Evangelische Kirche Dorstfeld

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Evangelische Kirche Dorstfeld

Die Evangelische Kirche Dorstfeld ist ein denkmalgeschütztes ehemaliges Kirchengebäude in Dorstfeld, einem Stadtteil von Dortmund in Nordrhein-Westfalen, Hochstraße 10.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die asymmetrische Emporenkirche zu drei Jochen, mit gerade schließendem Chor an der Westseite, wurde von 1903 bis 1905 nach Plänen von Arno Eugen Fritsche errichtet. Der Kirchturm mit hohen Schallöffnungen und einem spitzen Helm steht im Osten. Der Backsteinbau ist allseitig reich gegliedert und mit Bauzier aus Formsteinen und farbig glasierten Ziegeln in der Art der norddeutschen Backsteingotik verziert. Das Portal in der Fassade befindet sich unter einem Blendgiebel. Im breiten Mittelschiff wurden dreiteilig gebrochene Holzdecken eingezogen. Im nördlichen Seitenschiff steht eine Empore.

Die ursprüngliche flächendeckende Ausmalung wurde um 1960 überstrichen. In dem schmucklosen Raum sind nur Reste der Erstausstattung erhalten.[1][2]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1904 von der Orgelbauwerkstatt Wilhelm Sauer mit einem zweiteiligen Prospekt eingebaute Orgel ist original erhalten und ein bedeutendes Zeugnis für die Zeit um 1900 in Westfalen. Das Instrument hat 40 Register auf drei Manualen und Pedal. Dem spätromantischen Orgeltypus entsprechend sind die Manuale nach Lautstärke gestaffelt, die Pfeifen des III. Manuals befinden sich in einem Schwellkasten. Die Register und Koppeln sind rechts und links der Manuale als Wippschalter ausgeführt. Die Trakturen der Kegellade sind pneumatisch.[3]

Anfang 2017 wurde die Orgel von der Firma Scheffler abgebaut und wurde im Winter 2018/2019 in der Evangelischen Stadtkirche Gronau wieder aufgebaut. Die Intonationsarbeiten waren Anfang März 2020 abgeschlossen, allerdings musste die festliche Einweihung am 5. April aufgrund der Corona-Krise verschoben werden.

I Manual C–g3
Principal 16′
Principal 08′
Flûte harmonique * 0 08′
Bourdon 08′
Gemshorn 08′
Gamba 08′
Octave 04′
Rohrflöte 04′
Piccolo * 02′
Rauschquinte II 223
Cornett III-IV
Trompete 08′
II Manual C–g3
Bourdon 16′0
Principal 08′
Concertflöte * 0 08′
Gedackt 08′
Salicional 08′
Dolce 08′
Praestant 04′
Traversflöte * 04′
Mixtur IV
Cor anglais 08′
III Manual C–g3
Lieblich Gedeckt 0 16′0
Geigenprincipal 08′
Soloflöte * 08′
Lieblich Gedeckt 08′
Aeoline 08′
Voix céleste 08′
Fernflöte * 04′
Fugara 04′
Flautino 02′
Pedal C–f1
Principal 16′
Subbass 16′
Violon 16′
Quinte 1023
Octave 08′
Bassflöte 0 08′
Cello 08′
Octave 04′
Posaune 16′

die mit * gekennzeichneten Register sind überblasen

  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P, Super I/I (Superoktav-Koppel) als Registerwippen und Druckknöpfe, Super I/I nur als Druckknopf
  • Spielhilfen: Zwei freie und vier feste Kombinationen: Pianopedal, Mezzoforte, Forte, Tutti, Zungenabsteller, Handregister ab, Walze ab (alle als Druckknöpfe unterhalb des I. Manuals)
Registerschweller mit Anzeiger (rund 0–40 über dem III. Manual) und Schwelltritt für das III. Manual

Geläut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich vorhandenen Glocken wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. 1923 erhielt die Kirche vier neue Gussstahlglocken vom Bochumer Verein, welche bis zur Aufgabe der Kirche im Jahr 2013 regelmäßig geläutet wurden. Die Glocken hängen nach wie vor im Glockenstuhl und wurden zuletzt 2019 im Rahmen einer Veranstaltung der dort vermarkteten „Eventkirche Dortmund“ kurz angeläutet. Neben dem Einläuten für Gottesdienste dienten die Glocken auch für profanes Geläut, so etwa für einen viertelstündlichen Uhrschlag. Anfang 2020 wurden erstmals Pläne vorgeschlagen, das Geläut (teilweise) für den Uhrschlag zu reaktivieren. Das Geläut erklingt in a°-c'-d'-e' und stellt damit das dritttiefste Geläut in Dortmund dar.

Aufgabe der Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen sinkender Zahl der Gemeindemitglieder fusionierten fünf Kirchengemeinden zur Evangelischen Elias-Kirchengemeinde. Aus finanziellen Gründen muss sich die Gemeinde von einem Teil ihres Gebäudebestands trennen. Auch diese Kirche gehört dazu. Eine Machbarkeitsstudie wurde Ende 2011 zur weiteren Nutzung erstellt. Am 13. Oktober 2013 wurde die Kirche in einem feierlichen Gottesdienst entwidmet. Der Kirchbau gehört seit 2016 einem Privatinvestor und wird als „Eventkirche Dortmund“ vermarktet[4], während die Elias-Kirchengemeinde weiterhin Eigentümerin des Grundstückes bleibt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. fotowertz.jimdo.com, Denkmalgeschützter Sakralbau, Dortmund
  2. lokalkompass.de, Dorstfelder Kirche ist demnächst ein Ort für Partys und Tagungen
  3. Informationen zur Orgel
  4. [1]

Koordinaten: 51° 30′ 37″ N, 7° 25′ 17″ O