Seriennummer

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Möglicher Aufdruck auf Produkt mit Angabe von Datum, Zeit (9.46) und Produktgruppe (ZPO)

Eine Seriennummer (abgekürzt S/N oder SN), international häufig auch MSN (engl.: „Manufacturer Serial Number“), ist eine eindeutige alphanumerische Bezeichnung durch den Hersteller eines meist technischen Produkts, oft mit einem größeren Nummernteil, die als Identifikator für die Elemente einer Serie verwendet wird, welche auch Hinweise auf die Produktionsbedingungen und somit eine Rückverfolgung, bei vielen Produkten auch der verwendeten Bauteile, erlaubt. In der Regel ist sie auch Bestandteil der Produkt-Kennzeichnungspflicht nach § 6 Abs. (1) Nr. 3 im Gesetz über die Bereitstellung von Produkten auf dem Markt

Klassische Anwendungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Seriennummern werden Produkte gekennzeichnet, um sie eindeutig zu identifizieren und dem Kunden besondere Serviceleistungen zu ermöglichen. Zum Beispiel ist es häufig nur unter Angabe der Seriennummer möglich, für technische Geräte eindeutig zuordenbare Ersatzteile zu beschaffen. Weiterhin erleichtern Seriennummern die Erkennung von Diebesgut oder Fälschungen.

Im Normalfall wird die Seriennummer direkt oder in unmittelbarer Umgebung des Produkts angebracht, um möglichst rasch mit dem Produkt in Verbindung gebracht zu werden. Bei fast allen technischen Produkten gibt es ein nach gesetzlichen Vorschriften, unter anderem mit Seriennummer ausgestaltetes Typenschild.

Fahrzeuge und Maschinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Automobilbereich werden Fahrgestellnummern verwendet, bei Großfahrzeugen und Maschinen Fabriknummern oder Werknummer. Bei Fahrrädern war die Rahmennummer früher auf der Unterseite des Tretlagers eingeschlagen. Im Luftfahrzeugbereich werden Hersteller-Seriennummern, als MSN (Manufacturer Serial Number) bezeichnet, verwendet.

Technische Geräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Garantiezwecken und für die Qualitätskontrolle, mitunter auch zur Identifikation gestohlener Geräte.

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Screenshot eines Key-Generators

Bei Softwarelizenzen werden Seriennummern (Lizenzschlüssel) eingesetzt, um Schwarzkopien zu verringern. Nur nach Eingabe einer erforderlichen Seriennummer kann das Programm mit vollem Funktionsumfang benutzt werden. Da man Seriennummern weitergeben und unter Umständen selbst erzeugen kann (bspw. per Key-Generator), haben einige Hersteller eine sogenannte Produktaktivierung eingerichtet, die die Seriennummer über das Internet mit der Datenbank des Herstellers abgleicht. So wird die Nutzung von nicht länger individuellen Seriennummern verhindert.

Serials (Mehrzahl der Kurzform von engl. serial number - Seriennummer), häufig in der Warez-typischen Schreibweise serialz, bezeichnen in der Schwarzkopiererszene illegal verbreitete oder erzeugte Seriennummern.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstdrucke von Kunstwerken, von denen der Künstler eine begrenzte Zahl hergestellt hat, werden üblicherweise in der Form 17/100 gekennzeichnet. Das bedeutet, dass es sich um das 17. von 100 hergestellten Objekten handelt. Der Handelswert der Objekte nimmt mit der laufenden Nummer ab.

Luxuswaren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luxuswaren, wie handgefertigte Uhren werden mit Nummern gekennzeichnet, um sie nach einem Diebstahl eindeutig identifizieren zu können.

Banknoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seriennummern von Banknoten sind in manchen Ländern nach bestimmten mathematischen Formeln (siehe auch Security through obscurity) aufgebaut. Dadurch kann Falschgeld identifiziert werden, das von Fälschern ohne Kenntnis dieser Gesetzmäßigkeiten stammt.

Seriennummern von Eurobanknoten weisen drei Bestandteile auf: Identifikationsbuchstabe des Herkunftslandes, 10-stellige Nummer, die je nach ausgebendem Staat unterschiedlich nummeriert wird und eine Prüfziffer. Die Berechnung der Prüfziffer ist bekannt (siehe auch Seriennummer der Euronoten).

Ausweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Seriennummer auf einem amtlichen Ausweis

Fast jeder Ausweis wird mit Seriennummern ausgegeben; diese können allerdings mehrere Nummern enthalten: Formularnummer und Individualnummer. Deutsche Führerscheine enthalten zum Beispiel beide: Eine Listennummer mit Bezug zum Inhaber und eine Formularnummer mit Bezug auf das Formular.

Waffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche legal hergestellten Schusswaffen besitzen eine eingeschlagene, eingravierte oder gelaserte Seriennummer zur Identifikation auf mindestens einem der wesentlichen Waffenteile (in der Regel sind das Griffstück, Lauf und Verschluss/Trommel). Bei Kurzwaffen mit Polymergriffstück sind auch Nummern oder Strichcodes auf eingegossenen Metallplättchen üblich (sogenannte ID-Tags – Wortherkunft: die im Soldatenjargon als Hundemarken bezeichnete Erkennungsmarken)[1]. Die Seriennummer wird in Deutschland z. B. im Waffenhandelsbuch, in der Waffenbesitzkarte, im Jagdschein und/oder im Waffenschein vermerkt.

Neue Anwendungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuere technische Entwicklung ermöglicht es, Seriennummern unsichtbar in einem RFID-Tag zu speichern.

Losnummer / Chargennummer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei etlichen Produkten, die in einem Chargenprozess oder einer Losfertigung produziert werden, hat meist nicht jedes einzelne Exemplar eine eigene Seriennummer, sondern das gesamte Los bzw die Charge eine gemeinsame Losnummer bzw Chargennummer. Dazu gibt es umfassende gesetzliche Vorgaben, insbesondere im Bereich der Medizinprodukte und im Arzneimittelrecht, (siehe Los (Produktion)).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Seriennummer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://lundestudio.com/wallpaper/g19od-right-hi.jpg