Fascinator

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Catherine, Duchess of Cambridge bei einem Besuch in Kanada mit einem Fascinator, dessen Gestaltung die kanadische Flagge aufgreift (2011)

Ein Fascinator ist ein festlicher Kopfschmuck, der von Damen getragen wird und besonders in Großbritannien beliebt ist. Ursprünglich wurden man zarte Schals aus Spitze oder durchscheinenden Stoffen, die um Kopf und Schultern geschlungen wurden, als Fascinator bezeichnet. Nunmehr sind Arrangements aus Stoff, Spitze, Federn oder anderen leichten Materialien gemeint, die mit Haarnadeln, einem Kamm oder Haarreif unsichtbar auf dem Kopf befestigt werden und über dem Haar zu schweben scheinen.[1]

Gestaltung[Bearbeiten]

Fascinators können wie kleine Hüte gestaltet sein und unmittelbar auf dem Kopf anliegen. Viele Modelle ragen skulpturenhaft auf dem Kopf der Trägerin empor oder bestehen aus mehreren Einzelteilen, die ausgehend von einem Haarreif den Kopf umspielen. Typischerweise werden zur Herstellung eines Fascinators Federn, Band, Spitze, Netze, Seidenblumen oder Perlen verwendet, es können aber auch Objekte aus Filz, Folie, Draht oder Kunststoff daran befestigt sein.

Fascinators bei formalen Anlässen[Bearbeiten]

Vergleichsweise ein Cocktailhut

Ein Fascinator kann grundsätzlich zu allen Gelegenheiten, bei denen ein Hut getragen wird, anstelle eines Hutes getragen werden. In Großbritannien sind solche Gelegenheiten traditionell Hochzeitsfeiern, Pferderennen oder andere Anlässe, zu denen formelle Tageskleidung getragen wird. Im Gegensatz zum Hut lassen sich Fascinators gut mit verschiedenen Frisuren kombinieren. Eine Formalisierung des Dresscodes für die königliche Loge beim Pferderennen Royal Ascot verlangt, dass Damen ab 2012 einen richtigen Hut tragen, Fascinators sind aus formellen Gründen nicht mehr zugelassen. In den Vorjahren hatten Damen den traditionellen Hut durch den populäreren Fascinator ersetzt. In dem öffentlich zugänglichen Teil der Besuchertribünen sind Fascinators weiterhin anstelle des Hutes zugelassen.[2]

Ein Fascinator ist nicht mit einem cocktail hat zu verwechseln, obzwar sie sich im Erscheinungsbild ähneln. Ein cocktail hat wird von Damen nur zur Abendgarderobe getragen.

Fascinator der Prinzessin Beatrice of York[Bearbeiten]

Schemazeichnung des Fascinators von Prinzessin Beatrice of York

In Deutschland wurde die Mode der Fascinators einer größeren Öffentlichkeit durch die Berichterstattung anlässlich der Hochzeit von William Mountbatten-Windsor und Catherine Middleton im April 2011 bekannt. Dazu waren zahlreiche der weiblichen Hochzeitsgäste mit Fascinators erschienen. Besonderes Aufsehen erregte der Fascinator von Beatrice of York, ein von dem irischen Hutmacher Philip Treacy anlässlich der Hochzeit für die britische Prinzessin angefertigter Kopfschmuck. Der aus beigefarbenem Stoff in Form eines dreidimensionalen barocken Bandornaments gestaltete Fascinator erregte aufgrund seiner ungewöhnlichen Form die Gemüter. Die New York Times rechnete den Kopfputz zu den „75 Dingen, über die New Yorker 2011 sprachen“.[3] Das Time Magazine erklärte den Fascinator zum „Top 3 Meme“ des Jahres 2011.[4] Das als „Brezel“, „Geweih“, „Klobrille“ oder „wildgewordenes Heftpflaster“ verspottete Accessoire war Gegenstand von Karikaturen und scherzhafter Abbildungen. Eine Facebook-Seite mit dem Titel „Princess Beatrice’s ridiculous Royal Wedding hat“ fand in kurzer Zeit 143.000 Fans. Prinzessin Beatrice nutzte das große öffentliche Interesse an dem Fascinator für wohltätige Zwecke und versteigerte den Kopfschmuck für umgerechnet rund 99.000 Euro über die Plattform eBay. Den Erlös stiftete sie an ein Kinderhilfswerk.[5][6]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New Yorks Times: 3. Princess Beatrice's Fascinator, 7. Dezember 2011, abgerufen 4. März 2012
  2. BBC news: Fascinators in ban at Royal Ascot's Royal Enclosure, 18. Januar 2012, abgerufen 2. März 2012
  3. New York Times: The 75 Things New Yorkers Talked About in 2011, 28. Dezember 2011, abgerufen 4. März 2012
  4. Nick Carbone: Princess Beatrice's Fascinator. In: Specials. Time, 7. Dezember 2011, abgerufen am 5. April 2012 (englisch).
  5. New York Times: The Perched, the Frothy, the Fascinator, 6. Mai 2011, abgerufen 4. März 2012
  6. The Time: the highs and lows, the good and the bad, 7. Dezember 2011, abgerufen 4. März 2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Louise Turner: Fashion Trims: Customize and Create Clothes and Accessories. Creative Publishing Int'l, 2008, S. 48–51, (Beschreibung der Herstellung eines Fascinators) ISBN 9781589233836,

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fascinator – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien