Eselshöhe (Schweinfurt)

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Eselshöhe
Koordinaten: 50° 3′ 47″ N, 10° 13′ 32″ O
Höhe: 220–265[1] m ü. NN
Fläche: 90 ha[1]
Einwohner: 2561 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 2.846 Einwohner/km²
Postleitzahl: 97422
Vorwahl: 09721
Karte
Stadtteil Eselshöhe (Bezirk 35)

Die Eselshöhe (Ortsbezeichnung: an der Eselshöhe) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Schweinfurt in Unterfranken. Er wird in den Statistiken der Stadt Schweinfurt als Bezirk 35 geführt.[3] Die Eselshöhe ist der jüngste eigenständige Wohnstadtteil der Stadt. In ihm liegt die älteste nachgewiesene Besiedlung im heutigen Stadtgebiet, aus dem 6. Jahrtausend v. Chr.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eselshöhe befindet sich im Norden des Stadtgebiets, östlich der Bundesstraße 286 via Autobahn 71 und Bad Kissingen. Der Stadtteil grenzt im Südwesten an die Gartenstadt, im Süden an ein grünes Band, mit der dahinterliegenden, zum Nördlichen Stadtteil zählenden Theuerbrünnleinsiedlung, im Osten an den Marienbach, mit den dahinterliegenden Stadtteilen Hochfeld/Steinberg und Haardt und im Norden an die zur Vorortgemeinde Dittelbrunn gehörende neue, große Ortserweiterung Sonnenteller, die mit Schweinfurt (Stadtbuslinie Eselshöhe/Sonnenteller) eine funktionale Einheit bildet.[4]

Der nördliche Teil der Theuerbrünnleinsiedlung wurde in früherer Zeit auch Eselshöhe genannt.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eselshöhe liegt auf dem Ende eines Höhenzuges des südwestlichen Vorlandes der Schweinfurter Rhön. Städtebaulich wurde das Relief zur besseren Belichtung der Gebäude genutzt (siehe Abschnitt Eselshöhe).

Die Eselshöhe liegt auf einem von insgesamt sieben Bergspornen des nördlichen Stadtgebietes,[5] die durch Täler und Senken, mit grünen Bändern, voneinander getrennt sind und der nördlichen Stadt eine fingerartige Struktur verleihen.

Statistische Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Eselshöhe wurde von der Stadt Schweinfurt für statistische Zwecke in drei Bezirke unterteilt:

  • 32.5 Eselshöhe-West II (zählt das Stadtplanungsamt zur Gartenstadt)
  • 35 Eselshöhe
  • 36 Am Steingraben (unbewohnt)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bauarbeiten wurden im nordöstlichen Bereich des Stadtteils in den 1980er Jahren Überreste zweier sehr großer Häuser aus der Linearbandkeramische Kultur (um 5500 v. Chr.) entdeckt.[6] In der nördlich angrenzenden Gemeinde Dittelbrunn sind bereits Funde um 10000 v. Chr. belegt (siehe: Dittelbrunn, Vorgeschichte).

Der heutige Stadtteil Eselshöhe entstand ab 1984 im Kerngebiet. 2002 folgten Eselshöhe-West und 2014 Eselshöhe-West II.[7]

Sozialstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Status
31. Dez. 2015[8]
Eselshöhe Gesamtgebiet
Schweinfurt
Deutsche 81,8 % 70,7 %
Doppelstaatler 13,9 % 16,1 %
Ausländer 4,3 % 13,2 %

Die Eselshöhe, die zum größten Teil aus Wohneigentum mit Einfamilienhäusern höheren Standards besteht, ist ein bevorzugtes Wohngebiet für Familien, was sich auch aufgrund der Altersstruktur klar erkennen lässt.[9] Der Stadtteil hat mit einer Ausländerquote von 4,3 % einen niedrigen Anteil von ausländischen Mitbürgern.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil gibt es ausschließlich Wohnbebauung höheren Standards, mit einem hohen Anteil an freistehenden Einfamilienhäusern und Reihenhäusern. Der Stadtteil ist komplett als Tempo-30-Zone, einige Straßen als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Die Eselshöhe besitzt mittlere Wohnlagen, mit Ausnahme der beiden neuen Quartiere Eselshöhe West und Eselshöhe West II, die als gute Wohnlagen eingestuft wurden.[10]

Eselshöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Bezirk 35)

Der Stadtteil wurde ab 1984 aufgebaut, mit der Walther-von-der-Vogelweide-Straße als Hauptstraße, auf der die Stadtbuslinie Eselshöhe/Sonnenteller verkehrt. Die Hauptstraße bildet eine Spange zwischen der SW 8 im Osten und der Bundesstraße 286 im Westen. Die Eselshöhe liegt auf einem kleinen Bergsporn (siehe: Lage). Die höheren Mehrfamilienhäuser wurden burgenartig im mittleren, höheren Bereich des Bergsporns platziert, an den Hängen von Einfamilienhäusern umgeben. In ähnlicher Weise, wie bei den älteren Stadtteilen Deutschhof und Haardt, die ebenfalls auf Bergspornen angelegt wurden.

Eselshöhe-West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Zu Bezirk 35)

Der Stadtteil wurde erstmals ab 2002 erweitert.[11] Anfangs wurde das neue Quartier auch Obere Eselshöhe genannt und schließlich Eselshöhe-West. Die ursprünglich Planung, das Viertel über einen zentralen Kreisverkehr zu erschließen, von dem Straßen in rechtwinkliger Geometrie in vier Richtungen weglaufen, wurde nicht realisiert, sondern das Viertel wurde über eine kleine Ringstraße, die Thomas-Mann-Straße, erschlossen.[12]

Eselshöhe-West II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Bezirk 32.5)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Jahrtausendwende verfolgte die Bauverwaltung der Stadt Schweinfurt die Strategie, zunächst keine Neubauviertel auszuweisen, sondern zuvor Restgrundstücke anzubieten, um Baulücken zu schließen und Flächenverbrauch und Zersiedlung zu minimieren. Dies Restgrundstücke lagen hauptsächlich im westlichen Oberndorf, zwischen Umspannwerk, alten Kiesgruben und Hochspannungsleitungen, unweit der Großindustrie und der Bundesautobahn 70. Der theoretische Ansatz der Stadt funktionierte in der Praxis nicht und junge Familien wichen über viele Jahre nahezu komplett in die Vororte aus. Die Stadt litt trotz wirtschaftlichen Wohlergehens unter ständiger Einwohnerabnahme, die demografisch bedingte Überalterung wurde zusätzlich verstärkt, Schweinfurt wurde zur deutschen Stadt mit dem höchsten Anteil über 65-Jähriger, das Stadtimage nahm Schaden und Kritik kam auf.[13] Darauf entschloss sich die Stadt 2013 für die Planung eines kleinen Wohnviertels, Eselshöhe-West II. Das Areal wurde 2014 erschlossen,[11] die Vermarktung lief ab 2015.[14] Die Nachfrage war sehr groß, die Grundstücke waren schnell vergriffen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eselshöhe-West II liegt in einem schmäleren Band zwischen dem alten und neuen Verlauf der Bundesstraße 286. Die Hauptstraße des Viertels, die Herbert-Müller-Straße, schließt im Norden den Ring der Thomas-Mann-Straße des benachbarten Quartiers Eselshöhe-West ab und knüpft im Süden über einen neuen Kreisel an die Hauptstraße des Stadtteils Eselshöhe, die Walther-von-der-Vogelweide-Straße an.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwei Bankfilialen, Ärzte, Kindergarten und mehrere Spielplätze.[7] Ein Lebensmittel-Discounter mit Bäckereifiliale und Postagentur liegt unmittelbar außerhalb des Stadtteils, unweit der östlichen Zufahrt.

Eingeschult werden die Kinder von der Eselshöhe in der Schillerschule (Nördlicher Stadtteil) und in der nahe gelegenen Gartenstadtschule (Gartenstadt).[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemessen mittels BayernAtlas
  2. Melderegisterbasierte Einwohnerzahl
  3. Übersichtskarte der Stadtteile. Abgerufen am 19. Dezember 2017.
  4. Übersichtskarte der Stadtteile und statistischen Bezirke der Stadt Schweinfurt (im Jugendhilfeplan). Abgerufen am 8. Januar 2017.
  5. 1. Alte Warte/Yorktown Village; 2. Gartenstadt/Maibacher Höhe; 3. Eselshöhe; 4. Haardt; 5. Kiliansberg/Hochfeld/Steinberg; 6. Deutschhof, Bereich nördlich des Deutschfeldfriedhofs; 7. Peterstirn
  6. mainpost.de: Schweinfurter Stadtteile: Wohlfühlen auf der Eselshöhe, 28. September 2017. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  7. a b c mainpost.de: Schweinfurter Stadtteile: Wohlfühlen auf der Eselshöhe, 28. September 2017. Abgerufen am 23. April 2020.
  8. Melderegisterbasierte Bevölkerung
  9. Jugendhilfeplan der Stadt Schweinfurt, Beschreibung des Planungsgebietes Bezirk 34/35
  10. SW1.news: „Wohnimmobilien-Marktbericht für Mainfranken der HypoVereinsbank“, 8. Juni 2018. Abgerufen am 13. Februar 2019.
  11. a b mainpost.de: Schweinfurter Stadtteile: Wohlfühlen auf der Eselshöhe, 28. September 2017. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  12. Stadt Schweinfurt, Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften: Plan der westlichen Eselshöhe: Eselshöhe-West ist das Areal ohne Flächenfärbungen, um die Ringstraße (Thomas-Mann-Straße), im östlichen (rechten) Bereich des Plans. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  13. Stadt Schweinfurt, Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften: Plan der westlichen Eselshöhe: Eselshöhe-West II ist das Areal mit Flächenfärbungen im westlichen (linken) Bereich des Plans. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  14. Angaben der Stadt Schweinfurt zum Baugebiet Eselshöhe-West II