Fastenopfer (Hilfswerk)

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Das Logo des Hilfswerks

Das Fastenopfer ist ein römisch-katholisches Hilfswerk mit Sitz in Luzern, Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1957 beschloss die Bundesleitung des Schweizerischen Jungwachtbundes unter der damaligen Leitung von Meinrad Hengartner ihr 25-Jahr-Jubiläum dem Thema «Weltmission» zu widmen und in diesem Zusammenhang eine Sammelaktion zu starten. Das Sammelergebnis von ca. 17,5 Mio. Fr. im Missionsjahr 1960/61 gab Anlass, losgelöst von der Jungwacht, am 18. Juni 1961 ein Hilfswerk zu gründen.[1]

Das Hilfswerk engagiert sich seit 1962, damals unter dem Namen Fastenopfer der Schweizer Katholiken, mit Projekten im Süden und Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz für gerechtere Rahmenbedingungen. Fastenopfer setzt sich angesichts der weltweit wachsenden Kluft zwischen Armen und Reichen für eine menschengerechte und nachhaltige Entwicklung ein. Das Hilfswerk gibt damit die Möglichkeit, das kirchlich gebotene Freitagsopfer konkret zu gestalten.

Um den finanzschwachen Pfarreien in der Schweiz kostengünstige und doch würdige Kirchbauten zu ermöglichen, beauftragte das Fastenopfer den Architekten Hanns A. Brütsch, eine Notkirche zu konzipieren. Der unter dem Namen Fastenopfer-Kirche bekannte Bautypus wurde in den Jahren 1966 bis 1977 insgesamt 17 Mal gebaut. Von den ursprünglich als Provisorium gedachten Kirchen werden heute (Stand 2014) noch 14 als Sakralbauten verwendet.

Seit 1969 arbeitet Fastenopfer eng mit einer ähnlichen Organisation der Reformierten Kirchen in der Schweiz namens Brot für alle (früher: Brot für Brüder) zusammen.

Fastenopfer gehört zu den Gründungsmitgliedern von Alliance Sud (früher: Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke) und der Max Havelaar-Stiftung Schweiz.

Mit verschiedenen Anlässen feierte das Hilfswerk 2011 sein 50-jähriges Bestehen.[2]

«Agenda» – mit täglichen Impulsen und Kurz-Informationen zum aktuellen Thema
«Opfersäckli» gefüllt mit Spenden

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • im Inland

Mit jährlichen Kampagnen und Aktionen in der Fastenzeit macht das Fastenopfer mit verschiedenen Medien (Plakaten, Fastenkalender «Agenda» usw.) auf seine Anliegen aufmerksam und sammelt so Finanzen für die aktuellen Projekte. Spenden werden über ein Postkonto einbezahlt oder mit dem traditionellen «Opfer-Säcklein» jeweils am 5. Fastensonntag im Gottesdienst der Pfarreien eingesammelt.

  • im Ausland

Die 16 Landesprogramme in Afrika, Asien und Lateinamerika bauen auf die Stärkung lokaler Gemeinschaften, in denen Menschen gemeinsam Lösungen für bessere Lebensbedingungen entwickeln. Ein starkes Netzwerk bildet die solide Grundvoraussetzung für eine wirksame und nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Urs Altermatt / Josef Widmer: Das schweizerische Missionswesen im Wandel. Strukturelle und mentalitätsmässige Veränderungen im schweizerischen Missionswesen 1955–1962. Immensee 1988 (= Schriftenreihe der Neuen Zeitschrift für Missionswissenschaft 32)
  • Hansjörg Vogel: Busse als ganzheitliche Erneuerung. Praktischtheologische Perspektiven einer zeitgemässen Umkehrpraxis dargestellt am Fastenopfer der Schweizer Katholiken. Freiburg i.Ü. 1990, ISBN 3-7278-0666-4. (= Reihe Praktische Theologie im Dialog, Bd. 4)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fastenopfer (Hilfswerk) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erinnerung an Meinrad Hengartner. Schweizerische Kirchen-Zeitung 39/2004, abgerufen am 1. September 2012.
  2. Stimmen zum Jubiläum. Fastenopfer, abgerufen am 6. August 2011.