Fakturierung

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Als Fakturierung (von lateinisch-spanisch factura für Rechnung) − auch Rechnungsstellung genannt − wird ein Vorgang im Rechnungswesen bezeichnet, bei dem einem Kunden eine Rechnung über erfolgte (in seltenen Fällen auch erst vorgesehene) Lieferungen und/oder Leistungen erstellt wird. Bei der Fakturierung erfolgt auch eine Buchung des Geschäftsvorfalls auf passende Konten (Forderungen, Kasse (Bargeld) oder Bank und Umsatzerlöse, evtl. Umsatz- und andere Steuern).

In Österreich wird die Fakturierung auch als Rechnungslegung bezeichnet. Der Begriff Rechnungslegung wird jedoch in Gesetzestexten nur für die gesamte Tätigkeit des externen Rechnungswesens, also der Buchführung und des Jahresabschlusses verwendet (§ 342b HGB).

Sowohl an den Fakturierungsvorgang als auch an die Rechnung selbst stellen vor allem das Handelsrecht und das Steuerrecht Mindestanforderungen. Die Rechnung muss gemäß § 14 Abs. 4 Satz 1 UStG[1] folgende Informationen enthalten:

  1. vollständiger Namen und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers,
  2. Steuernummer – die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
  3. Ausstellungsdatum,
  4. Rechnungsnummer – eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird,
  5. Leistungsumfang – die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung,
  6. Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung – in den Fällen des Absatzes 5 Satz 1 den Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts oder eines Teils des Entgelts, sofern der Zeitpunkt der Vereinnahmung feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt,
  7. Entgelt – das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 10) sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist,
  8. Umsatzsteuer – den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt,
  9. in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers und
  10. in den Fällen der Ausstellung der Rechnung durch den Leistungsempfänger oder durch einen von ihm beauftragten Dritten gemäß Absatz 2 Satz 2 die Angabe „Gutschrift“.
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Vorfakturierung / Nachfakturierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorfakturierung bezeichnet in der Logistik- und Versandbranche das Vorverlegen der Rechnungslegung vor (oder in) die Kommissionierungsphase von bestellten Gütern oder Dienstleistungen. In der Praxis zeigt sich dies dadurch, dass die Rechnung bereits erstellt wird, bevor die Produkte zu einer Lieferung zusammengestellt werden. Das Gegenteil dazu ist die sogenannte Nachfakturierung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Sperber, Joachim Sprink: Internationale Wirtschaft und Finanzen. Ausgabe 2, Oldenbourg Verlag, 2012, ISBN 3-486-71643-3
  • Bernd Urban: Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung - mit Arbeitshilfen online. Haufe-Lexware, 2012, ISBN 3-648-03123-6

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umsatzsteuergesetz: § 14 Ausstellung von Rechnungen. bmjv, abgerufen am 7. Juni 2017.