LED-Scheinwerfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
LED-Scheinwerfer an einem Pkw (hier: Mercedes-Benz Baureihe 218 CLS 63 AMG)
Honda Insight Concept mit LED-Scheinwerfern

LED-Scheinwerfer sind Scheinwerfer, bei denen Leuchtdioden (kurz: LEDs, d. h. Licht-emittierende Dioden, englisch light emitting diode) als Leuchtmittel eingesetzt werden.

Funktionsprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LEDs sind Bauelemente aus Halbleitern. Im LED-Chip wird die Energie des elektrischen Stroms bei relativ geringer Wärmeentwicklung in Lichtenergie umgewandelt. Dabei wird ein sehr schmalbandiges Licht ausgesendet (einfarbige LED, klassische Farben sind Rot, Gelb, Grün und Orange). Zur Herstellung bzw. Simulation weißer LEDs kann entweder das Licht unterschiedlich farbiger LEDs überlagert oder ein Teil des Lichts blauer LEDs mittels eines fluoreszierenden Leuchtstoffs in gelbes Licht transformiert werden, das gemischt mit dem verbleibenden Blauanteil weißes Licht ergibt. Da die einzelnen LEDs im Vergleich zu Glüh- oder Xenon-Gasentladungslampen einen geringen Lichtstrom erzeugen, werden meist mehrere LEDs flächig gebündelt in sogenannten LED-Modulen zusammengeschaltet. Dabei kann entweder jede LED mit einer eigenen Bündelungsoptik versehen oder eine gemeinsame Optik für das gesamte Modul verwendet werden.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht eines Auto-LED-Scheinwerfers mit Linsen-, Spiegel und Lichtleitersystemen

Die LEDs werden einzeln mit Optiken (aus der transparenten Verkappung geformte Linsen, vorgesetzte Linsen oder Parabolspiegel) kombiniert, um das Licht zu bündeln. Die einzelnen Abstrahlcharakteristiken mitteln sich mit ihren Fehlern (Ausrichtung und Abstrahlwinkel) zur Gesamt-Richtwirkung, die bisher jedoch noch weit geringer ist als die mit Glühlampen oder Gasentladungslampen (Hochdruck-Kurzbogenlampen) erreichbare. Größere LED-Scheinwerfer benötigen einen Kühlkörper, um die temperaturempfindlichen LEDs ausreichend zu kühlen. Die LEDs werden in Gruppen in Reihe und diese wiederum parallel zu einer Matrix ("array") zusammengeschaltet und aus einer Konstantstromquelle (im einfachsten Fall einem Widerstand, bei größeren Scheinwerfern einer elektronischen Schaltung oder einem Schaltregler, bei netzbetriebenen Scheinwerfern einem Vorschalt-Kondensator, einem Gleichrichter und einem Glättungskondensator) versorgt.

Die Elektronik ermöglicht nicht nur eine Helligkeitsregelung, sondern – bei gemischter Bestückung – auch die kontinuierliche Änderung der Lichtfarbe durch additive Farbmischung von LEDs der Grundfarben Rot, Grün und Blau.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LED-Scheinwerfer ersetzen zunehmend andere Scheinwerfer, weil sie langlebiger und gegenüber Glühlampen etwa zwei- bis dreimal effizienter sind und entsprechend weniger Wärmestrahlung aussenden. Anwendungsgebiete sind Lichtshows, Bühne und Diskotheken, sowie auch Operationsleuchten. Die Lichtmikroskopie nutzt seit langem kleine LED-Strahler.

Kleine LED-Scheinwerfer ersetzen zunehmend Halogen-Kaltlichtspiegellampen für Netzbetrieb und für Betrieb an einem 12-Volt-Netztransformator, wie er auch für Halogen-Niedervolt-Systeme verwendet wird.

Ringförmige Leuchten aus vielen selbstbündelnden weißen oder einfarbigen LEDs werden auch bei der Objekterkennung in der Automatisierungstechnik eingesetzt.

LED-Infrarot-Scheinwerfer arbeiten mit im Nahen Infrarot strahlenden LEDs und werden bei der Objektüberwachung mittels Überwachungskameras eingesetzt.

Einheiten mit roten, grünen und blauen LED-Gruppen können fast jede Farbe erzeugen. Sie werden unter anderem als Effektscheinwerfer für die Bühnenbeleuchtung oder in Museen eingesetzt. Damit sind keine Farbwechselmechanik oder Farbfilter mehr notwendig, und die Stromversorgung ist weniger aufwendig.

Lebensdauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LEDs haben je nach Datenblatt eine Lebensdauer bis zu 100.000 Stunden, die sie problemlos überschreiten können, wenn sie nicht falsch oder ungeschützt beschaltet werden. Die Lebensdauer ist sehr temperaturabhängig. LEDs in Leuchtmitteln werden bei höheren Temperaturen betrieben, wodurch ihre Lebensdauer auf 15.000-45.000 Stunden reduziert wird. Das hängt damit zusammen, dass man pro LED eine hohe Lichtausbeute erhalten will und sie daher mit einem belastenderen Strom betreibt.

Im Wechselstromnetz wird mit Gleichrichtern und stromkonstanten Abwärtswandlern gearbeitet, um sie verlustarm im optimalen Betriebszustand zu halten. In diesen Abwärtswandlern werden funktionsbedingt Elektrolytkondensatoren mit deutlich niedrigerer Lebensdauer eingesetzt.[2]

LED-Scheinwerfer an Kraftfahrzeugen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LED-Scheinwerfer von Mercedes-Benz E-Klasse BR212

Bei der Kraftfahrzeugbeleuchtung lassen sich drei Grundtypen des LED-Einsatzes unterscheiden:

  • Scheinwerfer, bei denen nur Zusatzfunktionen in LED-Technik ausgeführt sind, wie Standlicht/Positionslicht (Tagfahrlicht), Blinker, Bremslicht, Nebelschlusslicht, Rückfahrlicht, Kennzeichenbeleuchtung oder Rückleuchten.
  • Scheinwerfer mit Abblendlicht in LED-Technik
  • Voll-LED-Scheinwerfer, bei denen alle vorher genannten Funktionen sowie auch das Fernlicht in LED-Technik ausgeführt sind.

Weiterhin gibt es an Kraftfahrzeugen auch Blinker, Bremsleuchten, Stand-/Positionslicht (Tagfahrlicht) und Hauptlichtfunktionen (Abblend-/Fernlicht) zu unterscheiden. Dabei werden die Funktionen in der Regel als Reflexionssystem, als Projektionssystem oder wie oft bei Blinkern oder Standlicht als Lichtbänder realisiert.

Nach einer Vorschrift aus dem Jahre 1968 müssen alle in den USA zulassungsfähigen Fahrzeuge mit Abblend- und Fernlicht ausgestattet sein. Das von Audi angebotene, dauerhaft auf Fernlicht eingestellte Matrix-Licht mit variabler Lichtverteilung erhält deshalb keine Zulassung für die USA.[3]

Historie von LEDs in der PKW-Außenbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LED-Scheinwerfer des Acura RLX

Zuerst haben sich LEDs im Bereich der Innenbeleuchtung bzw. als Kontrolllampe verbreitet, da für eine Anwendung als Rundumbeleuchtung Farbtemperatur und Lichtleistung noch nicht ausreichend waren.

Im Jahre 1992 hielten LEDs ihren Einzug in die Fahrzeugaußenbeleuchtung und wurden erstmals in der sogenannten dritten Bremsleuchte eingesetzt.

Seit den 2000er Jahren kommen LEDs auch vermehrt in Rückleuchten als normales Rücklicht, später als Bremslicht, Standlicht und Blinker vor, meist mit Reflexionsoptik.

2000 kamen die ersten Kombinationsheckleuchten auf den Markt, in denen die normale Rücklicht-, Blink- und Bremslichtfunktion von LEDs übernommen wird (Cadillac DeVille).

Audi-Studie LeMans aus dem Jahr 2003; Basis für den R8 und schon damals mit LED-Scheinwerfern

2003 präsentierte die Firma Hella auf der IAA in Frankfurt am Main den ersten Voll-LED-Hauptscheinwerfer, der die lichttechnischen Anforderungen des Gesetzgebers erfüllte.

2004 folgte der Serieneinsatz im Frontbereich. So integrierte erstmals die Firma Hella LEDs als Tagfahrlicht im Serienscheinwerfer des Audi A8 W12. Weiterhin sind sie seit 2004 auch als separat angeordnetes Modul im Frontbereich verbaut. Hier sind die Modelle Audi S6 sowie Porsche 911 Turbo zu nennen.

2005 folgte ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung hin zum Voll-LED-Scheinwerfer. Hella stellt den weltweit ersten LED-Scheinwerfer vor, der beim Abblendlicht eine gleiche Leistung wie bisherige Xenonmodelle erzielt. Der damit bestückte Golf-V-Prototyp zeigte bereits, dass die technischen Möglichkeiten für zukünftige Voll-LED-Scheinwerfer vorhanden waren. Weiterhin wurde mit der Rückleuchte des VW Golf Plus die LED-Technik auch in der Kompaktklasse eingesetzt. Hier wurden (teils zweifarbige SMD-) LEDs für Rück-, Brems- und Blinklicht eingesetzt. Ebenfalls im selben Jahr wird die erste Voll-LED-Rückleuchte von der Firma Hella für den Cadillac DTS in Serie gefertigt.

Ende 2006 präsentierte Audi in Zusammenarbeit mit Automotive Lighting aus Reutlingen den neuen Sportwagen R8, der als erstes Serienfahrzeug optional einen Voll-LED-Scheinwerfer erhielt, bei dem alle Funktionen (Blinker, Positionslicht, Tagfahrlicht, Abblend- und Fernlicht) mit LED arbeiteten. Gleichzeitig stellte Lexus den LS 600H vor, bei dem das Abblendlicht serienmäßig in LED-Technik ausgeführt war. Der LS 600H war ab Sommer 2007 erhältlich. Für den R8 stand die neue LED-Technik ab Sommer 2008 bereit.

2007 stellte die Firma Hella ihren ersten Voll-LED-Scheinwerfer für den Cadillac Escalade Platinum vor, der im Frühjahr 2009 auf dem US-Markt eingeführt wurde.

Im Jahre 2009 stellte Audi mit dem A8 ein weiteres Fahrzeug mit optionalen Voll-LED-Scheinwerfern vor.

2010 präsentierte Audi mit dem A7 sein drittes Fahrzeug mit Voll-LED-Scheinwerfern. Nahezu zeitgleich präsentierte Mercedes den neuen CLS (Mercedes-Benz C 218) mit Voll-LED-Scheinwerfern und "Intelligent Light System" (siehe unten) als Sonderausstattung. Damit waren auch die bisher nur Xenon-Scheinwerfern vorbehaltenen Features für LED-Scheinwerfer verfügbar.

Seit 2011 ist auch für den Audi A6 optional ein Voll-LED-Scheinwerfer inklusive AFL-Funktion (Adaptive Forward Lighting) verfügbar. Auch im neuen 6er Coupé/ 7er LCI / X5/6 LCI von BMW sind alternativ zu den Xenon-Scheinwerfern adaptive LED-Scheinwerfer erhältlich. 2012 ist Rolls-Royce (BMW) der erste Hersteller, der eine gesamte Baureihe serienmäßig mit (Voll-)LED-Scheinwerfern ausstattet.

Seit 2015 führt Opel als erster Hersteller ein Voll-LED-Matrix-Lichtsystem in der Kompaktklasse mit dem neuen Astra K ein.[4]

Voll-LED-Scheinwerfer mit Intelligent Light System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercedes-CLS-Frontscheinwerfer mit Intelligent Light System-Gravur

Beim Voll-LED-Scheinwerfer (dengl.: LED High Performance-Scheinwerfer) handelt es sich um den weltweit ersten Scheinwerfer, der alle dynamischen Lichtfunktionen in LED-Technik bietet. Insgesamt sind je Scheinwerfer 71 Leuchtdioden[5] verbaut. Dieser Scheinwerfer enthält das Intelligent Light System, das fünf Lichtfunktionen – „Landstraßenlicht“, „Autobahnlicht“, „Erweitertes Nebellicht“, „Aktives Kurvenlicht“ sowie „Abbiegelicht“ – die auf typische Fahr- oder Wetterbedingungen abgestimmt sind, in sich vereint. Darüber hinaus konnte auch der Adaptive Fernlichtassistent mit seiner adaptiven Leuchtweite und weichen Lichtwechseln umgesetzt werden.[6]

Elektrisch gesteuerte LED-Scheinwerfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audi A4: Matrix-LED-Scheinwerfer
Hauptartikel: Blendfreies Fernlicht

Elektrisch gesteuerte LED-Scheinwerfer sind der neueste Stand der Technik und wurden erst Ende 2013 eingeführt (Matrix LED bei Audi A8-Modellpflege). Im Unterschied zu den oben genannten, mechanisch gesteuerten LEDs, wird die neueste Generation vollständig elektrisch gesteuert.[7][8] Ein Scheinwerfer besteht aus 36 hochauflösenden LED-Modulen, wovon 24 separat angesteuert werden können, wodurch die Fahrbahn vollkommen automatisch und mit deutlich verbesserter Lichtverteilung und Lichtweite ausgeleuchtet werden kann, ohne dabei den Gegenverkehr zu blenden. Gesteuert werden die Scheinwerfer über eine Kamera, die hinter der Frontscheibe angebracht ist. Insgesamt erzeugen vier Steuergeräte 100-mal pro Sekunde das „Lichtbild“. Das aktive Kurvenlicht kann dadurch vorausschauend arbeiten. Neu ist das sogenannte Kreisverkehrlicht, das anhand von Daten aus dem Navigationsgerät Kreisverkehre erkennen und den Lichtkegel entsprechend anpassen kann.[9] Beispiele: Audi Matrix LED[10], Mercedes-Benz Multibeam-LED ab 2014[11].

Positionierung am Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

R 1200 GS 2011 mit LED-Zusatzscheinwerfern

Wegen des hohen Preises wurden in der Vergangenheit LED-Scheinwerfer nahezu nur in Oberklassefahrzeugen angeboten. Voll-LED-Scheinwerfer waren z. B. bisher für den Audi R8, A8 D4, Mercedes-Benz CLS, Porsche 911 Turbo s, Cadillac Escalade (Platinum) oder BMW 6er Coupé erhältlich. Seit 2012 werden Voll-LED-Scheinwerfer aber auch zunehmend in der Kompaktklasse wie beispielsweise im Seat Leon III, Audi A3 8V oder Opel Astra K als Sonderausstattung angeboten.

Trotz der neuen Möglichkeiten im Bereich der LED-Technik – beispielsweise im Design – bleibt die Xenon-Technik weiterhin Stand der Technik. Dies liegt vor allem daran, dass ein herkömmlicher Xenon-Scheinwerfer durchschnittlich 40 Watt verbraucht – die bei den Hochleistungs-LEDs benötigte Kühlung und die damit verbundene thermische Verlustleistung können mit diesem Leistungsbedarf derzeit noch nicht mithalten. Es wird jedoch schon von Herstellern, wie zum Beispiel Osram, an einer Lösung ohne aktive Kühlung gearbeitet. [12] Die Osram-LED wird seit März 2011 von BMW als Zusatzscheinwerfer mit passivem Kühlkörper erstmals bei einem Motorrad in der BMW R 1200 GS (K25), zeitgleich auch in der BMW K 1600 GT eingesetzt. Seit dem Modelljahr 2013 führt BMW in der BMW R 1200 GS (K50) erstmals auch einen Hauptscheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht in LED-Technik in der Aufpreisliste. Dieser Scheinwerfer wird mittels eines Lüfters aktiv gekühlt.

LED-Scheinwerfer an Eisenbahnfahrzeugen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive 101 047 mit LED-Scheinwerfern

Die Lokomotive 101 047 wurde im Dezember 2009 mit LED-Signalleuchten und einer Signalleuchtenheizung ausgerüstet. An diesem Versuchsträger soll getestet werden, ob die Umrüstung für alle Lokomotiven dieser Baureihe wirtschaftlich ist. Das UIC-Spitzensignal in LED-Technik ist bereits aus anderen Baureihen bekannt und wird bei der Baureihe 101 mit neusten warmweißen LED bestückt, die den aktuellen Stand der LED-Technik darstellen. Neu ist die Verwendung von LEDs für den Fernscheinwerfer, die weltweit erstmals in der Schienenfahrzeugtechnik Anwendung findet. Damit die Signalleuchten auch bei Schneefall und Eisbildung sichtbar bleiben, wurde diese Lokomotive mit einer temperaturgesteuerten Signalleuchtenheizung ausgestattet.[13] Die unterschiedlichen Beleuchtungsvorschriften in der EU machen es nötig, für länderübergreifende Mehrsystemfahrzeuge, auf begrenztem Raum eine möglichst große Anzahl Farben und Helligkeiten erzeugen zu können. Auf einer Platine lassen sich viele verschiedenfarbige LEDs unterbringen und auch dimmen. Das wird z. B. bei der Siemens ES64F4 angewandt.

Weitere mit LED-Scheinwerfern ausgerüstete Lokomotiven sind die ÖBB 1144 sowie die neue Mariazeller Bahn "Die Himmelstreppe".

LED-Scheinwerfer an Fahrrädern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrradrücklicht mit Leuchtdioden und Standlicht-Energieversorgung durch Doppelschicht-Kondensator

LEDs wurden an Fahrradscheinwerfer zunächst zusätzlich zur Glühlampe für das Standlicht verwendet. Seit 2007 sind LED-Scheinwerfer für die Fahrradbeleuchtung erhältlich. Möglich gemacht hat das die Verfügbarkeit weißer LEDs mit 3 W Leistung. Mit ihnen ist die Lichtleistung höher als diejenige guter Halogenscheinwerfer. Die wichtigsten Hersteller von LED-Fahrradscheinwerfern für den Straßenverkehr sind Busch & Müller, CATEYE, Philips und SIGMA. Die meisten hochwertigen LED-Scheinwerfer verwenden einen Freiformreflektor zur Formung der Lichtverteilung.

Außerdem gibt es Fahrradscheinwerfer mit rotationssymmetrischer Optik; diese sind für den Straßenverkehr untauglich und werden hauptsächlich am Mountainbike benutzt.

Standlicht und Tagfahrlicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei vielen LED-Scheinwerfern übernimmt die Scheinwerfer-LED zusätzlich die Funktion eines Standlichtes. Liefert der Dynamo keine Energie, so wird die LED einige Minuten lang von einem Doppelschichtkondensator gespeist, der während der Fahrt aufgeladen wird; das Standlicht hat eine deutlich verringerte Helligkeit. Einige LED-Scheinwerfer haben eine zusätzliche LED für ein Tagfahrlicht, welches eine andere Helligkeit als das Nachtfahrlicht hat.

Gesetzliche Anforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die gesetzlichen Anforderungen in Deutschland regeln die StVZO und die TA 23. So muss seit 2006 die Lichtleistung im Kernausleuchtungsbereich mindestens 10 Lux betragen. Auch die Lichtverteilung ist in der TA 23 festgelegt. Sie soll eine gute Ausleuchtung der Fahrbahn gewährleisten, ohne dass Gegenverkehr geblendet wird. Die elektrische Leistung zugelassener Beleuchtungsanlagen muss mindestens 3 W betragen, wobei 2,4 W auf die Frontleuchte entfallen (TA 4, Abs. 13).

Vor- und Nachteile von LED-Scheinwerfern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lange Betriebsdauer (bis zu ca. 50.000 Stunden, kein Totalausfall)
  • Hohe Energieeffizienz
  • Hohe mechanische Robustheit
  • Unterschiedliche mögliche Lichtfarben
  • Erweiterte Designmöglichkeiten.
  • Verzögerungsfreies Ein- und Ausschalten
  • Kein Lebensdauerverlust durch häufiges Ein- und Ausschalten, daher z. B. für blinkende Bühnenscheinwerfer interessant
  • Unter anderem bei Kraftfahrzeugen spielt die geringere Blendwirkung gegenüber anderen Scheinwerfern eine Rolle, da das Licht aus einer verteilteren Quelle stammt. Dadurch wird eine punktuell hohe Leuchtdichte vermieden, die zum Beispiel bei Xenonlicht an Kraftfahrzeugen oft zur Blendung des Gegenverkehrs führt. Die Lichtfarbe weißer LEDs ist dem Tageslicht sehr ähnlich, was beim Einsatz in Frontscheinwerfern eine differenziertere Ausleuchtung der Straße bewirkt.
  • LED-Scheinwerfer strahlen nur eine sehr geringe UV- und IR-Strahlung ab.
  • LEDs können sehr effektiv im Teillastbetrieb arbeiten, dabei erreichen sie teilweise sogar einen höheren Wirkungsgrad als bei Volllast. Demgegenüber sinkt die Effizienz von Glühlampen bei Unterspannung sehr schnell auf sehr geringe Werte ab. Gasentladungslampen lassen sich nur in einem Teilbereich dimmen.
  • Mit farbigen LEDs kann monochromatisches Licht direkt erzeugt werden. Insbesondere blaues Licht lässt sich mit Glühlampen und Farbfiltern nur sehr ineffizient erzeugen, weil blaue Farbfilter viel Licht schlucken. Blaue LEDs hingegen erzeugen Licht mit relativ hoher Effizienz (Cree XR-E 7090 blue: ca. 34 Lumen pro Watt).
  • LED-Scheinwerfer benötigen im Inneneinsatz keine Schutzgläser.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • LED-Scheinwerfer haben im Vergleich mit anderen Scheinwerfern höhere Anschaffungskosten. Ein Grund dafür ist, dass sie technisch aufwendiger aufgebaut sind (beispielsweise benötigen sie eine elektronische Konstantstromquelle). Außerdem sind die Hochleistungs-LEDs, die aufgrund der geringen Einzelleistungen in großer Anzahl benötigt werden, noch relativ kostenintensiv.
  • Die unvermeidliche Verlustleistung in Form von Wärme ist bei LEDs problematisch, da die Temperatur im Inneren des Kristalls von Halbleitern wie z. B. in LEDs etwa 200 °C nicht übersteigen darf. Daher wird insbesondere bei sonnenbeschienenen Leuchten und hoher Umgebungstemperatur ein Kühlkörper und teils aktive Kühlung notwendig, welche Zusatzkosten nach sich zieht.
  • Die Effizienz und auch die Lebensdauer von LEDs sinkt mit steigender Halbleiter-Temperatur. Obwohl Temperaturen von ca. 120–150 °C zulässig sind, sollte die Halbleiter-Temperatur daher so niedrig wie möglich gehalten werden.
  • Scheinwerfergläser können bei Fahrzeugen und im Außeneinsatz von innen beschlagen. Bei Glühlampen verdunstet die Feuchtigkeit an der Innenseite des Glases wegen der hohen Temperaturen; bei LEDs ist das wegen der geringeren Temperatur der Lichtquelle nicht der Fall, hier sind andere Lösungen erforderlich.
  • Der Lichtstrom von LED-Scheinwerfern ist derzeit (Februar 2011) auf etwa 11.000 Lumen[14] (140 Watt) beschränkt, größere Leistungen (bis über 15 Kilowatt) sind bisher den Glüh-, Schwefel- und Gasentladungslampen vorbehalten.
  • LED-Scheinwerfer besitzen bei gleichem Lichtstrom ein größeres Gehäuse als Glüh- oder Gasentladungslampen, um die notwendige Elektronik und erforderliche Kühlung unterbringen zu können.
  • LED-Leuchten, die häufig mittels Pulsweitenmodulation mit nur etwa 50…200 Hertz gedimmt sind, irritieren manche Menschen, die bewegte gepulste Lichtquellen als mehrere nebeneinander stehende Einzellichter wahrnehmen (sogenannter Perlschnureffekt); dieser Effekt wirkt sich insbesondere im Straßenverkehr (manche LED-Rücklichter) für diese Menschen sehr störend aus. Diese Wahrnehmung geschieht unwillkürlich und tritt auch bei Winkelbewegungen des Auges auf. Allerdings kann dieses Problem durch eine höhere Pulsfrequenz mit geringem Aufwand gelöst werden und ist daher kein prinzipieller Nachteil.
  • Bei Ausfall einer LED muss je nach Konstruktionsweise der gesamte Scheinwerfer ersetzt werden, da das Ersetzen einzelner LEDs vom Gesetzgeber nicht vorgesehen ist bzw. mit Werkstattmitteln nur aufwendig vorgenommen werden kann.
  • der Farbwiedergabeindex weißer LED ist schlechter als der von Glühlampen, Xenon-Gasentladungslampen oder Halogen-Metalldampflampen
  • durch Farbmischung erzeugte Lichtfarben verursachen je nach Konstruktion möglicherweise farbige Schatten

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Lachmayer, Mirco Götz, Michael Kleinkes, Wolfgang Pohlmann: LED-Technik im Scheinwerfer – neue Möglichkeiten mit Leuchtdioden. In: ATZ. Automobiltechnische Zeitschrift. Bd. 108, Nr. 11, 2006, ISSN 0001-2785, S. 956–961, doi:10.1007/BF03221836.
  • Karsten Eichhorn, Mirco Götz, Andreas Himmler, Jacek Roslak: Aktives Licht – Innovative Ansätze für die nächste Scheinwerfergeneration. In: ATZ. Automobiltechnische Zeitschrift. Bd. 107, Nr. 11, 2005, S. 978–983, doi:10.1007/BF03223508.
  • LEDs MAGAZINE, Juni 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Gausemeier, Klaus Feldmann (Hrsg.): Integrative Entwicklung räumlicher elektronischer Baugruppen. Hanser Fachbuchverlag, München u. a. 2006, ISBN 3-446-40467-8, S. 40.
  2. Hellmuth Nordwig: Leuchtstoffe für die weiße LED in dradioForschung aktuell“ vom 4. Dezember 2013
  3. MNM Media (2013):Audi's Matrix-beam lights banned by 1968 U.S. regulation.abgerufen am 1. Mai 2014.
  4. Opel LED-Matrix-Licht Intellilux
  5. Der neue Mercedes-Benz CLS: Design macht Hightech zum Erlebnis 23. August 2010
  6. Debüt in neuer Coupé-Generation: Dynamische Voll-LED-Scheinwerfer bald in Serie 23. August 2010
  7. [1]
  8. [2]
  9. Neuer Mercedes-Benz CLS mit Multibeam-LED-Technik auto-fokus.com, 17. Juni 2014
  10. [3]
  11. [4]
  12. In: Automobil Produktion.Nr. 7–8, 2011, S. 54.
  13. In: DB Bahn - Tf Aktuell. 26. Dezember 2009, S. 2.
  14. Synergy 21 LED Spot Outdoor Objektstrahler 140W cw