Fedderwarden

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Fedderwarden
Koordinaten: 53° 33′ 48″ N, 8° 2′ 31″ O
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 7,68 km²
Einwohner: 1917 (2009)
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1933
Eingemeindet nach: Kniphausen
Postleitzahl: 26388
Vorwahl: 04423
Karte
Lage von Fedderwarden in der Stadt Wilhelmshaven

Fedderwarden ist seit 1972 ein Stadtteil von Wilhelmshaven. Er liegt im Nordwesten des Stadtgebietes und hat etwa 2000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fedderwarden um 1900, Poststr. mit Blick auf Gasthof „Schwarzer Adler“

Im Gegensatz zu der erst im 19. Jahrhundert gegründeten Stadt Wilhelmshaven ist Fedderwarden wesentlich älter und wurde vermutlich schon um Christi Geburt besiedelt. Eine erste Siedlung trug den Namen „Knull“ – noch heute ein Straßenname im alten Ortskern – wohl als Bezeichnung für eine Erhebung, eine Wurt, die als Kern einen Geesthügel enthält. Urkundlich wird die Gemeinde 1420 zum ersten Male als „Ffedderwurden in Frisia“ erwähnt, und die Kirche dem Sendstuhl Jever zugeordnet.

Die südöstlich am Rande Fedderwardens gelegene Burg Kniphausen aus dem 15. Jahrhundert war Verwaltungssitz der Herrschaft Kniphausen, die bis 1854 innerhalb des Landes Oldenburg weitgehende Unabhängigkeit genossen hat, und zu der neben Fedderwarden auch die benachbarten Dörfer Sengwarden und Accum gehörten. Mit der Beendigung des so genannten Bentinckschen Erbfolgestreits wurde das Gebiet vollkommen in das Großherzogtum Oldenburg eingegliedert.

Von 1933 bis 1948 war Fedderwarden ein Teil der Großgemeinde Kniphausen. Nach deren Auflösung gehörte es zur Gemeinde Sengwarden, bis es am 1. Juli 1972 nach Wilhelmshaven eingemeindet wurde.

Landschaftsschutzgebiet Barghauser See im Wilhelmshavener Stadtteil Fedderwarden
Burg Kniphausen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Stephanus-Kirche

Sehenswert ist die aus dem 13. Jahrhundert stammende St.-Stephanus-Kirche. Der Eingang der St. Stephanus-Kirche wurde im Jahre 1540 angebaut, der Turm stammt aus dem Jahr 1875. Im Gegensatz zu vielen anderen friesischen Kirchen ist hier die Apsis genuiner Bestandteil des Baukörpers und nicht in späteren Jahren angefügt worden. Die Ausstattungsstücke sowie die Kirche insgesamt zeigen, dass sie in verschiedenen Epochen ausgestaltet wurde und nur wenig aus der neueren Zeit stammt. Besonders zu erwähnen ist das Taufbecken von Graf Anton Günther, der dieses, ebenso wie das Schnitzwerk über der Kanzel und einen Abendmahlskelch von 1633, der Gemeinde 1648 übergab.

Das Altarbild von Paul Händler (1833–1903) wurde 1888 gemalt und zeigt die Emmaus-Szene in Öl auf Leinwand. Der Kauf des Gemäldes wurde durch eine Spende des wohlhabenden Bremer Kaufmanns Laurenz Heinrich Carl Melchers ermöglicht.

Die Orgel der Kirche St. Stephanus ist bereits die dritte Orgel der Gemeinde. Nach Orgelbauten von Joachim Kayser (Jever) und Johann Claussen Schmid (gen. Schmid II, Oldenburg) baute schließlich die Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven) 1978 eine „alte“ neue Orgel. Gehäuse und Pfeifenmaterial der Christian Vater-Orgel von 1711 aus Wildeshausen wurden verwendet und durch 4 neue Register sowie zwei alte Register der Schmid II-Orgel von 1867 ergänzt.[1]

Landschaftsschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der südwestlich von Fedderwarden gelegene Barghauser See gehört zum 32 Hektar großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet, das 2007 von der Stadt Wilhelmshaven als LSG WHV Nr. 87 ausgewiesen wurde. Der See dient vielen Vögeln als Lebensraum und ist ein wichtiges Jagdhabitat, insbesondere für die nach europäischem Recht besonders geschützte Teichfledermaus.[2] Das Landschaftsschutzgebiet wird seit 1990 vom NABU-Wilhelmshaven gemeinsam mit dem BSH und dem BUND betreut.[3]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emblem TuS Fedderwarden e.V.

In Fedderwarden ist der TuS Fedderwarden e.V. beheimatet.[4] Der Verein ist ein Breitensportverein und bietet Fußball, Männerturnen, Männer-Freizeitsport, Boccia und Wirbelsäulengymnastik an.

Mit dem KBV „He löppt noch“ Fedderwarden 1983 e.V.[5] ist auch ein Boßelverein im Ort aktiv.

Der Trägerverein Jugendzentrum Fedderwarden e.V.[6] kümmert sich sowohl um das Jugendzentrum „Spritzenhaus“, als auch um den Jugendtreff Sengwarden und den Abenteuerspielplatz Voslapp.

Der Bürgerverein[7] hat sich das Ziel gesetzt, Heimatpflege und Heimatkunde zu fördern.

In unmittelbarer Nähe von Fedderwarden liegt der Golfplatz Mennhausen. Betreiber der 18-Loch-Anlage ist der Golfclub Wilhelmshaven-Friesland e.V.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf-Jürgen Grote, Peter Königfeld: Die St. Stephanskirche in Wilhelmshaven-Fedderwarden, C.W. Niemeyer-Verlag, Hameln, 1980
  • Hans-Jürgen Heise: Fedderwarden – Chronik eines Marschendorfes I – 2000 Jahre Siedlungsgeschichte, Heiber Verlag, Schortens, 2003
  • Enno Ehlers: Fedderwarden – Chronik eines Marschendorfes II – 750 Jahre St. Stephanus Kirche, Heiber Verlag, Schortens, 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.nomine.net/fedderwarden-st-stephanus, abgerufen am 5. September 2011
  2. Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Barghauser See, abgerufen am 21. Juni 2014
  3. Schutzgebiet Barghauser See, abgerufen am 21. Juni 2014
  4. Turn- und Sportverein Fedderwarden e.V., abgerufen am 26. August 2011
  5. KBV „He löppt noch“ Fedderwarden 1983 e.V., abgerufen am 26. August 2011
  6. Trägerverein Jugendzentrum Fedderwarden e.V., abgerufen am 8. September 2011
  7. Bürgerverein Fedderwarden e.V., abgerufen am 26. August 2011
  8. Golfclub Wilhelmshaven-Friesland e.V., abgerufen am 5. September 2011