Fabriknummer

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Schild einer Dampflokomotive
Liebherr Bagger 921 mit der Fabr.Nr. 912R1789

Eine Fabriknummer oder Werksnummer – früher oft auch als Werknummer bezeichnet – ist eine eindeutige individuelle Nummer, mit der Maschinen aller Art und komplexe technische Produkte bei der Herstellung gekennzeichnet werden, um sie eindeutig zu identifizieren und dem Kunden bzw. dem Nutzer später Serviceleistungen zu ermöglichen.

International verbreitet ist die Abkürzung MSN für englisch Manufacturer Serial Number (siehe Seriennummer).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An hochwertigen Fabrik-Erzeugnissen wurden oft auf einer gut sichtbaren Metall-Plakette Informationen vom und zum Erbauer angebracht (Fabrikschild, engl. Builder's plate).[1] Diese Informationen umfassten individuell nach Hersteller neben dem Herstellernamen, Angaben zum Bauort bzw. Fabriknamen, dem Baujahr und oft auch eine laufende Fabriknummer.

Maschinenrichtlinie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Fabrikschilder zu Typenschildern mit gesetzliche Vorschriften zum verpflichtenden Inhalt, zum Material und zum Aussehen. Aktuell ist mit der Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie) vom 29. Juni 2006 die „Kennzeichnung der Maschine“ einheitlich in der Europäischen Union geregelt. Eine Reihe von Angaben zu einer Maschine müssen deutlich lesbar und dauerhaft an der Maschine angebracht sein.[2] Unter anderem ist eine Baureihen- oder Typenbezeichnung und gegebenenfalls die Seriennummer des Herstellers als Bestandteil des Typenschilds vorgeschrieben.

Fabriknummern finden sich deshalb auf Maschinen aller Art. Das umfasst neben Dampfmaschinen, Verbrennungs- und Elektromotoren auch motorisierte und nicht motorisierte Fahrzeuge aller Art bis hin zu Haushaltsgeräten wie zum Beispiel Waschmaschinen, Kühlschränken, Geschirrspülmaschinen, Gefriertruhen, Wäschetrocknern, Herden.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baunummer „206“ am Segelschiff Passat
Typenschild der Dornier Do 27 mit Werk-Nr 27—1003—160

Bei Flugzeugen wird oftmals eine Fabriknummer vergeben, mit der die Flugzeugzelle (englisch: airframe) gekennzeichnet wird. Diese Nummer wird bei deutschen Herstellern auch als Werksnummer (früher auch Werknr.) bezeichnet.

Fabriknummern von Schiffen werden als Baunummer bzw. Werftnummer bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Werksnummer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keith Buckle, David Love: British Locomotive Builders' Plates: A Pictorial Guide. Midland Publishing, 1995, ISBN 978-1-85780-018-0.
  2. Text der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG RICHTLINIE 2006/42/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Mai 2006 über Maschinen und zur Änderung der Richtlinie 95/16/EG (Neufassung). In: Amtsblatt der Europäischen Union. Europäische Union, 9. Juni 2006, S. L 157/47, abgerufen am 15. Juli 2017. (PDF-Datei; 1,38 MB)