Falk Huste

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Falk Huste (* 6. November 1971 in Greiz) ist ein ehemaliger deutscher Boxer. Er war 1997 Vize-Weltmeister im Federgewicht. Er ist der ältere Bruder des Boxers Kay Huste, der unter anderem 1998 Europameister und Militärweltmeister wurde.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falk Huste stammt aus einer boxsportbegeisterten Familie und wuchs in Berlin auf. Mit 12 Jahren begann er in Hohenschönhausen bei Trainer Harald Lange mit dem Boxen. Sein nächster Verein war ASG Treptow. 1989 wurde er DDR-Spartakiadesieger (vergleichbar dem Juniorenmeistertitel der DDR).

Nach der deutschen Wiedervereinigung startete Falk Huste 1991 bei der deutschen Meisterschaft der Senioren im Leichtgewicht. Er erreichte dabei den Endkampf, in dem er gegen Marco Rudolph aus Cottbus nach Punkten unterlag. Er startete nunmehr für den BC Frankfurt (Oder) bzw. den Box Ring Brandenburg. Er war in jener Zeit Zeitsoldat und wurde von Karl-Heinz Krüger trainiert.

Im Januar 1992 gelang Falk Huste im Rahmen des Mannschaftskampfes BR Brandenburg gegen BSK Ahlen ein großer Sieg, als er den amtierenden Weltmeister Kirkor Kirkorow aus Bulgarien nach Punkten besiegte. Bei der deutschen Meisterschaft dieses Jahres kämpfte er im Federgewicht und traf im Halbfinale auf Andreas Tews aus Schwerin, der wenige Wochen vorher in Barcelona Olympiasieger geworden war. Er lieferte diesem einen beherzten Kampf, konnte allerdings eine Punktniederlage (7:29) nicht verhindern.

1993 wurde er dann erstmals deutscher Meister im Federgewicht. Im Finale des Federgewichtes schlug er seinen Frankfurter Vereinskollegen Frank Sygmund nach Punkten (13:6). Im Jahre 1994 wiederholte er diesen Titelgewinn. Er besiegte dabei im Finale Daniel Prosch aus Leverkusen nach Punkten (22:6). Im Halbfinale dieser Meisterschaft kam es dabei zum Bruderkampf, denn er traf dort auf seinen jüngeren Bruder Kai Huste, den er klar nach Punkten besiegte (22:7). In den folgenden Jahren startete Kai dann eine bzw. zwei Gewichtsklassen höher, so dass die Brüder im Ring nicht mehr aufeinander trafen.

1994 gewann Falk Huste auch drei große internationale Turniere bzw. Meisterschaften. Zunächst siegte er bei Chemie-Pokal in Halle im Federgewicht. Im Finale dieses Turniers schlug er den Junioren-Weltmeister Lorenzo Aragón aus Kuba nach Punkten (11:7). Dann gelang ihm beim Welt-Cup in Bangkok, der von der Besetzung her einer Weltmeisterschaft glich, der Turniersieg im Federgewicht. Er besiegte dabei im Halbfinale Olympiasieger Joel Casamayor aus Kuba klar nach Punkten (31:17) und schlug im Finale auch Somluck Kamsing aus Thailand nach Punkten. Schließlich siegte Falk Huste auch bei der CISM-Militär-Weltmeisterschaft in Tunis im Federgewicht mit einem Abbruchsieg im Finale über Wjatscheslaw Wlassow aus Russland. Im Dezember 1994 schlug er beim Mannschaftskampf BR Brandenburg gegen den Schweriner SC Bantamgewichts-Weltmeister Serafim Todorow aus Bulgarien klar nach Puankten.

1995 wurde Falk Huste mit einem Punktsieg über Hakan Demir aus Berlin zum zweiten Mal deutscher Meister im Federgewicht. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Berlin siegte er über Vugar Mamedow, Aserbaidschan (9:1), Telal Elchawa, Syrien(9:4) und Ramaz Paliani aus Russland (8:1) nach Punkten und traf dann im Halbfinale auf Serafim Todorow, dem er diesmal nach Punkten unterlag (7:15). Er gewann damit eine WM-Bronzemedaille. Bei der CISM-Militär-Weltmeisterschaft in Rom gelang es ihm nicht, seinen Titel zu verteidigen, da er im Endkampf gegen Wjatscheslaw Wlassow knapp nach Punkten (7:8) verlor.

Im Jahre 1996 konzentrierte sich Falk Huste ganz auf die Olympischen Spiele in Atlanta. Er startete dort wieder im Federgewicht und besiegte in seinen beiden ersten Kämpfen David Burke aus Vereinigtes Königreich (13:9) und Ulugbek Ibragimow aus Usbekistan (8:4) nach Punkten. Im Viertelfinale traf er wieder auf Serafim Todorow, dem er wieder nach Punkten unterlag (6:14). Er verpasste damit eine Medaille und kam auf den 5. Platz.

Ein weiterer Höhepunkt in der Laufbahn von Falk Huste war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1997 in Budapest. Er kämpfte sich dort bis in das Finale vor, in dem er aber dem Ungarn István Kovács nach Punkten (2:6) unterlag. Damit war er Vize-Weltmeister.

1999 wurde Falk Huste zum vierten Mal deutscher Meister im Federgewicht. Im Finale dieser Meisterschaft besiegte er Enrico Köbbert aus Schwerin durch Aufgabe in der 4. Runde. Seine internationalen Erfolge setzte er bei der Europameisterschaft 2000 in Tampere fort. Er gewann dort hinter Ramaz Paliani, einem Georgier, der für die Türkei startete und Boris Georgiew aus Bulgarien eine Bronzemedaille. Bei den Olympischen Spielen des gleichen Jahres in Sydney gelang es ihm dann leider nicht eine olympische Medaille zu gewinnen. Er gewann in Sydney zwar seinen ersten Kampf gegen den Finnen Joni Turunen, unterlag aber dann gegen den US-Amerikaner Ricardo Juarez und schied aus. Er kam damit auf den 9. Platz.

Nach diesen Olympischen Spielen beendete Falk Huste seine Laufbahn als aktiver Boxer. Er machte eine Trainerausbildung und wirkt als Trainer an der Sportschule Frankfurt (Oder), außerdem ist er Bundestrainer im DABV und verantwortlich für den Nachwuchsbereich.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, Fe = Federgewicht, Le = Leichtgewicht, damals bis 57 kg bz.w 60 kg Körpergewicht)

  • 1993, 3. Platz, Turnier in Mestre, Fe, mit einem Punktsieg über Larose, Mauritius u. einer Abbruch-Niederlage i.d. 1. Runde gegen Faat Galin, Russland;
  • 1994, 1. Platz, CISM-Militär-WM in Tunis, Fe, mit einem Abbruchsieg in der 3. Runde im Finale über Wjatscheslaw Wlasow, Russland;
  • 1995, 3. Platz, Chemie-Pokal in Halle (Saale), Fe, mit einem Punktsieg über Maciej Zegan, Polen und einer kampflosen Niederlage (Verletzung) gegen Koba Gogoladse, Georgien;
  • 1995, 2. Platz, CISM-Militär-WM in Rom, Fe, mit einer Punktniederlage im Finale gegen Wjatscheslaw Wlasow (7:8);
  • 1996, 1. Platz, Chemie-Pokal in Halle (Saale), Fe, mit einem Sieg im Finale über Arnaldo Mesa, Kuba;
  • 1997, 1. Platz, Chemie-Pokal in Halle (Saale), Fe, mit einem Punktsieg im Finale über Aleksander Lucenko, Ukraine;
  • 1999, 1. Platz, Chemie-Pokal in Halle (Saale), Fe, mit einem Punktsieg im Finale über Mathias Scherfling, BRD;
  • 2000, 9. Platz, OS in Sydney, Fe, mit einem Punktsieg über Juni Turunen, Finnland (10:6) und einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Ricardo Juarez, USA (15:17)

Länderkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 in Frankfurt (Oder), Deutschland gegen Russland, Fe, Punktsieger über Arslan Arslanbekow (26:2),
  • 1994 in Bayreuth, Deutschland gegen USA, Fe, Punktsieger über Diego Corrales (+12:12)

Deutsche Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991, 2. Platz, Le, nach einer Punktniederlage im Finale gegen Marco Rudolph, Cottbus,
  • 1992, 3. Platz, Fe, nach einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Andreas Tews, Schwerin,
  • 1993, 1. Platz, Fe, nach einem Punktsieg im Finale über Frank Sygmund, Frankfurt (Oder),
  • 1994, 1. Platz, Fe, nach einem Punktsieg im Finale über Daniel Prosch, Leverkusen,
  • 1995, 1. Platz, Fe, nach einem Punktsieg im Finale über Hakan Demir, Berlin,
  • 1999, 1. Platz, Fe, nach einem Aufgabesieg i.d. 4. Runde im Finale über Enrico Köbbert, Schwerin

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport,
  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl"