Verband der Ersatzkassen

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Verband der Ersatzkassen e. V.
(vdek)
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Zweck: Interessenverband
Vorsitz: Ulrike Elsner
Gründungsdatum: 20. Mai 1912 als Verband Kaufmännischer Eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)
1. Januar 2009 als Verband der Ersatzkassen
Mitgliederzahl: 6
Sitz: Berlin
Website: www.vdek.com

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist der Interessenverband für die Ersatzkassen Deutschlands auf Bundes- und Landesebene sowie ein Anbieter von Dienstleistungen. Der vdek hat seinen Sitz in Berlin.

Aufgaben[Bearbeiten]

Der vdek vertritt in Deutschland auf Landes- und Bundesebene die Interessen der Ersatzkassen bei Verhandlungen mit Leistungserbringern und politischen Entscheidungsträgern.

Der vdek betreut und berät Mitgliedskassen und ihre Pflegekassen bei der Durchführung ihrer Aufgaben und bietet rechtliche Unterstützung. Die Aufgaben und Formen der Zusammenarbeit sind in der Verbandssatzung und der Geschäftsordnung der Landesvertretungen geregelt. Die vdek-Zentrale erarbeitet mit den Mitgliedskassen auf Bundesebene strategische Konzepte sowie Rahmenempfehlungen und -vorgaben, etwa für die Budget- und Vergütungsverhandlungen mit den Krankenhäusern, Ärzten, Apotheken und Zahnärzten. Die vdek-Landesvertretungen entwickeln Konzepte, die auf das jeweilige Land zugeschnitten sind und gestalten die Versorgung vor Ort konkret aus. Dies geschieht im Rahmen von Verhandlungen sowie durch den Abschluss von Verträgen. Darüber hinaus vertreten sie die Ersatzkassenpositionen gegenüber der Landespolitik und beteiligen sich an der Krankenhaus- und ärztlichen Versorgungsplanung.[1] Ein Teil der Interessensvertretung ist die Repräsentanz der Ersatzkassen im Spitzenverband Bund der Krankenkassen und in Bundes- sowie Ärzteausschüssen. Hier ist der vdek in unterschiedliche Gremien eingebunden und sorgt im Vorfeld für eine abgestimmte Meinung. Auf internationaler Ebene ist der vdek Mitglied in der AIM - Association Internationale de la Mutualité. Zudem bringt sich der Verband in das gemeinsame Büro der Deutschen Sozialversicherung ein, um die soziale Sicherheit auf europäischer Ebene zu beeinflussen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sitz des vdek in Berlin

Am 20. Mai 1912 gründete sich in Eisenach der Verband Kaufmännischer Eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen) mit Sitz in Leipzig als Interessenverband, nannte sich später in Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) um.[2] Zu Beginn vertraten die Gründerkassen 120.000 Mitglieder deutschlandweit. Daneben entstand 1938 als Verband freier Krankenkassen der spätere Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV) als Zusammenschluss der Arbeiter-Ersatzkassen, dessen Geschäftsführung seit 1957 vom VdAK-Vorstand wahrgenommen wurde.[2]

Im Zuge der Gesundheitsreform von 2007, die die Einrichtung eines einzigen Spitzenverbands für die gesetzliche Krankenversicherung (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) zum 1. Juni 2008 beinhaltete, gingen zuvor aufgrund gesetzlicher Zuweisung vom VdAK/AEV wahrgenommene wesentliche Funktionen auf den neuen GKV-Spitzenverband über und der VdAK/AEV verlor zum 31. Dezember 2008 seinen bis dahin geltenden Status als einen der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung. Bereits im Juni 2008 hat die Mitgliederversammlung des AEV die Auflösung des Verbands per Ende 2008 beschlossen. Zum 31. Dezember 2008 löste sich der AEV auf und das einzig verbliebene Mitglied, die Gmünder Ersatzkasse, wurde Mitglied im VdAK. Daraufhin benannte sich der VdAK zum 1. Januar 2009 in den gegenwärtigen Verband der Ersatzkassen (vdek) um.[2]

Der vdek hat seit dem 29. Juni 2009 seinen Sitz in Berlin.[3] Verbandsvorsitzender ist seit 2006 Christian Zahn.[4] Der Verband wird von einem hauptamtlichen Vorstand geleitet, dessen Vorsitzende seit Juli 2012 Ulrike Elsner[5] ist.

Organisation[Bearbeiten]

In den 16 Bundesländern gibt es je eine Landesvertretung und in Dortmund eine Geschäftsstelle (Westfalen-Lippe). Insgesamt sind für diesen Verband mit Stand Oktober 2015 ca. 580 Mitarbeiter tätig: rund 240 Mitarbeiter am Sitz Berlin, insgesamt etwa 300 Mitarbeiter in den 15 Landesvertretungen und 40 Mitarbeiter in regionalen Pflegestützpunkten.[3]

Mitglieder[Bearbeiten]

Mitglieder des vdek sind die Barmer GEK, DAK-Gesundheit, Hanseatische Krankenkasse, Handelskrankenkasse, Kaufmännische Krankenkasse und Techniker Krankenkasse. Sie haben sich freiwillig im vdek zusammengeschlossen und bilden eine Kooperations- und Haftungsgemeinschaft. Damit können sie ihren Einfluss in den Vertrags- und Vergütungsverhandlungen mit den Leistungserbringern sowie gegenüber der Politik und Öffentlichkeit geltend machen.

Mitgliederversammlung[Bearbeiten]

Die Selbstverwaltung ist tragendes Prinzip der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Sie ist nicht nur Kontrollorgan für Vorstände und Verwaltungen der Krankenversicherungsträger, sondern auch Zeichen von demokratischer Mitsprache der Versicherten. Denn die Versicherten entscheiden durch ihre in die Verwaltungsräte der Kassen gewählten Vertreter über wesentliche Belange der GKV mit. Der Verband ist wie seine Mitgliedskassen nach dem demokratischen Prinzip der Selbstverwaltung organisiert. Sein wichtigstes Entscheidungsgremium ist die Mitgliederversammlung, die sich aus ehrenamtlichen Vertretern zusammensetzt. Gemeinsam mit dem Gesamtvorstand bildet sie das Bindeglied zu den Ersatzkassen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes besteht aus 27 Versichertenvertretern und sieben Arbeitgebervertretern, die jeweils von den Verwaltungsräten der sechs Ersatzkassen entsendet werden. Alle sechs Jahre wählen die Versicherten bei der Sozialwahl ihre Vertreter, die somit demokratisch legitimiert sind. Legt man die Zahl der Wahlberechtigten zugrunde, sind die Sozialwahlen die drittgrößten Wahlen nach den Wahlen zum Deutschen Bundestag und zum Europäischen Parlament. Die gewählten Vertreter nehmen ihre Aufgabe als Ehrenamt wahr.

Gesamtvorstand[Bearbeiten]

Jede Mitgliedskasse entsendet seinen hauptamtlichen Vorstand sowie bis zu zwei ehrenamtliche Mitglieder in den Gesamtvorstand des vdek. Aus dem Kreis der ehrenamtlichen Mitglieder des Gesamtvorstandes werden der Verbandsvorsitzende und dessen Stellvertreter gewählt. Die Wahl erfolgt durch die Mitgliederversammlung. Die Stellvertreter des ehrenamtlichen vdek-Verbandsvorsitzenden Christian Zahn sind Holger Langkutsch, Dieter F. Märtens und Hans-Jürgen Schnurr.

Mitgliedermagazin[Bearbeiten]

Der vdek gibt das alle zwei Monate erscheinende Ersatzkasse Magazin heraus. Die Verbandszeitschrift ist erstmals 1916 erschienen und trug bis 2009 den Titel Die Ersatzkasse.[6]

Ersatzkassen[Bearbeiten]

Die Ersatzkassen gehören als Krankenkassen zur gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Sie sind derzeit nach § 168 Abs. 1 SGB V definiert als „am 31. Dezember 1992 bestehende Krankenkassen, bei denen Versicherte die Mitgliedschaft bis zum 31. Dezember 1995 durch Ausübung des Wahlrechts erlangen können.“

Der Begriff „Ersatzkasse“ ist historisch aus der Situation entstanden, dass zunächst nach Gründung der Sozialversicherung durch Bismarck jeder versicherungspflichtige Bürger einer berufsständischen Pflichtversicherung (einer Primärkasse) zugeordnet wurde (bspw. Handwerker den Innungskrankenkassen), er aber als Ersatz für die Pflichtzuweisung eine der bisher schon freiwillig organisierten, eingeschriebenen Hilfskassen wählen konnte, sofern eine solche Kasse für ihn berufsständisch zuständig war.[7] Um 1900 gab es rund 1500 Hilfskassen in Deutschland. Mit der Reichsversicherungsordnung (RVO) mussten bis 1914 die Hilfskassen eine Zulassung als Ersatzkasse beantragen und mindestens 1000 Mitglieder haben. 1936 musste eine Ersatzkasse sich entweder auf Angestellte oder auf Arbeiter beschränken und durfte keine neuen nicht versicherungspflichtigen Mitglieder mehr aufnehmen. In der Folge nahmen ausgegründete Private Krankenversicherungsvereine diese versicherungsberechtigten Mitglieder auf. Seit der Wiederzulassung der Ersatzkassen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben sich die Versicherungsbedingungen vielfältig weiterentwickelt. Die Selbstverwaltung der Ersatzkassen wird seit 1953 allein von ihren Mitgliedern in den Sozialwahlen gewählt. Seit 2009 wird nach einer Fusion mit einer Krankenkasse einer anderen Kassenart die Vertreterversammlung der neuen Kasse, auch wenn sie Ersatzkasse bleibt, paritätisch aus Arbeitgeber- und Mitgliedervertretern besetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vdek-Landesvertretungen
  2. a b c Einträge Verband der Angestellten-Krankenkassen/Arbeiter-Ersatzkassen (VdAK)/(AEV) und Verband der Ersatzkassen. In: Uwe K. Preusker (Hrsg.): Lexikon des deutschen Gesundheitssystems. 4., neu bearb. und erw. Aufl. Medhochzwei, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-86216-114-0.
  3. a b vdek – Informationen über den Verband der Ersatzkassen e. V. vdek-Website, abgerufen am 17. Oktober 2015.
  4. Christian Zahn auf vdek.com
  5. Ulrike Elsner auf vdek.com
  6. ersatzkasse magazin. vdek-Website, abgerufen am 17. Oktober 2015.
  7. Zu den Hilfskassen im 19. Jahrhundert vgl. Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914