Exsurge Domine

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Titelblatt der Erstausgabe der „Exsurge Domine“

Exsurge Domine (lat.: „Erhebe dich, Herr“) heißt die päpstliche Bannandrohungsbulle, die am 15. Juni 1520 von Papst Leo X. als Antwort auf Martin Luthers 95 Thesen verabschiedet wurde.

In Anlehnung an Ps 73,22 VUL und 79,14 VUL forderte die Bulle Luther auf, innerhalb von 60 Tagen 41 der in seinen Werken vertretenen Thesen zurückzunehmen. Im Falle der Weigerung drohte sie Luther die Exkommunikation an. Luther reagierte mit der auf Anregung Miltitz' entstandenen und an Mühlpfordt gerichteten Schrift „Von der Freyheith eines Christenmenschen“ samt einem Sendbrief an Papst Leo X. aus dem Oktober 1520 (vordatiert auf September 1520). Darin verteidigt Luther die Freiheit des Wortes Gottes:

„Darüber hinaus kann ich nicht dulden Regel oder Maß, die Schrift auszulegen, dieweil das Wort Gottes, das alle Freiheit lehret, nicht soll noch muss gefangen sein.“

Am 10. Dezember 1520, nach Ablauf der Widerrufsfrist, verbrannte Luther sein Exemplar der Bulle – als Reaktion auf die Verbrennung seiner eigenen Werke durch Vertreter der Kirche – öffentlich. Im Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden ist jedoch ein Original der Bulle erhalten, das 2004 bei der Sächsischen Landesausstellung „Glaube und Macht – Europa im Zeitalter der Reformation“ im Schloss Hartenfels in Torgau gezeigt wurde; in den vatikanischen Archiven existiert ebenfalls ein Exemplar. Der Vatikan antwortete konsequent mit der endgültigen Exkommunikation durch die Bannbulle Decet Romanum Pontificem vom 3. Januar 1521.

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