Fahrradbeleuchtung

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Die Fahrradbeleuchtung ist eine Fahrzeugbeleuchtung am Fahrrad. Sie dient dazu, während der Fahrt dem Fahrer Sicht auf den Fahrweg zu verschaffen und anderen Verkehrsteilnehmern zu erleichtern, das Fahrrad schnell wahrzunehmen.

Für die frühen Fahrräder verwendete man zunächst Leuchtentypen, die von anderen Fahrzeugarten übernommen und der Konstruktion des Fahrrads angepasst wurden. Dabei kamen Fahrradlampen und Laternen mit Kerzen als Leuchtquelle, kleine Öllampen, Petrollampen und Karbidlampen vor.

Heute werden die aktiven Elemente der Fahrradbeleuchtung elektrisch betrieben. Diese erzeugen Licht in Glühlampen oder zunehmend in Leuchtdioden und werden durch Batterie- oder Dynamo mit Strom versorgt und können dafür eine Verkabelung aufweisen.

Zusätzliche passive Elemente der FahrradbeleuchtungRetroreflektoren, die keine Stromzufuhr benötigen – werfen von außen angestrahltes Licht in die eingehende Richtung wieder zurück und lassen das – aufrechte – Fahrrad rundum aus Sicht eines Betrachters aufleuchten, wenn das Rad vom Lichtkegel einer vom Betrachter geführten Leuchte – ungefähr horizontal – erfasst wird. Die Farbgebung rot/gelb/weiß der Reflektoren lässt dabei die Orientierung (Fahrtrichtung) des Fahrrads erkennen. Seit etwa 1985 werden Leuchten angeboten, die Aktiv- und Passivfunktion kombinieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheinwerfer an einem Fahrrad von 1935 mit Abblend- und Fernlicht, gefedert und mit Flachbatterie betrieben

Bereits früh waren Fahrräder mit Beleuchtung ausgestattet, diese war anfangs bauähnlich zu der von Kutschen. Es existierten Karbidlampen sowie später elektrische, mit Batterien betrieben. Dynamos kamen erst später auf.

Gesetzliche Regelungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist für den Betrieb eines Fahrrads im öffentlichen Straßenverkehr der Aufbau der Fahrradbeleuchtung gesetzlich in § 67 StVZO (Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern) festgelegt. Für die Zulassung der Einrichtungen werden die TA 4 (Bautechnische Anforderungen), 6 (Lampen), 14b (Schlussleuchten für Fahrräder und ihre Anhänger), 14c (Begrenzungsleuchten), 18 (Rückstrahler), 18a (retroreflektierende Streifen an Reifen von Fahrrädern), 23 (Scheinwerfer für Fahrräder) und 24 (Fahrradlichtmaschinen)[1] geregelt. Neu hinzugekommen sind einige Anforderungen nach den ECE-Regularien für KFZ.

Kinderfahrräder sind von den Vorschriften zur Beleuchtung nicht betroffen, da es sich dabei gemäß § 16 Abs. 2 StVZO nicht um Fahrzeuge im Sinne der Vorschrift handelt.
Eine seit 1998 diskutierte Fahrradausrüstverordnung (FAusrüstV) mit Änderungen einiger dieser Vorschriften wurde 2006 vom Bundesrat abgelehnt.[2]

Zum 1. Juni 2017 wurden die Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung grundlegend überarbeitet.[3]

Vorgeschrieben sind nach §67 StVZO:

Grundlagen:

  • „Fahrräder dürfen nur dann im öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb genommen werden, wenn sie mit den vorgeschriebenen und bauartgenehmigten lichttechnischen Einrichtungen ausgerüstet sind.“ Es gilt also auch weiterhin: Ohne Zulassungszeichen nicht im Verkehr benutzen. (Auch die Dynamos zählen zu den lichttechnischen Einrichtungen.)
  • Es gibt keine Dynamopflicht mehr. Es dürfen auch Akkus und Batterien beliebiger Nennspannung verwendet werden, sofern diese zu den Leuchten passt. Auch wird, zumindest direkt in der Verordnung, keine Leistungs- oder Spannungsfestlegung für die Dynamos mehr getroffen. In den TA von 1998 sind 6V 3W bzw. 12V 6W jedoch noch Zulassungsvoraussetzung.
  • Die Beleuchtungsanlage darf grundsätzlich auch abnehmbar sein. Hierzu Absatz 2 Satz 4: „Scheinwerfer, Leuchten und deren Energiequelle dürfen abnehmbar sein, müssen jedoch während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, angebracht werden.“
  • Es dürfen nur nach Bauart geeignete Leuchtmittel verwendet werden.
  • Die Befreiung für Rennräder während der Teilnahme an Rennen ist weggefallen. Die Sonderregelung abhängig vom Gewicht ebenfalls.
  • Bei Betrieb an einem Dynamo müssen Scheinwerfer und Rücklicht nur gemeinsam schaltbar sein. Das Standlicht darf jedoch unabhängig vom Scheinwerfer funktionieren. (Muss es aber nicht, daher auch Standlicht im Scheinwerfer weiterhin zulässig.) Bei Batterie- und Akkubetrieb dürfen Scheinwerfer und Rücklicht unabhängig voneinander geschaltet werden.
  • Ab 1. Januar 2019 müssen aus dem Akku für den Antrieb gespeiste Leuchten und Scheinwerfer von Pedelecs und E-Bikes noch 2 Stunden funktionieren, nachdem der Antrieb wegen niedrigen Ladestands abgeschaltet wurde. Alternativ darf der Antriebsmotor in dem Fall als Dynamo genutzt werden, dann ist keine 2-Stunden-Reserve notwendig.

Vorn:

  • Blinkende Scheinwerfer sind verboten.
  • Die Vorschrift, den Lichtkegel des Scheinwerfers so zu neigen, dass der hellste Punkt 5 m vor dem Fahrrad auf halber Höhe liegt, ist weggefallen. Jetzt wird nur noch gefordert, dass die Scheinwerfer nicht blenden dürfen.
  • Ein oder zwei Scheinwerfer für weißes „Abblendlicht“. Mindestens einen weißen Rückstrahler (also auch mehrere erlaubt). Anbauhöhe zwischen 40 und 120 cm.
  • Die Scheinwerfer dürfen zusätzlich mit einer Tagfahrlichtfunktion – entsprechend dem Tagfahrlicht für KFZ – nach ECE R87 ausgestattet sein. Ebenso ist eine Fernlichtfunktion gestattet. Die Umschaltung muss automatisch erfolgen oder die Bedienelemente müssen nach ECE R 60 gestaltet sein; das heißt, so wie an einem Motorrad.
  • Ab 1000 mm Breite des Fahrrades sind zwei Scheinwerfer und zwei Rückstrahler vorgeschrieben. Sie sind paarweise mit höchstens 20 cm Abstand zum äußersten Umriss anzubringen.
  • Fahrräder ab 1800 mm Breite sind nach den Vorschriften der ECE R48 für PKW zu beleuchten. Siehe KFZ-Beleuchtung
  • Gelbe Rückstrahler an den Pedalen sind vorgeschrieben.
  • Erlaubt sind Fahrtrichtungsanzeiger nach ECE R50 (Motorradblinker) mit Bedienteilen nach ECE R 60 an mehrspurigen Fahrrädern und an Fahrrädern, deren Aufbau die Handzeichen verdeckt.

Hinten:

  • Blinkende Schlussleuchten sind verboten.
  • Mindestens eine Schlussleuchte und ein großer Rückstrahler (Kategorie Z). Montagehöhe zwischen 25 und 120 cm. Ein weiterer kleiner, niedrig angebrachter Rückstrahler wird nicht mehr gefordert. Die Schlussleuchten dürfen mit einer Bremslichtfunktion ausgestattet sein. Diese muss den Vorschriften der ECE R 50 entsprechen. (Motorradbremslicht)
  • Ab 100 cm Breite müssen je zwei Rücklichter und Rückstrahler paarweise angebracht werden. Der Abstand der Beleuchtung zum äußersten Umriss darf nicht größer als 20 cm sein.
  • Ab 180 cm Breite müssen die Fahrräder entsprechend der EU-Vorschrift ECE R48 wie PKW beleuchtet werden.
  • Erlaubt sind Fahrtrichtungsanzeiger nach ECE R50 (Motorradblinker) mit Bedienteilen nach ECE R 60 an mehrspurigen Fahrrädern und Fahrrädern deren Aufbau die Handzeichen verdeckt.
  • Gelbe Rückstrahler an den Pedalen sind vorgeschrieben.
  • Schlussleuchten dürfen eine Standlichtfunktion enthalten. Dabei dürfen sie unabhängig vom Scheinwerfer leuchten.

Seitlich:

  • An den Rädern müssen
    • ringförmig zusammenhängende, weiße Reflexstreifen auf den Reifen und/oder Felgen, oder zwischen den Speichen aller Räder angebracht sein.
    • Oder an allen Rädern alle Speichen vollständig weiß retroreflektierend sein oder alle Speichen aller Räder mit weiß retroreflektierenden Speichenhülsen (Reflexclipsen) versehen sein.
    • Oder je Rad mindestens zwei „klassische“ gelbe Speichenrückstrahler um 180° versetzt. Werden mehr als zwei Rückstrahler pro Rad montiert, sind diese gleichmäßig zu verteilen. (Also bei drei Stück 120° Winkel, bei fünf Stück 72° Winkel usw.)
  • Zusätzlich zu der Mindestausstattung mit einer dieser drei Möglichkeiten dürfen die anderen Möglichkeiten auch angewendet werden. (z.B. Reflexreifen auf Reflexfelge, und Speichen mit Speichenhülsen)
  • Zusätzliche gelbe, seitliche „rückstrahlende Mittel“ sind zulässig, sofern sie bauartgenehmigt sind. Es spricht also nichts dagegen, ein Fahrrad seitlich vollständig gelb rückstrahlend zu bekleben, sofern die Folie mit einem Zulassungszeichen versehen ist. Bei verkleideten Fahrrädern mit verdeckten Rädern ist das auch sehr sinnvoll.

Seit 2006 muss die Beleuchtungsstärke des Frontscheinwerfers im Kernausleuchtungsbereich in 10 Metern Entfernung mindestens 10 Lux betragen (siehe 10-Lux-Regelung). Durch LEDs wird die Fahrradbeleuchtung immer heller. Selbst Dynamoscheinwerfer erreichen mittlerweile 100 Lux[4] und mehr. Es reicht bei LED-Leuchten eine viel geringere elektrische Leistung aus um die geforderten Lichtstärken zu erreichen. Es gibt daher Systeme mit nur 1,5 Watt Dynamoleistung und entsprechend leistungsreduzierte Scheinwerfer und Rückleuchten.

Alle benutzten Komponenten müssen das deutsche Prüfzeichen tragen. Diese Zulassung wird vom Kraftfahrt-Bundesamt vergeben und ist erkennbar an einer Zulassungsnummer mit einer Wellenlinie, dem Großbuchstaben K und einer Nummer.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich benötigt die aktive Fahrradbeleuchtung keine Prüfzeichen, also weder Wellenlinie noch K-Nummer. Die passive Beleuchtung (Rückstrahler) muss allerdings der ECE Regelung „R 104“ entsprechen.[5] Auch gibt es keine Beschränkung, wie viel Licht am Fahrrad leuchten darf (außer das vordere Licht, welches mindestens 100 cd abstrahlen muss) und durch welche Stromquelle die Lichtanlage betrieben wird.

Die Lichtfarben der aktiven Beleuchtung sind weiß und hellgelb nach vorne bzw. rot (welches auch blinken darf) nach hinten. Definiert ist, dass die Beleuchtung ab 15 km/h voll wirksam sein muss und die Scheinwerfer fest mit dem Fahrrad verbunden sein müssen. Das bedeutet, dass die in der letzten Zeit gern verwendeten Stirn- und Rucksacklampen nicht genügen. In den Detailabsätzen weiter unten ist darauf zu achten, dass bei rechtlichen Hinweisen die Situation im deutschen Straßenverkehr beschrieben ist. In Österreich gilt für die aktive und passive Beleuchtung sowie für weitere Fahrradkomponenten wie Glocke bzw. Hupe, Bremsen etc. die österreichische Fahrradverordnung.[6]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz werden die Beleuchtungsvorschriften liberal gehandhabt.

Verkehrsregelnverordnung (VRV)

Art. 30: Fahrzeugbeleuchtung allgemein (Art. 41 SVG)

  1. Das Fahrzeug ist zu beleuchten, sobald die übrigen Strassenbenützer es sonst nicht rechtzeitig erkennen könnten.

Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS)

Art. 216: Beleuchtung

  1. Fahrräder müssen, wenn eine Beleuchtung nach Artikel 30 Absatz 1 VRV erforderlich ist, mindestens mit einem nach vorn weiß und einem nach hinten rot leuchtenden, ruhenden Licht ausgerüstet sein. Diese Lichter müssen nachts bei guter Witterung auf 100 m sichtbar sein. Sie können fest angebracht oder abnehmbar sein.
  2. Die Lichter an Fahrrädern dürfen nicht blenden.
  3. Für die Farben zusätzlicher Lichter gilt Anhang 10.
  4. Richtungsblinker sind nur zulässig an Fahrrädern mit geschlossenem Aufbau.

Stand 1. Juli 2007

Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dänemark müssen Front- und Rücklicht von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang leuchten und auf 300 m Entfernung und auch in einem Winkel von der Seite sichtbar sein. Sie dürfen nicht blenden. Frontlicht kann weiß, bläulich oder gelblich sein. Gelbes darf nicht blinken. Weißes und bläuliches Frontlicht, so wie rotes Rücklicht muss mit mindestens 120 Impulsen pro Minute (= 2 Hz) Blinken. Mit Induktionsspeisung über einen Speichenmagnet wird diese Frequenz f = 2 Hz bei einem Radumfang von u = 2 m bei einem Fahrtempo v = f × u = 4 m/s = 4 × 3,6 = 14,4 km/h erreicht. Auch das rote Rücklicht muss mindestens 120 mal pro Minute blinken.[7]

Aktive Beleuchtungselemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Untersagung der Weiterfahrt bei fehlender Leuchtenfunktion muss bei fehlendem Tageslicht hingenommen werden (mindestens wegen Fremdgefährdung). Das Fehlen von Leuchten oder deren Defekt kann auch bei Tag zu einer gebührenpflichtigen Verwarnung führen.

Frontscheinwerfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Frontscheinwerfer strahlt weißes Licht aus. Lichtquelle ist entweder eine herkömmliche Glühlampe, eine Halogenlampe oder auch eine oder mehrere LED. Für letztere hat sich der Begriff LED-Scheinwerfer durchgesetzt. Der Frontscheinwerfer strahlt das Licht gerichtet vor das Fahrrad. Die geforderte Form des Lichtbündels wird durch Reflektoren und ggf. durch Streuscheiben realisiert. Die in von einem Dynamo gespeisten Frontscheinwerfern verwendeten und in Deutschland nach StVZO zulässigen Glühlampen haben eine Leistungsaufnahme von 2,4 Watt bei 6 V Betriebsspannung (beziehungsweise auch 4,8 W bei 12 Volt). Die Frontleuchten können zusätzlich mit einer weißen Standlicht-LED ausgestattet sein, die über einen in die Leuchte integrierten Kondensator oder durch Batterien mit Strom versorgt wird.

Rückleuchte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Sattelrohr montierter Reflektor, darunter Batterierücklicht, beide nicht auf horizontal justiert

Die Rückleuchte strahlt rotes Licht aus. Das Licht strahlt durch eine Streuscheibe diffus nach hinten. Lichtquelle ist entweder eine Glühlampe oder eine oder mehrere LEDs. Die Glühlampe eines dynamobetriebenen Rücklichts hat eine Leistungsaufnahme von 0,6 Watt bei 6 V. Die meisten moderneren LED-Rückleuchten bieten eine Standlichtfunktion, die entweder über Batterien oder über einen während der Fahrt aufgeladenen Kondensator versorgt wird. Vorgeschrieben ist eine Standlichtfunktion in Deutschland und in der Schweiz bisher nicht. Insbesondere batteriebetriebene Rückleuchten haben häufig zusätzlich zum Dauerleuchten auch noch eine Blinkfunktion, deren Verwendung nach dem deutschen und schweizerischem Straßenverkehrsrecht jedoch nicht erlaubt ist, nach dem österreichischen Straßenverkehrsrecht hingegen schon. Der Sinn von Blinkleuchten im Straßenverkehr ist umstritten.

Passive Beleuchtungselemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückstrahler

Reflektoren in Vorder- und Hinterrad, das Fahrrad ist von der Seite gut zu erkennen
Reflektor (Rückstrahler) am Fahrradpedal. Ein Teil des Lichtes wird in die Richtung zurückgeworfen, aus der es kommt. Die Aufnahme mit Blitzlicht verdeutlicht den Effekt.

Rückstrahler, auch Retro-Reflektoren genannt, strahlen das Licht fremder Lichtquellen (zum Beispiel aus Fahrzeugscheinwerfern) direkt zu diesen zurück. Dabei hängt der Helligkeitseindruck auch von der Fläche der Reflektoren ab. Besser erkennbar als das „punktuelle Katzenauge“ sind daher Großflächenreflektoren. Wichtig sind vor allem die in Fahrtrichtung von hinten (rot) und vorn (weiß) sichtbaren Reflektoren, da sie beispielsweise bei ausgefallener Eigenbeleuchtung eine gewisse Sichtbarkeit gewährleisten. Sie sind daher ein wichtiger Teil der Fahrradbeleuchtung. Die Wirkung von Reflektoren, die das Fahrrad als Fahrrad (Konturerkennung) erkennbar machen (Reflexmaterialien an Reifen, Felgen Speichen, Pedalen) sind in ihrer Wirksamkeit umstritten.

Folgende Reflektoren werden durch die deutsche Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung StVZO vorgeschrieben:

  • mindestens ein weißer Reflektor nach vorne, der im Frontscheinwerfer integriert sein darf
  • ein roter Großflächenreflektor (Z-Reflektor), darf in der Rückleuchte integriert sein.
  • je Pedal jeweils ein nach vorne und ein nach hinten wirkender gelber Reflektor, zusätzliche seitlich wirkende Reflektoren sind zulässig
  • mindestens vier (zwei Bauteile zu je zwei Reflektoren) gelbe Reflektoren im Vorderrad
  • mindestens vier (zwei Bauteile zu je zwei Reflektoren) gelbe Reflektoren im Hinterrad

Die Reflektoren in den Laufrädern können alternativ auch durch folgende Reflexprodukte ersetzt werden:

  • zwei mit weißem Reflexstreifen versehene Reifen oder Felgen

oder

  • zwei weiße, ringförmig zusammenhängende Reflexstreifen zwischen den Speichen

Speichenreflektoren und reflektierende Reifen oder Speichenhülsen dürfen zusammen verbaut werden. Weitere gelbe seitlich wirkende Reflektoren dürfen ebenfalls eingesetzt werden.

Weitere passive Beleuchtungseinrichtungen an Fahrrädern sind in Deutschland nicht zulässig. Es liegt im Ermessen des kontrollierenden Polizeibeamten, weitere Einrichtungen zu kontrollieren, jedoch darf er bei unzulässigen Reflektoren die Weiterfahrt nicht untersagen.

Stromquellen am Fahrrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktive Beleuchtung wird am Fahrrad entweder von einem Dynamo, einer Batterie oder einem Akku versorgt. Es ist aber auch eine Spannungserzeugung über Wirbelströme möglich.

Dynamobetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahezu alle aktuell verkauften Fahrraddynamos sind Wechselstromgeneratoren, die oberhalb ihrer Nenndrehzahl einen näherungsweise konstanten Wechselstrom (Konstantstromquelle) abgeben. Nach StVZO beträgt dieser Strom 500 mA und muss ab 15 km/h zur Speisung einer 6-Volt- oder neuerdings alternativ 12-Volt-Beleuchtung zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich eine elektrische Leistung von 3 Watt (6 Watt bei 12-V-Beleuchtung). Die Leistung sinkt bis zu einer typischen Mindestdrehzahl ab, und die Lampe erlischt im Stand.

Bei Steigerung der Fahrgeschwindigkeit und entsprechend der Dynamodrehzahl steigt die Lampenleistung geringfügig an. Eine Regelung des Dynamos ist für den normalen Betrieb nicht notwendig.

Es gibt unterschiedliche Bauformen der Fahrraddynamos:

Der Vorteil von Dynamos ist ihre ständige Verfügbarkeit. Nachteile von Reibraddynamos (Seitenläufer, Walzendynamo) sind das Durchrutschen bei feuchtem Reifen oder Schnee und die Abnutzung des Reibrades bzw. der Walze und des Reifens – was ebenfalls zum Durchrutschen führt. Weitere Nachteile der meisten Reibraddynamos sind ihre hohen Laufgeräusche, die Schmutzanfälligkeit und der niedrige Wirkungsgrad, was sich negativ auf die allgemeinen Fahreigenschaften und ihre Verfügbarkeit auswirkt. Moderne Nabendynamos sind dagegen fast lautlos, wartungsfrei und gegenüber Witterungseinflüssen und Schmutz unempfindlich. Darüber hinaus weisen sie einen sehr hohen Wirkungsgrad auf, deshalb bemerkt man einen Nabendynamo im Alltagsbetrieb nur wenig. Die Integration in die Nabe macht Reparaturen aufwendig; ein Nachrüsten erfordert eine Neueinspeichung der (Dynamo-)Nabe. Speichendynamos vermeiden gleichfalls die Nachteile von Reibraddynamos, jedoch liegt der Wirkungsgrad aktueller Modelle deutlich unter dem von Nabendynamos.

Die Verwendung von Glühlampen am Dynamo erfordert wegen der näherungsweisen Konstantstrom-Eigenschaft von Fahrraddynamos die Einhaltung der für die Dynamos vorgegebenen Nennströme (bei 6-Volt-Systemen zum Beispiel durch die Verwendung von 6-Volt-Glühlampen mit einem Nennstrom von 400 mA für den Frontscheinwerfer und 100 mA für das Rücklicht). Eine Verwendung von Glühlampen mit höheren Nennströmen ist nicht möglich, jedoch kann bei ausreichender Geschwindigkeit ein zweiter Scheinwerfer in Reihe geschaltet werden.

Zugelassene LED-Scheinwerfer und -Rücklichter passen den Betrieb der LED mit elektronischen Schaltungen an den vom Dynamo gelieferten Strom an. LED (auch mehrere in Reihe) lassen sich nach Gleichrichtung des Wechselstromes ohne Vorwiderstand direkt an einem Dynamo betreiben, sofern der maximal zulässige Strom der LED groß genug ist.

Batterie- bzw. Akkubetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Batteriebeleuchtung arbeitet üblicherweise mit 3 bis 6 V Gleichspannung. Per Stecksystem können die Lampen schnell am Fahrrad angebracht und wieder entfernt werden.

Vorteilhaft sind die einfache Montage und, dass im Gegensatz zu Dynamobetrieb der Tretwiderstand des Fahrers nicht erhöht wird, sowie, dass batteriebetriebene Lampen auch leuchten, wenn das Fahrrad steht. Ein Nachteil ist, dass die Beleuchtung nicht beliebig lange betrieben werden kann. Sie versagt, sobald die Batterien oder Akkus entladen sind.

Seit 1. August 2013 ist in Deutschland neben einer Dynamobeleuchtung auch die ausschließliche Verwendung von batterie- oder akkubetriebenen Lichtern für alle Fahrradtypen zulässig.

Schaltplan einer umschaltbaren Dynamo- und Batterieversorgung, vereinfacht

In Deutschland ist es zulässig, eine funktionierende, auf Dynamoversorgung basierende Beleuchtung mit einem Akku zu betreiben. Damit lassen sich die meisten Nachteile der unterschiedlichen Systeme Dynamo- und Akkubeleuchtung aufheben.

Da nahezu sämtliche für Dynamobetrieb in LED-Technik produzierten Frontscheinwerfer und Rückleuchten z. T. unter Beachtung der Anschlusspolarität mit 6 Volt Gleichspannung betrieben werden können, ist eine umschaltbare Batterieversorgung mit verhältnismäßig geringem konstruktiven Aufwand verbunden. Neben einer Nachrüstung mit einem Nabendynamo ermöglichen im Handel vertriebene Haltebleche für Cantisockel den Anbau eines Reibraddynamos an den meisten Gabel- und Rahmenausführungen.

In diesem Ausführungsbeispiel wurde die zur Speisung der Dynamo-Beleuchtung vorgesehene Batterieeinheit zusammen mit einem Umschalter (nicht abgebildet) in einer zwischen Gepäckträgerstreben und Sattelrohr angebrachten Satteltasche untergebracht

Standlicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Handel erhältlich oder bereits montiert sind Front- und Rückleuchten mit Standlichtfunktion. Derartige Leuchten leuchten beispielsweise im Stand bis zu fünf Minuten nach. Die erforderliche elektrische Energie wird entweder während der Fahrt vom Dynamo abgenommen und in einem speziellen Kondensator (Superkondensator) in der Leuchte gespeichert oder einer Batterie in der Leuchte entnommen. In LED-Scheinwerfern und LED-Rücklichtern kann auch eine einzelne LED die Funktion des Standlichtes übernehmen.

Anschluss und Verkabelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkabelung ist bei der dynamobetriebenen Beleuchtung notwendig, um den Dynamo elektrisch mit den Lampen zu verbinden. Prinzipiell unterscheidet man einadrige und zweiadrige Verkabelung. Bei der einadrigen Verkabelung wird der Strom über ein Kabel zur Lampe geleitet. Der Rahmen, Gepäckträger bzw. andere Fahrradteile dienen als Rückleitung (Masse). Nachteil ist, dass Korrosion oder Lackschichten zu hohen Übergangswiderständen beziehungsweise zu einer Unterbrechung der Stromführung führen können. Mit der zweiadrigen Verkabelung werden die Nachteile vermieden.

Zur Verbesserung von Haltbarkeit und Optik werden die Kabel meist mittels Bohrungen durch den Rahmen geführt. Die Stelle, wo das Kabel in den Rahmen geführt wird, ist einem erhöhten Kabelbruchrisiko ausgesetzt und muss mit entsprechenden Kunststoffteilen geschützt werden. Ein Nachteil dieser Kabelführung ist, dass ein Tausch des Kabels sehr aufwendig ist, zum Teil ist der Ausbau des Tretlagers nötig.

Mitunter werden auch Metallfolien zur Stromführung verwendet. Auf Kunststoffbauteile, wie etwa Schutzbleche oder Carbonrahmen, sind Kupferfolien zur Stromführung aufgeklebt. Zur elektrischen Kontaktierung werden Anschlussteile aufgenietet. Wegen der ungeschützten Verlegung und durch mechanische Belastung treten häufig Kontaktprobleme auf, infolge von Korrosion der Folien und Lockerung der Nietverbindungen.

Die Kontaktierung der Kabel an Dynamo und Fahrradlampen erfolgt heute überwiegend über Klemm- und Steckverbindungen. Dabei gilt die Verbindung von Steckverbindungen mit angecrimpten Steckern (4 bzw. 6,8 Millimeter) als sehr zuverlässig. Bis in die 1970er Jahre wurden Kabel am Dynamo über eine Rändelmutter als leicht nachstellbare Verbindung angeschlossen.

Vor allem preiswerte Fahrräder werden mit einadriger Verkabelung oder dünnen Leitungen ausgerüstet. Das Problem dünner Leitungen ist weniger deren höherer Innenwiderstand als die geringere mechanische Stabilität. Die Nachrüstung mit zweiadrigen Leitungen, ggf. mit einem höheren Querschnitt, der Ersatz vorhandener Folienverkabelungen durch Leitungen und die Verwendung von Kabel-Steckschuhen erhöhen die Zuverlässigkeit deutlich. Entsprechende Verbindungsteile und witterungsbeständige Kabel mit größerem Leiterquerschnitt sowie passende Klemmwerkzeuge sind im Automobilteile- und Elektronik-Handel erhältlich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Winkler, Siegfried Rauch: Fahrradtechnik Instandsetzung, Konstruktion, Fertigung. 10. Auflage, BVA Bielefelder Verlagsanstalt, Bielefeld 1999, ISBN 3-87073-131-1.
  • Michael Gressmann, Franz Beck, Rüdiger Bellersheim: Fachkunde Fahrradtechnik. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten 2006, ISBN 3-8085-2291-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fahrradbeleuchtung – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verkehrsblatt, Heft 22-2003
  2. Fahrradzukunft, Ausgabe 1 und Bundesratsdrucksache Nr. 29/06 vom 7. April 2006 (PDF; 18 kB)
  3. buzer.de: § 67 StVZO Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Abgerufen am 8. September 2017.
  4. IQ-X - Bumm. Abgerufen am 8. September 2017.
  5. Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Fahrradverordnung, Fassung vom 20. März 2014. Abgerufen am 20. März 2014.
  6. Fahrradverordnung. bmvit; abgerufen am 4. März 2014.
  7. 2. What Does the Law Say? FAQ von Reelight, abgerufen 9. September 2016.
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