley hatte die Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg Schutz vor den Kämpfen gesucht.

Zeppelin-Stein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gedenkstein erinnert an die Überführungsfahrt des Luftschiffes Z II (LZ 5) von der Frankfurter ILA zum Luftschiffhafen Köln, als ein Unwetter am 2. August 1909 den Grafen Zeppelin zwang, über der Erpeler Ley umzukehren.[2]

Gedenkstein der Burschenschaft Rheno-Germania zu Bonn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Denkmal bestehend aus drei in Beton gegossenen Basaltstelen, jeweils versehen mit den drei Wiedergründungsdaten der Burschenschaft Rheno-Germania im Schwarzburgbund zu Bonn.

Gedenkstein zu Ehren von Hans Eich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem ehemaligen Erpeler Volksschullehrer Hans Eich wurde wegen seines Engagements vor allem im Naturschutz und in der Traditionspflege auf der Erpeler Ley ein quaderförmiger Basaltstein geweiht.

Aussicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Panoramablick reicht vom Siebengebirge und der Stadt Unkel über die Goldene Meile und die Römerstadt Remagen bis zur Mündung der Ahr, zur „Bunten Stadt“ Linz am Rhein und weit hinein in die Eifel.

Zufahrt und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Erpeler Ley führt der Rotbäckchen-Wanderweg sowie der Rheinsteig, das Plateau ist über die asphaltierte Zufahrtsstraße (von der B42 Ausfahrt Erpel, ab da ausgeschildert) erreichbar. Aus Richtung Bruchhausen und Unkel führen verschiedene ausgebaute Wanderwege zur Erpeler Ley. Auf dem Plateau sind ausreichend Parkplätze vorhanden, bei großen Veranstaltungen regelt die Freiwillige Feuerwehr Erpel die Zufahrtsmöglichkeiten.
  Der Aufstieg zum gut sichtbaren Stollen auf halber Höhe empfiehlt sich nicht. »Durch die Öffnung in der Felswand schwebte einst eine Seilbahn, mit der Basaltsteine zum Rhein auf Schiffe befördert wurde. Der Stollen führt durch den ganzen Berg bis zur hinteren Flanke der Steilwand, wo früher der Basalt gebrochen wurde.«[3][4]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Pflege der Wander- und Waldwege sowie der Laufbahn auf dem Plateau (Aschenbahn) besteht die Möglichkeit zu größeren Sportveranstaltungen. Der TuS Erpel richtet die jährlich stattfindenden Oster- und Nikolausläufe (Crosslauf in verschiedenen Altersstufen) aus, es finden regelmäßig Oldtimer- und Buggy-Treffen auf der großen Wiese statt. Des Weiteren wurde schon einige Male ein Fieldday der Deutschen Funkamateure dort ausgerichtet. Das Plateau sowie der Tunnel unter dem Berg werden zu vielfältigen Veranstaltungen benutzt, seit 2008 wird mit überregionalen Künstlern das Brücken-Festival vielfach besucht. An jedem ersten Freitag im November wird außerdem das Sankt-Martins-Feuer abgebrannt. Bis 2007 wurde diese Tradition von den Jugendlichen aus dem Ort Erpel gepflegt, seit 2008 sorgt die Gemeinde Erpel dafür, dass ein 10–12 m hoher Turm aus Holzpaletten abgebrannt werden kann. Gleichzeitig feiert man im Ortskern den Sankt-Martins-Umzug.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Kleifeld, Thomas Vienken und Christoph Wallossek: Die Erpeler Ley, Rheinische Landschaften. Heft 54, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz Köln (Hrsg.), 24 S., 1. Auflage 2005, ISBN 3-88094-928-X
  • Helge Kleifeld: Bonner Studenten auf der Erpeler Ley. Ein Felsen im Rheintal mit korporationsgeschichtlicher Bedeutung. In: Studenten-Kurier. Zeitschrift für Studentengeschichte, Hochschule und Korporationen, H. 2/2001, 16. Jg., Organ der Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte (GDS) e.V., Würzburg, S. 12ff
  • Helge Kleifeld: Denkmale und Gedenkstätten auf der Erpeler Ley. In: Rheinische Heimatpflege H. 1/2000, 37. Jg., Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hg.), S. 30ff

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erpeler Ley – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 35′ N, 7° 15′ O

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bahntrasse Ludendorff-Brücke [1]
  2. Edgar Mayer: Geschichte und Geschichten zur frühen Kölner Luftfahrt, S.36
  3. Bonner General-Anzeiger, 21. Nov. 2011: »Feuerwehr rettet Frau aus dem Fels« [2]
  4. Erforschung und Bilder aus dem Stollen [3]