Europäische Wing-Tsun-Organisation

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Europäische WingTsun-Organisation
Sportart WingTsun, Escrima, ChiKung
Gründungsdatum/-jahr 1976
Gründungsort Kiel
Mitglieder (ca.) 60.000
Verbandssitz Heidelberg
Homepage www.wingtsunwelt.com

Die Europäische WingTsun-Organisation (kurz: EWTO)[1] ist eine kommerzielle Kampfkunst-Organisation mit lizenzierten Vertragsschulen in verschiedenen Ländern. Sie ist eine Abteilung der WingTsun GmbH & Co. KG Gründer und Leiter der EWTO ist Keith Kernspecht, der gleichzeitig auch einer der Geschäftsführer der WingTsun GmbH & Co. KG ist.

Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kern der durch die lizenzierten Vertragsschulen vermittelten Unterrichtsinhalte der EWTO ist Wing Tsun, eine auf Leung Ting zurückgehende Stilrichtung der Kampfkunst Wing Chun. Dabei wird wie in anderen Kampfkünsten vermittelt, nicht gegen die Kraft des Gegners zu arbeiten, sondern die Angriffe „weich“ aufzunehmen und die Kraft gegen den Gegner einzusetzen. Davon unabhängig werden zusätzliche Unterrichtsangebote vermittelt, wie das 1977 eingeführte Escrima[2] und das Gesundheitstraining ChiKung[3].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1976 wurde, damals noch als Deutscher Wing Tsun Bund, im Fachorgan des Deutschen Karate-Bundes e.V. für das erste deutsche Wing-Tsun-Lehrbuch geworben.[4] Die Bild-Zeitung-Hannover vom 8. Juni sowie 9. Juni 1976 berichtete ausführlich über den ersten Deutschlandbesuch von Kernspechts Lehrer Leung Ting.[5][6]

1979 verlagerte die Organisation ihr Hauptquartier nach Heidelberg und 1980 nach Neckarsteinach. Von 1982 bis 2009 befanden sich das Hauptquartier und die Trainerakademie im Schloss Langenzell, Wiesenbach (Baden). Im Jahr 2010 erfolgte ein erneuter Umzug nach Heidelberg.[7]

Die EWTO hat maßgeblich zur Kommerzialisierung einzelner Stilrichtungen des Wing Chun im deutschsprachigen Raum beigetragen.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EWTO ist in folgenden Ländern verbreitet:[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Markenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wing Tsun, ein ursprünglich von Sepp Schembri 1982 registrierter Markenname,[9] ist eine eigene Romanisierung von 咏春 (yǒng chūn, kantonesisch: Wing Chun). Im März 2009 wurde die Marke Wing Tsun, Inhaber zu dem Zeitpunkt war Keith R. Kernspecht, als ungültig erklärt.

Derzeit hat Keith R. Kernspecht verschiedene Marken schützen lassen. So auch z. B. den Markennamen Leung Ting Wingtsun.[10] Die Vorgehensweise des Markenschutzes wird oft sehr kritisch gesehen, da Keith R. Kernspecht im Laufe der Jahre auch Markenzeichen schützen ließ, die nicht unmittelbar mit der von ihm gegründeten Organisation in Verbindung standen. Dadurch wurde es Konkurrenten erschwert, sich namentlich von der EWTO oder dem Wing Tsun abzugrenzen. Diese Vielzahl von geschützten Marken war bis dato einzigartig in der deutschen Kampfsportlandschaft.

Kommerzialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lizenzierten Vertragsschulen der EWTO arbeiten als Franchising-Unternehmen. Dazu müssen sie im Besitz einer turnusgemäß zu erneuernden Gebietslizenz für einen festgelegten Postleitzahlbezirk sein, wodurch regionaler Gebietsschutz entsteht. Die Kosten für den Schüler gliedern sich in Gebühren für den Verband und für die eigenständige regionale Schule.

Alle lizenzierten Vertragsschulen lehren nach dem standardisierten EWTO-Programm, wobei für die jeweils nächste Lernstufe eine entsprechende interne kostenpflichtige Graduierungsprüfung notwendig ist. Die genaue Kostenstruktur ist von der jeweiligen lizenzierten Vertragsschule abhängig, Gesamtkosten von deutlich über tausend Euro bis zum Erreichen des 12. Schülergrades sind dabei möglich, die sich auf etwa vier Jahre oder mehr verteilen. Ursprünglich sind Schüler- und Meistergrade bei chinesischen Kampfkünsten unüblich gewesen, da diese keine Hierarchien kennen, abgesehen von der Beziehung Meister/Schüler oder – bei Familienstilen, wie etwa dem Wing Chun – Vater/Sohn. Unter Yip Man gab es 12 Meistergrade. Leung Ting führte Schülergrade ein. Alle von der EWTO intern geprüften Grade gelten nur innerhalb der EWTO-Struktur, haben außerhalb der EWTO keine Gültigkeit (soweit andere Verbände diese nicht anerkennen und übernehmen).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Dachverband EWTO | WingTsun-Welt - Das Mitgliedermagazin der EWTO. Abgerufen am 20. September 2017.
  2. Der Vater des Escrima in Europa | WingTsun-Welt - Das Mitgliedermagazin der EWTO. Abgerufen am 20. September 2017.
  3. Was ist ChiKung? | WingTsun-Welt - Das Mitgliedermagazin der EWTO. Abgerufen am 20. September 2017.
  4. http://www.chronik-karate.de/material/1976_08_DKB-Fachorgan.pdf
  5. BILD-Hannover vom 8. Juni 1976
  6. BILD-Hannover vom 9. Juni 1976
  7. http://www.wingtsun.de/dachverband/schloss_langenzell.html
  8. IWTA/EWTO-Länderdatenbank | WingTsun-Welt - Das Mitgliedermagazin der EWTO. Abgerufen am 20. September 2017.
  9. http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/registerIR?AKZ=623517&CURSOR=37
  10. http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/registerHABM?AKZ=001327709&CURSOR=1