Sicherheitsmerkmale von Banknoten

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Als Sicherheitsmerkmale von Banknoten werden definierte Sicherheitsmerkmale bezeichnet, die in Banknoten eingearbeitet sind, damit sie von Falschgeld unterschieden werden können. Durch das Einbringen einer Vielzahl solcher Merkmale wird das Fälschen erheblich erschwert oder gar unmöglich gemacht.

Eurobanknoten weisen schätzungsweise 50 verschiedenen Arten von Sicherheitsmerkmalen auf. Diese untergliedern sich in Sicherheitsmerkmale, die von Menschen erkennbar sind, und maschinenlesbare Merkmale. Historisch bedingt weisen alte Banknoten nur menschenerkennbare Sicherheitsmerkmale auf. Nur ein Teil aller Merkmale ist öffentlich bekannt; zudem wird nur ein Teil der Merkmale von den ausgebenden Zentral- oder Nationalbanken beschrieben und so der öffentlichen Evaluierung ausgesetzt.

Von Menschen erkennbare Merkmale[Bearbeiten]

Viele Sicherheitsmerkmale zielen darauf, vom Menschen direkt erkannt und evaluiert zu werden. Diese Merkmale lassen sich in der Regel nicht automatisiert auswerten, sind also nicht maschinenlesbar. Um Falschgeld von echten Banknoten unterscheiden zu können, ist zunächst das Wissen über das prinzipielle Aussehen einer echten Banknote nötig. Auf der Note finden sich eine Vielzahl an Merkmalen. Moderne Banknoten wie der Euro oder der Schweizer Franken verfügen über optische, haptische und akustische Sicherheitsmerkmale. Die Europäische Zentralbank rät bei der Prüfung zur Vorgehensweise Fühlen – Sehen – Kippen:[1] Zunächst sollte die Taktilität der Banknote überprüft werden, dann das optische Design und schließlich das Verhalten bestimmter optischer Merkmale auf einen Kippvorgang (gegenüber dem einfallenden Licht).

Fälscher fälschen aus ökonomischen Gesichtspunkten häufig nur einzelne Merkmale hinreichend gut und vernachlässigen die übrigen. Ein mehrstufiges Vorgehen – wie oben beschrieben – verringert die Wahrscheinlichkeit erheblich, Falschgeld zu erhalten.

Haptische Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

Banknoten werden weitgehend aus einem baumwollbasierten Bedruckstoff (Substrat) hergestellt. Seit Ende des zwanzigsten Jahrhunderts werden zunehmend Banknoten ausgegeben, die auf Polymerbasis – also Kunststoff – erzeugt werden. Polymernoten haben den Vorteil, dass sie wasserresistenter sind und sich damit besser für humide Regionen der Erde eignen. Nachteilig ist, dass Polymere die Hürde für Fälscher herabsetzen und dass ein anderes „Papiergefühl“ besteht.

„Papiergefühl“
Die haptischen Eindrücke, also die Berührungswahrnehmung, werden bei Dokumentenpapieren durch eine besondere Zusammensetzung der Fasern in der Papiermasse erreicht.
Prägung
Beim Banknotendruck kommt üblicherweise das Stahlstich-Tiefdruckverfahren (‚Intaglio‘) zum Einsatz. Es wird Farbe unter großem Druck von mehreren Tausend bar auf das Papier übertragen, sodass ein fühlbares Relief entsteht.

Optische Sicherheitsmerkmale[Bearbeiten]

Optische Sicherheitsmerkmale sind die offensichtlichsten Sicherheitsmerkmale einer Banknote. Die Kenntnis, dass Banknoten im Gegenlicht gut zu sehenende Wasserzeichen enthalten oder dass Sicherheitsstreifen ins Papier eingearbeitet sind, ist weit verbreitet. Neben den bei Tage sichtbaren Sicherheitsmerkmalen existieren weitere, die nur unter speziellen Bedingungen zum Vorschein kommen.

Anti-Kopier-Raster[Bearbeiten]

Ein Anti-Kopier-Raster ist ein sehr fein aufgelöstes Rasterbild. Bei zu niedriger Einscan-Auflösung, wie es bei Kopierern der Fall ist, können die feinen Rasterelemente nicht vollständig reproduziert werden. Dadurch gehen Bildelemente verloren, teilweise entstehen auffällige Moiré-Muster.

Durchsichtfenster[Bearbeiten]

In Banknoten für die als Substrat Polymere verwendet werden können Durchsichtfenster eingearbeitet sein. Dieses Sicherheitsmerkmal wird bei der bulgarischen 20-Levs-Note, den australischen Dollarnoten, dem rumänischen Leu, der neueren chilenischen 2000-Peso-Note, den mexikanischen 20- und 50-Peso-Scheinen oder den Singapur-Dollarnoten verwendet.

Durchsichtsregister[Bearbeiten]

Durchsichtsregister (Durchsichtspasser) bestehen aus sich ergänzenden Mustern auf Vorder- und Rückseite, die erst im Gegenlicht das Gesamtbild ergeben. Beispiele dafür sind das Schweizer Kreuz, das D auf den letzten D-Mark-Banknoten oder die Wertzahl auf dem Euro-Schein. Durchsichtsregister sind schwierig zu reproduzieren, da höchste Genauigkeit des Passers beim beidseitigen Druck nötig ist. Es bietet den Vorteil, das schon kleine Ungenauigkeiten zu erkennen sind.

Farbpaare[Bearbeiten]

Durch Nutzung der Metamerie (Farbpaare) werden visuell gleiche Farbtöne gedruckt, die im CMYK-Farbraum den gleichen Ort treffen, aber unter Anwendung von optischen Prüfgeräten (etwa im IR-Bereich) unterschiedliche Ergebnisse ergeben. Trübe Farbenpaare lassen sich etwa mit und ohne Schwarzanteil erreichen.

Fluoreszierende Farben[Bearbeiten]

Es wird Druckfarbe eingesetzt, die fluoreszierende Pigmente enthält. Im kurzwelligem UV-Licht werden je nach Pigmentwahl Farben im sichtbaren Lichtspektrum emittiert. Dabei kann die genutzte Wellenlänge unterschiedliche Ergebnisse der Fluoreszenzfarbe ergeben, insbesondere sind unterschiedliche Effekte in Kombination mit Druckeffekten (Irisdruck) möglich. Fluoreszenz kann ebenfalls bei Beleuchtung mit (monochromatischen) Licht im sichtbaren Bereich bis ins Infrarot möglich sein. Dafür können besondere Sichtgeräte genutzt werden.

Folienelemente[Bearbeiten]

Durch das Ein- oder Aufbringen von Folienelementen wird eine optische und schwer reproduzierbare Oberflächenmarkierung erreicht. Kinegramme und Hologramme sind drucktechnisch hergestellte Muster, die als Metall-/ Kunststofffolien eingearbeitet werden. Sie stellen ein blickwinkelabhängiges Erscheinungsbild dar, welches zwei- und dreidimensionale Abbildungen oder Bewegungsabläufe imitieren.

Glanzeffekte[Bearbeiten]

Das Setzen einzelner Glanzlichter (Elemente reagieren bei direkter Beleuchtung) setzt eine besondere Drucktechnik voraus. Sie verhält sich ähnlich wie die optisch variable Farbe.

Guilloche[Bearbeiten]

Als Guilloche werden geschwungene Muster bezeichnet, wie sie sich auf Sicherheitsdokumenten, wie Reisepässen, befinden. Sie bestehen aus verschiedenfarbig übereinander gedruckten Wellen- und Schleifenmustern. Um die Trennung der Linien für Fälschungen zu verhindern oft in trüben Tönen gehalten.

Irisdruck[Bearbeiten]

Beim Irisdruck wird durch entsprechende Druckmaschinen ein Farbverlauf der Untergrundfarben der Banknoten erzeugt. Dies ist durch Farbkopierer im exakten Verlauf nur schwer reproduzierbar.

Melierfasern[Bearbeiten]

Dem Papier werden eingefärbte Fasern beigemischt; bei entsprechender Einfärbung können Melierfasern unter UV-Licht in verschiedenen Farben leuchten (siehe Galerie)

Mikro-Perforation[Bearbeiten]

Mikro-Perforation gibt es zum Beispiel auf dem Schweizer Franken, dem rumänischen Lei und dem Euro. Es werden kleinste Löcher beispielsweise in das Substrat oder in ein Folienelement gestanzt, ohne dass ein „Krater“ entsteht. Im Gegenlicht formen sich die Löcher üblicherweise zu einem Muster, z.B. der Wertzahl beim Schweizer Franken oder dem Euro-Symbol bei den Banknoten ab 50 Euro im Kinegramm.

Mikroschrift[Bearbeiten]

Auf vielen Banknoten befinden sich Schriftzüge in Mikroschrift, also kleinster Schrift. Mit bloßem Auge lassen sich diese Schriftzüge nur schwer erkennen. Auf den Euro-Banknoten sind sie als Bildelemente in die Motive eingearbeitet. Mit einer Lupe kann die Mikroschrift gelesen werden. Mikroschriften können mit speziellen CTP-Belichtern für Stahlstich- oder Offsetdruck-Maschinen erzeugt werden. Die Bildauflösung marktüblicher Belichter oder gar die von Tintenstrahldruckern ist für eine Reproduktion zu gering. Die Mikroschrift auf der Vorderseite D-Mark-Banknoten (BBk-III/IIIa) ist nur ¼ mm hoch.

Optisch variable Druckfarbe[Bearbeiten]

Bei der optisch variablen Druckfarbe (engl. Optically Variable Ink, Abk. OVI) ändert sich der Farbeindruck je nach Betrachtungswinkel, indem das Licht an den Pigmenten gebrochen, gestreut oder reflektiert wird. Dieses Sicherheitsmerkmal wird auf den vier größten Eurobanknoten auf der Rückseite verwendet. Dort verändert sich die Wertzahl im Weißfeld von violett nach olivbraun. Bei der letzten Serie der D-Mark wurde der untere Teil der großen Wertzahl auf der Vorderseite der 500 und 1000 Mark-Scheine mit optisch variabler Druckfarbe gedruckt.

Passerdruck[Bearbeiten]

Verschiedene Muster oder Symbole werden beim Passerdruck so über- oder aneinander gedruckt, dass sie zusammen ein erkennbares Bild ergeben. Kleinste Abweichungen durch Passerungenauigkeiten können mit bloßem Auge erkannt werden, da das Bild verzerrt erscheint. Besonders schwierig ist es, die hohe Standgenauigkeit zu erreichen, wenn sich die Teilbilder auf zwei verschiedenen Seiten der Banknote befinden (Durchsichtsregister).

Scrambled Indicia[Bearbeiten]

Als Scrambled Indicia wird das Mikrodruckmuster bezeichnet, das erst mittels einer Decodierlinse als Bild zu erkennen sind.

Sicherheitsfaden[Bearbeiten]

Beim Sicherheitsfaden handelt es sich in der Regel um einen 1–2 mm breiten metallisierten Streifen, der innerhalb des Papiers liegt, da er bereits in die Papiermasse eingebracht wird. Eine Verbesserung wird dadurch erreicht, dass er als Fenster-Sicherheitsfaden teilweise offen liegt, indem er in die Masse und an der Oberfläche eingezogen wird. Zudem kann er zusätzlich mit einem Aufdruck oder mit weiteren optischen oder unsichtbaren Eigenschaften versehen sein. Der derzeit auffälligste Sicherheitsfaden Motion wurde erstmals 2006 auf der 1000-Kronen-Banknote der Schwedischen Reichsbank eingesetzt. Mittels Linsenrastertechnik wird hierbei ein dreidimensionaler Bewegungseffekt erzeugt. Sicherheitsfäden lassen sich drucktechnisch oder bei Fälschung durch Fotokopie nicht wiedergeben.

Sonderfarben[Bearbeiten]

Für den Druck werden in einigen Bereichen Sonderfarben verwendet, die außerhalb des Farbraumes eines CMYK-Druckers liegen und somit von diesem nicht farbtreu wiedergegeben werden können. Weitere Farbstufen liegen außerhalb des RGB-Farbraumes und werden somit von einem Scanner nicht korrekt erfasst.

Wasserzeichen[Bearbeiten]

Wasserzeichen werden in das Papier der Banknoten eingearbeitet. Sie sind meist an den unbedruckten Stellen zu finden und am besten im Gegenlicht zu erkennen.

Substrat[Bearbeiten]

Banknoten werden auf einem speziellen Bedruckstoff (Substrat) gedruckt. Historisch handelt es sich dabei um spezielles Papier, das meist auf Basis von Samenhaaren (Linter) der Baumwolle hergestellt wird. Substrate aus Baumwolle haben die Vorteile, dass sie durch versehentliche Waschvorgänge nicht zerstört werden und ein besonderes „Papiergefühl“ besitzen. Für Euro-Banknoten wird ein gesondertes Baumwollpapier verwendet, das langfaseriger und fester ist als normales Papier. Die genaue Zusammensetzung des Papiers wird als Sicherheitsmerkmal nicht veröffentlicht und es wird ausschließlich an Notenbankdruckereien verkauft.

Eine Alternative zu Baumwollpapier sind Polymer-basierte Substrate. Solche Kunststoffbanknoten zeigen in manchen Aspekten ein besseres Abnutzungsverhalten als Baumwoll-basierte Noten. Nachteilig ist, dass Polymerbanknoten hitzeempfindlich sind und die Herstellung teurer ist. Außerdem geht die Einzigartigkeit des Papiergefühls als Sicherheitsmerkmal verloren. Polymerbanknoten sind in Europa nur in Rumänien im Umlauf. Einzelne weitere Ausgaben gab es von der Isle of Man und in Nordirland von der Northern Bank. Außerhalb Europas sind Polymernoten vor allem in tropischen und subtropischen Ländern anzutreffen.

Mit speziellen Prüfstiften kann schnell Stärke im Papier festgestellt werden. Während sich Originale kaum bis gar nicht verfärben, werden Fälschungen sofort schwarz. Diese nicht sehr sichere Methode – auf Zeitungspapier findet keine Farbänderung statt – wird aus Kosten- und Zeitgründen häufig im Einzelhandel angewandt.

Einer der führenden Hersteller von Banknoten- und Sicherheitspapier ist die Papierfabrik Louisenthal, ein Tochterunternehmen von Giesecke & Devrient, mit Produktionsstätten in Gmund am Tegernsee und Königstein (Sächsische Schweiz).

Akustisches Sicherheitsmerkmal[Bearbeiten]

Der Klang von Banknotenpapier beim „Knüllen“ oder Reiben wird durch geeignete Papierfaserzusammensetzung in der Masse oder durch Beschichtungen gegenüber dem Begleitton von Schreib- oder Druckpapier beeinflusst; Geldscheine klingen „härter“. Dies gilt nicht für Banknoten auf Polymer-Basis (Kunststoffbanknoten).

Von Automaten erkennbare Merkmale[Bearbeiten]

Hintergrundzeichnung auf der Vorderseite des 100-DM-Scheins (BBk-IIIa) mit EURion-Konstellation
Infrarot-Farbe
Farbe, die nur unter Infrarotstrahlung für Geräte mit entsprechenden Sensoren „sichtbar“ ist. Fast alle Banknoten sind mit diesem Sicherheitsmerkmal ausgestattet.
M-Feature
Die Zusammensetzung ist nur der Europäischen Zentralbank bekannt und ist – nach ihrer Angabe – ein sicheres Mittel, Fälschungen von echten Geldscheinen zu unterscheiden. Jede Banknote erreicht im Mittel etwa alle drei Monate eine Zentralbankfiliale und wird auf ihre Echtheit und Brauchbarkeit überprüft.
Magnetische Elemente
Die Druckfarbe der US-Dollar-Banknoten enthält magnetische Pigmente, die mit entsprechenden Sensoren nachgewiesen werden können. Bei einigen Banknoten ist nur die (vorwiegend schwarze) Seriennummer mit magnetisch pigmentierter Druckfarbe markiert. Die Magnetpigmente sind der Beschichtung von Magnetbändern ähnlich.
Elektrische Leitung
Bestimmte Elemente der Banknote können elektrisch leitfähig sein. Die Druckfarbe kann durch entsprechende Partikel leitfähig werden.
EURion-Konstellation
Ein Muster von kleinen Kreisen, „Omron-Ringe“ genannt, kann von Scannern und Kopierern erkannt werden, sodass die digitale Reproduktion auf diesen Geräten erschwert oder unterbunden wird.

Literatur[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/security/html/index.de.html

Weblinks[Bearbeiten]