Fanny Parks

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Fanny Parks (* 1794; † 1875; auch Fanny Parkes) war eine britische Reiseschriftstellerin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter eines Armeeoffiziers und Frau eines Regierungsbeamten lebte Fanny Parks 24 Jahre (1822–1846) in Allahabad/Indien und durchreiste in dieser Zeit den Subkontinent zu Pferd und im eigenen Schiff kreuz und quer, da, wie sie sagte, ihr Mann „im indischen Winter unerträglich war“. Nach der Rückkehr in die Heimat (1850) veröffentlichte sie das ursprünglich für ihre Mutter bestimmte Reisetagebuch mit Skizzen.

Die einstige Schönheit, die jedoch schon 1835 als „ungeheuer fett“ (Emily Eden) bezeichnet wurde, galt zwar als lebhaft, aber auch als exzentrisch. Sie spielte die Sitar, sprach und schrieb Urdu, die persisch beeinflusste Sprache Nordindiens, und stand der britischen Herrschaft kritisch gegenüber.

Bei ihrem Besuch bei dem britischen Beamten William Henry Sleeman in Jabalpur/Madhya Pradesh, Indien, wurde sie 1830 Zeuge, wie man die Leichen von Thag-Opfern in den Brunnen entdeckte und wie die Vernehmungen und Hinrichtungen abliefen. Sie besuchte 1844 auch den Tempel der Thags bei Mirzapur. Darüber hinaus zeichnete sie vor Ort Skizzen und kommentierte sie.

Ihr Buch, das ihr literarische Berühmtheit eintrug, ist „ein Festschmaus an Anekdoten, Geschichten, Beschreibungen und Einsichten“[1] und gibt unter anderem auch einen lebhaften Einblick in die den Männern normalerweise verschlossene Welt der indischen Frauen; sie ist daher auch ein Klassiker der Frauenliteratur.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://indophilus.wordpress.com

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Umherstreifen mit einem guten Zelt und einem guten Araberpferd – so kann man in Indien für alle Zeit glücklich sein!“ - Wanderings, Kapitel 51
  • „Ein Träger sagte zu mir: ‚Sie können das Wasser hier nicht trinken. Haben Sie nicht gehört, wie der Kupfertopf unten im Brunnen – bump-bump – auf eine Leiche aufgeschlagen ist?‘“ Wanderings, Kapitel 13 (1830). - Die Thags warfen ihre Opfer im Norden des Landes oft in die Brunnenanlagen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanderings of a Pilgrim in Search of the Picturesque, during four-and-twenty years in the East; with Revelations of Life in the Zenāna. Illustrated with Sketches from Nature. 2 Bände, Richardson, London 1850. Nachdruck: 2 Bände, Manoharlal, Delhi um 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]