Fensterputzen

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Fensterputzer in Dresden
Putzen einer Glasscheibe

Als Fensterputzen wird die Tätigkeit, ein Fenster zu reinigen und zu putzen, bezeichnet. Hierzu zählen die Reinigung der Außen- und Innenseite des Glases sowie des Gitters bzw. Fensterrahmen und weiterer angebrachter Gegenstände. Neben Hygiene- und Sauberkeitszwecken oder allgemeiner Ordnung im Haushalt wird sie für dekorative Zwecke und eine spezielle Beleuchtung betrieben.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tätigkeit kann sowohl privat im eigenen Haushalt als auch beruflich von sogenannten Fensterputzern oder anderen Reinigungskräften ausgeübt werden. Arbeit finden Fensterputzer bei Reinigungsfirmen, privaten Haushalten, öffentlichen Diensten oder in größeren Unternehmen. Die Reinigung von den Innenseiten wird meist von Frauen übernommen. Ein Großteil der Arbeitsplätze ist eine geringfügige Beschäftigung, die in Teilzeitarbeit und oft Zeitarbeit ausgeübt wird. Da für den Beruf nicht zwingend eine Ausbildung benötigt wird zählt sie zu den Hilfsarbeiten. Ausnahme bildet hierbei der Beruf des Gebäudereiniger.[1]

Allerdings wird der Beruf immer stärker automatisiert und so werden auch Fensterreinigungsroboter[2][3][4][5], selbstreinigende Fenster[6][7] und andere automatische Reinigungsmaschinen eingesetzt werden, um Personal zu sparen.

Werkzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Standardwerkzeugen gehören Putzschwamm und Putzlappen oder Abzieher mit einem speziellen Fensterreinigungsmittel, das dafür sorgen soll, dass Schmutz verschwindet. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt werden der Lösung Gefrierschutzchemikalien zugesetzt, um zu verhindern, dass sie auf der Scheibe kristallisieren, bevor sie abgeschleudert wird. Des Weiteren können auch Hochdruckreiniger und Teleskopstangen zum Einsatz kommen. Besonders bei Fahrzeugen werden im Winter Eiskratzer verwendet, um das Eis von der glatten Oberfläche des Glases zu entfernen und die Sicht wieder frei zu machen.[8][9] Die Entwicklung geht in Richtung Automatisierung, wofür Technologien wie Fensterreinigungsroboter, selbstreinigende Fenster und Smart Home-Systeme genutzt werden.

Zum Erreichen hoher Höhen werden Leitern, Abseilungen, Gerüste, spezielle Fahrzeuge oder Hebebühnen verwendet.

Risiken und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders hohe Gebäude wie Wolkenkratzer können eine hohe Absturzgefahr für Fensterputzer darstellen. Daher ist eine richtige Absicherung der Plattform und Personen wichtig. Auch starke Wetterausprägungen wie Wind, Regen, Glätte und Nässe können zur Gefahr werden.[10] So starb 1932 noch jeder 200. Fensterputzer in New York City bei seinem Beruf.[11] Laut Versicherern haben Fensterputzer daher einen der gefährlichsten Jobs der Welt, ebenso wie Dachdecker, Tiefbauer und Maurer.[12]

Da in vielen Ländern die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist und nicht genug Sicherheit gewährleistet wird, werden mehr Gesetze in dem Bereich gefordert.[13] Ebenfalls in Kritik geriet ein zu hoher Wasserverbrauch beim Fensterputzen, der durch automatisierte Systeme entsteht. Betreiber sagen aber, das dieser meist deutlich geringer als in der Industrie und Energieerzeugung ist.[14]

Fensterputzer in Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fensterputzen ist auch ein Motiv, das in der Kultur verarbeitet wird. So gibt es mehrere Filme und literarische, künstlerische und musikalische Werke, die sich dem Thema widmen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fensterputzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berufslexikon Österreich. Abgerufen am 25. September 2018.
  2. Window walking Windoro robot scrubs windows clean. Abgerufen am 25. September 2018 (englisch).
  3. Julian Freitag: Hilfe im Haushalt: Taugen Roboter zum Fensterputzen? In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. September 2018]).
  4. Marco Dettweiler, Fritz Jörn: Roboter im Haushalt: Fensterputzer mit glasklaren Vorteilen. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. September 2018]).
  5. Digitalisierung: Welche Berufe können Roboter ersetzen? In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. September 2018]).
  6. Katja Fischer: Nie wieder Fensterputzen?: So funktionieren selbstreinigende Fenster. In: Kölnische Rundschau. (rundschau-online.de [abgerufen am 25. September 2018]).
  7. Selbstreinigende Fenster: Nie wieder putzen. In: www.t-online.de. (t-online.de [abgerufen am 25. September 2018]).
  8. Joachim Hasler: Für den richtigen Durchblick: Profi-Tipps fürs Fensterputzen. 18. April 2018, abgerufen am 25. September 2018.
  9. Search for "window cleaner". Abgerufen am 25. September 2018 (amerikanisches Englisch).
  10. Fensterputzer: Gesichert sind die wenigsten. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 25. September 2018]).
  11. Life at the Top. In: The New Yorker. (newyorker.com [abgerufen am 25. September 2018]).
  12. Fensterputzer bei der Arbeit: Wischen in 50 Metern Höhe. In: https://www.hna.de. 20. Februar 2014 (hna.de [abgerufen am 25. September 2018]).
  13. "Ladders are not banned - but they should be used sensibly". (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 28. Januar 2010; abgerufen am 25. September 2018 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hse.gov.uk
  14. Archive news from the The Argus. Abgerufen am 25. September 2018 (englisch).